Anwendungsprogramme, Systemanalyse und Datensicherheit


Hausarbeit, 2001
32 Seiten, Note: gut

Leseprobe

Patrick Lucke

Aufgabe 1
Individualsoftware
Vorteile
Nachteile
Beispiele
Standardsoftware
Vorteile
Nachteile
Beispiele
Generatorprogramme (Metasprachen)
Vorteile
Nachteile
Beispiele
Modularisiertes Standard-Kernprogramm mit Zusatzmodulen und Entwicklungssystem
Vorteile
Nachteile
Beispiele
Best-of-breed
Vorteile
Nachteile
Beispiele
Individuelle Zusammensetzung von Standardkomponenten
Vorteile
Nachteile

Aufgabe 3
Datenschutz
Datenintegrität
Datensicherung
Datensicherheit
Die vier Grundbedrohungen
Verlust der Integrität
Verlust der Verbindlichkeit
Verlust der Verfügbarkeit
Verlust der Vertraulichkeit
Konkrete Bedrohungen
Konkrete Gegenmaßnahmen
Kriterien zur Beurteilung der Sicherheit von Informationssystemen
TCSEC
ITSEC
CC
Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)

Aufgabe 4 Durchführung einer Systemauswahl
Stufe 1 Analyse und Auswertung der EDV-Ist-Situation des Unternehmens
Stufe 2 Erstellen eines Anforderungsprofils (Sollkonzept-Entwicklung)
Stufe 3 Bewertung alternativer EDV-Systeme
Stufe 4 Auswahl alternativer EDV-Systeme
Stufe 5 Einführung des ausgewählten EDV-Systems
Durchführung einer Konfigurationsplanung

Aufgabe 1

Individualsoftware

Zu Individualsoftware zählt man Programme, die für den marktnahen Bereich entwickelt worden sind. Das heißt, sie sind speziell auf die organisatorischen, personellen und marktbezogenen Gegebenheiten eines Unternehmens zugeschnitten und programmiert worden. Hiermit können dann alle eigenen Anforderungen abgedeckt werden.

Die Individualsoftware wird in der Regel von freien Mitarbeitern oder einem System- bzw. Beraterhaus in Form von Projektarbeit konzipiert und umgesetzt. Seltener sind unternehmenseigene Entwicklungsteams beteiligt. Individualsoftware wird von mittleren und großen Unternehmen zur Abbildung komplexerer betrieblicher Prozesse und zur Lösung spezieller Aufgaben eingesetzt. Bei kleineren Unternehmen ist Individualsoftware nur in sehr unternehmensspezifischen Bereichen vorhanden.

Vorteile:

Der ausschlaggebende Vorteil von Individualsoftware ist, dass die Programme auf die Bedürfnisse und betrieblichen Gegebenheiten des Unternehmens perfekt zugeschnitten sind. Denn von der Konzeption, über den Testbetrieb, bis hin zur Abnahme werden in allen Projektphasen wird auf die Wünsche des Auftraggebers eingegangen. Auf diese Weise wird die Software den betrieblichen Abläufen angepasst und nicht umgekehrt. Das Anforderungsprofil entspricht somit dem Leistungsumfang.

Nachteile:

Die Nachteile beinhalten hohe Entwicklungskosten, hohe Folgekosten bei Programmaktualisierungen und –erweiterungen sowie ggf. der generellen Abhängigkeit von Dritten (kein Support oder Weiterentwicklung bei Konkurs eines Systemhauses) und das Risiko der Offenlegung von betrieblichen Abläufen und Geheimnissen gegenüber externen Mitarbeitern. Zudem werden viele Projekte nicht erfolgreich beendet, weil bei der Definition des Projektziels in der Planungsphase grundsätzliche Designfehler unterlaufen sind, die erst im Testbetrieb festgestellt werden, oder weil sich die Anforderungen während der Projektdurchführung grundlegend geändert haben.

Beispiele:

- eine Kundenverwaltung, die auf die Besonderheiten des Unternehmens und Kundenstamms optimal angepasst ist
- Maschinensteuerung
- ein Messaging-Tool, mit dessen Hilfe Abteilungen und Teams verschlüsselt Nachrichten und Dokumente austauschen und auch im Home-Office abfragen können

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Standardsoftware

Unter einer Standardsoftware versteht man eine allgemeingültige Anwendung, die die Kernanforderungen einer meist sehr großen Marktes abdeckt. Hieraus folgt, dass zwar ein Grossteil, aber nicht alle Anforderungen abgedeckt werden. Eine Vielzahl an Programmfunktionen wird nicht benötigt. Dafür bieten moderne und umfangreiche Programmpakete durch Makrosprachen oder standardisierte Schnittstellen die Möglichkeit, die Funktionen und Komponenten zu automatisieren und zu erweiten, um individuelle Anpassungen vornehmen zu können.

Vorteile:

Standardsoftware wird in großen Stückzahlen hergestellt, was sich beim Preis bemerkbar macht und den Hauptvorteil dieser Software ausmacht. Denn je allgemeiner die Software gehalten ist, desto größer ist der Absatzmarkt und desto geringer der Preis. Weitere Vorteile sind die sofortige Verfügbarkeit, die relativ geringen Kosten für Updates und die Bindung an einen in der Regel größeren Hersteller (Verringerung des Risikos eines Konkurses). Außerdem sind die Folgekosten der Investition niedriger, weil Dienstleistungen wie Implementation und Support günstiger (ggf. von Drittanbietern) zu erhalten sind. Sofern die jeweilige Software die Möglichkeit der Erweiterung um individuelle Komponenten bietet, können zudem auch sehr spezielle Anforderungen realisiert werden.

Nachteile:

Der schwerwiegende Nachteil ist, dass Standardsoftware auf die eigenen betrieblichen Prozesse nicht optimal angepasst ist. Sie kann eben nur bei standardisierten Aufgaben eingesetzt werden, und ggf. sind Abläufe im eigenen Unternehmen der Funktionsweise der Software anzupassen. Als Käufer hat man nur einen geringen Einfluss auf die Entwicklung und Erweiterung der Software. Im schlimmsten Falle wird Entwicklung und Support für eine Standardsoftware vom Hersteller eingestellt, woraufhin zumindest mittelfristig der Umstieg auf eine neue Software erforderlich wird. Die Erweiterung um individuelle Komponenten, sofern möglich, ist in der Regel sehr teuer und vom Volumen her nicht für alle Anforderungen durchführbar.

Beispiele:

- Programmpakete mit individueller Erweiterungsmöglichkeit: Microsoft Office 97/2000 (Makrosprache VBA5/6), Sun's StarOffice (Makrosprache StarBasic)
- kaufmännisch: HS, Datev, Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung, Lohn und Gehalt, Reisekostenabrechnung
- Tools: Grafik, Audio, Routenplanung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Generatorprogramme (Metasprachen)

Generatorprogramme stellen auf einen oder mehre Benutzer- bzw. Anwendungskreise einen abgestimmten Funktionsumfang bereit. Nach Vorgabe von Parametern wird durch einen Generatorlauf erst das eigentlich einzusetzende Programm durch Stillegung von Datei- und Programmbereichen erzeugt. Die Gruppe der Metasprachen passt sich somit in die Lücke zwischen Individual- und Standardsoftware ein.

Vorteile:

Das erzeugte Programm entspricht weitgehender den eigenen Anforderungen als Standardsoftware. Da Generatorprogramme jedoch von mehr Anwendern genutzt werden können als Individualsoftware, ist der Preis verhältnismäßig günstig.

Nachteile:

Ggf. können nicht alle Anforderungen durch den Funktionsumfang einer Metasprache abgedeckt werden. Zudem werden mehr Ressourcen (Speicher und Rechenzeit) als notwendig durch die Stillegung von Datei- und Programmbereichen benötigt. Zur Inbetriebnahme des Endprogrammes ist ein Generatorlauf erforderlich, der zusätzliche Kosten und Planungsarbeit verursacht.

Beispiele:

- MAS von IBM
- COMET I von ehemals Nixdorf
- SAP R2/R3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Modularisiertes Standard-Kernprogramm mit Zusatzmodulen und Entwicklungssystem

Branchensoftware wird für eine spezielle Gruppe von Anwendern entwickelt und deckt dabei den gemeinsamen Nenner der Anforderungen über eine Basiskomponente ab. In den meisten Fällen bietet (auch ältere) Branchensoftware die Möglichkeit der Einbindung modular aufgebauter Standardkomponenten als Erweiterung des Basisprogramms. Dadurch können diejenigen Anforderungen abgedeckt werden, die zwar über die grundlegenden Bedürfnisse der jeweiligen Anwendergruppe hinausgehen, aber nicht vollkommen individuell sind. Moderne Branchensoftware bietet zudem die Möglichkeit, über definierte Schnittstellen individuell programmierte Komponenten in die Gesamtlösung einzubinden, um so auch sehr spezielle Anforderungen abdecken zu können.

Vorteile:

Der Hauptvorteil von Branchensoftware ist der günstige Preis des Basisprogramms. Je größer die Gruppe der Anwender, desto niedriger der Preis. Zusammen mit dem Zukauf von Standardkomponenten kann ein Grossteil der Anforderungen, mehr als bei Standardsoftware, abgedeckt werden. Besteht die Möglichkeit des Einbindens individueller Komponenten, können sogar alle Anforderungen realisiert werden. Der Anteil der nicht benötigten Programmfunktionen ist geringer und schon so die Systemressourcen.

Nachteile:

Zusatzmodule und individuell programmierte Komponenten sind teuer in der Anschaffung. Das Erstellen von eigenen Modulen bringt zudem Kompatibilitätsprobleme mit zukünftigen Releases des Basisprogramms mit sich. Branchensoftware erfordert in der Regel eine lange Implementationsphase, weil die Anpassung schwieriger als bei Individual- und Standardsoftware ist.

Beispiele:

- KHK Classic Line: deckt Grossteil der Anforderungen ab, der Rest kann durch uminterpretieren von vorhandenen Funktionen abgedeckt werden
- KHK Office Line: wie Classic Line, fehlende Funktionen können jedoch durch Erstellen individueller Komponenten realisiert werden, die über eine Schnittstelle auf das Basisprogramm zurückgreifen
- SAP: deckt im Grunde alle möglichen Anforderungen ab – jedoch sind äußerst viele nicht benötigte Funktionen enthalten; sehr hohe Implementationskosten
- Navision: ein auf einer Datenbank basierendes Standardpaket deckt ca. 70% der Anforderungen ab, ca. 20% können durch branchenorientierte und ca. 10% durch individuelle Komponenten realisiert werden
- COMET ab M5 von ehemals Nixdorf
- KISAM und KIFOS von Kienzle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Best-of-breed

Bei der Best-of-breed-Architektur werden für jeden vorliegenden Bereich die geeigneteste Lösung ausgesucht und implementiert. Die einzelten Komponenten sollten vorzugsweise als Objekte, z.B. des CORBA – Standard (Common Object Request Broker Architektur) vorliegen, damit alle Softwarekomponenten, mit dem ORB (Object Request Broker), zu einem ganzen System zusammengesetzt werden können. Hierbei dient der ORB als Kommunikationszentrale zwischen den einzelnen Objekten und leitet Nachrichten, Anforderungen oder Ausführungsbefehle von einem Objekt zum anderen.

Beim CORBA-System ist es auch möglich, einzelne Objekte gegen neuere bzw. bessere auszutauschen, hinzuzufügen oder zu entfernen. So entfällt für den Anwender die Abhängigkeit von einem Objekt.

Die Auswahl von Softwarekomponenten erfolgt dabei entweder intern oder extern. Bei der internen Auswahl der Komponenten, führen Mitarbeiter der eigenen EDV-Abteilung die Aufgaben der Auswahl und Implementation durch, wo hingegen Experten eines Softwareanbieters die externe Auswahl durchführen. Hier muss aber einige Vorraussetzungen wie z.B. der CORBA Standard, erfüllt werden. Ist das nicht der Fall, kann ein Objekt nicht implementiert werden. Ein Vorteil des CORBA-Systems ist auch die Plattformunabhängigkeit, die die Arbeit auf verschiedenen Plattformen ermöglicht.

Vorteile:

Durch diese relative Einfachheit der Implementation, liegen die Kosten im mittleren Bereich der Anschaffung, der TCO und der RCO. Die Anforderungsabdeckung ist durch die Auswahl der „besten“ Module optimal und führt zu einem hohen Erfüllungsgrad. Außerdem benutzt es die Integration verschiedener Hardware-Betriebssystem-Anwendungssoftware-Kombinationen auf Prozessebene, die sogenannte EAI (Enterprise Application Integration).

Nachteile:

Um eine Integration eines Moduls durchzuführen, muss es mit dem CORBA, DCOM oder ähnlichen Standards kompatibel sein. Dies ist jedoch nicht immer aufgrund der vielen verschiedenen Modulen gegeben. Auch ein Releasewechsel ist nicht so einfach zu erledigen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Anwendungsprogramme, Systemanalyse und Datensicherheit
Hochschule
Universität Hamburg  (FB Wirtschaftsinformatik)
Veranstaltung
Computeranwendungen in der Unternehmung
Note
gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
32
Katalognummer
V2462
ISBN (eBook)
9783638114950
Dateigröße
747 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
83,5 von 100 Punkten. 497 KB
Schlagworte
Standardprogramm, Generatorprogramm, Best-of-Bredd, Rechnerarchitekturen, Datenschutz, Datenintegrität, Datensicherheit, Datensicherung, TCSEC, ITSEC, CC, Bundesdatenschutzgesetz, Systemanalyse
Arbeit zitieren
Patrick Lucke (Autor), 2001, Anwendungsprogramme, Systemanalyse und Datensicherheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2462

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