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Integrationshemmende Ausländerpolitik?

Titel: Integrationshemmende Ausländerpolitik?

Seminararbeit , 2003 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniela Bode (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die sehr dicht besiedelte Bundesrepublik ist kein Einwanderungsland“ (zit. nach
Bischoff/Teubner 1991: 96).
Deutschland ist seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland, doch wurde diese Tatsache lange
Zeit von der politischen Führung in obiger Form (hier von Bundesinnenminister
Zimmermann, 1984) und ähnlich geleugnet, sowie in der Politik gegenüber der
nichtdeutschen Bevölkerung wenig berücksichtigt. In dieser Arbeit soll untersucht werden,
inwieweit die von der Bundesregierung seit den 1960er Jahren betriebene Gastarbeiter-
/Ausländerpolitik den Ansprüchen und Bedürfnissen eines Einwanderungslandes und der in
ihm lebenden ausländischen Bevölkerung gerecht wurde und wird. Vor allem soll betrachtet
werden, ob die Ausländergesetzgebung eine erfolgreiche Integration der ausländischen
Bevölkerung ermöglichte oder ob sie eine solche nicht eher hemmte, schon allein weil die
diesbezügliche Politik von vornherein von der permanenten Leugnung des unumkehrbar
stattgefundenen Einwanderungsprozesses nach Deutschland überschattet wurde (denn ohne
Einwanderung wäre ja auch keine Integration von Nöten).
Um dieser Fragestellung nachzugehen soll zuerst der in dieser Arbeit verwendete
Integrationsbegriff definiert und mit anderen in diesem Zusammenhang ebenfalls
verwendeten Begriffen der Assimilation und multikulturellen Gesellschaft verglichen werden.
Inwieweit beschreiben diese Begriffe gleiche oder unterschiedliche Sachverhalte? Weiterhin
geklärt werden muss, warum die Integration der ausländischer Bevölkerung in die
Aufnahmegesellschaft eigentlich so wichtig ist. Nicht zuletzt sollen auch die Leistungen
betrachtet werden, die für eine erfolgreiche Integration der ausländischen Bevölkerung
sowohl von dieser als auch vom Aufnahmeland erbracht werden müssen. Dies soll später
helfen, die Ausländergesetzgebung und Ausländerpolitik auf ihre Integrationsfähigkeit zu
überprüfen und zu entscheiden, ob in Deutschland die Grundlagen für eine erfolgreiche
Integration nichtdeutscher Bevölkerung bestehen.
Nach den Überlegungen zum Begriff der Integration soll sich dann dem Begriff des
Einwanderungslandes zugewandt werden. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Integration und ihre Vorraussetzungen

1. Integration, Assimilation und Multikulturelle Gesellschaft

2. Leistungen zur Integration

2.1 Leistungen des Einwanderers

2.2 Leistungen der Aufnahmegesellschaft

III. Einwanderung und Ausländerpolitik in Deutschland

1 Einwanderung in die BRD seit 1945

1.1 Phase der Vertriebenen und DDR-Flüchtlinge

1.2 Phase der Anwerbung von Gastarbeitern

1.3 Phase des Anwerbestops und Familiennachzugs

1.4 Phase der Flüchtlingsmigration und Ostöffnung

2. Gastarbeiter-/Ausländerpolitik der Bundesregierung seit 1945

2.1 Deutschland, Einwanderungsland ohne Einwanderungspolitik?

2.2 Phase der Anwerbe- und Rotationspolitik

2.3 Phase der Konsolidierung

2.4 Phase der restriktiven Ausländerpolitik

2.5 Neue Ausländerpolitik?

IV. Ausländerpolitik und Integration

1. Integration der Zuwanderergruppen durch die Ausländerpolitik

2. Defizite der Ausländerpolitik in Bezug auf Integration

2.1 Öffentliche Darstellung der Zuwanderung

2.2 Gleichstellung der nichtdeutschen Bevölkerung

2.3 Einbürgerung und doppelte Staatsbürgerschaft

V. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwieweit die bundesdeutsche Ausländerpolitik seit den 1960er Jahren den Bedürfnissen eines Einwanderungslandes gerecht wurde und ob sie eine erfolgreiche Integration der nichtdeutschen Bevölkerung ermöglichte oder durch ihre restriktive Ausrichtung hemmte.

  • Historische Entwicklung der Zuwanderung in die Bundesrepublik seit 1945
  • Analyse theoretischer Konzepte wie Integration, Assimilation und Multikulturalität
  • Kritische Würdigung der Gastarbeiter- und Ausländerpolitik der Bundesregierung
  • Untersuchung von Defiziten in der rechtlichen und sozialen Gleichstellung
  • Diskussion über Potenziale zur Verbesserung der Integrationsvoraussetzungen

Auszug aus dem Buch

1. Integration, Assimilation und Multikulturelle Gesellschaft

Es ist schwierig eine einheitliche Definition für den Begriff Integration im Rahmen der Migrationsforschung und Einwanderungsdebatten zu finden. Vor allem in den politischen Diskussionen wird er noch sehr vielseitig verwendet. Anscheinend wird mit ihm jedoch immer ein Prozess der Eingliederung der Einwanderer in die aufnehmende Gesellschaft beschrieben, welcher ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben in der Gesellschaft ermöglichen soll. Ob und bis zu welchem Grad diese Eingliederung jedoch rechtlich, ökonomisch, sozial und/oder kulturell erfolgen soll, ob der Prozess selbst als Integration zu bezeichnen ist, Integration das Ergebnis dieses Prozesses ist oder es nur eine Integration „auf Zeit“ sein soll und in wieweit und in welchen Bereichen Gleichstellung damit verbunden ist, wird unterschiedlich begriffen. Hier unterscheiden sich die Auffassungen zu Inhalt, Vorraussetzungen und Ablauf von Integration.

Zumeist beinhaltet der vor allem im Bereich der Politik verwendete Begriff Aspekte eines anderen Begriffes zur Eingliederung, dem der Assimilation: „Zunächst wurde die „soziale Integration“ der Ausländer intentionell (also nicht verbal durch offizielle Erklärungen der staatlichen Instanzen) als ihre weitgehende Anpassung an den wie auch immer ausgewiesenen Verhaltensstandard der deutschen Bevölkerung, also faktisch ihre Assimilation, verstanden.“ (Ibrahim 1997: 119) „Die „Integrationspolitik“ (…) der Bundesrepublik (…) begreift Integration weitgehend als einseitige Anpassung der Zuwanderer an die gesellschaftlichen Verhältnisse, an die Lebensformen und die Kultur des Aufnahmelandes“ (Schoger 1994: 93) Aber auch in der sich mit Migration und Integration befassenden Forschung scheint Assimilation das Grundverständnis von Integration zu prägen: „Die Integrationsforschung sieht den Integrationsprozess traditionell als Assimilationsprozess des Migranten an. Zwar wird in dieser Forschungsrichtung nicht mehr von einer vollständigen Assimilation ausgegangen, dennoch werden Faktoren untersucht, die den Anpassungsprozess von Migranten beeinflussen.“ (Seifert 2000: 59) Assimilation ist also ein Anpassungsprozess und wird meist besonders auf die kulturelle Anpassung bezogen. Von den Zugewanderten und ihren Nachkommen wird erwartet, dass sie nicht nur die Sprache und rechtliche Regelungen, sondern auch kulturelle Werte und Normen erlernen und verinnerlichen, also sozusagen in der Aufnahmegesellschaft aufgehen bzw. von ihr assimiliert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Forschungsfrage, ob die deutsche Ausländerpolitik der letzten Jahrzehnte eher integrationshemmend wirkte und die Realität als Einwanderungsland leugnete.

II. Integration und ihre Vorraussetzungen: Dieses Kapitel definiert den Integrationsbegriff im Kontext der Soziologie und diskutiert die Konzepte Assimilation und multikulturelle Gesellschaft sowie die notwendigen Integrationsleistungen beider Seiten.

III. Einwanderung und Ausländerpolitik in Deutschland: Dieser Teil bietet einen historischen Abriss der Einwanderungsphasen seit 1945 und der dazugehörigen staatlichen Ausländerpolitik.

IV. Ausländerpolitik und Integration: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Zuwanderergruppen und die zentralen Defizite der Politik, insbesondere hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung, Gleichstellung und Einbürgerungsfragen.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die bisherige Politik oft integrationshemmend wirkte und weiterhin deutlicher Handlungsbedarf besteht.

Schlüsselwörter

Einwanderung, Integration, Ausländerpolitik, Gastarbeiter, Assimilation, Multikulturelle Gesellschaft, Bundesrepublik Deutschland, Zuwanderung, Gleichstellung, Staatsbürgerschaft, Einbürgerung, Migrationsforschung, soziale Integration, Aufnahmegesellschaft, politische Partizipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Ausrichtung der bundesdeutschen Ausländerpolitik und bewertet deren Auswirkungen auf die Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der Migration in der BRD, soziologische Integrationsbegriffe, rechtliche Rahmenbedingungen für Zuwanderer und die politische Debatte über Deutschland als Einwanderungsland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prüfen, ob die staatliche Ausländergesetzgebung eine erfolgreiche Integration ermöglichte oder ob sie durch eine Leugnung des Einwanderungsprozesses Integrationsprozesse eher behinderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit soziologischen Fachbegriffen und einer historischen Analyse der politischen Maßnahmen und Gesetze seit 1945.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Klärung der Integrationsbegriffe, einen historischen Überblick über Zuwanderungsphasen und eine detaillierte Untersuchung politischer Defizite hinsichtlich Gleichstellung und Partizipation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Integration, Ausländerpolitik, Einwanderungsland, Gastarbeiter, Assimilation und Gleichstellung.

Warum wird die Rolle der Bundesregierung kritisch hinterfragt?

Die Autorin kritisiert, dass die Politik über Jahrzehnte hinweg die Realität der dauerhaften Einwanderung leugnete und stattdessen eine Rückkehrpolitik verfolgte, was die soziale Integration der Migranten erschwerte.

Welche Rolle spielt die Einbürgerung für die Integration?

Die Einbürgerung wird als zentrales Instrument für die rechtliche und politische Gleichstellung gesehen, wobei die Autorin die derzeitigen Hürden und die Auslegungspraxis der Behörden bemängelt.

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Details

Titel
Integrationshemmende Ausländerpolitik?
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Sozialstruktur und Spezialsoziologien
Note
1,0
Autor
Daniela Bode (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
23
Katalognummer
V24826
ISBN (eBook)
9783638276030
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Integrationshemmende Ausländerpolitik Sozialstruktur Spezialsoziologien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Bode (Autor:in), 2003, Integrationshemmende Ausländerpolitik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24826
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Leseprobe aus  23  Seiten
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