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Analyse der Didaktik des interkulturellen Trainingprogramms 'Eine Welt der Vielfalt' unter erwachsenenpädagogischen Gesichtspunkten

Title: Analyse der Didaktik des interkulturellen Trainingprogramms 'Eine Welt der Vielfalt' unter erwachsenenpädagogischen Gesichtspunkten

Examination Thesis , 2003 , 82 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: M. Berlitz (Author)

Pedagogy - Adult Education
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Summary Excerpt Details

Analyse der Didaktik des
interkulturellen Trainingsprogramms
„Eine Welt der Vielfalt“
unter erwachsenenpädagogischen Gesichtspunkten

1 Einleitung

In meiner Diplomarbeit setze ich mich mit dem interkulturellen Trainings¬programm „Eine Welt der Vielfalt“(1) auseinander. Dieses Programm wurde entwickelt, um für Vorurteile überwiegend in interkulturellen Situationen zu sensibilisieren. Es versucht, Differenzen in unserer Gesellschaft aufzu¬greifen und als etwas Selbst¬verständliches, Bereicherndes überall und schon immer Gegen¬wärtiges erfahren und erleben zu lassen. Differenzen gibt es in den Lebensweisen zwischen allen Individuen, zwischen den verschiedenen Kulturen, in der Hautfarbe, in den Sprachen, Dialekten, Akzenten ...
Mit diesem EWdV-Trainingsprogramm arbeitet das Bremer „Landesinstitut für Schule“. Auf deren Homepage heißt es: „Wir leben in einer Welt des Wandels und der Konflikte, die aus der Konfrontation verschiedener Erfah¬rungen, Kulturen, Lebens¬weisen und politischer Ziele erwachsen. Diese Vielfalt, die stets ein Ferment gesellschaft¬licher Entwicklung ist“, löst als Kehrseite Ausländer¬feind¬lichkeit, Extremismus und Intoleranz aus und impliziert deshalb die Forderung „Vielfalt als Bereicherung, nicht als Bedrohung zu erfahren.“ (schule.bremen.de)
Meine Wahl des Themas hat mit eigenen Erfahrungen zu tun: Während mehrerer Aufenthalte in Spanien musste ich mich mit anderen Lebens-vorstellungen und -gestaltungen auseinandersetzen. Die Situation, unter mir fremden Menschen in einer anderen Kultur zu leben, die Schwierigkeit, mich über eine mir noch wenig vertraute Sprache verständlich zu machen, veranlasste mich dazu, auch über meine eigenen Werte und Vorstellungen nachzu¬denken. Ich kam mit Erstaunen zur Erkenntnis, dass ich häufig als Repräsentantin der deutschen Kultur betrachtet wurde. Das brachte mich dazu, darüber zu reflektieren, was es für mich überhaupt bedeutet, „eine Deutsche zu sein“. Stereotype und Vorurteile von Spaniern „am eigenen Leibe zu erfahren“, bedeutete für mich - als sehr jungen Menschen damals - eine heftige Konfrontation.
Das Trainingsprogramm EWdV weckte vor meinem eigenen Erfahrungshintergrund mein besonderes Interesse, da es in diesem Programm schwerpunktmäßig um eine Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Stereotypen geht. Auf Berührungspunkte und Unterschiedlichkeiten werde ich zum Abschluss meiner Arbeit noch einmal zu sprechen kommen (Kapitel 5).

(1) Im Folgenden werde ich es mit „EWdV“ abkürzen

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehungskontexte des Trainings

2.1 Interkulturelle Trainings im Allgemeinen

2.1.1 Zur Anwendung des Begriffs Training für interkulturelle Bildungsprogramme

2.1.2 Zum Ursprung und zur Entwicklung von interkulturellen Trainings

2.1.3 Zu Kategorisierungen von interkulturellen (Management-) Trainings

2.1.3.1 Eine Differenzierung nach den Inhalten

2.1.3.2 Eine Differenzierung nach der Methode

2.1.3.3 Eine Differenzierung nach den Zielen

2.1.3.4 Eine Differenzierung nach dem interkulturellen Bildungsansatz

2.2 Die Entstehung des Eine Welt der Vielfalt - Konzepts

2.2.1 Die amerikanische ADL und A World of Difference

2.2.2 Das deutschen Eine Welt der Vielfalt - Konzept

3 Durchführungsmodi und ihre Kontexte

3.1 Die strukturelle Organisation (Makrodidaktik)

3.1.1 Die Koordination

3.1.2 Das Trainer- und Ausbildungssystem

3.1.3 Die Finanzierung und Kooperationen

3.1.4 Die Qualitätssicherung

3.2 Die Seminar-Organisation (Mikrodidaktik)

3.2.1 Der/ die ModeratorIn

3.2.2 Die Adressaten

3.2.3 Eine Welt der Vielfalt - Materialien

3.2.4 Der Seminarablauf

3.2.5 Der zeitliche Umfang

3.2.6 Veranstaltungsorte

4 Betrachtung des Trainings als didaktisches Konzept

4.1 Die Ziele des Programms

4.1.1 Die Ziele von EWdV nach der didaktischen Grundeinteilung

4.1.1.1 Richtziele

4.1.1.2 Grobziele

4.1.1.3 Feinziele

4.1.2 EWdV und die Forderungen an Ziele von interkulturellen Trainings

4.2 Die Inhalte des Programms

4.2.1 Die Inhalte von EWdV bzw. die Themen der Handbücher

4.2.2 EWdV und die Forderungen an die Inhalte von interkulturellen Trainings

4.3 Auf der Suche nach der theoretischen Fundierung der Inhalte und Ziele von EWdV

4.3.1 Exkurs: Sozialpsychologische Vorurteilsforschung

4.3.2 Die sozialpsychologische Vorurteilsforschung und die Ziele und Inhalte von EWdV

4.3.3 EWdV und die Forderungen an die theoretischen Grundlagen von interkulturellen Trainings

4.4 Die Methodik des Programms

4.4.1 Die Methoden von EWdV

4.4.2 Die Methodik von EWdV in den Übungen der Handbücher

4.4.3 EWdV und die Forderungen an eine Methodik und Didaktik von interkulturellen Trainings

4.5 Eigene Reflexionen zum didaktischen Konzept von EWdV

5 Persönlicher Zugang & Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel der Arbeit ist die erwachsenenpädagogische Analyse des interkulturellen Trainingsprogramms „Eine Welt der Vielfalt“ (EWdV), um dessen didaktische Konzeption hinsichtlich Ziele, Inhalte und Methoden zu untersuchen und zu reflektieren. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie das Konzept didaktisch fundiert ist und ob es den Ansprüchen an eine interkulturelle Didaktik sowie an ein handlungsorientiertes Lernen gerecht wird.

  • Historische Einordnung und Kontextualisierung des Trainingsprogramms EWdV
  • Analyse der strukturellen Organisation (Makrodidaktik) und der Seminarorganisation (Mikrodidaktik)
  • Untersuchung der didaktischen Zielsetzung und der inhaltlichen Ausrichtung des Trainings
  • Reflexion der methodischen Ansätze im Lichte der sozialpsychologischen Vorurteilsforschung
  • Kritische Würdigung des Trainingskonzepts aus erwachsenenpädagogischer Sicht

Auszug aus dem Buch

Die sozialpsychologische Vorurteilsforschung und die Ziele und Inhalte von EWdV

Um mich der theoretischen Grundlage anzunähern, auf welcher die Ziele und Inhalte von EWdV beruhen, fragte ich: Aufgrund welcher Annahmen wird für Vorurteile und kulturelle Vielfalt sensibilisiert? Auf der Suche nach der theoretischen Fundierung, kam ich auf die „Philosophie“ des EWdV-Konzepts zu sprechen - welche sich mir als didaktische Prämissen des Programms entpuppte. Jedoch führte mich diese zur Lerntheorie, die von einer sozialen Konditionierung von Vorurteilen ausgeht. Weil die sozialpsychologische Vorurteilsforschung bei EWdV erwähnt wird, ging ich vorhergehend in einem Exkurs auf sie ein und schaue nun, wie sich die weiter oben dargestellten Annahmen der sozialpsychologischen Vorurteilsforschung mit dem EWdV-Programm vereinbaren lassen.

Wie sich weiter oben sehen lässt, untersucht die sozialpsychologische Vorurteilsforschung einerseits individuelle, innerpsychische Prozesse und andererseits allgemeine, gesellschaftliche und (Inter-) Gruppenprozesse. (vgl. Lin 2002) Sie sucht zwar auf verschiedenen Ebenen - der intra-personalen, inter-personalen, inter-gruppalen oder ideologischen - Erklärungen für Vorurteile (vgl. Zick 1997,53), dennoch werden Vorurteile aus sozialpsychologischer Sicht weitgehend durch intergruppale Differenzierungsprozesse determiniert. (vgl. ebd.,49) Vorurteile werden demnach als negative Einstellungen gegenüber Mitgliedern einer sozialen Gruppe definiert. (vgl. Brown 1990, 404) D.h. Prozesse der Ingroup-Outgroup-Abwertung scheinen die wesentlichen psychischen (individuellen) Mechanismen zu sein, die zur Ausbildung oder Aufrechterhaltung von Vorurteilen führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Trainingsprogramm EWdV vor und erläutert die persönliche Motivation der Autorin, die sich aus eigenen Auslandserfahrungen und der damit verbundenen Konfrontation mit Stereotypen speist.

2 Entstehungskontexte des Trainings: Dieses Kapitel verortet das Training im breiten Feld der interkulturellen Bildungsangebote, diskutiert den Trainingsbegriff und arbeitet die Entstehungsgeschichte des EWdV-Konzepts ausgehend von der amerikanischen Anti-Defamation League auf.

3 Durchführungsmodi und ihre Kontexte: Hier wird die praktische Umsetzung in Deutschland analysiert, wobei sowohl die makrodidaktische Rahmenstruktur, wie Koordination und Ausbildung, als auch die mikrodidaktische Seminarorganisation betrachtet werden.

4 Betrachtung des Trainings als didaktisches Konzept: Der Hauptteil unterzieht das EWdV-Programm einer eingehenden didaktischen Analyse hinsichtlich der gesetzten Lernziele, der inhaltlichen Schwerpunkte und der eingesetzten Methoden, ergänzt durch eine theoretische Fundierung über die sozialpsychologische Vorurteilsforschung.

5 Persönlicher Zugang & Resümee: Die Autorin reflektiert ihre eigenen, durch Auslandsaufenthalte geprägten Erfahrungen und zieht ein kritisches Resümee über die Eignung des Trainings zur Bearbeitung interkultureller Konfliktsituationen.

Schlüsselwörter

Erwachsenenbildung, interkulturelles Training, Eine Welt der Vielfalt, EWdV, Vorurteilsforschung, Didaktik, Interkulturelle Kompetenz, Diversity, Rassismus, Sozialisation, Stereotype, Handlungsorientierung, Lerntheorie, Diskriminierung, Moderation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das interkulturelle Trainingsprogramm „Eine Welt der Vielfalt“ (EWdV) aus erwachsenenpädagogischer Perspektive, um dessen didaktische Konzeption und praktische Umsetzung zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Entstehungskontexte des Trainings, seine organisationale Einbettung in Deutschland, die didaktische Aufbereitung der Inhalte, die methodische Gestaltung der Seminare sowie die theoretische Fundierung durch sozialpsychologische Erkenntnisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, das didaktische Konzept von EWdV zu durchleuchten und kritisch zu prüfen, inwieweit das Programm die komplexen Lernprozesse zur Reduktion von Vorurteilen und zur Förderung interkultureller Kompetenz leisten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu interkulturellen Trainings und sozialpsychologischer Vorurteilsforschung sowie auf der Auswertung von Programmhandbüchern, Materialien und Experteninformationen (Interviews).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rahmenbedingungen (Makro- und Mikrodidaktik), die Analyse der Lernziele und Inhalte sowie den Exkurs in die Theorie der Vorurteilsbildung, um diese mit dem praktischen Programmansatz zu verknüpfen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die Sensibilisierung für Vielfalt, die Reduktion von Stereotypen, die Rolle des Moderators, Handlungsorientierung, Theorie der sozialen Identität und die Reflexion kultureller Sozialisation.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Moderators?

Die Autorin betont, dass die Rolle des Moderators entscheidend ist und eine hohe Kompetenz sowie Authentizität erfordert, da er den Balanceakt zwischen Strukturvorgaben und Teilnehmerorientierung bewältigen muss.

Welche spezifische Kritik äußert die Autorin am Programm?

Die Autorin kritisiert insbesondere die potenzielle Unauthentizität bei erzwungenem Verhalten sowie die Kurzfristigkeit der Maßnahmen, die für einen tiefgreifenden Lernprozess schwierig erscheinen, und hinterfragt den Nutzen des Trainings ohne direkte, reale Kontakterfahrungen.

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Details

Title
Analyse der Didaktik des interkulturellen Trainingprogramms 'Eine Welt der Vielfalt' unter erwachsenenpädagogischen Gesichtspunkten
College
University of Bremen  (Erziehungswissenschaften/ Erwachsenenbildung)
Grade
sehr gut
Author
M. Berlitz (Author)
Publication Year
2003
Pages
82
Catalog Number
V24159
ISBN (eBook)
9783638270984
ISBN (Book)
9783640795031
Language
German
Tags
interkulturell Training Analyse Eine Welt der Vielfalt Antirassismus Erwachsenenbildung Didaktik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. Berlitz (Author), 2003, Analyse der Didaktik des interkulturellen Trainingprogramms 'Eine Welt der Vielfalt' unter erwachsenenpädagogischen Gesichtspunkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24159
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