Beobachtung an der Wirtschaftsschule - Unruhe im Unterricht in Abhängigkeit der Unterrichtsformenwahl


Hausarbeit, 2002
14 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorstellung des Themas

2.. Begriffsklarung

3.. Forschungsmethodik
3.1. Grundlagen der Forschungsmethode „Beobachtung"
3.2. Konzeption des Beobachtungsschemas

4... Auswertung der Beobachtung
4.1. Arten des Stbrverhaltens
4.2. Unterrichtsformen
4.2.1. Anwendung der Unterrichtsformen
4.2.2. Intensitat des Unruhegrads nach Unterrichtsformen
4.2.3. Themenbezogene Unruhe nach Unterrichtsformen
4.3. Intensitatsverteilung der Unruhe im Zeitablauf der Unterrichtsstunde
4.4. Weitere Einflussfaktoren auf den Unruhegrad
4.5. Zusammenfassung

5.Bewertung und Kritik

6 Literaturverzeichnis

1. Vorstellung des Themas

In einem Zeitungsartikel der Frankfurter Rundschau vom 9.7.1986 war zu lesen: „Eine bestrickende Bilanz haben Abiturientinnen an einem Schweinfurter Gymnasium vorge- legt. Wahrend ihrer letzten beiden Schuljahre strickten und hakelten sie wahrend der Unterrichts- und Wartezeiten 93 Pullis, 17 Pullunder, elf Paar Handschuhe, zehn Jacken, vier Paar Socken und drei Schals."[1]

Ob Stricken, Briefchen schreiben, Zeitung lesen, Namen in die Tischplatte schnitzen oder einfach nur mit dem Nachbarn schwatzen: Fur diese und andere Nebentatigkeiten brin- gen Schuler grOfites Interesse auf.[2] Aufienstehende denken oft, dass dies unrealistische Ubertreibungen oder gar Horrorszenarien seien. Doch wie sieht es in der Realitat aus?

Der Schwerpunkt dieser Erkundung liegt nicht etwa in den Ursachen oder den Auspra- gungen dieser UnterrichtsstOrungen. Dies ist zweifellos ein sehr interessantes Thema, wurde aber den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Vielmehr soll untersucht werden, in- wieweit ein Zusammenhang zwischen der Intensitat der im Unterricht entstehenden Un- ruhe insbesondere mit den vom Lehrer angewandten Unterrichtsformen und weiteren Aspekten besteht. Dies sollte wahrend einer 2-wOchigen Beobachtung einer 9. und einer 10. Klasse einer Wirtschaftsschule herausgefunden werden.

2. Begriffsklarung

Bevor auf die Ergebnisse der Beobachtung eingegangen wird, mussen einige Begriffe ge- klart werden, die von verschiedenen Personen durchaus unterschiedlich aufgefasst wer- den konnten.

Unter Unruhe werden nicht nur Gerausche, die durch Gesprache entstehen, sondern auch jede Art von Bewegung und Gestik, die als storend empfunden wird zusammenge- fasst. So fallen z.B. auch das Zuspatkommen eines Schulers oder die Beschaftigung mit dem Handy unter diese Definition. In dieser Hinsicht konnte man Unruhe allgemeiner auch als StOrverhalten seitens der Schuler bezeichnen. „Was als StOrung zu betrachten ist und was nicht, steht [...] nicht ein fur alle mal fest. Es wird im Sozialisationsprozess er- lernt, es muss zum Teil aber auch jeweils neu zwischen Lehrer und Schulern ausgehan- delt werden."[3] Naturlich ist eine solche Bewertung immer stark vom Beobachter und semen „institutionell verankerten gesellschaftlich anerkannten Verhaltenserwartungen"[4] abhangig. Auch ist darauf zu achten, dass es bei einer produktiven Partner- oder Grup- penarbeit durchaus einmal laut sein kann. Man muss also themenbezogene Unruhe von stdrender Unruhe abgrenzen.

Der nachste zu klarende Begriff ist die „Unterrichtsform", oft auch „Handlungsmuster" oder „Unterrichtsmethode" genannt.[5] Weder der Begriff noch die Definition des Begriffs ist einheitlich festgelegt, jedoch hat sich der Begriff der Unterrichtsform weitgehend durchgesetzt. Rabenstein definiert die Unterrichtsform als „Rollenverteilung zwischen Lehrern und Schulern in der Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsgegenstand".[6] Weitergehend werden Unterrichtsformen oft noch in Aktions- und Sozialformen unter- gliedert. So unterscheidet Gldckel darbietende, zusammenwirkende und aufgebende Unterrichtsformen und fasst sie als Aktionsformen zusammen. Als Sozialformen nennt er die Grofiklasse, Klasse, Abteilung, Gruppe und den Einzelnen.[7]

Da die beobachteten Unterrichtsformen nicht so vielfaltig waren, dass eine weitere Un- tergliederung zu tieferen Einsichten fuhren wurde, habe ich mich auf folgende Eintei- lung der Unterrichtsformen bzw. Handlungsmuster festgelegt:

Darst. 1: Unterrichtsformen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Forschungsmethodik

3.1. Grundlagen der Forschungsmethode „Beobachtung"

Die Basis dieser Erkundung stellen Beobachtungen dar. Dies ist insofern problematisch, da unterschiedliche Beobachter oft zu verschiedenen Ergebnissen kommen.[8] Gerade der hier zu untersuchende Aspekt der Unruhe im Unterricht ist schwer operationalisierbar. Im Rahmen der beobachteten Unterrichtsstunden sollten die Schuler nach folgendem Schema beobachtet werden:
1. nicht-teilnehmend, d.h. die Person des Beobachters nimmt selbst nicht aktiv an der Situationsgestaltung teil;
2. offen, d.h. die Handelnden wissen, dass sie beobachtet werden;
3. systematisch, d.h. die Beobachtung erfolgt mit einem standardisierten Schema.[9]

Aufgrund der mangelnden Erfahrung mit Beobachtungen wurden die zu untersuchen- den Kriterien auf folgende einfache Punkte beschrankt.

3.2. Konzeption des Beobachtungsschemas

Ein standardisiertes Formblatt mit mehreren Spalten sollte dazu dienen, auf im Unterricht auftretende Unruhe mOglichst schnell und adaquat reagieren zu kOnnen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darst. 2: Formblatt zur Beobachtung

[...]


[1] Frankfurter Rundschau vom 9.7.1986

[2] Meyer, Hilbert, Unterrichtsmethoden, II: Praxisband, 1994, S. 68

[3] Meyer: Unterrichtsmethoden, II: Praxisband, 1994, S. 227

[4] Meyer: Unterrichtsmethoden, II: Praxisband, 1994, S. 227

[5] Meyer: Unterrichtsmethoden, I: Theorieband, 1994, S. 126

[6] Glockel: Vom Unterricht, 1992, S. 57

[7] Glockel: Vom Unterricht, 1992, S. 58f

[8] Topsch: Grundwissen: Schulpraktikum und Unterricht, 2002, S. 32

[9] Kromrey: Empirische Sozialforschung, 2000, S.326f

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Beobachtung an der Wirtschaftsschule - Unruhe im Unterricht in Abhängigkeit der Unterrichtsformenwahl
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Wirtschafts-und Sozialpädagogik)
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V24268
ISBN (eBook)
9783638271813
Dateigröße
597 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Kategorie ist nicht eindeutig zu klassifizieren. Die Arbeit wurde im Rahmen eines Seminars "Schulpraktische Studien" als Erkundungsauftrag angefertigt. Falls sie hierzu noch Fragen haben, können Sie mich jederzeit gerne kontaktieren.
Schlagworte
Beobachtung, Wirtschaftsschule, Unruhe, Unterricht, Abhängigkeit, Unterrichtsformenwahl
Arbeit zitieren
Monika Urlberger (Autor), 2002, Beobachtung an der Wirtschaftsschule - Unruhe im Unterricht in Abhängigkeit der Unterrichtsformenwahl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24268

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