Kompetenzentwicklung und Kompetenzanalyse


Hausarbeit, 2003

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau und Ablauf der Seminararbeit

3. Berufliche Handlungskompetenz
3.1. Allgemeine Ansätze
3.2. Erörterung von Definitionsansätzen

4. Organisation des Lernens
4.1. Handlungstheoretische Ansätze
4.2. Selbstständige Erörterung der Aspekte

5. Kompetenzentwicklung
5.1. Aktions- und Reaktionsmethoden im Allgemeinen
5.2. Praktische Umsetzung im betrieblichen Alltag

6. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Kompetenzbegriff hat sich in den Bereichen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, sowie im Berufsleben heute stark etabliert und ist zu einem grundlegenden Instrument geworden, um berufliche Qualifikation zu erörtern. „Verantwortliche im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung erkennen in nahezu allen Branchen zunehmend die Notwendigkeit fachübergreifender Qualifikationen. [...] Mit Hilfe dieser Qualifikationen soll es gelingen, neue Anforderungen an die Unternehmen, die durch Veränderungen in den Märkten und technischen Entwicklungen entstehen, auch in Zukunft zu bewältigen.“[1] In den aktuellen Diskussionen hat sich der Begriff der beruflichen Kompetenz immer stärker durchgesetzt, welcher eine Erweiterung des Qualifikationsbegriffes um Flexibilität und Selbstständigkeit umfasst. Für Unternehmen, vor allem im Dienstleistungsbereich, bringen die veränderten Marktbedingungen neue Anforderungen in Bezug auf die Konkurrenzfähigkeit mit sich. Dabei tritt jetzt der Aspekt in den Mittelpunkt über Mitarbeiter verfügen zu können, die befähigt sind eine qualifizierte berufliche Tätigkeit ausüben zu können. Somit ist es von entscheidender Bedeutung die bestimmte Kompetenzen der Mitarbeiter nicht nur zu fordern, sondern auch deren geeignete Vermittlung anzustreben. Dabei sollte schon in der beruflichen Erstausbildung größter Wert auf den Erwerb von Kompetenzen gelegt werden. Dies führt nicht nur zu einem veränderten Anforderungsprofil des einzelnen Arbeitnehmers, es birgt völlig neue Erwartungen an die Berufsbildung und deren schulische Umsetzung.

In dieser Vortragsarbeit soll daher keine ausschließliche Klärung der Begriffsvielfalt stattfinden, sondern sie soll auch zu einer Vertiefung der hier angerissenen Gesichtspunkte verhelfen.

2. Aufbau und Ablauf der Seminararbeit

Der erste Teil dieser Seminararbeit sollte die begrifflichen Grundlagen und die bildungspolitischen Hintergründe grundlegend vermitteln, wobei auf die Methodik des Vortrages zurückgegriffen wurde. Dabei wurden Definitionsansätze für die Begriffe „Kompetenz“, „Kompetenzentwicklung“, aber auch die verschiedenen Kompetenzarten, wie die Fach-, Sozial- und Humankompetenz dargestellt, um ein grundlegendes Verständnis für die Thematik zu schaffen und im weiteren Verlauf darauf wieder Bezug nehmen zu können.

Die Darstellung des bildungspolitischen Hintergrundes sollte dazu dienen die Bedeutung der Begrifflichkeiten besser zu erschließen und auch deren hohen Wert für die berufliche Bildung im Folgenden zu erkennen.

Der letzte Abschnitt dieser Vortragsarbeit sollte noch einen weiteren wichtigen Begriff beleuchten, der sich gegenwärtig und auch in Zukunft stark etabliert. Denn die „Berufliche Handlungskompetenz, ist zu einem Leitbegriff in den Diskussionen um die Ziele der Berufsausbildung im Kontext mit der Neuordnung der Ausbildungsberufe geworden.“[2] In diesem Zusammenhang sollte nicht nur eine reine Begriffsdefinition eine Rolle spielen, es sollte dabei vielmehr geklärt werden wie Lernen organisiert sein muss, um berufliche Handlungskompetenz aufzubauen. Das Thema sollte schrittweise von den Studierenden selbst erarbeitet werden, da die selbstständige Auseinandersetzung wichtig für ein besseres Verständnis und die Verinnerlichung der Fakten ist.

3. Berufliche Handlungskompetenz

3.1. Allgemeine Ansätze

„Was in diesem Zusammenhang „berufliche Handlungskompetenz“ genauer bezeichnet, ist trotz der Vielschichtigkeit der Erörterungen im Verlauf des Neuordungsprozesses relativ unscharf geblieben; [...]“[3] Eine genaue Begriffsabgrenzung kann daher nicht vorgenommen werden. Aus diesem Grund werden in der Fachliteratur mehrere Definitionsansätze des Kompetenzbegriffs parallel angewandt, die die Begriffsvielfalt beschränken sollen. Es ist somit nur möglich Ansätze für Definitionen zu schaffen und diese fortwährend zu erweitern. „Berufliche Handlungskompetenz als Richtziel berufspädagogischen Bemühens bietet [...] eine Orientierung dahingehend, was unter kompetenten beruflichen Handeln verstanden werden kann.“[4] Dabei sollte besonderes Augenmerk auf dem Begriff „Handlungskompetenz“ liegen. Diese setzt sich aus der Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Mitwirkungs-kompetenz zusammen. „Die Integration aller vier Teilkompetenzen machen Handlungskompetenz aus, die im Grunde unteilbar ist.“[5] Zusammenfassend kann man sagen, dass berufliche Kompetenz die Befähigung zu beruflichen Handeln umfasst.[6]

Es kann aber nicht von Handlung im herkömmlichen Sinne gesprochen werden, da „ [...] menschliches Handeln ohne psychische Regulation (=Steuerung) nicht vorstellbar ist, dass Handeln also immer bewusst und gezielt abläuft.“[7] Eine menschliche Handlung in diesem Sinne wird durch Zielsetzung, Wahrnehmen, Denken, Ausführen und Kontrolle gekennzeichnet.[8] Fehlt einer dieser Aspekte, so kann nicht mehr von Handeln gesprochen werden. „Dieses Handeln muss der Mensch lernen; denn die Wechselfälle im Leben, in Arbeit und Beruf, verlangen jeweils neue Handlungsaktionen.“[9] Was wiederum eine Ausrichtung der beruflichen Bildung auf handlungsorientiertes und selbstgesteuertes Lernen verlangt.

3.2. Erörterung von Definitionsansätzen

Zum Einstieg und Wiederholung bisher vermittelter Kompetenzbegriffe sollten Definitionsansätze für berufliche Handlungskompetenz erstellt werden.

Dies sollte von den Lernenden erkannt und für den weiteren Verlauf verwendet werden. Um auch verwertbare Ergebnisse in dem begrenzten Zeitrahmen der Veranstaltung erzielen zu können und die Komplexität dieser begriffliche Ansätze zu verringern, sollten die Gedanken der Studierenden durch ein vorher erstelltes Schema in eine geeignete Form gebracht werden. Aus diesem Grund wurde eine getrennte Betrachtung der Begriffe Handlung und Kompetenz vorgenommen. In einem ersten Schritt sollten diese beiden Begriffe durch geeignete Attribute bzw. Merkmale, also Be- oder Umschreibungen, gekennzeichnet werden. Die kennzeichnenden Merkmale der beiden Begriffe wurden über Zuruf der Studierenden ermittelt und durch das Anschreiben an die Tafel visualisiert. Um eine Wiederholung hinreichend zu gestalten, wurde mit der Erörterung des Kompetenzbegriffes begonnen, da auf diesem in den vorhergehenden Vorträgen bereits das besonderes Augenmerk gelegt wurde. Dies wirkte sich auch unterstützend auf den Zeitfaktor aus und schaffte ein zeitliches Fenster für die Erörterung des Handlungsbegriffs. Die Studierenden verbanden mit Kompetenz in erster Linie Kenntnisse und Fertigkeiten. Beim Begriff Handlung wurden hauptsächlich Attribute, wie bewusst, zielgerichtet, ergebnis- sowie problem- oder aufgabenorientiert genannt. Nach Beendigung des Zurufs erfolgte eine Ergänzung des Schemas mit nicht genannten Begriffen, um einen Definitionsversuch zu erleichtern.[10] Des Weiteren wurden die erzielten Erkenntnisse des Tafelbildes mit einer Folienübersicht abgeglichen, bei der vorher erarbeitete Definitionen abgedeckt wurden.[11] Auf Grundlage dieser Übersichten konnten bereits Ansätze für geeignete Definitionen gefolgert werden. Dabei sollten die Studierenden unter Einbeziehung bisher ermittelten Wissens verbal versuchen dem Begriff beruflicher Handlungskompetenz einen Rahmen zu geben. Eine mögliche Definition der Handlungskompetenz bezieht sich auf die Fähigkeit und Bereitschaft des Menschen in beruflichen Situationen sach- und aufgabengerecht, persönlich durchdacht und in gesellschaftlicher Verantwortung zu handeln sowie seine Handlungsmöglichkeiten ständig weiterzuentwickeln.[12] Die Beiträge der Lernenden entsprachen den vorher gesetzten Erwartungen.

4. Organisation des Lernens

4.1. Handlungstheoretische Ansätze

Die Handlungskompetenz beruht, wie bereits durch das vorhergehende Schema ermittelt wurde, auf der menschlichen Handlung, welche „[...] immer bewusst und gezielt [...]“[13] abläuft. Aus diesem Grund sollte das Bestreben der beruflichen Bildung darauf gerichtet sein die Fähigkeit zum Handeln zu vermitteln, also Handlungsorientiertes Lernen zu lehren. Was wiederum einen neuen Schlüsselbegriff für die Betriebspädagogik und das betriebliche Lernen schafft. „Es geht darum, die Selbstständigkeit im (beruflichen) Handeln durch die Anleitung zum selbständigen Lernen und Arbeiten zu fördern“[14] Zukünftig hat sich das Handlungsorientierte Lernen seinen Platz in der Bildung gesichert und es steht ein ständiges Bemühen dahinter die handlungstheoretischen Denkansätze im schulischen und betrieblichen Lernen praktisch umzusetzen. Die Handlungs-regulationstheorie geht davon aus, dass eine Lernhandlung „[...] spontan und aktiv auf ein Ziel, ein Problem, eine Aufgabe gerichtet ist [...]“[15] Dieser Ansatz ist von entscheidender Bedeutung für die praktische Umsetzung und kann durch verschiedenste methodische Mittel realisiert werden. Eine Möglichkeit wäre dabei der Unterrichtseinheit ein komplexes, nicht spezifisch isoliertes Problem zugrunde zu legen. Somit kann eine Lern- und Arbeitssituation „ [...] zu einem umfangreichen und differenzierten Transfer handlungsrelevanten Wissens in der jeweiligen Handlung nötigen und so Kreativität, Antizipationsfähigkeit und Flexibilität im Handeln entwickeln helfen.“[16] Die vorgegebenen Problemstellungen sollten doch immer einen Bezug zur späteren Arbeitstätigkeit aufweisen, um der Forderung der Handlungstheoretiker nach einer Verbindung von Theorie und Praxis, genüge leisten zu können.

[...]


[1] Marggraf, Dr. C., Felfe, Dr. J., Eichhorn, Dr. R.-U.: Mit Lernaufgaben in der Ausbildung Selbständigkeit und Teamfähigkeit entwickeln. IN: Handlungsorientierte Ausbildung , Konzepte, Umsetzungen, Erfahrungen. 1.Auflage, 1995, Stuttgart S. 13/14

[2] Bader: Berufliche Handlungskompetenz. IN: Die berufsbildende Schule, Jg. 41, Heft 2S. 73-77

[3] vgl. Bader, a.a.O., S.74

[4] Flothow, Kay: Förderung von Handlungskompetenz in der beruflichen Erstausbildung. Bergisch Gladbach 1992, S. 90

[5] Bunk, Gerhard P.: Kompetenzvermittlung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland. IN: Europäische Zeitschrift für Berufsbildung, Heft 1, 1994, S. 9-15

[6] vgl. Bunk, a.a.O., S. 11

[7] Greinert, J-D.: Konzepte des beruflichen Lernens. Karlsruhe 1997, S. 56

[8] vgl. Bunk, a.a.O., S. 12

[9] vgl. Bunk, a.a.O., S. 12

[10] vgl. Anhang, Definition Handlungskompetenz I, S. I

[11] vgl. Anhang, Definition Handlungskompetenz II, S.II

[12] vgl. Bader, a.a.O., S. 75

[13] vgl. Greinert, a.a.O., S. 56

[14] vgl. Flothow, a.a.O., S. 91

[15] vgl. Bunk, a.a.O., S. 12

[16] vgl. Flothow, a.a.O., S. 90

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Kompetenzentwicklung und Kompetenzanalyse
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Betriebspädagogik
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V24736
ISBN (eBook)
9783638275354
ISBN (Buch)
9783656890522
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kompetenzentwicklung, Kompetenzanalyse, Betriebspädagogik
Arbeit zitieren
Carolin Fritsche (Autor:in), 2003, Kompetenzentwicklung und Kompetenzanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24736

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