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Städtischer Konflikt im Mittelalter - Der Knochenhaueraufstand 1380 in Lübeck

Title: Städtischer Konflikt im Mittelalter - Der Knochenhaueraufstand 1380 in Lübeck

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniela Martens (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Aufstand der Knochenhauer in Lübeck im Jahr 1380 im Kontext des sich verändernden Verhältnisses zwischen der Gemeinde und dem Rat im späten Mittelalter, das sich besonders an den Aufständen durch die Zünfte und Ämter ersehen lässt. Dabei spielt die Entwicklung der Handwerkerkorporationen eine entscheidende Rolle. Dadurch stellt diese Arbeit die Knochenhaueraufstände in einen überregionalen Kontext. Befasst man sich intensiver mit den Zünften, beziehungsweise Ämtern, im Allgemeinen und geht dann im Besonderen auf die Knochenhauer in Lübeck ein, mit ihren finanziellen Verhältnissen, ihrer gesellschaftlichen Stellung innerhalb der Stadt und ihrem besonderen Verhältnis zum Rat, stößt man dadurch auf die Hintergründe und Ursachen für ihre Führungsrolle bei den Bürgerkämpfen. So entsteht ein Bild davon, wer die Aufständischen, in ihrer Eigenschaft als Mitglieder einer Korporation, die ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelte, überhaupt waren.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung der Zünfte

2.1 Die Ämter in Lübeck

2.1.2. Die Knochenhauer

3. Konflikt zwischen Rat und Ämtern

3.1. Die Knochenhaueraufstände in Lübeck

3.1.1 Die Verhandlungen im Kloster Sankt Katharinen und der Eid auf den Stufen der Domtreppe: Die Ereignisse 1380

4. Schluß

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufstand der Lübecker Knochenhauer im Jahr 1380, eingebettet in das spannungsreiche Verhältnis zwischen der städtischen Führung (dem Rat) und der Gemeinde bzw. den Handwerkerkorporationen (Ämtern) im spätmittelalterlichen Lübeck.

  • Analyse der sozioökonomischen Rolle und Entwicklung der Zünfte und Ämter in Lübeck.
  • Untersuchung der Ursachen für den Konflikt zwischen Handwerkern und der städtischen Obrigkeit.
  • Einordnung der lokalen Aufstände in einen überregionalen Kontext innerstädtischer Unruhen des 14. Jahrhunderts.
  • Kritische Quellenanalyse zur Darstellung der Ereignisse in der Detmar-Chronik und der Rufus-Chronik.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Die Verhandlungen im Kloster Sankt Katharinen und der Eid auf den Stufen der Domtreppe: die Ereignisse im Jahr 1380

„In dem sulven jare do anstund de andere twedracht tusschen deme rade unde den ampten to Lubecke.“ So beginnt die Detmar-Chronik die Darstellung der Unruhen im Jahr 1380. Die Knochenhauer werden dort als einzige Berufsgruppe der involvierten Ämter einzeln aufgeführt, stehen also im Vordergrund der Ereignisse, denn sie bilden anscheinend die Führung der Aufrührer - laut Erich Hoffmann war es „eine Angelegenheit mehrer besonders angesehener Handwerksämter unter Lenkung der Knochenhauer“: Die Detmar-Chronik spricht davon, dass „sunderliken de knokenhower“ ganz speziell „vryheit van den leden in den vlesscharnen“ forderten. Der Marktzwang und die Art der Verteilung der Verkaufsplätze an die Knochenhauer durch den Rat wurden damit angeprangert. Doch auch der Rest der „menheyt“ scheint laut Detmar beteiligt gewesen und „vele rechte“ verlangt zu haben. Es ging also vor allem um die Aufhebung der „Ratsbevormundung“. Die so genannte Rufus-Chronik spricht hingegen zuerst nur von der „menheyt“, also der Bürgerschaft, und bleibt wesentlich ungenauer in der Beschreibung der anfänglichen Ereignisse. Die Rufus-Chronik unterscheidet sich außerdem von der Detmar-Chronik durch die Erwähnung der Forderung der „menheyt“ nach „erme olden rechte“. Hiermit wollten die Ämter deutlich machen, dass die Anforderungen des Rats früher annehmbarer gewesen waren. Diese Berufung auf das „alte Recht“ wurde im Mittelalter häufig angewendet, wenn jemand sich im Nachteil glaubte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der problematischen Quellenlage und der Bedeutung der Detmar- sowie Rufus-Chronik für die Untersuchung der Aufstände.

2. Die Entwicklung der Zünfte: Erläuterung der Entstehung von Handwerkerkorporationen und deren struktureller Einbindung in das städtische Leben.

2.1 Die Ämter in Lübeck: Untersuchung der spezifischen Ausgestaltung der Handwerksorganisationen in der Hansestadt.

2.1.2. Die Knochenhauer: Analyse der sozialen und ökonomischen Stellung der Knochenhauer innerhalb der städtischen Hierarchie.

3. Konflikt zwischen Rat und Ämtern: Einordnung der Lübecker Bürgerkämpfe in den historischen Kontext des Reichs und des Wandels städtischer Machtstrukturen.

3.1. Die Knochenhaueraufstände in Lübeck: Detaillierte Betrachtung des Aufstandsverlaufs unter Berücksichtigung von Einflüssen aus anderen Städten wie Braunschweig.

3.1.1. Die Verhandlungen im Kloster Sankt Katharinen und der Eid auf den Stufen der Domtreppe: die Ereignisse im Jahr 1380: Analyse der konkreten Verhandlungen und des Kompromisses zwischen Rat und Handwerkern.

4. Schluß: Zusammenfassende Bewertung der Konflikte als Versuche der institutionellen Sicherung von Rechten und des gesellschaftlichen Konsenses.

Schlüsselwörter

Knochenhauer, Lübeck, Zünfte, Ämter, Mittelalter, Rat, Bürgerkämpfe, Detmar-Chronik, Ratsbevormundung, Handwerkskorporation, Konfliktforschung, Stadtgeschichte, 14. Jahrhundert, soziale Schichtung, politisches Mitspracherecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Hintergründe, den Verlauf und die politischen Folgen des Knochenhaueraufstands im Jahr 1380 in Lübeck im Kontext der spätmittelalterlichen Stadtgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Handwerksämter, dem Machtkonflikt zwischen dem Rat und der Bürgerschaft, der Rolle der Knochenhauer als Führungsgruppe der Aufständischen sowie der quellenkritischen Aufarbeitung der zeitgenössischen Chroniken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Aufbegehren der Knochenhauer als Teil einer breiteren Bewegung um Mitspracherechte zu verstehen und die Mechanismen des institutionellen Konsens- und Konfliktmanagements im spätmittelalterlichen Lübeck aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine historiographische Analyse und quellenkritische Gegenüberstellung zeitgenössischer Dokumente (Detmar-Chronik, Rufus-Chronik) sowie die Auswertung relevanter Sekundärliteratur zur Sozialgeschichte der Hansestädte.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Strukturen der Zünfte und Ämter analysiert, anschließend die Einbettung der Lübecker Ereignisse in den überregionalen Kontext von Bürgerkämpfen und schließlich die spezifischen Verhandlungen des Jahres 1380 und deren vertragliche Einigung im Detail untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird wesentlich bestimmt durch Begriffe wie Knochenhauer, Lübeck, Zünfte, Bürgerkämpfe, Machtverhältnisse zwischen Rat und Handwerk sowie die quellenkritische Auseinandersetzung mit der mittelalterlichen Chronistik.

Warum spielt die Detmar-Chronik eine zentrale Rolle bei der Analyse?

Sie ist eine der wichtigsten, wenn auch parteiischen Quellen für die Lübecker Geschichte des 14. Jahrhunderts, da sie direkt von einem Ratschronisten verfasst wurde, der die Ereignisse aus der Perspektive der Ratsherren schildert.

Was bedeutete der "Eid auf den Stufen der Domtreppe" für die Beteiligten?

Dieser Eid symbolisierte den offiziellen Gewaltverzicht und die Wiederherstellung der Ordnung nach dem Aufstand, verpflichtete aber beide Seiten – den Rat wie auch die Ämter – auf ein neues, wenngleich fragiles gegenseitiges Treueverhältnis.

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Details

Title
Städtischer Konflikt im Mittelalter - Der Knochenhaueraufstand 1380 in Lübeck
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Historisches Seminar der CAU)
Course
Hamburg, Lübeck, Hildesheim im Mittelalter
Grade
1,3
Author
Daniela Martens (Author)
Publication Year
2003
Pages
28
Catalog Number
V24244
ISBN (eBook)
9783638271592
ISBN (Book)
9783638684187
Language
German
Tags
Städtischer Konflikt Mittelalter Knochenhaueraufstand Lübeck Hamburg Lübeck Hildesheim Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Martens (Author), 2003, Städtischer Konflikt im Mittelalter - Der Knochenhaueraufstand 1380 in Lübeck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24244
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