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Begründung und Praxis katholisch-kirchlichen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Eine sozialethische Analyse

Title: Begründung und Praxis katholisch-kirchlichen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Eine sozialethische Analyse

Examination Thesis , 2004 , 46 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jens Huke (Author)

Ethics
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1 Einleitung und Hergang der Analyse

Mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 ging der bisher dunkelste Abschnitt deutscher Geschichte zu Ende. Die Bilanz der zwölfjährigen Schreckensherrschaft des nationalsozialistischen Regimes unter seinem Führer Adolf Hitler ist nicht nur traurig und erschreckend, sondern auch beispiellos. Getrieben von der maßlosen Selbstüberschätzung, dass das deutsche Volk ein „Herrenvolk“ sei, welches den anderen Völkern der Menschenfamilie übergeordnet ist, entfalteten die Nationalsozialisten ihr totalitäres und verbrecherisches Regime.Gestützt durch die Hoffnungen der Bevölkerung auf eine bessere Zukunft und eine Stabilisierung der politischen Verhältnisse wurde zunächst die Demokratie zu Grabe getragen. Damit einher ging die nahezu ausnahmslose Gleichschaltung aller Bereiche der deutschen Gesellschaft, wodurch ein ganzes Volk in den Bann der nationalsozialistischen Ideologie gezogen wurde. Doch die Schreckensherrschaft Adolf Hitlers war bekanntlich nicht auf Deutschland begrenzt. So waren die Deutschen ein zweites Mal in diesem Jahrhundert für den Beginn eines Weltkrieges verantwortlich, in dem nicht nur unzählige Soldaten starben sondern auch unvorstellbare Gräueltaten an der Zivilbevölkerung begangen wurden. Die Spitze der Perversion ihrer Macht erreichten die Nationalsozialisten jedoch mit der systematisch betriebenen Ermordung des jüdischen Volkes, welche die völlige Ausrottung zum Ziel hatte.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges setzte die Suche nach den Schuldigen ein. Auf deutscher wie auf alliierter Seite stellte man sich dabei immer wieder die Frage, wie es zu einer solchen Entartung der Macht in einem westeuropäischen Staat kommen konnte. Die führenden Köpfe des nationalsozialistischen Regimes waren schnell ausgemacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Hergang der Analyse

2 Grundlegende Rechtfertigung von Widerstand und Tyrannenmord

2.1 Zum Begriff und den Arten des Widerstandes

2.2 Begründung des Widerstandsrechtes aus Sicht katholischer Christen

3 Katholische Kirche und Nationalsozialismus

3.1 Katholische Kirche und Nationalsozialismus vor 1933

3.2 1933 – Der Anschein eines Modus Vivendi

3.3 1933 – 1936 Die Fronten klären sich

3.4 1937 – Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“

3.5 1937 – 1945 Offene Konfrontation zwischen Kirche und Staat

4 Beurteilung des Verhaltens der katholischen Kirche

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Verhalten der katholischen Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus unter sozialethischen Gesichtspunkten. Dabei wird untersucht, wie die Kirche theoretisch einen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime rechtfertigte und inwiefern diese theoretischen Grundlagen im praktischen Handeln der Institution sowie des Einzelnen umgesetzt wurden.

  • Theoretische Fundierung des katholischen Widerstandsrechts auf Basis von Naturrecht und christlicher Soziallehre.
  • Analyse der wechselvollen Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem NS-Regime zwischen 1933 und 1945.
  • Untersuchung der Rolle der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ als Katalysator für kirchliche Proteste.
  • Differenzierung zwischen dem Handeln der offiziellen Kirchenführung und dem Widerstand einzelner Gläubiger.

Auszug aus dem Buch

3.4 1937 – Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“

Mit diesem Schritt beendete der Papst die Phase des rein defensiv - diplomatisch ausgerichteten Vorgehens der Kirche und begann kraft seiner lehramtlichen Autorität die Unvereinbarkeit von katholischer Glaubenslehre und nationalsozialistischer Weltanschauung herauszuarbeiten. Dieses päpstliche Rundschreiben wurde damit zu einem einzigartigen, nüchternen und präzisen Rechenschaftsbericht über vier Jahre nationalsozialistische Alleinherrschaft in Deutschland, der in der gesamten Welt Beachtung fand.

Dem Papst ging es dabei erst in zweiter Linie um den Erfolg dieses Vorhabens - einer konkordatsgemäßen Kirchenpolitik der Regierung. Wichtiger war für ihn, sich in seinem Handeln von seinem Gewissen und seiner hirtenamtlichen Verantwortung leiten zu lassen (MBS 6), und damit ein Zeichen für bisher Unentschlossene zu setzen.

Als „ein Wort der Wahrheit und der seelischen Stärkung“ (MBS 7) verstanden, basierte die Argumentation der Enzyklika auf dem formal sicheren Rechtsboden des Reichskonkordats, wodurch den in der Enzyklika vorgebrachten Anklagen ein tragfähiges Fundament verliehen wurde. So griff der Papst zunächst die bereits von den Bischöfen angemahnten vielfältigen Konkordatsverletzungen auf und kam in bisher nicht gekannter Schärfe zu dem Schluss, dass „der Anschauungsunterricht der vergangenen Jahre die Verantwortlichkeiten klärt. Er enthüllt Machenschaften, die von Anfang an kein anderes Ziel kannten als den Vernichtungskampf“ (MBS 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Hergang der Analyse: Die Einleitung steckt den Rahmen ab, skizziert die historisch-politische Situation nach 1945 und definiert das Ziel der Analyse sowie die methodische Herangehensweise.

2 Grundlegende Rechtfertigung von Widerstand und Tyrannenmord: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der katholischen Soziallehre bezüglich der Gehorsamspflicht gegenüber dem Staat und unter welchen ethischen Voraussetzungen ein Recht auf Widerstand begründet werden kann.

3 Katholische Kirche und Nationalsozialismus: Hier wird der historische Verlauf des Verhältnisses von Kirche und NS-Staat in fünf Phasen dargestellt, von der Anfangsphase bis zur offenen Konfrontation.

4 Beurteilung des Verhaltens der katholischen Kirche: Das Kapitel reflektiert das tatsächliche Handeln der Kirche vor dem Hintergrund ihres eigenen Selbstverständnisses und der theoretischen Vorgaben aus Kapitel 2.

5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das kirchliche Verhalten differenziert zwischen passiver Selbstbehauptung und aktivem Widerstand ein.

Schlüsselwörter

Katholische Kirche, Nationalsozialismus, Widerstand, Sozialethik, Naturrecht, Gehorsamspflicht, Mit brennender Sorge, Konkordat, Pius XI., Kardinal Bertram, Gewissensentscheidung, Tyrannenmord, Staatsverständnis, NS-Regime.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhalten der katholischen Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus aus einer sozialethischen Perspektive und hinterfragt die Möglichkeiten und Grenzen kirchlichen Widerstands.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die theoretische Rechtfertigung von Widerstand gegen staatliche Gewalt, das historische Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und der NS-Diktatur sowie die Rolle von kirchlichen Amtsträgern und Gläubigen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, wie die katholische Kirche ihr Verhalten gegenüber dem Nationalsozialismus theologisch und ethisch begründete und wie dieses Verhalten im Lichte des "theoretisch Möglichen" zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine sozialethische Analyse durch, die auf der kritischen Auswertung von Literatur, Quellen, kirchlichen Dokumenten und der Anwendung von Prinzipien der katholischen Soziallehre basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Widerstandsbegriffs und eine chronologische historische Untersuchung des kirchlichen Agierens von 1933 bis 1945.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem: Widerstand, katholische Soziallehre, Naturrecht, Nationalsozialismus, Gehorsamspflicht und Gewissensentscheidung.

Welche Rolle spielte die Enzyklika "Mit brennender Sorge"?

Die Enzyklika markierte einen Wendepunkt, indem sie die Unvereinbarkeit von katholischer Glaubenslehre und NS-Weltanschauung klar benannte und den Gläubigen eine neue Orientierung für ihren Widerstand bot.

Wie ist das Handeln von Kardinal Bertram zu bewerten?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Handeln Bertrams primär von einem sehr defensiven Gehorsamsverständnis und der Sorge um den Erhalt kirchlicher Institutionen geprägt war, was den Widerstand des Episkopats insgesamt abschwächte.

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Details

Title
Begründung und Praxis katholisch-kirchlichen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Eine sozialethische Analyse
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Katholische Theologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialwissenschaften und der Sozialethik)
Grade
1,3
Author
Jens Huke (Author)
Publication Year
2004
Pages
46
Catalog Number
V24585
ISBN (eBook)
9783638274289
ISBN (Book)
9783638701969
Language
German
Tags
Begründung Praxis Widerstandes Nationalsozialismus Eine Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Huke (Author), 2004, Begründung und Praxis katholisch-kirchlichen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Eine sozialethische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24585
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