NAFTA


Hausarbeit, 2003

40 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vom Protektionismus zum Freihandel

3. Die Entstehung der NAFTA
3.1 Der historische Hintergrund
3.2 Die Gründung der NAFTA
3.3 Die Ziele des NAFTA-Abkommens
3.4 Der Vertrag
3.5 Der institutionelle Aufbau der NAFTA
3.6 Die Zusatzabkommen: Umweltschutz und Sozialcharta
3.6.1 Sozialcharta
3.6.2 Umweltschutz
3.6.3 Kritik an den Zusatzabkommen

4. Befürchtungen und Erwartungen aufgrund des NAFTA-Abkommens

5. Erster Effekt von NAFTA: Die Peso-Krise

6. Maquiladora

7. Symbiose aus Schwellen- und Industrieländern?

8. Die Bedeutung der USA innerhalb der NAFTA
8.1 Innere Probleme Mexikos durch die NAFTA

9. NAFTA und die EU
9.1 Deutschland und die NAFTA

10. FTAA – Die Zukunft?

11. Schlussbetrachtung

12. Quellenverzeichnis

13. Erklärung zur Haus-/Diplomarbeit gemäß § 26 Abs. 6 DiplPrüfO

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Beweggründe für den NAFTA-Vertrag

Abbildung 2 Industria Maquiladora

Abbildung 3 Soziökonomische Daten NAFTA

Abbildung 4 Aufteilung des Bruttoinlandsproduktes

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Kanada, Mexiko und die USA sind seit ca. 10 Jahren durch das Nordamerikanische Freihandelsabkommen, kurz NAFTA, miteinander verbunden. Die NAFTA kann als ein nordamerikanisches Pendant zur Europäischen Union gesehen werden, wenngleich ihre Ziele nicht vollständig identisch sind. Anders als in der EU ist die politische Integration aller Mitgliedsstaaten kein Ziel des Abkommens.

Während zum Beispiel die EU beim Thema Irakkonflikt um eine einheitliche Position bemüht war, traten bei den drei Mitgliedsstaaten der NAFTA, sowie bei dem potentiellen Beitrittskandidaten Chile, die Meinungsverschiedenheiten offen zu Tage. Statt eine einheitliche Position zu suchen, wurde massiver Druck seitens der Vereinigten Staaten von Amerika ausgeübt - vor allem auf Chile. Auslöser für diese amerikanische Haltung war, dass Chile als ein Mitglied der Blockfreien Staaten einen Kompromissvorschlag zum Irakkonflikt in den Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen eingebracht hatte. Als Reaktion verzögern die USA die Ratifizierung des mit Chile vereinbarten Beitrittsvertrages zur NAFTA.[1]

Dieses Beispiel soll verdeutlichen, welche hervorgehobene Stellung die Vereinigten Staaten von Amerika innerhalb der NAFTA haben, und dass auch politische Themen Auswirkungen auf das eigentlich rein wirtschaftliche Bündnis haben.

Ziel dieser Arbeit ist die analytische Betrachtung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA). Untersucht werden die Gründe für die Entstehung von Freihandelszonen, die Entwicklung der NAFTA, die zentralen Elemente des NAFTA-Vertrages, die Bedeutung des Abkommens für die Mitgliedsstaaten, für externe Wirtschaftspartner und dabei im Speziellen die Beziehungen zur Europäischen Union und zur Bundesrepublik Deutschland.

In Kapitel 2 beschäftigt sich diese Arbeit mit dem Wandel vom Protektionismus zum Freihandel. Es wird der Wandel des handelspolitischen Denkens im 20. Jahrhundert aufgezeigt. Kapitel 3 handelt von der Entstehung, den Zielen und dem Aufbau der NAFTA. In Kapitel 4 werden die Erwartungen und Befürchtungen bezüglich der NAFTA dargestellt. Kapitel 5 und 6 beschreiben die ersten Effekte nach Gründung. In den Kapiteln 7 und 8 wird auf die besondere Problematik hinsichtlich der kulturellen und wirtschaftlichen Unterschiede eingegangen. In Kapitel 9 werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur EU beschrieben und schließlich in Kapitel 10 ein Ausblick auf die FTAA gewagt.

2. Vom Protektionismus zum Freihandel

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit den Gründen für den Wandel von den nationalen Interessen, den eigenen Markt vor Importen zu schützen, hin zu der weitgehend unbeschränkten Öffnung der eigenen Märkte für ausländische Güter. Während heute zahlreiche Ökonomien auf den Freihandel setzen und sich zu Freihandelszonen zusammenschließen, war das wirtschaftliche Denken vor dieser Zeit vom Protektionismus geprägt.

Grundidee dieser Wirtschaftspolitik war, dem eigenen Markt einen künstlichen Vorteil gegenüber ausländischen Märkten zu verschaffen und damit bestehende Arbeitsplätze zu sichern oder sogar neue zu schaffen. Instrumente, um dieses Ziel zu erreichen, waren vor allem Handelsbarrieren wie Zölle und Importverbote, sowie Subventionen für einheimische Rohstoffe und Produkte.[2]

Als Beispiel dient die Abschottung des britischen Marktes im Zuge der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Großbritannien hatte sehr hohe Importzölle verhängt und seine Seestreitkräfte eingesetzt, um den ausländischen Güterzufluss restriktiv zu kontrollieren. Trotz der Tatsache, dass die angestrebten Ziele wie Arbeitsplatzsicherung und ein gewisses Maß an Autarkie erreicht wurden, stellte sich heraus, dass die negativen Auswirkungen auf die britische Volkswirtschaft überwogen. Sämtliche Güter, die vor der Blockade importiert wurden, mussten jetzt mit inländischen Ressourcen produziert werden. Hierdurch entstand eine nicht optimale Allokation der Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit. Dieses Beispiel zeigt: Wenn man ein Produkt aus dem Ausland günstiger beziehen kann, sollte man keine Ressourcen darauf verschwenden, es selbst herzustellen.[3]

Freihandel zwischen Staaten steigert das globale Wachstum, indem sich die Menschen auf das spezialisieren, was sie am relativ effektivsten leisten können. Diese Gedanken gehen auf Adam Smith zurück, der sagt, dass es dumm wäre, wenn eine Familie drauf bestehen würde, seine eigenen Schuhe, Kleidung und Essen zu produzieren, obwohl es dafür einen Schuhmacher, Schneider und Bauern gäbe.

Freihandel fördert demzufolge die Spezialisierung einzelner Volkswirtschaften auf ihre Kernkompetenzen. Er erlaubt den Konsumenten eines Staates eine breitere Auswahl an Gütern und Dienstleistungen zu erwerben und eröffnet den Produzenten die Möglichkeit neue Absatzmärkte zu erschließen. Das größere Handelsvolumen auf dem globalen Markt steigert die Umsätze, senkt die Preise und erhöht die Effektivität der Produktion. Wichtig zu bemerken ist, dass vom Freihandel nicht jeder gleich profitiert. Gerade Arbeitskräfte aus arbeitsintensiven Industriebetrieben und der Rohstoffgewinnung fürchten die Abschaffung ihrer vom Staat protektionierten Arbeitsplätze auf weitgehend geöffneten Märkten. Hier sei z.B. auf den deutschen Kohlebergbau verwiesen. Dieses zeigt, dass weltweiter Handel sich nicht grundsätzlich positiv, zumindest nicht kurzfristig, auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht. Jedoch werden bestehende Arbeitsplätze in der Regel qualitativ hochwertiger und besser bezahlt.[4]

Viele Staaten haben dieses erkannt und sich in verschiedensten Handelsbündnissen zusammengeschlossen. Die Bedeutendsten in der heutigen Zeit sind: Die EU (Europa), NAFTA (Nordamerika), ASEAN (Süd-Ost Asien) und MERCOSUR (Südamerika). Als weltweite Dachorganisation fungiert die WTO, welche den weltumspannenden freien Handel kontrollieren soll.

Durch die Mitgliedschaft der USA in der NAFTA, befinden sich die nordamerikanischen Handelsbarrieren auf einen historischen Tiefststand. Seit der Gründung stieg der trilaterale Handel zwischen den Partnerländern USA, Mexiko und Kanada deutlich im Vergleich zu anderen Ländern an. Mexiko ist nach Kanada der wichtigste Handelspartner der USA geworden, sogar vor Japan und Deutschland.[5]

3. Die Entstehung der NAFTA

3.1 Der historische Hintergrund

Die geschichtliche Entwicklung der USA und Kanada auf der einen Seite und Mexiko auf der anderen Seite verlief in der historischen Betrachtung sehr unterschiedlich.

In den USA und Kanada entwickelte sich frühzeitig ein marktwirtschaftliches System. Die Entwicklung der Wirtschaft war unabhängig von staatlicher Lenkung. Mit Beendigung des Unabhängigkeitskrieges von 1776 und der Festlegung der Verfassung wurden die Vereinigten Staaten von Amerika ausschließlich demokratisch regiert. Kanada ist seit 1867 eine parlamentarische Demokratie, mit politischen Bindungen an Großbritannien und das Commonwealth. Ökonomisch, technologisch und sozial hat sich Kanada jedoch weitgehend parallel mit dem südlichen Nachbarn USA entwickelt. Sie sind zum Beispiel 1949 gleichzeitig in die NATO eingetreten und haben das gemeinsame Luftverteidigungssystem (NORAD) geschaffen.[6] Beide Länder zählen zu den wichtigsten Industrienationen der Welt und gehören den „G8-Staaten“ an.[7]

Der Staat Mexiko erlangte im Jahre 1821 seine Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialmacht. Im Krieg 1849 gegen die USA verlor Mexiko große Teile seines Staatsgebietes. Die Entwicklung Mexikos war geprägt von Bürgerkrieg, Diktatur und ausländischen Interventionen. Eine freie Entfaltung der mexikanischen Wirtschaft, wie in den USA und Kanada, wurde durch die oben genannten Ereignisse unmöglich. Erst Ende der achtziger Jahre trat eine Liberalisierung und Öffnung der Wirtschaft ein und beendete damit eine fast 100 Jahre währende wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA.[8]

3.2 Die Gründung der NAFTA

Schon in den 60er Jahren wurde das Projekt eines gemeinsamen Marktes zwischen Mexiko, Kanada und den USA unter Präsident Johnson diskutiert. Später ist das Thema von Präsident Carter erneut aufgegriffen und von Präsident Ronald Reagan weitergedacht worden. Doch die mexikanische Regierung wollte auf diese Pläne der USA nicht eingehen. Die Regierung in Mexiko hatte die Befürchtung, das Land werde auf einen Zuliefererstaat von billigen Rohstoffen und Arbeitsplätzen reduziert.[9]

Am 1.1.1989 trat das Freihandelsabkommen CUSFTA zwischen den USA und Kanada in Kraft, welches der Auslöser für den Start der Verhandlungen über das NAFTA-Abkommen war. Die Vereinbarungen zwischen diesen beiden Staaten wurden zur Basis des späteren NAFTA-Vertrages.

Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen, kurz NAFTA (North American Free Trade Area) umfasst die drei Staaten des nordamerikanischen Kontinents USA, Kanada und Mexiko. Die Idee für eine nordamerikanische Freihandelszone entstand Ende der 80er Jahre, vor allem auf Betreiben des mexikanischen Präsidenten Carlos Salinas de Gortari und des republikanischen US-Präsidenten George Bush. Die Verhandlungen für den Vertrag zur Errichtung der Freihandelszone begannen am 5. Februar 1991.[10] Am 17.12.1992 haben die Regierungen der USA, Mexikos und Kanadas das „Nord-amerikanische Freihandelsabkommen“ (NAFTA) unterzeichnet. Es trat nach der Ratifizierung durch die drei nationalen Parlamente am 1.1.1994 in Kraft.[11]

[...]


[1] vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 67, Irakkrieg bedroht Handelsbeziehungen, 20.03.2003, S.13

[2] vgl. Mankiw, N. Gregory: Makroökonomie, New York 1997, S. 226f

[3] vgl. Block, Walter / Horton, Joseph / Walker, Debbie: The Necessity of Free Trade, University of Central Arkansas 1998, S. 193ff

[4] vgl. Griswold, Daniel T.: The Fast Track To Free Trade, Washington D.C. 1997, S. 3ff

[5] vgl. Griswold, Daniel T.: The Fast Track To Free Trade, Washington D.C. 1997, S. 7

[6] vgl. Kaiser, Robert: Von der regionalen zur kontinentalen Integration – EG und NAFTA im Vergleich, Siegen 1999, S. 9

[7] vgl. http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/print/ca.html

[8] vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=9&land_id=111

[9] vgl. Schäfer, Bettina: Die NAFTA als wirtschaftlicher Verbindungsknoten zwischen den USA und Mexiko: Ursache und Entstehung; politische Akteure; Zukunftsprognose, 2001, S. 7

[10] vgl. Schäfer, Alexander: Ein amerikanischer Wirtschafts(t)raum von Alaska bis Feuerland?, Bonn 1997, S. 2f

[11] Pförtner, Michael: Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen. Eine realwirtschaftliche Analyse, Berlin 1995, S. 17

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
NAFTA
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Fachbereich Wirtschaft)
Note
2,3
Autoren
Jahr
2003
Seiten
40
Katalognummer
V24762
ISBN (eBook)
9783638275576
Dateigröße
708 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
NAFTA
Arbeit zitieren
Jörg Ebel (Autor)Oliver Dohrs (Autor)Oliver Hillebrand (Autor), 2003, NAFTA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24762

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