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Solidarität in Gruppen zwischen Altruismus und RC-Theorien

Título: Solidarität in Gruppen zwischen Altruismus und RC-Theorien

Trabajo , 2000 , 24 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Daniela Hendel (Autor)

Sociología - Individuo, grupos, sociedad
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Wenn wir von Solidarität reden, geht es meist um einen politischen Kampfbegriff. Die Rede
ist von der Solidargemeinschaft, vom Solidaritätszuschlag, vom Solidarpakt, von der
Klassensolidarität oder von „Solidarität als Wert und als Instrument politischer Steuerung“.
Es ist also ein Begriff, der auf den ersten Blick sehr viel unterschiedliche Inhalte
annehmen kann. Dabei werden weder dieselben Interessengruppen angesprochen noch wird
geklärt aus welchem Grund wir in einer bestimmten Situation solidarisch handeln –falls wir es
tun-. „Diese Annahmen lassen sich in ihrer allgemeinen Tendenz so zusammenfassen, dass sie
dem Begriff der >Solidarität< zu schnell und zu einseitig eine normative und insbesondere
eine politische und dabei teils instrumentelle, teils speziell auf den Staat bezogene Bedeutung
zuschreiben.“ (2) Wildt fehlt die „affektiv-moralische Bedeutung“ des Wortes.(3)
Trotzdem ist diesen Schlagwörtern eines gemeinsam: Solidarität bedeutet
Zusammengehörigkeitsgefühl bzw. Gemeinsinn. Duden Fremdwörterbuch Wer gehört jedoch
zu wem? Hondrich und Koch-Arzberger, definieren die Solidarität als „eine freie Art der
sozialen Bindung“ (4) die durch „latente Reziprozität“ (5) gekennzeichnet ist. Es wird also
freiwillig gehandelt und mit der Erwartung der Solidarität von der anderen Seite in ähnlicher
Situation gerechnet. „Solidarität erweist sich so, in der Praxis, als ein überaus
voraussetzungsvoller, eng umgrenzter Begriff: als Gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen
Personen, die, trotz Differenzen, ihre Interessenlage und Ziele als gleich verstehen, aber
ungleich beeinträchtigt sehen, woraus der Anspruch bzw. die freiwillige Verpflichtung
einseitiger Unterstützung erwächst, gekoppelt mit dem Anspruch auf bzw. der Verpflichtung
zur Unterstützung von der anderen Seite, sofern die Situation sich verkehrt.“ (6)
Über den historischen Ursprung des Wortes und wann es eine politische Bedeutung annahm,
herrscht Uneinigkeit. Wildt weist darauf hin, dass Solidarité zunächst die „römisch-rechtliche
Bedeutung der Haftungspflicht für Mitschuldige (>Solidarobligation<)“ (7) beinhaltete im
Gegensatz zu der verbreiteten Meinung, dass Solidarität aus dem Brüderlichkeitsideal der
Französischen Revolution hervorgegangen sei. [...]
(1) Hondrich, Koch-Arzberger, 9
(2) Wildt, 202
(3) ebd.
(4) Honrich, Koch-Arzberger, 15
(5) ebd., 14
(6) ebd.
(7) Wildt, 203

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0. Einführung

1.Altruismus

1.1. Was bedeutet Altruismus?

1.2. Wann handeln wir altruistisch?

1.3. Schlussfolgerungen

2. Rational choice – Theorien (RC-Theorien)

2.1. „Die Evolution der Kooperation“ (Axelrod)

2.2. Hechters, Colemans und Turners Ansatz

2.3. Die Grenzen der RC-Theorien

3. Das solidarische Verhalten in Gruppen - Zusammenfassung

4.Literatur

4.1. Nachschlagewerke

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen für solidarisches Verhalten in Gruppen und analysiert dabei kritisch, inwieweit etablierte ökonomische und soziologische Theorien – insbesondere der Altruismus-Forschung und der Rational-choice-Theorien – dieses Phänomen erklären können. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob solidarisches Handeln auf rein rationalen Nutzenkalkülen basiert oder ob ein komplexeres Gefüge aus moralischen, sozialen und psychologischen Faktoren notwendig ist, um den Zusammenhalt in Gemeinschaften zu verstehen.

  • Analyse altruistischen Verhaltens und dessen wissenschaftlicher Erklärungsmodelle
  • Kritische Auseinandersetzung mit Rational-choice-Theorien in der Spieltheorie
  • Untersuchung von Bedingungen für Kooperation ohne zentrale Steuerung
  • Diskussion der Übertragbarkeit von Individualmodellen auf kollektive Akteure
  • Synthese neuerer Definitionsansätze für Solidarität unter Berücksichtigung intersubjektiver Prozesse

Auszug aus dem Buch

2.1. „Die Evolution der Kooperation“ (Axelrod)

Axelrod geht es um die Beantwortung der zwei zentralen Fragen:

1. Unter welchen Bedingungen entsteht Kooperation in einer Welt von Egoisten ohne zentralen Herrschaftsstab? und

2. Wie kann sich überhaupt Kooperation in Situationen entwickeln, in denen jedes Individuum einen Anreiz besitzt, sich eigennützig zu verhalten?

Die Grundlage für eine Spieltheorie bildet das Gefangenendilemma (auch Nichtsummenspiel genannt, da die Differenz der Auszahlungen nicht unbedingt null ergibt) . Dies ist ein Spiel mit zwei Spielern, in dem jeder Spieler zwei Handlungsoptionen hat, nämlich zu kooperieren oder zu defektieren ohne zu wissen, was sein Gegenspieler machen wird. Wenn beide Spieler kooperieren, kommen sie zu einem guten Ergebnis, zu R (engl.: reward) der Belohnung für wechselseitige Kooperation (im Beispiel bei Axelrod 3 Punkte). Wenn ein Spieler kooperiert und der andere defektiert, erhält der defektierende T (engl.: temptation), die Versuchung zu defektieren, während der kooperierende Spieler die Auszahlung S (engl.: sucker’s payoff) des gutgläubigen Opfers erhält ( bei Axelrod T = 5 und S = 0 Punkte). Wenn beide defektieren, erhalten beide P = 1 (engl.: punishment) die Strafe für gegenseitige Defektion. Bei der Auszahlung wird die Bedeutung des nächsten Zuges relativ zum laufenden gewichtet. Bei diesem Diskontparameter w wird davon ausgegangen, dass die Gegenwart immer wichtiger ist als die Zukunft. Das Dilemma besteht also darin, dass es für jeden Spieler unabhängig vom Verhalten des anderen, vorteilhafter ist, zu defektieren, dass jedoch beiderseitige Defektion für jeden Spieler ungünstiger ist als wechselseitige Kooperation oder mit anderen Worten: Die Verfolgung des Eigeninteresses durch jeden einzelnen führt zu einem schlechten Ergebnis für alle. Ein anderes grundlegendes Problem besteht darin, dass die Spieler nur über ihr eigenes Verhalten miteinander kommunizieren.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einführung: Dieses Kapitel führt in den Begriff der Solidarität als politischen Kampfbegriff ein und verdeutlicht die Notwendigkeit, das Phänomen jenseits rein utilitaristischer Ansätze zu betrachten.

1.Altruismus: Hier wird untersucht, ob Altruismus als Grundlage für solidarisches Handeln dienen kann und welche Rolle angeborene versus erlernte Verhaltensnormen dabei spielen.

2. Rational choice – Theorien (RC-Theorien): Dieses Kapitel analysiert spieltheoretische Ansätze und deren Versuch, Kooperation unter der Annahme egoistischer Nutzenmaximierung zu erklären.

3. Das solidarische Verhalten in Gruppen - Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Grenzen der besprochenen Theorien bei der Übertragung auf komplexe soziale Realitäten und plädiert für eine Einbeziehung intersubjektiver Faktoren.

4.Literatur: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Nachschlagewerke auf.

Schlüsselwörter

Solidarität, Altruismus, Rational-choice-Theorien, Kooperation, Gefangenendilemma, Individualismus, Gemeinwohl, Nutzenmaximierung, Reziprozität, Sozialwissenschaften, Soziale Bindung, Intersubjektivität, Normbildung, Egoismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und den Bedingungen für solidarisches Verhalten in sozialen Gruppen und vergleicht dabei Ansätze aus der Altruismus-Forschung und der rationalen Wahltheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Kooperationsmustern, der psychologischen Motivation für Hilfsverhalten und der ökonomischen Modellierung von sozialem Zusammenhalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Lücke zwischen individuellen Handlungsmodellen (wie dem homo oeconomicus) und der komplexen sozialen Realität solidarischen Handelns aufzuzeigen und zu schließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene soziologische und spieltheoretische Modelle gegenüberstellt und auf ihre empirische Validität sowie ihre Alltagstauglichkeit hin prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung altruistischer Handlungsweisen, die Erläuterung der Rational-choice-Theorien (insbesondere Axelrod und Hechter/Coleman) sowie die kritische Würdigung dieser Theorien hinsichtlich ihrer Grenzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Solidarität, Altruismus, Rational-choice, das Gefangenendilemma sowie das Problem der Reziprozität und der sozialen Normen.

Wie unterscheidet sich "echter" Altruismus von dem in der Arbeit beschriebenen Nutzenkalkül?

Echter Altruismus zeichnet sich durch das Fehlen der Erwartung einer externen Belohnung aus, während die Rational-choice-Theorien davon ausgehen, dass auch vermeintlich "selbstloses" Verhalten einer internen Kosten-Nutzen-Rechnung unterliegt.

Inwiefern stößt der evolutionäre Ansatz der Kooperation bei Axelrod an seine Grenzen?

Axelrods Modell kann zwar dauerhafte Kooperationsstrategien innerhalb eines abstrakten Spiels erklären, vernachlässigt jedoch die Komplexität menschlicher Kommunikation, Intersubjektivität und historisch gewachsener kultureller Kontexte.

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Detalles

Título
Solidarität in Gruppen zwischen Altruismus und RC-Theorien
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Curso
Gesellschaftliche Solidarität im Wandel
Calificación
2,0
Autor
Daniela Hendel (Autor)
Año de publicación
2000
Páginas
24
No. de catálogo
V24469
ISBN (Ebook)
9783638273404
ISBN (Libro)
9783656903734
Idioma
Alemán
Etiqueta
Solidarität Gruppen Altruismus RC-Theorien Gesellschaftliche Wandel
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniela Hendel (Autor), 2000, Solidarität in Gruppen zwischen Altruismus und RC-Theorien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24469
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