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Feindbild Islam

Title: Feindbild Islam

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patrick Nitsch (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Die westliche Wahrnehmung islamisch geprägter Gesellschaften ist vereinfacht und schematisiert, so dass im Orientbild des Westens viele Verkürzungen und Pauschalisierungen ausfindig gemacht werden können. Neben zahlreichen weiteren Attributen finden sich vor allem Aggressivität, Fanatismus, Fortschrittsfeindlichkeit und die Unterdrückung der Frauen im Repertoire des Feindbilds 2 über den Islam, das nicht zuletzt von den Medien mitproduziert wird. Aber nicht nur in den Medien werden häufig Islam und Fundamentalismus gleichgesetzt oder die undifferenzierte Annahme der Einheit der „islamischen Welt“, die Wahrnehmung des Islams 3 als monolithischen Block angetroffen.

Vor allem innerhalb der Bevölkerung kursieren diffuse Ängste über „innere“ und „äußere Feinde“, was dazu führt, dass falsche Ansichten vermittelt und Vorurteile produziert werden. Das kritiklose Übernehmen solcher vorschneller Meinungen und Vorurteile führt zum „Feindbild Islam“ und verhindert ein detaillierteres Bild, das den dortigen politischen, kulturellen und sozialen Unterschiede und Veränderungen gerecht werden würde.

Die Kritik, die hier an der Feindbildproduktion geübt wird, bedeutet keineswegs, dass die genannten Attribute im Orient 4 (wie auch bei uns) nicht existent wären oder dass keine Gefahr von Menschenrechtsverletzungen,

Massenvernichtungswaffen oder terroristischen Attentaten ausgingen. Wenn auf diese Phänomene nicht näher eingegangen wird, so besteht darin keine Verharmlosung oder gar Desinteresse, sondern dann ist dies nur der Tatsache geschuldet, dass es in der hier vorliegenden Arbeit um das „Feindbild Islam“ 5 gehen soll, wobei auch der Islam nur in Verbindung mit dem Feindbild untersucht werden wird und der Leser keine geschichtliche Abhandlung irgendwelcher Art zu erwarten hat.

Am Anfang dieser Arbeit stehen zwei entscheidende Fragen, die beantwortet werden müssen, will man die Angst im Zusammenhang mit dem Islam und den Zweck, den das „Feindbild Islam“ in der Bevölkerung erfüllt, verstehen. Bevor durch eine sozialpsychologische Betrachtungsweise der Funktionsweise und des Zwecks eines Feindbilds die zweite Frage beantwortet wird, soll in einem Exkurs das „Feindbild Islam“ in den Medien betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. HAUPTTEIL

A. DAS „FEINDBILD ISLAM“ IN DER BEVÖLKERUNG

1. Unsere Angst im Zusammenhang mit dem Islam

2. Zweck und Funktion des „Feindbilds Islam“ in der Bevölkerung: Eine sozialpsychologische Betrachtungsweise

B. SPIEGELBILDLICHKEIT

C. INSTRUMENTALISIERUNG DES FEINDBILDS

D. FUNDAMENTALISMUS UND ISLAMISMUS

III. SCHLUSS

IV. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung und thematischer Fokus

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Funktion des „Feindbilds Islam“ in der westlichen Bevölkerung und hinterfragt, inwiefern dieses Konstrukt zur Identitätsstiftung dient und instrumentalisiert wird. Ziel ist es, die sozio-psychologischen Mechanismen hinter der Feindbildproduktion offenzulegen und aufzuzeigen, wie Vorurteile den interkulturellen Dialog behindern.

  • Sozialpsychologische Analyse der Entstehung von Feindbildern und Stereotypen
  • Untersuchung der Rolle der Medien bei der Konstruktion und Aufrechterhaltung des Feindbilds Islam
  • Hinterfragung der gegenseitigen „Spiegelbildlichkeit“ zwischen Orient und Okzident
  • Analyse der politischen Instrumentalisierung von Feindbildern zur Legitimation von Interessen
  • Differenzierung zwischen Religion, Fundamentalismus und Islamismus

Auszug aus dem Buch

2. Zweck und Funktion des „Feindbilds Islam“ in der Bevölkerung: Eine sozialpsychologische Betrachtungsweise

Feindbilder stellen den Gegenüber als negativ dar und verleihen der eigenen Seite übertrieben positive Aspekte. Aber Feindbilder bilden nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit ab, weswegen ein Feindbild generell nur wenig mit der Realität gemein hat, die komplizierter ist, als ein vorgefertigtes Denkschema, das man sich aneignet, um keine neuen Erklärungsmuster finden zu müssen. Es ist von absoluter Notwendigkeit, sich Klarheit über die Voraussetzungen zu verschaffen, die bei der Entwicklung von Feindbildern eine entscheidende Rolle spielen, um so die Möglichkeit zu haben, sich den vorgefertigten Denkschemata zu erwehren.

Feindbilder beruhen aber nicht nur auf Fehlwahrnehmungen, sondern erfüllen auch bestimmte Funktionen im Denken eines Individuums und damit in der Gesellschaft insgesamt. Bei Peter Gütler finden sich vier Funktionen von Stereotypisierungen: Erstens bietet es einen Schutz vor Angst oder Selbstkritik, womit eine Stabilisierung des Selbstwertgefühls einhergeht. Desweiteren dient es der Aggressionsabfuhr („Sündenbocktheorie“) und erleichtert drittens eine Abgrenzung/Aufwertung der Eigengruppe gegenüber einer Fremdgruppe. Viertens bietet es einen weiteren Schutz; diesmal vor kognitivem Chaos, das bedeutet, dass die Informationsaufnahme bzw. Informationsverarbeitung erleichtert wird.

Nicht nur die Angst oder Selbstkritik stabilisiert das Selbstwertgefühl, sondern auch Gütlers drittem Punkt, die Abgrenzung/Aufwertung der Eigengruppe gegenüber einer Fremdgruppe, muss diese Eigenschaft zugeschrieben werden. Gütler selbst geht auf diesen Punkt indirekt ein, indem er mit Hilfe von Theodor Adorno die Abgrenzung/Aufwertung zum Begriff des „Ethnozentrismus“ ausdifferenziert.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die schematisierte westliche Wahrnehmung islamisch geprägter Gesellschaften und führt in die Thematik der Feindbildproduktion ein.

II. HAUPTTEIL: Der Hauptteil analysiert die Ursachen und Funktionen des Feindbilds Islam, inklusive der Rolle der Medien, des Spiegelbild-Phänomens sowie der politischen Instrumentalisierung.

III. SCHLUSS: Das Fazit stellt die Notwendigkeit eines objektiven Dialogs heraus und betont, dass eine realistische Einschätzung statt Vorurteilen den Weg zur Überwindung von Ängsten ebnet.

IV. LITERATURVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturhinweise der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Feindbild Islam, Sozialpsychologie, Stereotypisierung, Identitätsstiftung, Ethnozentrismus, Fundamentalismus, Islamismus, Medienkritik, Spiegelbildlichkeit, interkultureller Dialog, Vorurteile, Fremdwahrnehmung, Sündenbocktheorie, Existenzangst, politische Instrumentalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sogenannten „Feindbild Islam“, analysiert dessen sozio-psychologische Wurzeln und hinterfragt, warum dieses Konstrukt in westlichen Gesellschaften so hartnäckig Bestand hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Funktion von Feindbildern, der Rolle der Medien bei der Konstruktion fremder Kulturen und der politischen Vereinnahmung religiöser Begriffe zur Legitimierung von Machtinteressen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Entstehungsprozess des Feindbilds Islam zu verstehen, um dadurch die Mechanismen zu identifizieren, die einem offenen, interkulturellen Dialog und einer differenzierten Fremdwahrnehmung im Wege stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer sozialpsychologischen Betrachtungsweise, die durch eine Analyse aktueller gesellschaftlicher Diskurse und die Auswertung medienwissenschaftlicher und politikwissenschaftlicher Fachliteratur ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ängsten in der Bevölkerung, die Spiegelbildlichkeit zwischen Orient und Okzident, die Instrumentalisierung durch Demagogen und Politik sowie eine terminologische Klärung der Begriffe Fundamentalismus und Islamismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Feindbild, Sozialpsychologie, Ethnozentrismus, Identitätsstiftung, Islamismus, Fundamentalismus und interkultureller Dialog.

Warum führt laut Autor die „Sündenbocktheorie“ zur Stabilität von Feindbildern?

Die Sündenbocktheorie ermöglicht es, eigene gesellschaftliche Missstände auf ein Feindbild zu projizieren, was den Betroffenen hilft, ihr Selbstwertgefühl zu stabilisieren und die Notwendigkeit der Selbstkritik zu umgehen.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Medien bei der Feindbildproduktion?

Der Autor kritisiert, dass Medien oft Klischees reproduzieren und Begriffe wie „islamischer Terror“ verwenden, die zur Emotionalisierung beitragen und ein detailliertes Verständnis der realen kulturellen und politischen Vielfalt behindern.

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Details

Title
Feindbild Islam
College
Humboldt-University of Berlin  (ISW Berlin)
Course
Vorurteile - Feindbilder
Grade
1,3
Author
Patrick Nitsch (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V24269
ISBN (eBook)
9783638271820
Language
German
Tags
Feindbild Islam Vorurteile Feindbilder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Nitsch (Author), 2004, Feindbild Islam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24269
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