Orientalismuskritik in der Psychologie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
17 Seiten, Note: A (1,4)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Orientalismus und wissenschaftliche Rechtfertigungen von Kolonialismus und Rassismus
2.1 Orientalismus
2.2 Wissenschaft und Technik als Rechtfertigung und Mittel der „Civilizing Mission“
2.3 Zeitgenössische Kritik am Orientalismus
2.4 Kulturvergleichende Psychologie

3 Die Entwicklung der Psychologie in Indien: Eine zweite Kolonisierung und mögliche Alternativen
3.1 Indigene, indische Psychologie

4 Diskussion

A Der Autor

B Wichtige Daten zur Kolonialgeschichte Indiens

References

1 Einleitung

Anhand des Textes von Sunil Bhatia (2002), „Orientalism in Euro-American and Indian psychology: Historical representations of ‘natives’ in colonial and postcolonial contexts“ sollen in dieser Arbeit der Einfluss des Orientalismus auf die Entwicklung der Psychologie in der sogenannten 3. Welt und mögliche Alternativen zu einem eurozentristischen Psychologiekonzept untersucht werden.

Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile: Im ersten, allgemeinen soll kurz der Begriff des Orientalismus nach Said (1979) eingeführt werden, um daraufhin den historischen Zusammenhang von Wissenschaft und Kolonialismus/Rassismus näher zu erläutern. Anschließend erfolgt die Darstellung und Bewertung von Entwicklungen in der Psychologie, die versuchten, o. g. Zusammenhang zu kritisieren, vor allem die kulturvergleichende Psychologie.

Im zweiten Teil geht es spezifischer um die Psychologie in Indien: Zum einen wird die Entwicklung (oder treffender: der Import) der mainstream-Psychologie im kolonialen und postkolonialen Indien thematisiert, zum anderen werden die Möglichkeiten und Grenzen von alternativen, indigenen Konzepten angesprochen.

In Kapitel 4 werden die zusammenfassenden Thesen Bhatias vorgestellt.

2 Orientalismus und wissenschaftliche Rechtfertigungen von Kolonialismus und Rassismus

2.1 Orientalismus

Ausgangspunkt für die Darstellung der Rolle der Psychologie im Kontext von Imperialismus und Kolonialismus ist der von Edward Said (1979) eingeführte Begriff des Orientalismus. Orientalismus ist die Ideologie von der angeblichen Unterlegenheit des Ostens und der daraus abgeleiteten Rechtfertigung von Kolonialismus und Unterdrückung. Said präzisiert dies in Form von vier Dogmen:

1. Es gibt einen absoluten, essentiellen und systematischen Unterschied zwischen dem rationalen, hochentwickelten Westen und dem primitiven und unzivilisierten Osten.
2. Entstanden sind derartige Repräsentationen des „Anderen“ durch selektive Rezep tion von früher, klassischer Texte aus dem Orient.
3. Dem Orient wird die Fähigkeit, sich selbst zu definieren abgesprochen und damit legitimieren sich westliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, „die Anderen“ als eine homogene Gruppe zu definieren.
4. Der Orient muss gefürchtet und deswegen - durch Wissenschaft oder koloniale Repression - unter Kontrolle gehalten werden.

Entscheidend ist hierbei, dass der Orientalismus keineswegs eine Sache der Vergangenheit ist, die mit dem Ende des Kolonialismus verschwunden wäre, sondern dass diese Ideologie in und durch Institutionen, Praktiken oder dem Denken bis in die Gegenwart wirkmächtig bleibt. Auf diesen von Said (1993) als „kultureller Imperialismus“ bezeichneten Vorgang soll in Abschnitt 3 noch einmal näher eingegangen werden. Im folgenden Abschnitt geht es um die historische Rolle der Wissenschaft im Allgemeinen und der (Proto-)Psychologie im Besonderen bei der Begründung, Rechtfertigung und Durchsetzung des Kolonialismus.

2.2 Wissenschaft und Technik als Rechtfertigung und Mittel der „ Civilizing Mission“

Konzepte wie Rationialität, Modernität und Wissenschaftlickeit hatten im Kolonialismus Bhatia zufolge eines doppelte Funktion: Zum einen wurden sie als exklusives Merkmal der westlichen „Zivilisation“ und damit als Grund für Überlegenheit des Westens und die Rechtfertigung der Unterwerfung der anderen betrachtet. Zum anderen lieferten die Wissenschaften auch die praktischen Mittel zur Klassifizierung und Bewertung der „Anderen“, womit sich der Kreis schließt, da diese Erkenntnisse wieder als Beweis für die Unterlegenheit der „Anderen“ gesehen wurde. Neben der Anthropologie und Biologie war es gerade die Psychologie und ihre Vorläuferinnen, die in diesem Rahmen die angeblich wissenschaftlich-objektive Grundlage für Rassismus und Imperialismus lieferte, was im Folgenden näher ausgeführt werden soll.

Ausgangspunkt des wissenschaftlichen Rassismus ist die durch das Aufkommen der Darwinschen Evolutionstheorie ermöglichte Verschiebung von der Begründung der Minderwertigkeit der „Anderenänhand von Vergleichen kultureller, religiöser oder technischer Errungenschaften hin zur Annahme von der biologischen Minderwertigkeit anderer Bevölkerungsgruppen. Die Idee, dass unterschiedliche Rassen auf verschiedenen Stufen der Entwicklung stehen könnten, führte zu einer Vielzahl mehr oder weniger wissenschaftlicher Vergleiche - einerseits auf der mehr physiologischen Ebene (z. B. Kraniometrie, Phrenologie), aber auch explizit psychologische Untersuchungen über bestimmte Fähigkeiten der „Primitiven“ (klassische Beispiele für Expeditionen mit dieser Zielsetzung sind z. B. die Cambridge-Expedition 1898/99 (Herle & Rouse, 1998) oder die deutsche ThurnwaldExpedition 1902-06 (Thurnwald, 1910; Probst, 1992)). Bhatia geht davon aus, dass die Entstehung des wissenschaftlichen Rassismus im Kontext der soziokulturellen und ökonomischen Entwicklungen betrachtet werden muss, er nennt hier das Entstehen einer stark nach Klassen differenzierten Gesellschaft, das Zurückgehen egalitaristischer Ansätze in Europa, der Machtverlust der Religion zugunsten der Wissenschaft und die abolitionistische Bewegung in den USA (S. 381).

Als Beispiele für bekannte Pioniere der Psychologie und deren Verstrickung in den wissenschaftlichen Rassismus geht Bhatia näher auf die Theorien von Galton, Spencer und Hall ein, die ich hier nur kurz erläutere.

Galton Francis Galton (übrigens ein Cousin Darwins) war einer der ersten Psychologen, die das Erbe des englischen Assoziationismus, “Jeder kann alles werden“, radikal über Bord warfen und stattdessen, wie der Name seines bekanntesten Buches, “Heredetitary Genius“, schon andeutet, von der Erblichkeit geistiger Fähigkeiten ausging. Darauf basierend entwickelte er eine Rangfolge der Fähigkeiten der Rassen, um wie Bhatia schreibt, die Möglichkeit zur „Zivilisierung“ durch die europäischen Kolonialmächte bestimmen zu können.

Spencer Spencers Hauptthese war die von der Energieerhaltung: Er ging (analog zur Thermodynamik) davon aus, dass jeder Mensch nur eine bestimmte Menge Energie zur Verfügung habe und verschiedene geistige und körperliche Fähigkeiten jeweils bestimmte Mengen dieser Energie beanspruchen würden. Unter der Annahme, dass nicht-westliche Bevölkerungsgruppen insgesamt weniger Energie zur Verfügung hätten folgerte er, dass verschiedene Rassen auf unterschiedlichen Stufen der Entwicklung stünden und die nichtwestlichen mit Kindern vergleichbar wären. Dieser Vergleich mit Kindern war zu Spencers Zeit weit verbreitet, er basierte auch auf der Rekapitulationshypothese, die davon ausgeht, dass in der Ontogenese des Menschen die Phylogenese nachvollzogen werde und sich daraus folgern lasse, dass die Nicht-Weißen im Vergleich zur euro-amerikanischen Bevölkerung wie Kinder oder bestenfalls Jugendliche seien.

Hall Auch Hall nahm die Sichtweise von den „Primitiven“ als Heranwachsenden auf und folgerte, dass aus der Geschichte klar hervorgehe, dass sich jede große Rasse sich auf der Basis einer niedrigeren entwickelt habe und aus der westlichen Überlegenheit „our title clear to dominion“ klar ableiten lasse.

2.3 Zeitgenössische Kritik am Orientalismus

Die Kritik an wissenschaftlichem Rassismus und Orientalismus setzte vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, der beginnenden Dekolonisierung und der Bürgerrechtsbewegung in den USA ein (vgl. Abschnitt 2.4), es gab aber auch durchaus bereits früher geäußerte Einwände gegen o. g. Theorien. Bhatia geht exemplarisch auf Lévy Bruhl, die Position der Psychoanalyse und auf die Bewegung der Bengal Renaissance ein.

Lévy Bruhl Lévy Bruhl, ein französischer Anthropologe, stellte in seinem 1921 erschienenen Buch „Das primitive Denken“ die Rekapitulationsthese infrage und widersprach der Ansicht, dass die sog. Primitiven in Bezug auf ihre kognitiven Fähigkeiten Europäerinnen und Europäern von Geburt an unterlegen seien. Er geht davon aus, dass die von ihm untersuchten Gruppen keine unterlegenen geistigen Fähigkeiten , sondern ein grundlegend anderes Denksystem besäßen, das er als mystisches, prälogisches Denken im Gegensatz zum logischen Denken der Europäerinnen und Europäer bezeichnet. Auch wenn er explizit betont, dass er keine Bewertung der beiden Denkformen vornehme, zeigt sich beispielsweise im Begriff prälogisch trotzdem implizit Annahmen über unterschiedliche Entwicklungsstufen: Wer prälogisch denkt, hat die Stufe des logischen Denkens (noch) nicht erreicht.

Ein anderer von einem Zeitgenossen Lévy Bruhls geäußerter Kritikpunkt (Bartlett, 1923, zitiert nach Bhatia, 2002) ist, dass Bruhl die Unterschiede zwischen primitivem und zivilisiertem Denken stark übertrieben habe, indem er nicht die Fähigkeiten zweier jeweils „durchschnittlicher“ Angehöriger miteinander verglichen habe, sondern durchschnittliche Indigene mit westlichen Experten. Bartlett fasst dies treffend zusammen als: „[it] is not that the primitive or the abnormal are wrongly observed, but that the modern and normal are hardly observed at all“ (S. 284), eine Charakterisierung, die sich auf einen Großteil der damaligen anthropologischen Forschung übertragen ließe.

Bengal Renaissance Auch bei den Kolonisierten selbst gab es immer wieder Bewegungen, die versuchten, Thesen von ihrer anbgeblichen Unterlegenheit auf die eine oder andere Weise zu widerlegen. Bhatia nennt das Beispiel der sog. „bengal renaissance“, einer Beweging indischer, meist westlich erzogener Intellektueller in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die einerseits von ihren eigenen hinduistischen Philosophien und Traditionen enttäuscht waren, diese andererseits aber auch nicht völlig verwerfen wollten. Sie lösten diesen Konflikt dadurch, dass sie eine Neudefinition oder Rekonstruktion des Hinduismus mithilfe wissenschaftlicher Logik und Rationalität vornahmen. Bhatia interpretiert dies so, dass durch das Aufzeigen, dass der Universalismus der westlichen Wissenschaft immer schon im Hinduismus vorhanden gewesen sei, sich die Möglichkeit ergab, den Hinduismus und Rationalität auf eine Stufe zu stellen und somit Handlungsfähigkeit und Möglichkeiten zur Kritik des Orientalismus erlangten.

Psychoanalyse Die Rolle der Psychoanalyse im Kontext des Kolonisierung Indiens ist sehr ambivalent: Aufseiten der britischen Kolonialmacht wurden psychoanalytische Theorien benutzt, um einerseits die Unterlegenheit der indischen Bevölkerung „nachzuweisen, indem z. B. allen Inderinnnen und Indern die schlechten Eigenschaften des analen Charakters zugeschrieben wurden (Bhatia, 2002, S. 385), andererseits die Psychoanalyse zugleich auch als mögliche „Therapie“ für diese Zuschreibungen betrachtet.

Aufseiten der Kolonisierten - wenngleich nur einer kleinen Minderheit von Intellektuellen - dagegen wurde die Psychoanalyse ein Mittel der Selbstermächtigung und Kritik. Neben Versuchen, bestimmte überkommene hinduistische Traditionen mithilfe psychoanalytischer Theorie zu kritisieren und dekonstruieren, gab es auch die Entwicklung einer spezifisch indischen Psychoanalyse. Der von Bhatia genannte Hauptvertreter dieser Entwicklung ist Girindrasekhar Bose. In Anerkennung der historisch und kulturell begrenzten Gültigkeit psychologischer Theorien versuchte Bose die traditionelle Psychoanalyse so zu modifizieren, dass sie für den indischen Kontext Sinn ergab, da er annahm, dass bestimmte Phänomene wie der Kastrationskomplex, die für die traditionelle Psychoanalyse von zentraler Bedeutung, im indischen Kontext nicht existierten (Bhatia, 2002, S. 385).

Alle oben angesprochenen Bewegungen und Ansätze blieben relativ wirkungslose Episoden mit nur geringem Einfluss auf den weiterhin klar orientalistischen Mainstream, der sich wie oben angesprochen erst nach dem Zweiten Weltkrieg stärker zu verändern begann, u. a. mit der aufkommenden kulturvergleichenden Psychologie, die Thema des nächsten Abschnitts sein soll.

2.4 Kulturvergleichende Psychologie

Die kulturvergleichende Psychologie spielte sicherlich eine bedeutende Rolle in einer teilweisen Korrektur im Bild des „Anderen“, aber die Verschiebung des Bilds des/der Anderen, die Bhatia (2002) als von „brute savages or exotic people to individuals living in preliterate, premodern, and traditional societies“ (S. 387) beschreibt, bedeutet keineswegs, dass nun jeglicher Orientalismus und Eurozentrismus aus ihnen verschwunden wäre - die Ambivalenz von Klassifikationen wie prämodern oder vor schriftlich wurde ja bereits im Abschnitt über Lévy Bruhl (S. 6) angesprochen.

Wichtiger Untersuchungsbereich der kulturvergleichenden Psychologie war die Untersuchung des Einflusses westlicher Erziehung auf die kognitive Entwicklung von Kindern und Erwachsenen in der „Dritten Welt“, oftmals im Kontext von Entwicklungshilfe- oder Bildungsprogrammen. Das Vorgehen bei solchen Untersuchungen sah in der Regel so aus, dass Kultur als unabhängige Variable operationalisiert wurde und als abhängige Variable verschiedene Tests kognitiver Leistungen verwendet wurden, die oft aus dem gleichzeitig wie die kulturvergleichende Psychologie erstarkenden Kognitivismus kamen (z. B. Puzzles, Klassifikationsaufgaben, Aufgaben zum logischen Denken etc.). Die Ergebnisse dieser Studien waren weiterhin der „Nachweis“ geringerer Fähigkeiten der „Anderen“, ein Defizitmodell mit dem Westen als Standard.

Wie lassen sich diese Ergebniss nun erklären? Bhatia erklärt es so, dass der behauptete Entwicklungsunterschied zwischen westlichen und nicht-westlichen Kindern nicht Zeichen eines kulturellen oder kognitiven Defizits sei, sondern vielmehr Resultat einer Inkonsistenz zwischen „the ‘psychological reality’ that was constructed through the research methods and practices of Euro-American psychology and the psychological reality of the African individuals living in their local cultures“ (S. 387f.) sei.

Dieser problematische Eurozentrismus zeigt sich auch wieder in den allgemeineren Zielen der kulturvergleichenden Psychologie (Berry, Poortinga, Segall, & Dasen, 1992, zitiert nach Bhatia, 2002):

1. Hypothesen und Befunde, die in westlichen Universitäten entstanden sind, in an dere kulturell Kontexte transportieren und dort auf ihre Anwendbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen untersuchen
2. „explore other cultures in order to discover psychological variations that are not present in one’s own limited cultural experiences“ (S. 3)
3. die aus o. g. entstandenen Ergebnisse zusammenstellen und in eine „more nearly universal psychology“(S. 3) integrieren

Zum einen beharrt die kulturvergleichende Psychologie also auf einem psychologischen Universalismus - nur eben abgeschwächt um das Eingeständnis, dass auch andere Kulturen miteinbezogen werden müssten, zum anderen geht damit ein Festhalten an einem traditionell westlichen, empiristisch-rationalistischen Wissenschaftsverständnis einher, weitrerhin werden die Ziele, Methoden und Standards von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den Metropolen bestimmt und dann in die Peripherie exportiert. Bhatia charakterisiert diesen Vorgang mit Saids ((1993)) Begriff des kulturellen Imperialismus, auf den ich im folgenden Kapitel über die Entwicklung der indischen Psychologie noch einmal zurückkommen werde.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Orientalismuskritik in der Psychologie
Hochschule
Freie Universität Berlin  (FB Erziehungswissenschaft und Psychologie)
Veranstaltung
Psychologisch-anthropologische Konstruktionen nicht-westlicher "Anderer" im Kontext von Kolonialismus und postkolonialer Kritik
Note
A (1,4)
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V24206
ISBN (eBook)
9783638271318
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Im ersten, allgemeinen soll kurz der Begriff des Orientalismus eingeführt werden, um daraufhin den historischen Zusammenhang von Wissenschaft und Kolonialismus/Rassismus näher zu erläutern. Anschließend erfolgt die Darstellung von Entwicklungen, die versuchten, dies zu kritisieren. Im zweiten Teil geht es spezifischer um die Psychologie in Indien: Die Entwicklung der mainstream-Psychologie im kolonialen und postkolonialen Indien sowie die Möglichkeiten und Grenzen indigener Konzeptionen.
Schlagworte
Orientalismuskritik, Psychologie, Psychologisch-anthropologische, Konstruktionen, Anderer, Kontext, Kolonialismus, Kritik
Arbeit zitieren
Harald Kliems (Autor), 2004, Orientalismuskritik in der Psychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24206

Kommentare

  • Gast am 15.6.2004

    Echter Titel: Aspekte imperialistischer Autolegitimation am Fallbeispiel Indien.

    Sehr geehrter Herr Kliems,



    das überaus spannende Thema, welches Sie mit dem Titel „Orientalismuskritik in der Psychologie“ anschneiden, hat mich zum sofortigen Kauf Ihres Artikels von Hausarbeiten.de gebracht. Leider führen Ihre Ausführungen, meiner Ansicht nach, zu keiner angemessenen Bearbeitung des Themas, zumal Sie sich angesichts Ihres schwachen Hauptteil genötigt sehen, im Anhang noch die Kolonialgeschichte Indiens in einer Weise (siehe: „eigene“ Auswahl und Darstellung „nach Microsoft“) zu bearbeiten, die dem Namen Ihrer Uni nicht gerecht wird.
    Inhaltlich hätte ich mir gewünscht, Sie würden etwas über Saids Alteritäts-Diskurs und dessen Notwendigkeit zur Konstitution und weiteren Bekräftigung kultureller Identität schreiben (erst in einem nächsten Schritt wird die Frage des Kultur-Imperialismus von Said eingeführt, aber die Bücher haben Sie anscheinend nicht gelesen). Des Weiteren, und hier fängt Ihr Thema erst an, wäre zu bearbeiten, wie in der Psychologie diese Frage in Bezug auf ein einzelnes Subjekt gesehen wird. Letztlich wäre dann zu beschreiben, in welchen Punkten sich die Identitätsfindung einer Gruppe und eines Individuums unterscheidet, um wirklich auf der Basis psychologischer Erkenntnis Saids Orientalismustheorie anzuzweifeln, an der es tatsächlich vieles zu bemängeln gibt. Wenigstens hier muss ich Ihnen zustimmen.

    Sie haben sich bemüht und dass ist immerhin schon etwas, aber bitte übernehmen Sie sich beim nächsten Mal nicht in der Wortwahl in ihrem Titel.



    Viel Erfolg in Ihrem weiteren Studium wünscht Ihnen,

    Mat

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