Perestroika und Glasnost sind Begriffe die fast jedem bekannt sind. Jeder verbindet sie direkt mit der ehemaligen Sowjetunion, mit Reformen aber auch vor allem mit Michail Gorbatschow. Dieser Sowjetpolitiker hat es geschafft Entspannung im politischen Mächteziehen zwischen den Ost- und Westmächten herzustellen. Darüber hinaus entwarf er eine Wirtschaftsreform die die Sowjetunion komplett verändern sollte. Jedoch ist diese Reform fast vollständig gescheitert und hat die wirtschaftliche Lage der Sowjetunion nicht verbessert sondern eher verschlechtert.
In der folgenden Ausarbeitung wird die Reform als solches dargestellt, in Etappen untergliedert und das Phänomen Gorbatschow erörtert.
Ein zentralen Schwerpunkt widmet diese Arbeit der Frage des Scheiterns.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE WIRTSCHAFTLICHE SITUATION SEIT 1980 – AUF DEM WEG ZUR REFORM
2.1 ALLGEMEINE SCHWIERIGKEITEN DER ZENTRALEN PLANWIRTSCHAFT
2.2 PROBLEME DER 70ER UND 80ER
3 DER REFORMER: MICHAIL GORBATSCHOW
4 DIE REFORM
4.1 GLASNOST
4.2 PERESTROIKA
4.3 USKORENIE : „POLITIK DER BESCHLEUNIGUNG“ (1985 - 1987)
4.4 „POLITIK DER UMGESTALTUNG“ (1987- 1989).
4.5 DIE REFORM IN DER KRISE (1989-1991)
5 DAS SCHEITERN DER PERESTROJKAREFORM
5.1 DIE WIRTSCHAFTLICHE SITUATION
5.2 WIDERSTAND DER PRIVILEGIERTEN SCHICHT
5.3 GLASNOST - ALS SCHEITERGRUND FÜR DIE REFORM
5.4 STREIKS ALS ARTIKULATION DES ZORNES
5.5 GRÜNDE FÜR DAS SCHEITERN VON PERESTROJKA UND MAKROÖKONOMISCHE ENTWICKLUNGEN
6 DER GETEILTE GORBATSCHOW
6.1 GORBATSCHOW I
6.2 GORBATSCHOW II
7 DAS „SCHATALIN- 500 TAGE PROGRAMM
8 ERGEBNIS
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion während der Perestroika-Ära unter Michail Gorbatschow. Das Hauptziel besteht darin, die Reformschritte zu analysieren und insbesondere die Ursachen für das weitgehende Scheitern dieser tiefgreifenden Umgestaltung zu erörtern, die letztlich in der wirtschaftlichen Verschlechterung und dem Zerfall der Sowjetunion mündete.
- Die strukturellen Defizite der zentralen Planwirtschaft
- Die Reformstrategien Glasnost und Perestroika
- Die Auswirkungen politischer Reformen auf die ökonomische Stabilität
- Widerstände innerhalb des Machtapparates und der Gesellschaft
- Die Rolle des Schatalin-Programms bei der versuchten Marktwirtschaftstransformation
Auszug aus dem Buch
4.1 Glasnost
Glasnost dürfte das wohl bekannteste Schlagwort sein, welches in erster Linie "Transparenz" bedeutet. Gerhard Wettig übersetzt es sinngemäß mit "Offenheit und Publizität". Gorbatschows strebte insgesamt mehr Öffentlichkeit an. Dabei verfolgte er die Absicht, diejenigen Funktionäre in Partei, Staat und Wirtschaft, die ihren Aufgaben nicht gerecht werden, unter einen publizistischen Druck zu setzen. Eine aus westlicher Sicht wünschenswerte Parallelerscheinung zu Glasnost waren erhebliche Lockerungen im geistigen und kulturellen Leben. Wettig stellt zudem fest, das Transparenz auf zwei Weisen gehandhabt wurde. Zum einen schränkte die Regierung das Ausmaß der Zensur betrieben ein und versuchte so die eigene Politik durch werbedienliche Maßnahmen dem Publikum des In- und Auslandes besser zu vermitteln. Diese Leitvorstellung richtete sich in erster Linie an den Parteiapparat, entfaltete sich aber auch besonders stark in der Bevölkerung und schuf somit eine Grundstimmung, in der sich ebenfalls kritische Stimmen äußern konnten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Perestroika und Formulierung der zentralen Forschungsfrage nach dem Scheitern der Reformen.
2 DIE WIRTSCHAFTLICHE SITUATION SEIT 1980 – AUF DEM WEG ZUR REFORM: Analyse der Schwächen der zentralen Planwirtschaft und der wirtschaftlichen Stagnation der 70er und 80er Jahre.
3 DER REFORMER: MICHAIL GORBATSCHOW: Darstellung von Gorbatschows Aufstieg und seiner Absicht, das System durch Reformen zu korrigieren.
4 DIE REFORM: Untersuchung der Säulen Glasnost und Perestroika sowie der verschiedenen Etappen der Reformpolitik bis hin zur Krise.
5 DAS SCHEITERN DER PERESTROJKAREFORM: Analyse der Gründe für das Scheitern, darunter wirtschaftliche Instabilität, Widerstände in der Führung und gesellschaftlicher Unmut.
6 DER GETEILTE GORBATSCHOW: Gegenüberstellung der unterschiedlichen Wahrnehmungen Gorbatschows im Westen und in seinem Heimatland.
7 DAS „SCHATALIN- 500 TAGE PROGRAMM: Erörterung der versuchten Radikalreform und der Pläne zum Übergang in die Marktwirtschaft.
8 ERGEBNIS: Resümee über das Scheitern der ökonomischen Umgestaltung im Rahmen des sozialistischen Systems.
Schlüsselwörter
Perestroika, Glasnost, Sowjetunion, Michail Gorbatschow, Planwirtschaft, Wirtschaftsreform, Systemtransformation, Schatalin-Programm, Marktwirtschaft, ökonomische Krise, Stagnation, Privatisierung, politisches Monopol, Reformpolitik, Zerfall der UdSSR.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirtschaftsgeschichte der Sowjetunion während der Ära Gorbatschow und analysiert die Implementierung und das Scheitern der Perestroika-Reformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die ökonomischen Defizite des Planwirtschaftssystems, die politischen Reformbemühungen durch Glasnost und Perestroika sowie die sozialen und makroökonomischen Folgen dieser Politik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Gründe für das Scheitern der wirtschaftlichen Umgestaltung der Sowjetunion zu identifizieren und den Prozess des Systemzerfalls zu dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse und die Auswertung zeitgenössischer wirtschaftswissenschaftlicher Literatur sowie politischer Dokumente zur Sowjetunion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangslage, die Reformphasen Gorbatschows, die Faktoren des Scheiterns, die ambivalente öffentliche Wahrnehmung des Reformers und die spezifischen Ansätze zur Marktwirtschaftstransformation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Perestroika, Planwirtschaft, Glasnost, Systemtransformation und Wirtschaftsreform charakterisiert.
Welche Rolle spielte der Bergarbeiterstreik bei der Analyse des Scheiterns?
Die Streiks werden als direkte Artikulation des Zorns und des Vertrauensverlustes der Bevölkerung gegenüber der unfähigen Politführung gewertet, die den systemischen Verfall verdeutlichen.
Was unterscheidet das Schatalin-Programm von vorangegangenen Reformversuchen?
Das Schatalin-Programm zielte im Gegensatz zu früheren halbherzigen Versuchen auf eine radikale Transformation der Plan- in eine Marktwirtschaft innerhalb von nur 500 Tagen ab.
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- Luca Bonsignore (Author), 2002, Die Wirtschaft der Perestroika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24273