Die Herausforderung der national verfassten Gewerkschaften durch die Globalisierung


Hausarbeit, 2003
17 Seiten, Note: 1.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Gliederung
1.2. Einführung

2. Globalisierung und Gewerkschaften
2.1. Gewerkschaften im nationalen Kontext
2.1.1. Ziele der Gewerkschaften
2.1.2. Rechte der Gewerkschaften
2.2. Herausforderung durch die Globalisierung
2.3. Internationale und europäische Gewerkschaftsarbeit
2.3.1. Internationale Gewerkschaftsbewegung
2.3.2. Der Weltgewerkschaftsbund
2.3.3. Die Internationale Debatte um Arbeitzeitverkürzung als. Beispiel für europäische Gewerkschaftsarbeit

3. Ausblick

4. Literaturverzeichnis

5. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Gliederung

Die Arbeitsweise dieser Hausarbeit ist hermeneutisch. Sie ist in drei übergeordnete Teile gegliedert. Im ersten werde ich, neben der Gliederung, eine inhaltliche Einführung in die Thematik der Herausforderungen für die Gewerkschaften geben. Der Hauptteil der Arbeit besteht ebenfalls aus drei weiteren Unterpunkten. Im ersten wird anhand von gewerkschaftlichen Zielen und Rechten, eine Einordnung der Arbeitnehmervertretungen in den Nationalen Kontext Deutschlands erfolgen. Der zweite Unterpunkt stellt anhand des Arbeitstitels die Probleme dar, die die Globalisierung und damit einhergehend, Multinationale Konzerne für die Gewerkschaften bedeuten. An diesen Aspekt anknüpfend stellt der dritte Unterpunkt die internationalen und europäischen Organisationsformen von Gewerkschaften dar und beleuchtet am Beispiel der europäischen Arbeitszeitregelung die Reaktion der Gewerkschaften auf die zunehmend transnationale Organisierung von Unternehmen. Der dritte, übergeordnete Teil stellt dann abschließend einen Ausblick dar, in dem eine Einschätzung der momentanen Entwicklung erfolgt.

1.2. Einführung

In immer stärken Maße sehen sich Gesellschaften mit einer zunehmenden Internationalisierung von Arbeit, den Märkten und von Wertschöpfungsprozessen konfrontiert. Durch die diese umfassende Wirkung auf Arbeit, als wichtiger Aspekt des sozialen Lebens, sehen Gewerkschaften, als Arbeitnehmerverbände, es als ihre Aufgabe an, mit dieser Entwicklung hin zum global eingebundenen Arbeiten Schritt zu halten. Dabei stoßen sie jedoch, aufgrund ihrer national-staatlichen Einbindung, Organisation und Legitimation auf einige Probleme. Deutschlandweit halten sie beispielsweise recht starke Machtinstrumente für ihre Mitglieder bereit: Streik, Tarifverträge und politische Einflussnahme durch den Deutschen Gewerkschaftsbund. So können sie auf nationaler Ebene sehr gut als Gegen- und Gestaltungsmacht zu den Arbeitgeberverbänden operieren. Auf internationaler Ebene, auf der gerade transnational organisierte Unternehmen agieren, bestehen für sie allerdings große, teilweise unlösbar erscheinende Herausforderungen. Alleine schon die Komplexität der verschieden organisierten Länder und deren rechtliche und kulturelle Unterschiede stellen große Hindernisse dar. Aber auch die, teilweise gewollte, diffuse Verantwortungsstruktur in Arbeitnehmerfragen der multinationalen Unternehmen, die ihnen keinen Verhandlungspartner bereitstellt, behindert die Durchsetzung gewerkschaftlicher Interessen. Im Folgenden werde ich nun diese und andere Herausforderungen, sowie die Lösungsansätze der Gewerkschaften darstellen.

2. Globalisierung und Gewerkschaften

2.1. Gewerkschaften im nationalen Kontext

2.1.1. Ziele der Gewerkschaften

Prinzipiell betrachtet haben die Gewerkschaften als Einheitsgewerkschaft, wie sie heute anzutreffen sind seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges Bestand, so formulierte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sein erstes Grundsatzprogramm schon 1949. Im 19. Jahrhundert gab es zwar auch schon Interessenverbände der Arbeitnehmer, jedoch waren sie als Richtungsgewerkschaften für jeweils einzelne Berufssparten organisiert und konnten deshalb nicht die Schlagkraft entwickeln, wie es ihnen heutzutage möglich ist. Während des Nationalsozialismus wurden 1933 die freien, am Rechtstaat orientierten Gewerkschaften im Zuge der Gleichschaltung durch die Diktatoren faktisch ausgeschaltet. Die gewerkschaftliche Tätigkeit richtet sich seit Ende des zweiten Weltkrieges an alle Arbeiter, Angestellte und Auszubildende, aber auch an Arbeitslose, Arbeitssuchende und Menschen, die im Ruhestand sind. Sie wurden gebildet, um eine adäquate und organisierte Gegenmacht zur Macht der Arbeitgeber zu bilden. Ihre Ziele lassen sich in zwei Aspekte teilen, zu ersten in individuell bezogene und zum zweiten in politisch engagierte[1].

Zum ersten wollen sie die Interessen und Ziele vor allem natürlich der Arbeitnehmer vertreten und realisieren. Dazu steht ihnen das Mittel des Streiks zur Verfügung, das den Arbeitnehmer nicht gefährdet, da z.B. von staatlicher Seite her Kündigungen nicht aufgrund von Streiks verboten sind. Als weitere Ziele müssen hier insbesondere die Forderung der Gewerkschaften nach der Solidargemeinschaft genannt werden[2]. Darunter verstehen die Gewerkschaften eine sozial gerechte Verteilung von Einkommen, Vermögen und Lebenschancen. Auch die Rolle der Geschlechter liegt ihnen am Herzen, verlangen sie doch eine geschlechtliche Emanzipation und die partnerschaftliche Ausgestaltung der Erwerbs- und Familienarbeit[3].

Zum Zweiten verstehen sie sich als Hüter von Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Frieden. Sehr deutlich wird das an ihrem klaren Bekenntnis zu ebendiesen Werten in ihrem Grundsatzprogramm und der Bereitschaft sie durch das Mittel des Widerstandrechts zu verteidigen. An dieser Formulierung wird ein weiterer Charakterzug der Gewerkschaften deutlich: Ihr Selbstbild ist das einer Kampforganisation. Sie wollen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden, friedlichen Mitteln und Kräften für Werteerhalt, Solidarität, Einigkeit, Recht, Freiheit, und den Erhalt der parlamentarischen und repräsentativen Demokratie kämpfen. Diese Ideale wollen sie vor allem durch die Projektion in die Arbeitswelt erreichen. Sie plädieren für eine Demokratisierung von Arbeitswelt, Wirtschaft und Gesellschaft, für Menschen- und Bürgerrechte und für die Rechte und Möglichkeiten der Arbeitnehmer, selbstbestimmt arbeiten und leben zu können. Ihre politische Relevanz sehen sie aber auch auf der internationalen und insbesondere europäischen Ebene. Durch ihre Wächterfunktion über Demokratie, Offenheit, Toleranz und Gerechtigkeit wollen sie ein Garant für den Frieden und freundschaftlichen Interessensausgleich zwischen den Staaten sein. Des Weiteren sehen sie sich innerstaatlich als Reformmotor, da sie als Gegenmacht zu den Arbeitgeberverbänden stetig neue Forderungen und Weiterentwicklungen zu verwirklichen wünschen[4]. Gerade an dem letzten Punkt wird dann ein weiterer, wichtiger Aspekt gewerkschaftlicher Ziele deutlich: Nicht nur opponierende Blockade als Gegenmacht, sondern ebenso lösungs - bietende Gestaltungsmacht zu sein[5].

[...]


[1] Vgl.: Deutscher Gewerkschafts Bund: „Grundsatzprogramm“. Berlin, 1996.

[2] Vgl.: Papcke, S.: „Alles scheint möglich, aber nichts geht mehr…“. In Gewerkschaftliche Monatshefte, Ausgabe 01/2003. S. 103

[3] Vgl.: v.Auer, F, Segbers, F.: „Für eine andere Modernisierung“. In: v. Auer, F., Segbers, F.: „Gerechtigkeitsfähiges Deutschland“. Bochum, 1998. S. 7 - 21

[4] Vgl.: Klammer, U.: „Zur Neuregulierung des Sozialstaates“. In: v. Auer, F., Segbers, F.: „Gerechtigkeitsfähiges Deutschland“. Bochum, 1998. S. 105 - 125

[5] Vgl.: Sommer, M.: „Der DGB ist der politische Arm der Gewerkschaften“. In: Gewerkschaftliche Monatshefte, Ausgabe 07/2002. S. 371.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Herausforderung der national verfassten Gewerkschaften durch die Globalisierung
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Professur für Soziologie)
Note
1.0
Autor
Jahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V24580
ISBN (eBook)
9783638274241
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herausforderung, Gewerkschaften, Globalisierung
Arbeit zitieren
Jan Jaeger (Autor), 2003, Die Herausforderung der national verfassten Gewerkschaften durch die Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24580

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