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Charisma und Religion

Title: Charisma und Religion

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 19 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Stefan Thesing (Author)

Sociology - Religion
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Summary Excerpt Details

Charisma ist ein Begriff, der gerne und oft verwendet wird. Wenn Deutschland
den Superstar sucht, macht sich ganz Deutschland Gedanken darüber, welche
Eigenschaften ein Superstar eigentlich haben sollte. Die Antwort: Charisma.
Wenn dann einer zum Superstar gekürt wurde, aber ein anderer mehr Erfolg hat,
wird die Frage gestellt, wie das sein kann. Die Antwort: Charisma. Der eine mag
vielleicht der musikalisch bessere sein, aber der andere hat nun mal mehr Charisma.
Wenn Ole von Beust Bürgermeister wird, obwohl die Mehrheit der Hamburger mit
der Politik seines Senats unzufrieden ist, fragen viele, warum er die Wahl gewonnen
hat und nicht Thomas Mirow. Die Antwort: Charisma. Von Beust hat es, Mirow nicht.
Mir scheint, als ob Charisma im Alltag ein diffuses Konzept ist, das herangezogen
wird, um Fragen zu beantworten, bei denen die Ratio versagt.
Dies ist eine Beschreibung, die ich selbst und andere oft auf Religion angewendet
habe. Dies ist die Sichtweise, dass Religion stets die Lücken füllte, die die
Wissenschaft offen ließ, und sich vehement wehrte, wenn Wissenschaft sich dieser
Lücken wieder annahm. Ob dies eine adäquate Sichtweise auf religiöse
Zusammenhänge ist, sei dahingestellt. Die Ähnlichkeit der Rolle die Charisma spielt
und der Rolle der Religion ist jedoch interessant. So ist doch die älteste Verwendung
des Begriffes Charisma, die ich ausmachen konnte, in den Briefen der Apostel
Paulus und Petrus zu finden, die mit Charisma die Gaben des Heiligen Geistes, vor
allem die Gabe zur Heilung, bezeichneten.
Auch wissenschaftliche Literatur zum Thema Charisma führen unweigerlich zu einem
Themenkreis, der sich mit religiösen und rituellen Zusammenhängen beschäftigt.
Ich möchte in dieser Hausarbeit den Zusammenhang zwischen Charisma und
Religion herausarbeiten und eventuell Rückschlüsse auf die Konzepte zu ziehen, die
hinter den heutigen Verwendungen des Begriffes Charisma stehen. Hierzu möchte
ich zuerst eine Skizze der Alltagsverwendung dieses Begriffes versuchen und mich
dann dem soziologischen Fachbegriff und seinem Zusammenhang mit Religion
nähern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Skizze der Alltagsverwendung des Begriffes Charisma

3 Charisma als Fachbegriff der Soziologie und sein Zusammenhang mit religiösen Themen

3.1 Charisma und Religion bei Max Weber

3.2 Nimbus bei Gustave LeBon

4 Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem soziologischen Begriff des Charismas und religiösen Phänomenen, wobei sie kritisch die heutige Alltagsverwendung des Begriffs hinterfragt und soziologische sowie massenpsychologische Ansätze integriert.

  • Analyse der Alltagsrezeption des Charisma-Begriffs
  • Die webersche Konzeption von Charisma und Magie
  • Massenpsychologische Perspektiven auf den "Nimbus" nach LeBon
  • Die soziale Konstruktion von Charisma durch Zuschreibung
  • Religiöse Parallelen in der modernen Verehrungskultur

Auszug aus dem Buch

3 Charisma als soziologischer Fachbegriff und sein Zusammenhang mit religiösen Themen

Charisma wurde von Max Weber als Fachbegriff in die Soziologie eingeführt. Der Zusammenhang mit Religion wird in „Religiöse Gemeinschaften“ (vgl. Weber 2001) besonders deutlich. Daher werde ich versuchen, das Konzept von Charisma, das Weber in diesem Zusammenhang entfaltet, darzustellen.

3.1 Charisma und Religion bei Max Weber

Laut Weber ist Religion Gemeinschaftshandeln, dass diesseitig ausgerichtet ist (vgl. Weber 2001, S. 121). Grundlage von Religion als Gemeinschaftshandeln ist die Magie. Religiöses Handeln ist in erster Linie magisches Handeln. Dieses Handeln wird dadurch magisch, dass es weniger alltäglich ist als alltägliches Handeln.

„Der magisch Handelnde selbst unterscheidet zunächst nur nach der größeren oder geringeren Alltäglichkeit der Erscheinungen.“ Weber 2001, S. 122

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die diffuse Verwendung des Begriffs Charisma im Alltag ein und stellt die forschungsleitende Frage nach dem Zusammenhang zwischen Charisma und Religion.

2 Skizze der Alltagsverwendung des Begriffes Charisma: Das Kapitel beleuchtet durch eine Mini-Umfrage und eine Internetrecherche, wie Charisma heute als "Ausstrahlung" oder "Fähigkeit zur Beeinflussung" wahrgenommen wird.

3 Charisma als Fachbegriff der Soziologie und sein Zusammenhang mit religiösen Themen: Hier wird Webers soziologische Definition von Charisma als außeralltägliche Kraft im Kontext von Magie und Religion erläutert.

3.1 Charisma und Religion bei Max Weber: Dieser Abschnitt vertieft die magischen Ursprünge des Charismas und die Unterscheidung zwischen Zauberer und Priester bei Weber.

3.2 Nimbus bei Gustave LeBon: Dieses Unterkapitel untersucht, wie LeBons Konzept des Nimbus hilft zu erklären, wie Massen Charisma in eine Person hineinprojizieren.

4 Abschließende Bemerkungen: Der Autor fasst zusammen, dass Charisma weniger eine Eigenschaft des Trägers selbst ist, sondern eine durch Erfolg und soziale Zuschreibung konstruierte Wahrnehmung.

Schlüsselwörter

Charisma, Religion, Max Weber, Gustave LeBon, Nimbus, Magie, Soziologie, Massenpsychologie, Zuschreibung, Beeinflussung, Erfolg, Alltagsverwendung, Religiöse Gemeinschaften, Führung, soziale Konstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den soziologischen Begriff des Charismas und dessen tieferliegende Verbindungen zu religiösen sowie magischen Konzepten im Vergleich zur modernen Alltagsnutzung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die webersche Charisma-Theorie, die massenpsychologischen Überlegungen von Gustave LeBon zum Nimbus sowie die Frage der sozialen Zuschreibung von außergewöhnlichen Fähigkeiten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Charisma und Religion aufzuzeigen und zu klären, warum wir Personen charismatische Eigenschaften zuschreiben und welche Rolle der Erfolg dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor kombiniert eine qualitative Analyse (Mini-Umfrage und Internet-Dokumentensuche) mit einer literaturwissenschaftlichen Aufarbeitung soziologischer Klassiker wie Weber und LeBon.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Alltagskonnotationen von Charisma, die Verbindung von Magie und Religion bei Weber sowie das Phänomen des "Nimbus" als Mittel der massenhaften Beeinflussung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Charisma, Nimbus, Max Weber, soziale Zuschreibung, Magie und religiöses Handeln.

Wie unterscheidet sich der "Zauberer" vom "Priester" nach Weber?

Nach Weber beeinflussen Zauberer Götter oder Dämonen durch Zwang und magische Mittel, während Priester diese durch Verehrung und Kult in einen gemeinschaftlichen religiösen Rahmen einbinden.

Warum spielt der Faktor "Erfolg" eine so große Rolle für Charisma?

Der Autor argumentiert, dass Erfolg die Grundlage für die Zuschreibung außergewöhnlicher Fähigkeiten ist; erst durch den Erfolg wird eine Person in den Augen der Massen als "begnadet" und damit charismatisch wahrgenommen.

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Details

Title
Charisma und Religion
College
University of Hamburg  (Institut für Soziologie)
Grade
1.0
Author
Stefan Thesing (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V24452
ISBN (eBook)
9783638273268
Language
German
Tags
Charisma Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Thesing (Author), 2004, Charisma und Religion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24452
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