Partnerschaftsmodelle im IT-Bereich


Studienarbeit, 2002

28 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

Partnerschaftsmodelle im IT Bereich

2 Erklärung

3 Abkürzungsverzeichnis

4 Abbildungsverzeichnis

5 Einleitung

6 Partnerschaftsmodelle
6.1 Kooperationen
6.2 Joint Venture
6.3 Strategische Allianz
6.4 Netzwerke
6.5 Virtuelle Unternehmen

7 Schlußbetrachtung

8 Literaturverzeichnis

9 Anhang

2 Erklärung

Ich versichere hiermit, daß ich meine Studienarbeit mit dem Thema:

„Partnerschaftsmodelle im IT Bereich“

selbständig verfaßt und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.

Karlsruhe, den

Unterschrift

Partnerschaftsmodelle im IT Bereich

3 Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4 Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Kooperationsformen entlang der Wertschöpfungskette

Abb. 2 Netzwerk um die Firma A

Abb. 3 Teilung von Führung und Risiko im Joint Venture, Quelle: Weder (1989) S. 34

Abb. 4 Spinnennetzförmiges Netzwerk

Abb. 5 Virtuelles Unternehmen

Abb. 6 Ziele von Unternehmensverbindungen Quelle: Ittner „Kooperation und Konzentration“ S. 2

Abb. 7 Gründe für Kooperationen Quelle: Deutsche VerkehrsZeitung (DVS) Schwergut,

Sonderbeilage zur BSK-Jahreshauptversammlung am 26./27. Oktober in Magdeburg; 55. Jahrgang, Nr. 129, Sonnabend, 27. Oktober 2001,

Abb. 8 Überblick über alle Kooperationsformen in dieser Arbeit

5 Einleitung

Die Termini für Unternehmenspartnerschaften werden sowohl in der Praxis als auch in der Literatur sehr unterschiedlich verwendet.1

Grund hierfür ist zum einen, daß in der englischen Sprache eine wörtliche Entsprechung von Kooperation, also „cooperation“ weniger gebräuchlich ist und eher von „alliance“ oder „partnership“ gesprochen wird.2 Deshalb habe ich für diese Arbeit das etwas weiter gefaßte Thema „Partnerschaftsmodelle im IT-Bereich“ statt „Kooperationen im IT-Bereich“ gewählt.

Ein weiterer Grund ist die uneinheitliche Verwendung in der Literatur selbst; so schreibt Heck in seinem Buch „Strategische Allianzen“: „Vereinfachend -und teilweise auch in Abweichung von der Literatur- werden in diesem Buch unter dem Begriff Strategische Allianz alle praxisrelevanten Arten subsumiert, also Kooperationen in all ihren Varianten, Joint Venture mit unterschiedlichen Beteiligungen der Partner sowie Mergers und Acquisitions (M&A).“3

Jedoch gibt es zwischen diesen verschiedenen Bezeichnungen erhebliche Unterschiede und um Mißverständnissen vorzubeugen, ist eine konsequente begriffliche Klarheit erforderlich.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen deshalb die Partnerschaftsbezeichnungen zwischen rechtlich und wirtschaftlich unabhängigen Unternehmen mit Hilfe von Literaturquellen definiert, Abgrenzungskriterien zu anderen Partnerschaften gefunden und die unterschiedlichen Partnerschaftsbegriffe verbunden werden.

Der Fokus dieser Arbeit ist dabei im wesentlichen auf Partnerschaftsmodelle im IT- Bereich gerichtet. Der Begriff „IT-Bereich“ umfaßt dabei Unternehmen, die Hardware und/oder Softwareprodukte herstellen, sowie die dazugehörigen Dienstleistungen anbieten wie Consulting, Implementierung, Operations Management und Support Services.

Fusion, Akquisition und Firmenübernahmen werden in die Betrachtung dieser Arbeit nicht einbezogen, weil die Unternehmen dabei ihre rechtliche und wirtschaftliche Unabhängigkeit verlieren.

6 Partnerschaftsmodelle

6.1 Kooperationen

Definition

Unter einer Kooperation versteht man eine sachlich und zeitlich begrenzte, freiwillige Zusammenarbeit von mindestens zwei sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich von einander unabhängigen Unternehmen.4

Dabei ist festzulegen, ob sich die Kooperation auf Randkompetenzen beschränkt oder auch in Kernkompetenzen eine Zusammenarbeit angestrebt wird.5

Ziele der Kooperationen6

Ziel der Kooperation ist, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Beteiligten zu verbessern, die Marktposition zu sichern oder diese weiter auszubauen7 und so aus der Zusammenarbeit einen möglichst lange anhaltenden „joint competitive adventage“ zu erzielen.

Durch die Kooperation können individuelle Schwächen kompensiert und Synergiepotentiale ausgeschöpft werden. Man spart Ressourcen und/oder Zeit, Kompetenzen und Know-How können mit dem Partner ausgetauscht werden, gleichzeitig verteilen sich Risiken z. B. für Investition und Forschung, die man mit einer individuellen Strategie alleine tragen müßte.

Dabei werden Effizienzvorteile, wie „Economies of scale“ (Größenvorteile) und „Economies of scope“ (Verbund- / Diversifikationsvorteile) ausgeschöpft.8

Merkmale der Kooperation

Zwischen den Kooperationspartnern besteht keine Weisungsbefugnis; bei der Koordination und den Entscheidungsprozessen der Partnerschaft sind beide Unternehmen gleichberechtigt.9

Einerseits erweitern Kooperationen den Handelsspielraum der Unternehmen, andererseits aber wird ein Teil des Entscheidungsspielraums der Unternehmen eingeschränkt, was Boettcher treffend als „Paradoxon der Kooperation“ bezeichnet.10

Eine Kooperation kommt zustande, wenn der Nutzen der Kooperation die Nachteile des Autonomieverlustes, der Einschränkung der Entscheidungsfreiheit und die Koordintionskosten kompensiert.

Kooperationen enden, wenn sie ihren Zweck erreicht haben, seitens der Partner kein Interesse mehr an der Fortführung der Kooperation besteht, die Partner meinen, alleine besser zu fahren oder wenn sich die Unternehmensstrategien ändern.11

Kooperationen können sich auf einzelne Produktsparten, bestimmte Erzeugnisse oder einzelne Unternehmensfunktionen beziehen.12 Mögliche Kooperationsgebiete lassen sich in der Marktforschung, Werbung, im Vertrieb, in der Beschaffung, Forschung, Entwicklung und Datenverarbeitung finden.13

Kooperationsformen

Hungenberg14 unterscheidet die Kooperationen gemäß den Kooperationspartnern entlang der Wertschöpfungskette.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Kooperationsformen entlang der Wertschöpfungskette15

Vertikale Kooperationen

Vertikale Kooperationen liegen vor, wenn entlang der Wertschöpfungskette zwei Partner unterschiedlicher Wirtschaftsstufen eine Zusammenarbeit vereinbaren, z. B. Lieferant und Produzent, Softwarehaus und Vertriebspartner, Groß- und Einzelunternehmen. Ziel, gemäß Hungenberg ist, „die Schnittstellen zwischen vor- und nachgelagerter Werschöpfungskette zu optimieren“16.

Dadurch können qualifizierte Zusatz- und integrierte Verbundleistungen angeboten sowie der Kundenservice verbessert werden.

In der IT-Branche gibt es zahlreiche Beispiele, z. B. arbeitet die SEEBURGER AG (B2B Lösungen) mit den Softwareberatungshäusern PLAUT, Steeb, KPMG und anderen zusammen.17

Da die Effizienz der gesamten Wertschöpfungskette nur so stark ist, wie das schwächste Einzelglied, bringt jeder der Kooperationspartner das ein, was er am besten kann erhöht sich so die gesamte Leistungsfähigkeit18 ; es findet also eine Konzentration der Kooperationspartner auf ihre Kernkompetenzen statt.

Diese Kooperationsform19 kann man auch als Wertschöpfungspartnerschaft“,„Value Adding Partnership“ (auch „Value Added Partnership“) oder „Value Chain Partnership“ bezeichnen.20 Wichtige Voraussetzung ist, daß die beteiligten Unternehmen erkennen, daß die Wertschöpfungskette eine Gesamtheit darstellt und dabei die Unternehmen nicht als geschlossene, isoliert handelnde Einheiten zu sehen sind.

Horizontale Kooperationen

Bei der horizontalen Kooperation arbeiten Partner der selben Branche und gleichen Wertschöpfungsstufe zusammen. Dabei können die Partner in einem aktuellen oder potentiellen Wettbewerbsverhältnis zueinander stehen, da die von den Kooperationspartnern hergestellten Produkte (entweder produktions- oder verfahrenstechnisch) verwandt sind.21

Hauptziel dieser Kooperationsform ist es, die Wettbewerbskraft zu bündeln, Marktpositonen auszubauen oder zu sichern und dadurch Kosten zu senken.22 Häufig kommen hier F&E-Kooperationen23 zustande, da sich durch den weitgehend ähnlichen Tätigkeitsbereich eine Vielzahl von Möglichkeiten bieten: Erfahrungs- und Meinungsaustausch, gemeinsame Anschaffung und Nutzung von Produktionsanlagen, gemeinsame Marktforschung, etc.

Hungenberg gibt an, ]daß der Begriff „Strategische Allianz“ für die horizontale Kooperationsform „reserviert“ sei, da sie durch die Zusammenarbeit von Wettbewerbern in einer Branche entstehen.24

Konglomerate Kooperationen25

Wenn die Kooperationspartner in unterschiedlichen Branchen tätig sind, in keiner Wertschöpfungsbeziehung zueinander stehen und keine Konkurrenten sind, bezeichnet man dies als konglomerate Kooperation.

Ziel solcher Kooperationen ist es, den Kunden komplementäre Produkte anzubieten, bei denen eine gemeinsame Vermarktung sinnvoll ist.26

Außerdem können neue Produkte und Dienstleistungen durch die Wissens- und Leistungskombination der Unternehmen für bereits bestehende Nachfragen angeboten werden.27

Durch eine Zusammenarbeit mit der auf Zahlungsverkehr und Archivierung spezialisierten van den Berg AG kann der Kommunikationsanbieter SEEBURGER AG auch die elektronische Langzeitarchivierung Datenbelege anbieten.

Partnerschaftsmodelle im IT Bereich

An Hand der Kooperationsintensität und den rechtlichen Vereinbarungen können die Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette noch mal in drei Grundtypen28 von Kooperationen unterschieden werden:29

- Vertragslose Kooperationen
- Vertragliche Kooperationen
- Joint Venture

Vertragslose Kooperationen

Bei vertragslosen Kooperationen liegen der Zusammenarbeit keine Verträge zugrunde. Meist ist das Vorgehen durch Absprachen und Rahmenvereinbarungen geregelt. Dies ist die einfachste Form der Zusammenarbeit, allerdings auch die am wenigsten stabile.30 Im Rahmen einer vertragslosen Kooperationen tauschen die Partnerunternehmen z. B. Know-How und Erfahrungen in bestimmten Bereichen aus.

Trotz der geringen Stabilität kommt diese Partnerschaftsform sehr häufig in der Praxis vor; so existieren bei der SEEBURGER AG duzende mündliche Absprachen zu Lead- Provisionen.

Vertragliche Kooperation

Hier liegen der Kooperation Kooperationsverträge wie Lizenz-, Management-, Beratungs- und Consultingsverträge zugrunde.31 Die Kooperation gewinnt dadurch mehr Stabilität, da im Vorfeld Verhaltensregeln, Rechte und Pflichten der Partner sowie Gewinnbeteiligungen festgehalten werden, um opportunistisches Verhalten der Partner zu vermeiden, bzw. wenig attraktiv zu machen.32

Zusätzlich stabilisiert werden kann diese Kooperationsform, indem die Partnerunternehmen ein- oder wechselseitige Kapitalbeteiligungen eingehen und dadurch die Partner mehr Einfluß auf einander gewinnen.

Hierbei müssen allerdings die gesetzlichen Vorschriften zu Beteiligungen eingehalten werden, da sonst möglicherweise das Kartellgesetz zum Zug kommt. Eine vertragliche Kooperation wird auch als „Contractual Joint Venture“ bezeichnet.33

Typische Beispiele für vertragliche geregelte Kooperationen ist der Exklusivvertrieb (Alleinvertrieb) und das Franchising.34

Bei dem Exklusivvertrieb erfolgt der Vertrieb eines Produktes in einem festgelegten Kundengebiet über einen bestimmten Abnehmer, der sich verpflichtet, die Ware von einem bestimmten Hersteller zu beziehen und zu vertreiben.

Z. B. hat die MEDAV GmbH im Juni 1991 für das Softwareprodukt ESPS, der Firma Entropic Research Laboratory Incorporation., den Exklusivvertrieb in Deutschland übernommen.35

[...]


1 vgl. Rössl (1994) S. 1 und Rupprecht-Däullary (1994) S. 5

2 vgl. Rupprecht-Däullary (1994) S. 11

3 vgl. Heck (1999) S. 7

4 vgl. Götz (1996) S. 35 und Balling (1997) S. 8 und 12

5 vgl. Ittner „Kooperation und Konzentration“

6 Überblick s. Abb. 6 im Anhang

7 vgl. Götz (1996) S. 35

8 Economies of scale: Große Unternehmen erzielen oft geringere Stückkosten als kleine Unternehmen, weil sie die Güter mit geringeren Stückkosten durch die Massenproduktion mit Großmaschinen herstellen können. Economies of scope: Produktionsfaktoren können für mehrere Produkte verwendet werden; dadurch verteilen sich die Fixkosten auf mehrere Produkte (vgl. Boettcher (1974) S.39).

9 vgl. Schad (2000) S. 125

10 vgl. Boettcher (1974) S. 42

11 vgl. Gaebe (1995) S. 3

12 vgl. Götz (1996) S. 35 f

13 vgl. Zentes (1997) S. 224 f

14 Hungenberg (2000) S. 376, s. auch Rupprecht-Däullary (1994), S, 20 f und Weder (1989) S.62 ff

15 Gesamtüberblick s. Abb. 8

16 vgl. Hungenberg (2000) S. 377

17 vgl. http://www.seeburger.de/german/part_f.htm 30.10.01

18 vgl. Hinterhuber (1997) S. 38f

19 Sydow beschreibt diese Form als „eine strategisch-vertikale Allianz von Unternehmungen, die ihre Aktivitäten auf bestimmte Stufen der Wertkette konzentrieren und entlang der Wertkette kooperieren“. (Sydow (1992) S. 64)

20 vgl. Hopfenbeck (1998) S. 190 und Schad (2000) S. 135

21 vgl. http://www.kooperationswissen.de/ 20.11.01

22 vgl. Hungenberg (2000) S. 377 und Schad (2000) S. 127

23 F&E steht für Forschung und Entwicklung

24 vgl. Hungenberg (2000) S. 377; näheres dazu sowie Beispiele s. Kapitel 6.3 Strategische Allianzen

25 Diese Kooperationsform wird in der Literatur auch mit „lateral“, „diagonal“ oder „symbiotisch“ bezeichnet vgl. Schad (2000) S. 127 und http://www.kooperationswissen.de/

26 vgl. Hungenberg (2000) S. 377

27 vgl. http://www.kooperationswissen.de/ 20.11.01

28 Der Autor unterscheidet zusätzlich noch in Kooperationen mit Kapitalbeteiligung, jedoch stellt dies meines Erachtens kein neuer Grundtyp einer Kooperation dar, sondern dient zur zusätzlichen Stabilisierung einer vertraglichen Kooperation.

29 vgl. Hungenberg (2000) S. 375

30 vgl. Hungenberg (2000) S. 375

31 vgl. Weder (1989) S. 46ff

32 vgl. Schad (2000) S. 125

33 vgl. Weder (1989) S. 36f und Kapitel 6.2 Joint Venture

34 vgl. Zentes (1997) S. 224ff und Zentes (1992) S. 164f

35 vgl. http://www.medav.de/medav/wp00od.001.html 13.11.01

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Partnerschaftsmodelle im IT-Bereich
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Karlsruhe, früher: Berufsakademie Karlsruhe  (Wirtschaftsinformatik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
28
Katalognummer
V2445
ISBN (eBook)
9783638114844
Dateigröße
594 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Studienarbeit. 382 KB
Schlagworte
Partnerschaftsmodelle, IT-Bereich
Arbeit zitieren
Tanja Vollmer (Autor), 2002, Partnerschaftsmodelle im IT-Bereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2445

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