Mit der digitalen Revolution des Fotomarktes verloren bekannte Hersteller wie Minolta, Konica, Kodak und Leica innerhalb kürzester Zeit wichtige Marktanteile, während die Konkurrenz von Fuji, Canon, Olympus und Sony zu den großen Gewinnern zählten. Was war passiert? Während die einen sich voll auf den neuen digitalen Markt konzentrierten, schätzten die anderen das Konsumentenverhalten sowie den technischen Fortschritt falsch ein und mussten so große Verluste hinnehmen. Wie hier beispielhaft dargestellt, ist es für viele Unternehmen zusehends von fundamentaler Bedeutung zu wissen, wie die Zukunft aussieht, was sich morgen und übermorgen wie verkaufen lässt, und an wen es sich verkaufen lässt. Gleichzeitig führen der soziale, kulturelle, ökonomische und technologische Wandel dazu, dass die Phänomene Marke und Trend immer schnelllebiger werden und immer komplexer nachzuvollziehen sind.
Die vorliegende Arbeit geht der Frage auf den Grund, in wieweit Trendforschung dazu in der Lage ist, einen Überblick über mögliche und wahrscheinliche Szenarien der Zukunft zu geben. Im Fokus der Betrachtung steht die Bedeutung für die Marketingforschung und die Möglichkeit, Trendforschung als Basis für die Integration der Zukunft in unternehmerische Entscheidungen zu nutzen. Rolle, Ziele, Zweck und Methoden der Trendforschung werden in jüngster Zeit von Seiten der Wissenschaft und Wirtschaft kontrovers diskutiert. Eine Systematisierung der besonders zwiespältig betrachteten qualitativen Methoden liefert der erste Te il dieser Arbeit. Wie Trendforschung konkret in der Praxis implementiert wird und welchen Stellenwert sie heute in Deutschland ha t, damit beschäftigt sich der zweite Teil dieser Arbeit. Das abschließende Fazit fasst die gemachten Erkenntnisse kurz zusammen und liefert so noch einmal einen Überblick über Fortschritte und Versäumnisse der Trendforschung in kompakter Form. Neuere Entwicklungen sowie ein abschließender Kommentar runden die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wissenschaftliche Grundlagen
2.1. Trend und Trendforschung
2.2. Methoden der Trendforschung
3. Praxis der Trendforschung im Marketing
3.1. Stellenwert der Trendforschung in deutschen Unternehmen
3.2. Angewandte Trendforschung am Beispiel von Trendsportarten
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert und die praktische Anwendung der Trendforschung innerhalb der Marketingforschung. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit Trendforschung Unternehmen dabei unterstützen kann, zukünftige Marktentwicklungen zu antizipieren und fundierte strategische Entscheidungen zu treffen, wobei die Relevanz der qualitativen Methoden und deren Implementierung in deutschen Unternehmen im Fokus steht.
- Grundlagen der qualitativen Trendforschung und deren Abgrenzung.
- Methodische Instrumente der Trendanalyse und Zukunftsprognose.
- Stellenwert und Akzeptanz der Trendforschung in deutschen Unternehmen.
- Anwendung von Trends und Trendforschung am Beispiel von Trendsportarten.
Auszug aus dem Buch
2.1. Trend und Trendforschung
Der Begriff „Trend“ ist aus dem heutigen Sprachgebrauch kaum mehr wegzudenken, war er doch eine der meistgebrauchten Vokabeln der neunziger Jahre. Interessant erscheint, dass die Trendkategorie erst Mitte der achtziger Jahre begann, eine Rolle im öffentlichen Diskurs zu spielen. Die Bezeichnung als „englisches Lehnwort, das die Grundrichtung einer statistischen Entwicklung erfasst“ aus der Duden-Ausgabe des Jahres 1961 lässt bereits darauf schließen, dass sich der Vokabel „Trend“ damals lediglich in Einzelfällen bedient wurde. Der Trendbegriff war zur dieser Zeit in erster Linie quantitativer Natur. Erst seit Beginn der Neunziger Jahre verwendet man den qualitativen Trendbegriff in seiner heute geläufigen Art, als Inbegriff für schnelle Lifestyle-Wechsel und Synonym mit dem “Gestus einer kulturellen Avantgarde“.
Horx/Wippermann, Gründer des Hamburger Unternehmens „Trendbüro“ führen die Entwicklung des Trendbegriffs auf den Verlust der „gesellschaftlichen Steuereinheiten“ zurück. So zerbrach nach Meinung der beiden Autoren zu Beginn der Achtziger „jenes Koordinatensystem, das den kulturellen Kosmos hierarchisch ordnete“. Die kulturellen Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur, etablierte versus Alternativkultur, Kunst gegen Kommerz, ideologisch linke oder rechte Ausrichtung, hätten begonnen langsam zu verschwimmen. Zu Beginn der Neunziger Jahre verstärkte der Zusammenbruch des Ostblocks zusätzlich das Aufweichen der Polarisierungen, die Politik lief von nun an den komplexen Veränderungen hinterher, anstatt sie selbst zu formen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Trendforschung für Unternehmen angesichts eines immer komplexeren und schnelleren Marktumfeldes.
2. Wissenschaftliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des qualitativen Trendbegriffs und diskutiert die methodischen Ansätze der Trendforschung im wissenschaftlichen Kontext.
3. Praxis der Trendforschung im Marketing: Hier wird der konkrete Stellenwert der Trendforschung in deutschen Unternehmen analysiert und ihre Anwendung beispielhaft anhand von Trendsportarten veranschaulicht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Methoden und die Bedeutung der Trendforschung zusammen und kommentiert deren zukünftige Rolle für die Markenführung.
Schlüsselwörter
Trendforschung, Marketingforschung, Trend, Megatrend, qualitative Methoden, Marktanalyse, Zukunftsprognose, Trendmanagement, Konsumentenverhalten, Trendsportarten, Szenario-Technik, Delphi-Analyse, Monitoring, Scanning, Innovationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Relevanz der Trendforschung als integraler Bestandteil der modernen Marketingforschung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den wissenschaftlichen Grundlagen des Trendbegriffs, methodischen Ansätzen zur Trendanalyse sowie deren praktischer Umsetzung in deutschen Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung, wie Trendforschung zur strategischen Zukunftsplanung in Unternehmen beitragen kann und welche Methoden dabei zum Einsatz kommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Aufarbeitung und Systematisierung qualitativer Methoden der Trendforschung sowie auf die Auswertung existierender Studien und Praxisbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Fundamente, die methodische Werkzeugkiste (z.B. Monitoring, Szenario-Technik, Delphi-Analyse) sowie die praktische Anwendung durch Unternehmen, insbesondere in Bezug auf Trendsportarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Trendmanagement, Zukunftsforschung, Marketingstrategie, Szenario-Technik und Konsumentenverhalten charakterisiert.
Warum ist Trendforschung laut Arbeit ein zwiespältiges Feld?
Die Trendforschung wird kritisch betrachtet, da sie einerseits von PR-trächtigen „Trend-Gurus“ mit unseriösen Prognosen geprägt ist, andererseits aber über fundierte, wissenschaftlich wertvolle Diagnoseinstrumente verfügt.
Wie unterscheidet sich die Nutzung bei Sportartikelherstellern wie adidas?
Unternehmen wie adidas nutzen Trendforschung durch aktives Monitoring, um frühzeitig wachsende Interessen (z.B. Streetball) zu identifizieren und diese durch gezieltes Sponsoring für den Markenerfolg zu monetarisieren.
- Quote paper
- Tobias Beetz (Author), 2004, Trendforschung als Bestandteil der Marketingforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24563