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Ludwig Tieck - Der Runenberg

Title: Ludwig Tieck - Der Runenberg

Term Paper , 2004 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: corinna fust (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Ludwig Tieck verfasste das Märchen „Der Runenberg“ in einer Nacht im Jahre
1802. Es gilt als eines der letzten Zeugnisse seiner Zugehörigkeit zur
literarischen Romantik. Er greift in dieser Erzählung neben dem Gefühl des
Ausgeliefert- Seins, die Einsamkeit und das Unheimliche auf.
Entstanden ist eine Märchennovelle, in der die Natur als eine dunkle Macht
wirkt, die für den Menschen unwiderstehlich ist und somit seine freien
Entschlüsse verhindern kann. 1
„Der Runenberg“ spiegelt die für die Romantik so typischen Gefühle des
Einsseins und des Verschmelzens wieder. Die Romantiker suchten solche
Erfahrungen auch in erotischen Momenten, welche als religiöse Erlebnisse
gedeutet wurden und eine Erfahrung der göttlichen Liebe darstellten. 2 Die
Beschreibung der Frau, die Christian durch die Gemäuer des Runenberges
beobachtet und die bei der Überreichung der Runentafel die Worte des
Abendmahls spricht, könnte ein solches Erlebnis darstellen, da ihre Gestalt in
Einzelheiten geschildert wird und Christians Sehnsüchte offen darlegen. Durch
den am darauf folgenden Tag besuchten Gottesdienst, erhält die Szene eine
christliche Parallele.3
Tiecks Werke sind durch zahlreiche Aspekte der modernen Psychologie
verfeinert, auf die im weiteren Verlauf der Hausarbeit eingegangen wird.
Speziell soll es um den Zusammenhang der Naturbeschreibungen mit der
Adoleszenz Christians und die Verbindung der Handlung mit der Natur gehen.
Auch die Modernen Denkweisen, die in Tiecks Schriften in einem hohen Maß
hervortreten und deren wesentliche Merkmale das Spiel der Figuren bis zur
Auflösung ihrer Identität und die unsichtbaren Grenzen zwischen Bewusstsein
und Traum sind, werden näher beschrieben und erläutert.
Die Grundlage für die Hausarbeit bildet der Aufsatz: „Romantische
Adoleszenzkrisen“ von Hartmut Böhme, der speziell auf diese Problematik
eingeht und sie näher beschreibt, sowie das Buch: „Ludwig Tieck. Der blonde
Eckbert. Der Runenberg.“ von Hanne Castein.
1 Hanne Castein (Hrsg.): Ludwig Tieck. Der blonde Eckbert. Der Runenberg. Stuttgart 1987, S.18f.
2 Wolf Wucherpfenning: Die Geschichte der deutschen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Leipzig
1996, S.138.
3 Hanne Castein (Hrsg.): Ludwig Tieck. Der blonde Eckbert. Der Runenberg. Stuttgart 1987, S.11.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Christians Wege

3. Die Landschaftscodierungen

4. Die Verbindung Christians mit der Natur

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Ludwig Tiecks Märchennovelle „Der Runenberg“ unter psychologischen Aspekten der Romantik, insbesondere im Hinblick auf Adoleszenzkrisen und die Symbolik von Naturräumen. Im Fokus steht die Frage, wie die Natur als dunkle Macht das Schicksal und die Identitätsfindung des Protagonisten Christian beeinflusst.

  • Analyse von Reifungsprozessen und Adoleszenzkrisen um 1800.
  • Untersuchung der symbolischen Topographie zwischen Gebirge und Ebene.
  • Deutung der Verbindung zwischen materieller Habgier und sexueller Verführung.
  • Reflektion über das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Anpassung und individueller Wunschwelt.

Auszug aus dem Buch

3. Die Landschaftscodierungen:

Im Runenberg findet im Gegensatz zu anderen Märchen, wie zum Beispiel „Der blonde Eckbert“ keine Personen- bzw. Ortsbeschreibung statt. Die grundlegende topographische Ordnung im Runenbergmärchen wird jedoch durch das Gebirge, in dem sich der Runenberg befindet und die Ebene, in der das Dorf liegt, gebildet. Mit der ersten Gebirgswanderung wird eine Entgrenzung von Christians Erfahrungen initiiert. Der Wechsel Christians über die Grenzen dieser Bezirke kennzeichnet jeweils den Eintritt in eine andere symbolische Ordnung.

Die Ebene ist die Region des väterlichen Gesetzes, sie ist eine bearbeitete Kulturlandschaft, angeeignete und geometrisierte Natur; sie ist in ihrer moralischen Instanzenordnung patriachalisch und wird „theologisch darum dem Vater-Gott als Fruchtbarkeitsspender zugeordnet.“ In der Ebene herrscht eine zufriedene Enge, moralische Einzirkelung, familiäre Behütung, aber gleichzeitig auch eine gewisse Unwissenheit der Menschen, „denen das Gefühl ihres Elends fehlt.“ Genau dieser Mangel der Ebene verweist auf die Verdrängung und das Vergessen jener Trieb- und Wunschpotentiale hin, welche topographisch dem Gebirge zuzuordnen sind und welche Christian in seinem Inneren findet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Märchennovelle als Zeugnis der Romantik und Einführung in die zentralen Themen der Naturmacht und der psychologischen Verfeinerung.

2. Christians Wege: Analyse der Adoleszenz des Protagonisten und seines Ausbruchs aus der väterlichen Idylle hin zur gefährlichen Verlockung der Bergwelt.

3. Die Landschaftscodierungen: Erläuterung der symbolischen Bedeutung von Ebene und Gebirge als Repräsentanten für gesellschaftliche Ordnung versus unbewusste Triebwelten.

4. Die Verbindung Christians mit der Natur: Darstellung der wechselseitigen Spiegelung von Naturerscheinungen und dem Gefühlsleben des Protagonisten.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Selbstfindung Christians und der existenziellen Konsequenz seines Rückfalls in den Wahnsinn.

Schlüsselwörter

Ludwig Tieck, Der Runenberg, Romantik, Märchennovelle, Adoleszenzkrise, Naturdeutung, Identitätsverlust, Unbewusstes, Symbolik, Venusberg, Entfremdung, psychologische Analyse, Triebstruktur, Alrunenwurzel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Ludwig Tiecks Märchen „Der Runenberg“ und untersucht, wie Naturerfahrungen und psychologische Prozesse das Leben des Protagonisten Christian maßgeblich prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen Adoleszenzkrisen um 1800, die Symbolik von Landschaftsräumen (Gebirge vs. Ebene) sowie die Macht des Goldes als gesellschaftszerstörende Kraft.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Naturbeschreibung, der Identitätsentwicklung Christians und der „modernen“ psychologischen Denkweise in Tiecks Werk aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zur Anwendung?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Hinzuziehung psychoanalytischer Ansätze, um symbolische Topographien und Entwicklungsprozesse zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Christians Entwicklungsweg, die symbolische Codierung der Landschaft sowie die enge, oft destruktive Verbindung des Protagonisten zur Natur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Romantik, Adoleszenz, Identitätsverlust, symbolische Topographie, Naturdeutung und das Motiv der Verführung.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Ebene“ und „Gebirge“ eine so große Rolle?

Die Ebene repräsentiert die moralische, patriarchale Ordnung des väterlichen Gesetzes, während das Gebirge als Raum der archaischen Natur, der unbewussten Wünsche und der Gefahr für den Adoleszenten fungiert.

Wie deutet die Autorin den Schluss der Erzählung?

Der Schluss wird als endgültiges Auseinanderdriften von Christian und der gesellschaftlichen Ordnung interpretiert, wobei der Wahnsinn als letztendliche Flucht in das „ewige Glück“ der Natur verstanden wird.

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Details

Title
Ludwig Tieck - Der Runenberg
College
University of Hamburg  (Germanistik)
Grade
2,0
Author
corinna fust (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V24501
ISBN (eBook)
9783638273640
Language
German
Tags
Ludwig Tieck Runenberg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
corinna fust (Author), 2004, Ludwig Tieck - Der Runenberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24501
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