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Ausländische Direktinvestitionen in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas

Title: Ausländische Direktinvestitionen in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas

Diploma Thesis , 2004 , 79 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan Detscher (Author)

Economics - International Economic Relations
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Summary Excerpt Details

[...] Mit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ Ende 1989 kam es in den Transformationsstaaten
Mittel- und Osteuropas zu einem fundamentalen Wandel, der noch wenige
Jahre zuvor als undenkbar gegolten hatte. Dabei vollzog sich eine historisch einzigartige
Systemtransformation von sozialistischer Planwirtschaft hin zur Marktwirtschaft. Dieser
Veränderungsprozess bedeutete jedoch große Herausforderungen für diese Länder, wie
die Schaffung eines neuen wirtschaftspolitischen Ordnungsrahmens, die Liberalisierung
der Märkte sowie die Privatisierung und Restrukturierung ganzer Industriesektoren.
Diesen Reformprozess galt und gilt es zu meistern, um diese Volkswirtschaften sowohl
zu stabilisieren als auch weiterzuentwickeln.1
Nach einer Transformationskrise Anfang der 90er Jahre gelang es den ehemals abgeschotteten
Staaten Mittel- und Osteuropas sich mehr und mehr in die Weltwirtschaft zu
integrieren. Sie partizipierten vermehrt an der internationalen Arbeitsteilung und wurden
immer stärker in die weltweite Kapitalverflechtung einbezogen. Dies bedeutete ein
signifikantes Anwachsen der jährlichen Zuflüsse von ausländischen Direktinvestitionen
(ADI) in die mittel- und osteuropäischen Staaten von nahezu null zum Zeitpunkt des
Systemwechsels auf ca. 12,8 Mrd. USD2 in 2003. Verstärkt wurde dieser Prozess durch
die schrittweise Integration der mittel- und osteuropäischen Länder (MOEL)3 in die
Europäische Union, welche mit dem Unionsbeitritt von acht der zehn MOEL im Mai
diesen Jahres zu einem Teilabschluss gelangt.4 [...]
1 Vgl. DIERKS (2002), S. VII-VIII; BALCEROWICZ (1994), S. 43-45; CLUSE (1999), S. 10-11.
2 Vgl. Abb. 1 im Anhang bezüglich der Entwicklung der ADI in den MOEL10. Für die in dieser Arbeit
durchgeführten Analysen werden Netto-Zahlen verwendet, d.h. die um die in den MOEL geringen ADIAbflüsse
bereinigten Zuflüsse von ADI.
3 Diese Arbeit befasst sich mit den zehn mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten, da bei diesen der
Transformations- und Integrationsprozess am signifikantesten und deshalb von besonderem Interesse
ist. Zu diesen Staaten zählen: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und
Ungarn, die 2004 der EU beitreten, sowie Bulgarien und Rumänien, die 2007 EU-Mitglieder werden.
4 Vgl. GARIBALDI et al. (2001), S. 109-110; CERNAT/ VRANCEANU (2002), S. 119-120;
SCHUMANN (1999), S. 15-18; PLUM (1995), S. 1-4; WEBER (1994), S. 10-15; BRADA (2003),
S. 3-4; SPRENGER (1999), S. 3.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 THEORIE- UND ANALYSE-RAHMEN

2.1 Definitorische und materielle Begriffsabgrenzung

2.2 Formen der Direktinvestitionen

2.3 Motive für Direktinvestitionen

2.4 Partialansätze zur Erklärung von Direktinvestitionen

2.4.1 Makroökonomische Analyse

2.4.2 Standortanalyse

2.4.3 Mikroökonomische Analyse

2.5 Dunnings eklektischer Ansatz

3 UMFANG UND ENTWICKLUNG DER DIREKTINVESTITIONEN

3.1 Zielländer

3.2 Herkunftsländer

3.3 Branchen

4 DETERMINANTEN DER DIREKTINVESTITIONEN

4.1 Politisches Risiko

4.2 Rechtliches und institutionelles Risiko

4.3 Fiskalische und monetäre Stabilität

4.4 Marktgröße und Marktwachstum

4.5 Lohnkosten und Humankapital

4.6 Infrastrukturausstattung

4.7 Geographische Nähe und Agglomerationsvorteile

4.8 Privatisierungs- und Restrukturierungsprozess

4.9 Außenhandelspolitik und rechtliche Restriktionen

4.10 Steuerliche und wirtschaftspolitische Anreize

4.11 Fazit

5 BEDEUTUNG DER DIREKTINVESTITIONEN FÜR DIE EMPFÄNGERLÄNDER

5.1 Grundsätzliche Auswirkungen

5.2 Einzelländeranalyse

5.2.1 Visegrád-Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn

5.2.2 Estland, Lettland und Litauen

5.2.3 Sonderfall Slowenien

5.2.4 Bulgarien und Rumänien

5.3 Fazit

6 AUSWIRKUNGEN DER DIREKTINVESTITIONEN AUF DIE HERKUNFTSLÄNDER

7 SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen (ADI) in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas (MOEL). Ziel ist es, die zentralen Determinanten für ADI-Zuflüsse zu analysieren, deren Einfluss auf den Transformationsprozess in den Empfängerländern zu bewerten und die Auswirkungen auf die Hauptherkunftsländer, insbesondere Deutschland, darzustellen.

  • Analyse der theoretischen Erklärungsansätze für Direktinvestitionen.
  • Empirische Untersuchung des Umfangs und der Entwicklung der Direktinvestitionen in zehn mittel- und osteuropäischen Staaten.
  • Identifikation und Kategorisierung von zehn Determinantengruppen für ADI-Zuflüsse.
  • Diskussion der positiven und negativen Auswirkungen von ADI auf die MOE-Staaten sowie auf die EU-Herkunftsländer.

Auszug aus dem Buch

2.1 Definitorische und materielle Begriffsabgrenzung

In der Literatur wird dem Begriff der Direktinvestitionen keine einheitliche Definition zugeordnet, vielmehr gibt es eine Vielzahl von Definitionsansätzen. An dieser Stelle wird die als maßgeblich zu betrachtende gemeinsame Definition des IWF und der OECD genannt, die auch in der Folge als Grundlage für diese Arbeit dienen wird. Gemäß dieser Definition sind Direktinvestitionen „[...] a category of international investment made by a resident entity in one economy (direct investor) with the objective of establishing a lasting interest in an enterprise resident in an economy other than that of the investor (direct investment enterprise)“.

Bei der zitierten Definition sind neben der Tatsache der grenzüberschreitenden Investitionstätigkeit drei Aspekte von Bedeutung: der Direktinvestitionsgeber (direct investor), der Direktinvestitionsempfänger (direct investment enterprise) sowie die Langfristigkeit der Investition (lasting interest). Der Direktinvestitionsgeber kann eine Personen- oder Kapitalgesellschaft, eine Privatperson, eine Regierung oder ein Zusammenschluss aus diesen sein, die eine Niederlassung, Tochtergesellschaft oder ein verbundenes Unternehmen im Ausland unterhält. Der Direktinvestitionsempfänger kann eine Tochtergesellschaft sein, an welcher der ausländische Investor zu mehr als 50% beteiligt ist. Alternativ kann es sich auch um ein verbundenes Unternehmen handeln, an dem ein Ausländer 10% bis 50% der Anteile hält.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der historischen Transformation Mittel- und Osteuropas und der zunehmenden Bedeutung von ADI für diese Region.

2 THEORIE- UND ANALYSE-RAHMEN: Aufbau eines theoretischen Fundaments zur Erklärung von Direktinvestitionen unter Einbeziehung verschiedener ökonomischer Partialansätze und des OLI-Paradigmas.

3 UMFANG UND ENTWICKLUNG DER DIREKTINVESTITIONEN: Detaillierte Analyse der ADI-Zuflüsse in die MOEL unter Berücksichtigung von Zielländern, Herkunftsländern und Branchen.

4 DETERMINANTEN DER DIREKTINVESTITIONEN: Identifikation und systematisches Zusammenfassen von zehn Einflussfaktoren, die den Zufluss von Direktinvestitionen in die MOEL steuern.

5 BEDEUTUNG DER DIREKTINVESTITIONEN FÜR DIE EMPFÄNGERLÄNDER: Bewertung der Auswirkungen von ADI auf den Transformationsprozess und Wohlstand in den Empfängerstaaten.

6 AUSWIRKUNGEN DER DIREKTINVESTITIONEN AUF DIE HERKUNFTSLÄNDER: Evaluierung der Konsequenzen der Direktinvestitionstätigkeit für die Geberländer, insbesondere innerhalb der EU-15.

7 SCHLUSS: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Aufzeigen von Ansatzpunkten zur Standortverbesserung.

Schlüsselwörter

Ausländische Direktinvestitionen, ADI, Transformation, Mittel- und Osteuropa, MOEL, Direktinvestitionsdeterminanten, OLI-Paradigma, Wirtschaftstransformation, Standortwettbewerb, Kapitalzuflüsse, Unternehmensstrategie, Osteuropa, Marktwachstum, Investitionspolitik, EU-Beitritt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Rolle und Entwicklung ausländischer Direktinvestitionen (ADI) in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas seit dem Ende der 1980er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen von Investitionen, die quantitative Entwicklung dieser Flüsse, die Bestimmungsfaktoren für Investitionsentscheidungen sowie die Auswirkungen auf die Empfängerländer und die Herkunftsländer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist die Analyse der ADI-Entwicklung in den MOEL, die Ableitung relevanter Determinanten sowie die Untersuchung der Effekte auf den Transformationsprozess in den Zielstaaten und die wirtschaftliche Position der Herkunftsländer.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, einer theoretischen Einordnung mittels verschiedener ökonomischer Ansätze (z.B. OLI-Paradigma) sowie einer empirischen Analyse von Datenreihen und Indizes zur Entwicklung der MOEL.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Investitionsumfangs, die detaillierte Darstellung von zehn Determinantengruppen (von politischem Risiko bis zu steuerlichen Anreizen) sowie die Auswirkungen auf Empfänger- und Herkunftsländer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ausländische Direktinvestitionen (ADI), Transformation, Mittel- und Osteuropa (MOEL), Standortwettbewerb und OLI-Paradigma maßgeblich geprägt.

Wie unterscheidet sich der Einfluss von ADI in den Visegrád-Staaten von den baltischen Ländern?

Während die baltischen Staaten eine sehr schnelle und liberale Transformation vollzogen haben, sind die Visegrád-Staaten zwar ebenfalls weit fortgeschritten, mussten jedoch den Fortschritt teils mit stärkeren Transformationskrisen und sozialen Härten (z.B. Arbeitslosigkeit) bezahlen.

Welche Rolle spielt die Privatisierung für die ADI-Zuflüsse in den MOEL?

Privatisierungen sind integraler Bestandteil des Transformationsprozesses. Sie ziehen Direktinvestitionen an, wenn ausländische Akteure Staatsunternehmen erwerben, wobei die gewählte Methode (z.B. Auktionsverfahren vs. Voucher-Privatisierung) einen signifikanten Einfluss auf die Attraktivität und den Erfolg hat.

Warum ist Deutschland für die MOEL ein so bedeutender Investor?

Deutschland agiert aufgrund der regionalen Nähe und der intensiven wirtschaftlichen Verflechtung als einer der führenden Direktinvestitionsgeber, wobei das Ostgeschäft zudem als wichtiger Motor für die deutsche Wirtschaft fungiert.

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Details

Title
Ausländische Direktinvestitionen in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas
College
European Business School - International University Schloß Reichartshausen Oestrich-Winkel  (Department of Economics)
Grade
1,0
Author
Stefan Detscher (Author)
Publication Year
2004
Pages
79
Catalog Number
V24440
ISBN (eBook)
9783638273145
Language
German
Tags
Ausländische Direktinvestitionen Transformationsstaaten Mittel- Osteuropas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Detscher (Author), 2004, Ausländische Direktinvestitionen in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24440
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