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Verhaltensanomalien bei Anlegern - Psychologische Aspekte der Entscheidungsfindung

Title: Verhaltensanomalien bei Anlegern - Psychologische Aspekte der Entscheidungsfindung

Seminar Paper , 2001 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mark Bauer (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Einleitung
In der Kapitalmarktforschung nehmen Modelle, die rationale und emotionslose Entscheidungen der Individuen voraussetzen, einen gewichtigen Platz ein. Vergleicht man diese Prämissen jedoch mit dem täglichen Handel an den Börsen, wo Teilnehmer unter unvollkommener Information, getrieben von „Angst und Gier“(1) , unter physiologischen Beschränkungen und psychologischen Zwängen täglich Anlageentscheidungen treffen (und diese zu spekulativen Blasen und danach zu Crashes führen), wird klar, dass hier Diskrepanzen vorliegen. Es wurde zwar bereits versucht, nicht theoriekonforme Börsenakteure in entsprechende rationale Modelle zu integrieren, dort nahmen sie jedoch nur den Platz der „Noise Trader“ ein, deren Verhalten nicht explizit erklärt und analysiert wird, sondern lediglich Störgeräusch kurzfristiger Natur ist(2) . Diese Themen werden im ersten Teil der Arbeit näher beleuchtet.

Um jedoch die Verhaltensweisen dieser nicht rationalen Anleger zu verstehen, wurden weitere börsenpsychologische Modelle und Theorien entwickelt. Die Auseinandersetzung mit Börsenpsychologie ist daher nicht nur für Wirtschaftswissenschaftler geboten, die sich so ein besseres Bild über den Preisfindungsmechanismus machen können, sondern auch jeder private und institutionelle Anleger sollte ein grundsätzliches Maß an Wissen erwerben, um sich so selbst vor psychologischen Fallen und Fehlern zu schützen. Eine dritte Gruppe sind die „Börsenpsychologen“, die versuchen, die psychologischen Fehler der Masse der Anleger für sich zu nutzen und damit eine systematische Überrendite zu erzielen (ein bekanntes Beispiel ist der Milliardär George Sorros)(3) .
[...]
_______
1 Schellenberger in: Börsenperspektiven 2001 (2001), S. 38.
2 Vgl. Gerke in: Jünemann/Schellenberger (2000), S. 27-30.
3 Vgl. Schellenberger in: Börsenperspektiven 2001 (2001), S. 38; und Gerke in: Jünemann/Schellenberger (2000), S. 29f.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Probleme rationaler Entscheidungsfindung

2.1. Das klassische Capital Asset Pricing Model

2.2. Erweiterung des CAPM um nicht rationale Entscheidungen

3. Physiologische und psychologische Grundlagen der Verhaltensanomalien

3.1. Informationswahrnehmung und –verarbeitung

3.2. Entscheindungsfindung / Bewertung

3.2.1. Relative Bewertung

3.2.2. Commitment als verstärkender Faktor

3.2.3. Auswirkungen der relativen Bewertung

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen rationalen Finanzmodellen, wie dem Capital Asset Pricing Model (CAPM), und dem tatsächlichen, oft von Emotionen und psychologischen Zwängen geprägten Verhalten von Börsenanlegern.

  • Kritische Analyse der Grundannahmen rationaler Entscheidungsmodelle.
  • Untersuchung psychologischer und physiologischer Faktoren bei der Informationsverarbeitung.
  • Erklärung von Heuristiken und der „relativen Bewertung“ als Einflussfaktoren auf Anlegerentscheidungen.
  • Erläuterung des „Commitment“-Effekts als Verstärker psychologischer Fehlentscheidungen.
  • Praktische Bedeutung der Börsenpsychologie für private und institutionelle Investoren.

Auszug aus dem Buch

3.2.3. Auswirkungen der relativen Bewertung

An einem einfachen Beispiel soll nun erklärt werden, welche großen Probleme die relative Bewertung bei der Entscheidungsfindung über neue Investitionen birgt. Ein emotionaler Anleger soll über ein Investment entscheiden, als Alternative fungiert der bereits oben charakterisierte Homo Oeconomicus, der genau vor die selbe Entscheidung gestellt wird.

Die Ausgangslage sei nun folgende: Ein Investor hat Aktien eines Unternehmens gekauft, die kurz darauf stark gefallen sind. Er musste einen absoluten Verlust von 1000 DM hinnehmen. Zeitgleich hat er eine Gewinnposition mit einer anderen Aktie ebenfalls in Höhe von 1000 DM. Der Investor weiß, dass seine Gewinninvestition innerhalb einer Woche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 3000 DM zulegen wird, die Verlustposition wird um 1500 DM steigen. Der Investor kann jedoch nur noch eine Position halten, die andere muss er sofort glattstellen. Wie wird der Investor sich entscheiden.

Der Homo Oeconomicus wählt die Alternative mit den höheren Erwartungswert. Die Vergangenheit und die „Sunk Costs“ des Verlustprojekts interessieren ihn nicht. Er zieht das Projekt mit dem Gewinn von 3000 DM vor.

Der emotionale Investor entscheidet anhand seiner v Funktion, welches Projekt ihm einen höheren Nutzenzugewinn bietet. Gemäß der schon oben beschriebenen Abnahme der Sensitivität wird der Investor das Verlustprojekt weiterführen und 1500 DM Gewinn erzielen. Er erkauft sich somit mit 1500 DM, auf die er im Gegensatz zur optimalen Investition verzichten musste, die höhere psychologische Nutzensteigerung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Diskrepanz zwischen den theoretisch angenommenen rationalen Anlegern und dem durch Emotionen getriebenen realen Börsengeschehen dar.

2. Probleme rationaler Entscheidungsfindung: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen des CAPM und zeigt auf, warum diese in der Realität oft nicht mit dem tatsächlichen Handeln an den Börsen übereinstimmen.

2.1. Das klassische Capital Asset Pricing Model: Hier werden die theoretischen Voraussetzungen des CAPM, wie die Nutzenmaximierung und der Informationsstand, kompakt zusammengefasst.

2.2. Erweiterung des CAPM um nicht rationale Entscheidungen: Dieses Kapitel diskutiert die Integration sogenannter „Noise Trader“ in das CAPM, um nicht rationales Verhalten im Modell abzubilden.

3. Physiologische und psychologische Grundlagen der Verhaltensanomalien: Das Kapitel widmet sich den kognitiven Mechanismen und Heuristiken, die Anleger in ihrem Entscheidungsprozess beeinflussen.

3.1. Informationswahrnehmung und –verarbeitung: Hier werden bewusste und unbewusste Heuristiken wie Mental Accounting oder die Verfügbarkeitsheuristik erläutert, die zur Vereinfachung komplexer Informationen genutzt werden.

3.2. Entscheindungsfindung / Bewertung: In diesem zentralen Kapitel wird analysiert, wie Anleger Informationen relativ statt absolut bewerten und welche psychologischen Faktoren dabei eine Rolle spielen.

3.2.1. Relative Bewertung: Das Kapitel erklärt die Abhängigkeit der Wahrnehmung von Bezugspunkten und stellt die psychologische Wertfunktion vor.

3.2.2. Commitment als verstärkender Faktor: Hier wird dargelegt, wie die Selbstverpflichtung zu einer getroffenen Entscheidung dazu führt, dass Anleger an verlustreichen Positionen festhalten.

3.2.3. Auswirkungen der relativen Bewertung: Anhand eines Fallbeispiels wird illustriert, wie die relative Bewertung zu irrationalen Investitionsentscheidungen führt.

4. Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Börsenpsychologie für den Anleger und den Forschungsbedarf zur Integration psychologischer Aspekte in Finanzmarktmodelle.

Schlüsselwörter

Börsenpsychologie, Behavioral Finance, Capital Asset Pricing Model, CAPM, Rationale Entscheidung, Heuristiken, Noise Trader, Relative Bewertung, Loss Aversion, Commitment, Homo Oeconomicus, Marktportfolio, Psychologischer Nutzen, Kognitive Dissonanz, Kontrollmotivtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum reale Börsenteilnehmer häufig von rationalen Verhaltensmodellen abweichen und welche psychologischen Mechanismen zu diesen Anomalien führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Finanzmarkttheorie, insbesondere das CAPM, sowie die verhaltenspsychologischen Aspekte wie Informationswahrnehmung, Heuristiken und die Wirkung von Emotionen auf Investitionsentscheidungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für psychologische Fallen bei der Geldanlage zu schaffen und aufzuzeigen, wie Anleger durch dieses Wissen ihre Entscheidungsqualität und Rendite verbessern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um bestehende ökonomische Modelle mit Erkenntnissen der Börsenpsychologie gegenüberzustellen und zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schwächen des CAPM, führt in Heuristiken ein und untersucht detailliert die Effekte der relativen Bewertung, des Commitments und der kognitiven Dissonanz bei Anlegern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Behavioral Finance, Börsenpsychologie, Heuristiken, Loss Aversion und die Abkehr vom klassischen Modell des Homo Oeconomicus.

Warum halten Anleger laut der Arbeit oft an verlustbringenden Aktien fest?

Aufgrund des „Commitments“ und der relativen Bewertung fühlen sich Anleger unwohl, eine falsche Entscheidung einzugestehen, und versuchen, diese durch selektive Wahrnehmung oder das Festhalten an der Position psychologisch zu rechtfertigen.

Wie unterscheidet sich der „Noise Trader“ vom rationalen Anleger?

Während der rationale Anleger gemäß ökonomischer Modelle handelt und das Marktportfolio diversifiziert, trifft der „Noise Trader“ Entscheidungen auf Basis anderer Grundlagen, wie z.B. Charttechnik oder Börsenguru-Empfehlungen, was oft zu irrationalem Kauf- oder Verkaufsverhalten führt.

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Details

Title
Verhaltensanomalien bei Anlegern - Psychologische Aspekte der Entscheidungsfindung
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Betriebswirtschaftliches Institut)
Course
Seminar Börsenpsychologie
Grade
2,0
Author
Mark Bauer (Author)
Publication Year
2001
Pages
12
Catalog Number
V2472
ISBN (eBook)
9783638115025
Language
German
Tags
Informationswahrnehmung Informationsverarbeitung Heutistiken Relative Bewertung Commitment
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mark Bauer (Author), 2001, Verhaltensanomalien bei Anlegern - Psychologische Aspekte der Entscheidungsfindung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2472
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