Das vorliegende Referat beschäftigt sich mit der Entwicklung des Katholizismus in den Vereinigten Staaten von Amerika. Beginnen möchte ich mit dem Jahr der amerikanischen Unabhängigkeit 1776. Ich möchte einen Überblick über die ersten katholischen Entwicklungen geben, da der Katholizismus bereits von Beginn an eine Religion unter vielen verschiedenen war. Danach möchte ich ausführlich auf den Schulstreit, auch Sprachkonflikt genannt, von 1890 zwischen irischen und deutschen Katholiken eingehen, da sich an diesem Beispiel die unterschiedlichen Auffassungen von liberalen und konservativen Gruppierungen sehr gut zeigen lässt. Auch die Rolle des Vatikans ist dabei angemessen zu berücksichtigen, da von Amerika auch Modernismusbewegungen in Europa ausgingen. Desweiteren möchte ich einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des Katholizismus bis in die 1980er Jahre geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung der Katholiken Ende des 18. und im 19. Jahrhundert.
3. Die Schulfrage
4. Was ist der Amerikanismus?
5. Ziele der katholischen Amerikanisten (Liberalen)
6. Ziele der Ultramontanen (Konservativen)
7. Wie reagierte Rom auf den Amerikanismus?
8. Der Forschungsstand zum Amerikanismus
9. Ausblick auf die weitere Entwicklung des Katholizismus in den Vereinigten Staaten bis zum II. Vatikanum
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Katholizismus in den USA von der Unabhängigkeitserklärung 1776 bis in die 1980er Jahre. Ein zentrales Ziel ist es, die Spannungsfelder zwischen konfessioneller Identität und nationaler Anpassung anhand des sogenannten "Amerikanismus-Streits" sowie des Schulkonflikts von 1890 zu analysieren und die Rolle des Vatikans in diesem Prozess zu beleuchten.
- Entwicklung der katholischen Einwanderung und demografischer Wandel im 19. Jahrhundert.
- Der Schulstreit als Ausdruck des Konflikts zwischen liberalen Amerikanisten und konservativen Ultramontanen.
- Definition und ideologische Hintergründe des "Amerikanismus" in der amerikanischen Kirche.
- Die päpstliche Reaktion durch das Schreiben "Testem benevolentiae" von Papst Leo XIII.
- Die Entwicklung des Verhältnisses zwischen dem Heiligen Stuhl und den USA bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil.
Auszug aus dem Buch
4. Was ist der Amerikanismus?
Der Begriff des Amerikanismus ist in der Forschung heute sehr umstritten und es gibt auch sehr unterschiedliche Definitionen. Ich möchte nun hier die Definition von Hermann Schwedt im Lexikon für Theologie und Kirche von 1993 wiedegeben: Der Amerikanismus ist eine Reformbestrebung der amerikanischen Kirche an die bürgerliche Gesellschaft und Kultur. Die Demokratie soll gefördert werden. Staat und Religion sind vollständig voneinander zu trennen.
Ahnherr des Amerikanismus war der Priester Isaac Thomas Hecker, der in New York geboren wurde, aber deutscher Herkunft war. Er war zuerst Protestant bevor er zum katholischen Glauben übertrat. Seiner Meinung nach muss der Priester die Wahrheit in einfachen Worten wiedergeben können. Es zählen seiner Meinung nach keine Äusserlichkeiten in der Kirche wie z.B. prunkvolle Kirchen, pompöse Wallfahten, sondern das innere Christentum sei entscheidend getragen von Überzeugung, sind die wichtigsten Dinge der Zukunft. Hecker musste im Zuge dieser Diskussion seinen Orden der Redemptoristen verlassen und gründete die Paulist Fathers, die eine führende Rolle in der weiteren Entwicklung nehmen sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den zeitlichen Rahmen der Arbeit und stellt die Untersuchung der Entwicklung des Katholizismus in den USA sowie den Sprachenkonflikt von 1890 in den Fokus.
2. Entwicklung der Katholiken Ende des 18. und im 19. Jahrhundert.: Dieses Kapitel beschreibt das demografische Wachstum durch Einwanderungswellen und die daraus resultierenden Spannungen zwischen den verschiedenen nationalen Gruppen innerhalb der katholischen Kirche.
3. Die Schulfrage: Das Kapitel analysiert den Sprachen- und Schulkonflikt von 1890 in Wisconsin als Symptom für den tieferliegenden Konflikt zwischen Anpassung an den amerikanischen Staat und Bewahrung alter Traditionen.
4. Was ist der Amerikanismus?: Es wird eine begriffliche Einordnung des Amerikanismus vorgenommen, wobei Isaac Thomas Hecker als zentrale Figur und Vordenker der Bewegung vorgestellt wird.
5. Ziele der katholischen Amerikanisten (Liberalen): Hier werden die Forderungen der liberalen Fraktion erläutert, die eine Modernisierung der Kirche, Pressefreiheit und die strikte Trennung von Kirche und Staat anstrebten.
6. Ziele der Ultramontanen (Konservativen): Das Kapitel stellt die Gegenposition der konservativen Kräfte dar, die eine Zentralisierung auf Rom sowie den Erhalt ethnischer Identitäten und Traditionen forderten.
7. Wie reagierte Rom auf den Amerikanismus?: Dieser Teil thematisiert die zögerliche Haltung des Vatikans und die schließliche Verurteilung amerikanistischer Tendenzen durch Papst Leo XIII. im Schreiben "Testem benevolentiae".
8. Der Forschungsstand zum Amerikanismus: Es werden drei unterschiedliche wissenschaftliche Einschätzungen zum Amerikanismus wiedergegeben, die von einer tatsächlichen Bedrohung bis hin zur Theorie eines "römischen Phantoms" reichen.
9. Ausblick auf die weitere Entwicklung des Katholizismus in den Vereinigten Staaten bis zum II. Vatikanum: Das abschließende Kapitel beleuchtet den Integrationsprozess der Katholiken in die US-Mittelschicht und die langsame Annäherung zwischen dem Vatikan und den USA im 20. Jahrhundert.
Schlüsselwörter
Amerikanismus, Katholizismus, USA, Schulstreit, Einwanderung, Ultramontanismus, Liberalismus, Papst Leo XIII., Testem benevolentiae, Isaac Thomas Hecker, Modernismus, Religionsfreiheit, Vatikan, Kirche und Staat, Konfessionelle Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der katholischen Kirche in den USA und dem Spannungsfeld zwischen der Integration der Gläubigen in die US-Gesellschaft und ihrer Bindung an die katholische Lehre sowie den Heiligen Stuhl.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Einwanderungsgeschichte, der Sprachenkonflikt in katholischen Schulen, die ideologische Auseinandersetzung zwischen liberalen und konservativen Kräften und das Verhältnis zum Vatikan.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die historische Aufarbeitung der Entwicklung des amerikanischen Katholizismus und die Analyse des "Amerikanismus-Streits" als Ausdruck eines grundlegenden Modernisierungskonflikts innerhalb der Kirche.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur und zeitgenössischen Definitionen basiert, um ein historisches Phänomen strukturiert darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die demografische Entwicklung, den Schulstreit von 1890, die Definition des Amerikanismus, die Gegensätze zwischen liberalen und ultramontanen Fraktionen sowie die päpstliche Reaktion darauf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Amerikanismus, Liberalismus, Ultramontanismus, Einwanderung und die Trennung von Kirche und Staat charakterisiert.
Wer war Isaac Thomas Hecker und warum ist er für den Amerikanismus von Bedeutung?
Hecker war ein US-Priester deutscher Herkunft, der als Ahnherr des Amerikanismus gilt. Er forderte eine Modernisierung der Kirche und betonte das "innere Christentum" gegenüber äußeren religiösen Formalitäten.
Warum lehnte der Vatikan den amerikanischen Weg des Katholizismus lange ab?
Der Vatikan, insbesondere unter Papst Leo XIII., fürchtete, dass eine zu starke Anpassung an liberale Werte und die strikte Trennung von Staat und Kirche die Autorität der Hierarchie untergraben und zu modernistischen Abweichungen in ganz Europa führen könnte.
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- Mario zur Löwen (Author), 2004, Katholiken in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24195