Der Protagonist in Daniel Defoe’s 'A Journal of the Plague Year' und Providence


Hausarbeit, 2004

13 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

I Einleitung

II Providence und Heilsfrage im Puritanismus
a) Was ist Vorsehung?
b) Wie wirkt sich diese Vorstellung der Vorsehung auf die Heilsfrage aus?

III Providenz in a Journal of the Plague Year, gehört H.F. zu den Auserwählten?
a) Seite 10 - 15
b) Seite 60 - 68
c) Seite 100/101
d) Seite 103 - 106
e) Seite 186/187

IV Schlussbetrachtung

V Literaturverzeichnis

I Einleitung

In dieser Arbeit werde ich darlegen, dass H.F., der Protagonist in Daniel Defoe’s “A Journal of the Plague Year”, zu den Auserwählten im Sinne der puritanischen Providenz- Konzeption gehört. Dazu werde ich zunächst einen Überblick über die puritanische Providenz- Konzeption geben und ausführen was dies für den Heilsstatus bedeutet. Dabei wird eine wichtiger Punkt sein, festzustellen, welche Zeichen auf Auserwähltheit schließen lassen und wie diese zu erkennen sind. Als Vorlage dieser Definitionen dient das Kapitel “Die Providenz-Vorstellung im englischen Protestantismus des 17. Jahrhunderts aus dem Buch “Providenz und Adaption in Defoes Robinson Crusoe” von Wolfgang Mackiewicz. Anhand der von Mackiewicz entnommenen Definitionen werde ich dann “A Jounal of the Plague Year” auf Zeichen für H.F.s Auserwähltheit hin untersuchen. Ich werde dabei prüfen, ob die von Mackiewicz genannten Kriterien für Auserwähltheit bei H.F. zu finden sind, so dass eine Bewertung seines Heilsstatus möglich wird.

II Providence und Heilsfrage im Puritanismus

nach Mackiewicz1

a) Was ist Vorsehung?

Vorsehung ist das Verhältnis Gottes zum Ganzen der von ihm geschaffenen Welt. Der Schwerpunkt der protestantisch-puritanischen Vorsehungskonzeption liegt darin, im praktischen Glauben die Fürsorge und Lenkung Gottes zu erleben. Mackiewicz führt drei innergöttliche Momente an: “...der Akt des vorauswissenden göttlichen Verstandes (“Fore-Knowledge”), der Akt des göttlichen Willens (“Will”) sowie die Ausführung des Vorhererkannten und Gewollten (“doth uphold,direct, dispose and governaccording to.”).”2 Alle von Gott geschaffenen Wesen sind von der göttlichen Vorsehung abhängig. Ihre Erhaltung geschieht durch Gott, ohne ihn würden sie in das Nichts zurück fallen. Alle Dinge und Handlungen unterliegen der providentiellen Lenkung. Die Puritaner lehnen die Vorstellung ab, welche den Einfluss Gottes auf eine allgemeine Bewegung der Welt beschränkt. Nach ihren Vorstellungen sind nicht nur Vorkommnisse außerhalb der Naturgesetze Gottes Werk, sondern auch natürliche Ursachen beruhen auf Gottes unmittelbarer Lenkung. Sie werden als “second causes “ bezeichnet, sind aber vom “first cause” (Gott) abhängig. Für den Puritaner stellt das Zufällige eine Manifestation göttlicher Vorsehung dar. Zufälle passieren demnach nicht zufällig, sondern entspringen der Göttlichen Weisheit. Mackiewicz zitiert dazu Oakes”...it is farre from being Chance to God, that there is as much (if not more) of the Wisdom, and Will, and Power of God appearing in matters of Chance and Contingency, as in any other Events.”3 Providence bezieht sich also nicht nur auf Außergewöhnliches. Daher wird zwischen Providentia ordinaria und extraordinaria unterschieden. Bei der Providentia ordinaria hält sich Gott an die Ordnung des Naturgeschehens, dies schließt den freien Willen mit ein. Die Providentia extraordinaria zeichnet sich durch Abweichungen vom natürlichen Verlauf aus. Hier wird noch einmal in wahre Wunder und wundersame Wirkung unterschieden. Während bei wahren Wundern die Naturgesetze

suspendiert sind, stellt die wundersame Wirkung lediglich eine Verkettung ungewöhnlicher, aber natürlicher Umstände dar. Diese Aufteilung spiegelt die Abkehr des Puritanismus vom mittelalterlichen Wunderglaube wieder. “Bezeigt sich in der mittelalterlichen Legende die Hand Gottes darin, daß im wunderbaren Ereignis die Kausalzusammenhänge der Geschehnisse suspendiert werden, so wird das Wirken der providentia für den Puritaner dort sichtbar, wo das Alltägliche selbst den Charakter des Außergewöhnlichen annimmt. “4

Zwar werden wahre Wunder nicht angezweifelt, aber es wird davon ausgegangen, dass die Zeit der Wunder vorbei sei. Für den Puritaner ist die Unterscheidung der Providentia von besonderer Bedeutung in Bezug auf den Gegenstand auf den sie sich bezieht. Zwar umsorgt die göttliche Vorsehung alles, aber nicht alles in gleicher Weise. 5

b) Wie wirkt sich diese Vorstellung der Vorsehung auf die Heilsfrage aus?

Für den Puritaner sind Zeichen der Vorsehung von besonderer Bedeutung, wenn sie sich auf ihn selbst zu beziehen scheinen. Der puritanischen Vorstellung zu folge, steht jeder Heilige/Auserwählte unter Gottes besonderer Fürsorge. Dieser Punkt ist zentral für das Verständnis der Seelentagebücher. Ein Grundsatz der kalvinistischen Heilslehre ist die Vorstellung, dass der Mensch von je her von Gott erwählt oder verdammt ist, ohne das er einen Einfluss darauf hat. Daher lässt sich Heil nicht durch Buße oder gute Taten erzwingen. Damit war in den als puritanisch bezeichneten religiösen Gruppierungen jedwede Möglichkeit unterbunden, die >> Gnade Gottes dem zuzuwenden, dem Gott sie zu versagen sich entschlossen hatte. <<“6 So bleibt dem Gläubigen nur die Suche nach Zeichen seiner Erwähltheit. Hier spielen die “special providences” eine wichtige Rolle, da sie Schlüsse auf den persönlichen Heilsstatus zulassen. Seelentagebücher dienen dazu, die “special providences” aufzuzeichnen und aus der Fülle der Zeichen Heilsgewissheit zu erlangen. Spuren der “special providences” kann der Gläubige in seinem Innenleben und seiner Umwelt finden. Zu den “special providences” gehören die materiellen und spirituellen Vorteile, welche Ort und Zeit der Geburt mit sich bringen.

Als “sanctification” bezeichnet man Barrieren der Vorsehung, welche den Gläubigen vor Sünden schützen. Birkner führt aus, dass Vorbedingung für den Gnadenstand die Konversion ist. Es muss sich aber nicht zwangsläufig um ein plötzliches Erlebnis handeln, sondern ist meist eine schrittweise Vorbereitung. “Ist dem Gläubigen seine Verworfenheit vor Gott bewußt geworden und die Sorge um seinen Gnadenstand geweckt, wird es ihm zur Auflage gemacht, sich für erwählt zu halten.”7 Dem Gläubigen stehen einige Fragestellungen zu Verfügung, welche ihm helfen seinen persönlichen Heilsstatus zu bewerten. So sollte er sich fragen, ob ihm nicht gerade dann Hilfe zu teil wurde, als die Not am größten war, oder ob er auf wunderbare Weise aus großen Gefahren errettet wurde. Dabei sollte er besonders auf unwahrscheinliche Zufälle achten, oder ob sich nicht alles zu seinen Gunsten fügte, obwohl das Gegenteil von den Geplanten eintrat, und er ins Verderben geraten wäre, hätte er seine Pläne verwirklichen können. Außerdem gilt zu prüfen, ob solche Hilfestellungen Antworten auf Gebete sind. Besonders deutlich sieht der Gläubige Zeichen der ihm zuteil gewordenen Gnade, wenn er seine Situation mit anderen, negativen Möglichkeiten vergleicht. Die besondere Güte Gottes zeigt sich darin, von einem allgemeinen Unglück verschont zu werden, welches anderen zum Verhängnis wird. Wenn man in eine Notlage gerät, sollte man sich vor Augen führen, ob man nicht auf Grund seiner Sünden schlimmeres verdient hätte. In Notlagen lässt sich nicht nur durch vergleichen mit schlimmeren Möglichkeiten etwas positives erkennen, sondern diese “afflictions” entspringen auch Gottes Güte. Sie dienen der Reinigung und bewahren vor Versuchungen. Sie treffen den Menschen in der Regel dann, wenn er der Welt verfallen ist und stehen in Zusammenhang mit der begangenen Sünde. Unglück unterstützt den Menschen im Kampf gegen die Versuchung und ist somit notwendig. Er sollte darauf mit Demut und Hingabe zu Gott reagieren. Der Puritaner vertritt eine positive Einstellung gegenüber materiellen Dingen. Er schätzt nicht so sehr die Gaben, sondern die dahinterstehende Güte Gottes. Außerdem stellen sie eine Versuchung im ewigen Kampf der Seele dar. Der Gläubige ist versucht, in der Not zu zweifeln und seinen Glauben zu verlieren. Er sollte sich Gottes Willen ergeben, und ihm vertrauen, den nur so wird ihm Hilfe zuteil. “Afflictions” sind ein Zeichen der Erwähltheit, den sie stellen den Glauben auf die Probe. Die Seelentagebücher dienen dazu, sich frühere Wohltaten vor Augen zu führen, und so den Glauben zu stärken.

[...]


1 Wolfgang Mackiewicz, Providenz und Adaption in Defoes Robinson Crusoe, (Frankfurt a.M.Lang 1981) 34-55

2 Ibid 34/35

3 Ibid 38

4 Gerd Birkner, Heilsgewissheit und Literatur, (München:Fink1972) 166

5 Mackiewicz 39

6 Birkner 19/20

7Ibid 33

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Der Protagonist in Daniel Defoe’s 'A Journal of the Plague Year' und Providence
Hochschule
Universität Hamburg  (Anglistik und Amerikanistik)
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V24403
ISBN (eBook)
9783638272889
ISBN (Buch)
9783638788915
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Protagonist, Daniel, Defoe’s, Journal, Plague, Year, Providence
Arbeit zitieren
Iris Heuse (Autor), 2004, Der Protagonist in Daniel Defoe’s 'A Journal of the Plague Year' und Providence, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24403

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