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Pierre Bourdieu "Verstehen"

Title: Pierre Bourdieu "Verstehen"

Seminar Paper , 2003 , 8 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jessica Scheffold (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Summary Excerpt Details

Wer stand nicht schon einmal vor der Situation, befragt zu werden. Jedes Gespräch besteht aus einem Frage-Antwort-Spiel, das in jedem Fall ein Ziel verfolgt, nämlich den Austausch von Informationen. Auch ein Interview kann als offenes Gespräch gestaltet sein, dessen zielgerichtete Fragen sich im Gesprächsverlauf entwickeln und somit auf die soziale und inhaltliche Interaktion der Beteiligten konzentriert ist. Dabei kann es übergeordnete Ziele eines Beteiligten geben, etwa die unbewußte Aufnahme von Wünschen des Befragten, wenn es auf dessen Geburtstag oder Weihnachten zugeht. Insbesondere bei wissenschaftlichen Interviews ist die Qualität der Ergebnisse wichtig. Um diese positiv zu beeinflussen, sind unter anderem Interviewtechniken, Frage- und Auswertungsmethoden, aber auch die Wahl der Interviewpartner wichtig. Bei letzterem beeinflußt auch die Herkunft und das Umfeld (der soziale Raum) die Qualität der Forschungsbeziehung. Auf der selben Welle zu sein, kann sich positiv auf die Gesprächsatmosphäre und somit die Ergebnisse auswirken.
Als Gesellschaftsforscher befassen sich Soziologen eingehend mit den (sozialen) Interaktionen einzelner Individuen. Die in Gesprächen herausgearbeitete, soziale Realität des Befragten, soll möglichst objektiv dargestellt werden, also frei von Interpretationen des Interviewenden sein.
Pierre Bourdieu, als renommierter Soziologe, hat sich eingehend mit dieser Thematik beschäftigt. Der vorliegende Auszug aus dem Text Bourdieus „Verstehen“ (Bourdieu, Pierre 1997) stellt die Grundlage dieser Ausarbeitung dar. Bourdieu schildert darin Rahmenbedingungen einer Studie, deren Inhalt Interviewsituationen sind. Bourdieu begrenzt somit den Interpretationsspielraum des Lesers in Bezug darauf.
Neben der Funktion der Einleitung zu einer Studie, kann der Text auch als eine Art Ratgeber zur Durchführung und Interpretation von Interviews im Allgemeinen angesehen werden, denn er zeigt auf, welche Faktoren für eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende, objektive Durchführung von und Darstellung der Ergebnisse aus Befragungssituationen zu beachten sind.
Vor diesem Hintergrund möchte ich im Rahmen der folgenden Ausarbeitung der Frage nachgehen, inwieweit Bourdieu in seinem Text begründet, daß die Qualität einer Forschungsbeziehung grundlegend wichtig für das Verstehen einer sozialen Realität ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 BEARBEITUNG DER FRAGESTELLUNG

3 FAZIT

4 LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis von Pierre Bourdieus Text "Verstehen", inwieweit eine qualitativ hochwertige Forschungsbeziehung zwischen Interviewer und Befragtem eine grundlegende Voraussetzung für das korrekte Verständnis sozialer Realitäten darstellt.

  • Analyse der Interviewsituation als soziale Austauschbeziehung
  • Bedeutung personenbezogener Parameter und gesellschaftlicher Strukturen
  • Methoden zur Objektivierung von Interviewergebnissen
  • Die Rolle des "aktiven und methodischen Zuhörens"
  • Verhältnis zwischen dem Mikrokosmos des Interviews und dem Makrokosmos des Sozialraums

Auszug aus dem Buch

Bearbeitung der Fragestellung

Da das Hauptaugenmerk des Textes auf der Vermittlung der Herangehensweise zur zielgerichteten Erfassung und schriftlichen Wiedergabe von Interviewergebnissen liegt, welche möglichst frei von eigenen Interpretationen sein sollten, werden dafür nötige Parameter im Verlauf erläutert. Bourdieu bezeichnet die Interviewsituation als „Austauschbeziehung [die sich] die reine Erkenntnis zum Ziel setzt“ (Bourdieu, Pierre 1997:780), die jedoch eine „soziale Beziehung“ bleibt, deren „Parameter“ auf das Ergebnis einwirken können (Bourdieu, Pierre 1997:780).

Um die Frage zu klären, inwieweit die Qualität der Forschungsbeziehung wichtig für das Verstehen einer sozialen Realität ist, sei zunächst erläutert, was unter ‚Qualität der Forschungsbeziehung‘ und ‚sozialer Realität‘ zu verstehen ist. Erstere kann sich auf eine Interviewsituation beziehen und beschreibt dann die personenbezogenen Parameter, welche in Bezug auf Interviewer und Interviewten zu berücksichtigen sind. Bourdieu bezeichnet diese etwa als „gesellschaftliche Struktur, innerhalb der sich das Interview vollzieht“ (Bourdieu, Pierre 1997:780), verwendet synonym auch die „eigentliche Struktur der [Interview]-Beziehung“ (Bourdieu, Pierre 1997:782). Da sich in der Befragungssituation zwei Menschen miteinander unterhalten, sind insbesondere deren Herkunft, Bildung etc. relevant für ein gutes Ergebnis der Befragung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Interview als soziales Austauschspiel und führt in Bourdieus theoretische Überlegungen zur Bedeutung der Forschungsbeziehung ein.

2 BEARBEITUNG DER FRAGESTELLUNG: Dieses Kapitel analysiert die von Bourdieu dargelegten Parameter zur Gestaltung der Interviewsituation und deren Einfluss auf die Objektivität der gewonnenen Daten.

3 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass eine ausgewogene Gestaltung der Forschungsbeziehung entscheidend für das Verständnis sozialer Realität ist, wenngleich eine gewisse Ungewissheit bleibt.

4 LITERATURVERZEICHNIS: Enthält die bibliographische Angabe der primär verwendeten Textquelle von Pierre Bourdieu.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Forschungsbeziehung, Interviewsituation, soziale Realität, Objektivität, Soziologie, Sozialraum, Austauschbeziehung, qualitative Sozialforschung, Interviewtechniken, methodisches Zuhören, gesellschaftliche Struktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Voraussetzungen wissenschaftlicher Interviews und untersucht, wie die Beziehungsgestaltung zwischen Forscher und Befragtem die Qualität soziologischer Erkenntnisse beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die Struktur von Interviewsituationen, die Rolle des Interviewers sowie die methodischen Herausforderungen bei der Erhebung und Interpretation sozialer Daten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Fragestellung lautet, inwieweit Pierre Bourdieu begründet, dass die Qualität der Forschungsbeziehung eine grundlegende Voraussetzung für das Verstehen sozialer Realität ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die hermeneutische Analyse und Auseinandersetzung mit dem Text "Verstehen" von Pierre Bourdieu, um dessen soziologische Konzepte zu explizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert spezifische Parameter wie gesellschaftliche Strukturen, die Auswahl von Interviewpartnern, den Einfluss der Sprache und die Bedeutung von aktivem Zuhören im Forschungsprozess.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Forschungsbeziehung, Interviewsituation, soziale Realität, Objektivität und Sozialraum charakterisiert.

Warum warnt Bourdieu vor zu viel Gemeinsamkeit zwischen Interviewer und Befragtem?

Bourdieu warnt davor, dass bei zu großen Ähnlichkeiten der Hintergründe (z.B. gleicher Beruf) wesentliche soziale Details unerwähnt bleiben könnten, da diese für beide Parteien als selbstverständlich gelten.

Wie geht die Autorin mit der Herausforderung um, dass der Soziologe als "höherstehend" empfunden werden kann?

Die Autorin stellt Bourdieus Argument dar, dass der Soziologe durch seinen Tonfall und die Art seiner Fragestellung Verständnis signalisieren kann, um sich als universeller Gesprächspartner zu etablieren.

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Details

Title
Pierre Bourdieu "Verstehen"
College
University of Bremen
Course
Einführung in die Kulturwissenschaften
Grade
2,0
Author
Jessica Scheffold (Author)
Publication Year
2003
Pages
8
Catalog Number
V24449
ISBN (eBook)
9783638273237
Language
German
Tags
Pierre Bourdieu Verstehen Einführung Kulturwissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Scheffold (Author), 2003, Pierre Bourdieu "Verstehen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24449
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