Die Öffentlichkeit schreibt die größte Schuld für die drängendsten Umwelt- und Armutsprobleme unserer Zeit den
Wirtschaftsunternehmen zu. Mehr und mehr Unternehmen erkennen daher ihre Pflicht und auch ihre Chance, die
im Umwelt- und Sozialengagement liegt, denn das Wirtschaftssystem besitzt auch die größten Gestaltungsm
öglichkeiten, da der Nationalstaat aufgrund von Globalisierung und Liberalisierung zunehmend geschwächt
wird. Je mehr Unternehmen erkennen, wie ihnen aus nachhaltigem Wirtschaften auch ökonomische Vorteile
erwachsen, desto intensiver integrieren sie in ihre Unternehmensphilosophie das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung,
welche sich definiert als
.eine Entwicklung, die die Bedürfnisse gegenwärtiger Generationen befriedigt, ohne die Handlungsm
öglichkeiten zukünftiger Generationen einzuschränken.. (WCED 1990)
Dass Unternehmen nicht mehr länger auf Kosten kommender Generationen wirtschaften, wollen sie vor einer
wachsenden kritischen Öffentlichkeit beweisen. .Wirtschafte nachhaltig und sprich darüber. - so könnte eine
Empfehlung für solche Unternehmen lauten, analog zum bewährten Leitsatz der PR-Theorie .Tue Gutes und
sprich darüber.. Genauso wie schon seit Jahrzehnten die wirtschaftliche Stärke in Geschäftsberichten dargestellt
wird und seit den 80ern Jahren auch über Erfolge und Aktivitäten im Umweltschutz und im sozialen Bereich berichtet
wird, entwickelt sich gegenwärtig eine neue Generationen von Geschäftsberichten: die Nachhaltigkeitsberichte.
Noch ist dieses Feld der Unternehmenskommunikation jung, dafür aber umso flexibler, resonanzfähiger
und zukunftsfähiger.
Ziel dieser Arbeit ist es, nach einer Erörterung der Bedeutung von Nachhaltigkeit für das Wirtschaftssystem den
aktuellen Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung darzulegen und am Beispiel des Berichts der Gundlach
Firmengruppe .Gundlach nachhaltig . Eine bau- und immobilienwirtschaftliche Firmengruppe auf dem Weg zu
nachhaltigem Handeln. zu illustrieren. Dieser Nachhaltigkeitsbericht hat neben den wenigen anderen existierenden
Pionier- und Vorbildcharakter für zukünftige Generationen von Berichterstattern, die mit ihrer Arbeit
nicht nur die Professionalisierung der Berichte, sondern vor allem die tatsächliche Entwicklung von Unternehmen
in Richtung Nachhaltigkeit fördern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Nachhaltigkeit in Unternehmen
2.1 Der Begriff Nachhaltigkeit
2.2 Die Bedeutung von Nachhaltigkeit für Wirtschaftsunternehmen
2.3 Gründe für nachhaltiges Wirtschaften
3 Die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen
3.1 Von der Umwelt- zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
3.2 Standards und Kriterien einer wirksamen Nachhaltigkeitsberichterstattung
3.2.1 Prinzipien für Auswahl, Qualität und Gestaltung des Inhalts
3.2.2 Die Zielgruppe und ihre Relevanz für den Nachhaltigkeitsbericht
3.2.3 Bausteine eines Nachhaltigkeitsberichtes
4 Beurteilung des Nachhaltigkeitsberichts von Gundlach
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung in Unternehmen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Unternehmen ihre ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung in der Unternehmenskommunikation integrieren und welche Standards für eine wirksame Berichterstattung existieren.
- Bedeutung von Nachhaltigkeit im ökonomischen System
- Push- und Pull-Faktoren für nachhaltiges Wirtschaften
- Kriterien für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation
- Analyse und Beurteilung eines praktischen Nachhaltigkeitsberichts
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Die Zielgruppe und ihre Relevanz für den Nachhaltigkeitsbericht
Nachhaltigkeitsberichte richten sich an eine differenziertere und unerfahrenere Leserschaft als herkömmliche (finanzielle) Geschäftsberichte. (GRI 2002:25) Zur Vorbereitung eines Nachhaltigkeitsberichtes gehört daher die genaue Identifikation und Gewichtung der Zielgruppen. Sie setzen sich aus unterschiedlichen Stakeholdern zusammen, also Inhabern ideeller und materieller Ansprüche, auch Anspruchs- oder Bezugsgruppen genannt. Im Gegensatz zu den Shareholdern stehen Stakeholder in keinem vertraglichen Austauschverhältnis zum Unternehmen.
Zu den relevanten Stakeholdern eines Unternehmens samt einigen ihrer Informationsinteressen gehören u.a. (IÖW 2001:13):
ï Mitarbeiter – Arbeitsplatzsicherheit, Karrieremöglichkeiten, Image
ï Nachbarn und Anwohner – Emissionen, Verkehrsaufkommen, Arbeitsplätze
ï Umwelt- und Verbraucherverbände, NGOs – Nahrungsmittelsicherheit, Gleichberechtigung, Menschenrechte
ï Behörden – Einhaltung von Gesetzen, Steuerehrlichkeit
ï Kunden und Konsumenten – Angebot, Umweltverträglichkeit, Qualität
ï Medien/Öffentlichkeit – alle Themen
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unternehmensverantwortung ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung am Beispiel der Gundlach Firmengruppe zu illustrieren.
2 Nachhaltigkeit in Unternehmen: Hier werden der Begriff der Nachhaltigkeit definiert und die Bedeutung für Unternehmen sowie die Treiber für nachhaltiges Wirtschaften erörtert.
3 Die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen: Das Kapitel beleuchtet den Wandel von der reinen Umwelt- hin zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und stellt Standards sowie Kriterien für eine effektive Kommunikation vor.
4 Beurteilung des Nachhaltigkeitsberichts von Gundlach: In diesem Teil erfolgt eine praxisorientierte Analyse des Nachhaltigkeitsberichts der Gundlach Firmengruppe auf Basis der zuvor erarbeiteten Kriterien.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass nachhaltiges Handeln langfristige Vorteile bietet, jedoch eine authentische und stakeholderorientierte Kommunikation erfordert.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsbericht, Unternehmenskommunikation, Stakeholder, Umweltmanagement, Global Reporting Initiative, ökologische Dimension, soziale Verantwortung, ökonomische Vorteile, Unternehmensführung, Glaubwürdigkeit, Transparenz, Nachhaltigkeitsstrategie, Umweltkommunikation, Gundlach Firmengruppe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und der Bedeutung von Nachhaltigkeitsberichten als Instrument der modernen Unternehmenskommunikation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Nachhaltigkeit in Unternehmen, den Gründen für nachhaltiges Wirtschaften (Push- und Pull-Faktoren) sowie den Qualitätsstandards für Berichte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den aktuellen Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung darzulegen und die Qualität sowie die Umsetzung dieser Berichte anhand eines konkreten Praxisbeispiels zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Einordnung auf Basis existierender Leitfäden (wie GRI und IÖW) sowie eine angewandte Beurteilung eines spezifischen Unternehmensberichts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Rahmenbedingungen, die Anforderungen an Inhalte und Gestaltung von Berichten sowie die Zielgruppenanalyse und Stakeholder-Einbindung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachhaltigkeit, Stakeholder-Partizipation, Transparenz, GRI-Standards und Glaubwürdigkeit.
Warum wurde gerade die Gundlach Firmengruppe als Beispiel gewählt?
Die Gundlach Firmengruppe diente als Pionierbeispiel für mittelständische Unternehmen, um die praktische Anwendung und die Herausforderungen bei der Erstellung eines solchen Berichts zu veranschaulichen.
Wie bewertet die Autorin die Glaubwürdigkeit des Gundlach-Berichts?
Die Autorin hebt die Einbeziehung wissenschaftlicher Institute und den transparenten Umgang mit Schwächen positiv hervor, merkt jedoch das Fehlen einer unabhängigen Begutachtung durch Dritte als kritischen Punkt an.
- Citation du texte
- Maria Schnurr (Auteur), 2003, Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24280