Analyse einer DIN-Norm zur berufsbezogenen Eignungsdiagnostik: Theorie und Praxis


Diplomarbeit, 2003

109 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

III Tabellenverzeichnis

IV Anhangsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Methodisches Vorgehen

2 Theoretische Bestandteile der Arbeit: Allgemeines

3 Die berufsbezogene Eignungsdiagnostik
3.1 Der Begriff der Eignungsdiagnostik
3.2 Entwicklungsgeschichte der Eignungsdiagnostik im Abriss
3.3 Angewandte Verfahren in der Eignungsdiagnostik
3.4 wichtige Begriffe der Eignungsdiagnostik
3.4.1 Validität
3.4.2 Objektivität
3.4.3 Reliabilität
3.4.4 Zusammenhang in der Arbeit

4 Grundlagen von Normen
4.1 Was sind Normen?
4.2 Wie entstehen Normen?
4.3 Heutige Normenregelungsstellen
4.4 Normung auf Internationaler Ebene
4.4.1 ISO
4.4.2 ISO-Normen
4.5 Normung auf europäischer Ebene
4.5.1 CEN
4.5.2 CEN-Normen
4.6 Normung auf nationaler Ebene
4.6.1 DIN
4.6.2 Die geschichtliche Entwicklung des DIN
4.6.3 DIN-Normen
4.7 weitere Einrichtungen im Überblick
4.8 Anwendungsbereiche und Arten von Normen im Überblick
4.8.1 Technische Normen
4.8.2 Juristische Normen
4.8.3 Bezugsnormen
4.9 Die Bedeutung von Normen in der heutigen Gesellschaft
4.10 Abgrenzung sozialer Normen

5 Die DIN
5.1 Allgemeine Informationen zur DIN
5.1.1 Die Entstehung dieser Norm
5.1.2 Die Bedeutung der Norm
5.1.3 wichtige Inhaltsauszüge der DIN
5.1.4 Anwendungsbereiche
5.2 Grundlegender Aufbau der Norm
5.3 Zielgruppen der Norm
5.4 erhoffte Auswirkungen auf die Praxis

6 Empirische Untersuchungen
6.1 Grundsatzinformationen
6.1.1 Vorüberlegungen und Vorgehen
6.1.2 Wahl der Untersuchungsmethode
6.2 Entwicklung der Grundgesamtheit und der Stichprobe
6.2.1 Grundsätze
6.2.2 Die befragten Firmen
6.2.3 Die befragten Bewerber
6.3 Vorstudie
6.3.1 Expertenbefragung
6.3.2 Hypothesen bei der Fragenentwicklung
6.3.2.1 Hypothesen: Firmen
6.3.2.2 Hypothesen: Bewerber
6.4 Erstellung und Aufbau der Fragebögen
6.4.1 Aufbau des Firmenfragebogens
6.4.2 Aufbau des Bewerberfragebogens
6.4.3 Zusammenfassung der Ziele der Befragung
6.5 Pre-Test der Fragebögen
6.6 Durchführung der Befragung und Rücklaufquoten
6.7 Probleme bei der Befragung
6.8 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
6.8.1 Auswertung des Firmenfragebogens
6.8.2 Auswertung des Bewerberfragebogens

7 Diskussion
7.1 Vergleich zwischen Erwartung und Realität
7.2 Nutzenauswertung
7.3 Schlussfolgerungen

8 Literaturverzeichnis und Quellenangaben

9 Webseitenverzeichnis

10 Gesprächsverzeichnis

11 Anhang

II Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Aufbau der Arbeit. (eigene Darstellung)

Abb. 2: Der Intelligenztest Army Alpha (Auszug), aus: Schuler, 1996, S

Abb. 3: grafische Auswertung von Frage 5 (Firmenfragebogen) - Auswahlhäufigkeiten. (eigene Darstellung)

Abb. 4: grafische Auswertung von Frage 7 (Firmenfragebogen) - Antworthäufigkeiten. (eigene Darstellung)

Abb. 5: grafische Auswertung von Frage 9 (Firmenfragebogen) - Antworthäufigkeiten. (eigene Darstellung)

III Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Verfahren der Eignungsdiagnostik und ihre Bedeutung (eigene Darstellung)

Tabelle 2: Liste der Mitgliedsstaaten des CEN. (eigene Darstellung)

Tabelle 3: Auswertung von Frage 1 (Firmenfragebogen) - Häufigkeitstabelle. (eigene Darstellung)

Tabelle 4: Auswertung von Frage 2 (Firmenfragebogen) - Häufigkeitstabelle. (eigene Darstellung)

Tabelle 5: Auswertung von Frage 3 (Firmenfragebogen) - Auswahlhäufigkeiten. (eigene Darstellung)

Tabelle 6: Auswertung von Frage 4 (Firmenfragebogen) - Auswahlhäufigkeiten. (eigene Darstellung)

Tabelle 7: Auswertung von Frage 5 (Firmenfragebogen) - Auswahlhäufigkeiten. (eigene Darstellung)

Tabelle 8: Auswertung von Frage 6 (Firmenfragebogen) - Häufigkeitstabelle. (eigene Darstellung)

Tabelle 9: Auswertung von Frage 6 (Firmenfragebogen) - Mittelwerte. (eigene Darstellung)

Tabelle 10: Auswertung von Frage 8 (Firmenfragebogen) - Mittelwert. (eigene Darstellung)

Tabelle 11: Auswertung von Frage 1 (Bewerberfragebogen) - Häufigkeitstabelle. (eigene Darstellung)

Tabelle 12: Auswertung von Frage 2 (Bewerberfragebogen) - Häufigkeitstabelle. (eigene Darstellung)

Tabelle 13: Auswertung von Frage 2 (Bewerberfragebogen) -. Mittelwerte. (eigene Darstellung)

Tabelle 14: Auswertung von Frage 3 (Bewerberfragebogen) - Häufigkeitsverteilung. (eigene Darstellung)

Tabelle 15: Auswertung von Frage 3 (Bewerberfragebogen) - Mittelwerte. (eigene Darstellung)

Tabelle 16: Auswertung von Frage 4 (Bewerberfragebogen) - Häufigkeitsverteilung. (eigene Darstellung)

Tabelle 17: Auswertung von Frage 4 (Bewerberfragebogen) - Mittelwert. (eigene Darstellung)

Tabelle 18: Auswertung von Frage 5 (Bewerberfragebogen) - Häufigkeitstabelle. (eigene Darstellung)

Tabelle 19: Auswertung von Frage 5 (Bewerberfragebogen) - Mittelwerte. (eigene Darstellung)

Anhangsverzeichnis

Anhang 1: Liste weiterer Normenregelungsstellen in alphabetischer Reihenfolge

Anhang 2: Fragebögen Firmen/Bewerber

1 Einführung

1.1 Problemstellung

Die Personalarbeit und insbesondere die damit verbundene Personalbeschaffung hat aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre stark in ihrer Bedeutung zugenommen. Im Zuge zunehmender Technisierung ist die Auswahl der richtigen Mitarbeiter zu einem entscheidenden Kriterium über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens geworden. Sowohl die Produktivität und die Effizienz einer Firma wie auch die Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit und Belastbarkeit des einzelnen Arbeitnehmers hängen entscheidend von einer richtigen Besetzung der zu vergebenden Stellen ab. Entgegen der Annahme, dass dies erst bei höheren Positionen, wie z.B. der Managementebene von Bedeutung ist, wirkt sich eine Fehlbesetzung häufig schon auf den unteren Ebenen aus.

Wie kompliziert sich solch eine Stellenbesetzung in der Praxis jedoch darstellt, wird erst bei einer näheren Betrachtung der gesamten Problematik ersichtlich. Personelle Fehlentscheidungen können empfindliche Folgen für ein betroffenes Unternehmen haben. Aus diesem Grund werden von den Mitarbeitern in diesen Bereichen besondere Kenntnisse und Erfahrungen erwartet, die sie für die Personalauswahl qualifizieren. Ebenso werden die Entscheidungen aufgrund von Verfahren getroffen, die eine Eignung der Bewerber aufzeigen sollen. Diese Eignungsbeurteilungsverfahren dienen ausschließlich der Eignungsfeststellung eines Bewerbers.

Diesbezüglich wurde bislang kritisiert, dass die Auswahl der Bewerber zwar nach bestehenden Verfahren zur Eignungsbeurteilung stattfanden, aber die Art und Weise der Auswahl sehr individuell gehandhabt wurde. Unternehmen waren beispielsweise nicht in der Lage, die Eignungsbeurteilung anderer für ihre eigenen Zwecke zu nutzen, da die Beurteilungsbasis nicht einheitlich war. Im Gegenzug dazu konnten Bewerber nicht erfahren, aufgrund welchen Umstandes sie bei einer Vorstellung als geeignet bzw. ungeeignet für eine Stelle eingestuft wurden. Hierbei spielte insbesondere die oftmals subjektive Handhabung der Eignungsbeurteilungsverfahren eine bedeutende Rolle.

Diese Tatsache muss wohl der Grund für die Einführung der DIN 33430 „Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogener Eignungsdiagnostik“ gewesen sein, mit der sich diese Arbeit beschäftigt. Es handelt sich hierbei um einen ersten konkreten Versuch, die Anwendung von Eignungsbeurteilungsverfahren allgemeingültig zu regeln und damit vergleichbar zu machen.

1.2 Ziel der Arbeit

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um einen ersten Versuch, die komplexe Thematik dieser Norm in leicht verständlicher Weise darzustellen und einen ersten Bezug zur Praxis herzustellen. Hierbei wurde besonders auf eine Nachvollziehbarkeit unabhängig vom Wissensstand oder der Fachkenntnis wert gelegt.

Das Ziel der Arbeit ist eine Betrachtung der DIN 33430 in ihrer Wirkung und insbesondere Ihrer praktischen Anwendbarkeit. Eine besondere Herausforderung ergibt sich durch die besondere Aktualität der Thematik, da nahezu keine Literatur über die Norm existiert. Basis für diese Arbeit sind aus diesem Grund hauptsächlich Internetquellen und Expertenkommentare. Die extra für diese Arbeit neu entwickelten Fragebögen stellen, soweit bekannt, die erste analytische Erhebung über diese Norm dar. Entgegen der bisher lediglich diskutierten Vor- und Nachteile der Norm, sollte durch die Befragung eines betroffenen Personenkreises herausgefiltert werden, inwieweit die Einführung der Norm vorangeschritten ist und wie sich seitdem die Arbeitsweise der betroffenen Stellen verändert hat. Als Zielgruppe für diese Erhebung wurden ausschließlich Dienstleistungsunternehmen des Personalsektors herangezogen.

Weiterhin sollte durch eine parallele Befragung von Bewerbern ein Eindruck gewonnen werden, wie der Umgang mit Eignungsbeurteilungsverfahren bei Personaldienstleistungsunternehmen und Firmen gehandhabt wird und was für Forderungen hier immer noch zu klären sind.

1.3 Methodisches Vorgehen

Um eine Basis für das Verständnis der empirischen Untersuchung zu schaffen, mussten Vorweg theoretische Grundsätze, Begriffe und Hintergründe erläutert werden, welche die Studie einrahmen sollten.

Um den Aufbau klarer zu machen, soll zunächst eine Grafik den grundlegenden Aufbau der Arbeit veranschaulichen. Im Anschluss daran werden die Inhalte der einzelnen Bausteine knapp wiedergegeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Aufbau der Arbeit (eigene Darstellung).

In den theoretischen Teilen der Arbeit werden die Grundlagen bezüglich der Eignungsdiagnostik und von Normen allgemein gelegt. Hierbei werden auch einige Begriffe vorgestellt und definiert.

Der folgende Teil der Arbeit setzt sich mit der DIN 33430 selbst auseinander. Es werden die Geschichte der Norm und die Hintergründe, welche zu ihrer Einführung vorlagen, erläutert. Dieses Kapitel bildet den theoretischen Hintergrund für die empirische Studie, welche sich mit der Wirkung der Norm in der Praxis befasst.

Die empirische Studie in ihren Grundlagen stellt das nächste Kapitel der Arbeit dar. Anschließend daran werden die verwendeten Fragebögen von der Entstehung bis zur Online-Stellung im Internet näher erklärt.

Die Auswertung der Ergebnisse, welche durch die Befragung erreicht werden sollten und der Vergleich zwischen den erhofften Erkenntnissen und der Realität bilden die nächsten zwei Kapitel. Hierbei wird in Form einer Diskussion auch noch einmal auf die Hintergründe und deren Erscheinungsbilder in der Praxis eingegangen.

Letztendlich sollen weiterführende Schlussfolgerungen und Vergleiche mit bisher bestehenden Meinungen ein abrundendes Bild dieser Arbeit erzeugen.

2 Theoretische Bestandteile der Arbeit: Allgemeines

Die vorliegende Arbeit unterteilt sich in eine theoretische und in eine praktische Untersuchung rund um die seit Juni 2002 in Kraft getretene DIN 33430 „Anforderungen an Verfahren zur berufsbezogenen Eignungsdiagnostik“1

Im theoretischen Teil soll versucht werden, den Leser in die untersuchte Thematik einzuführen und ihm das nötige Grundwissen bezüglich der verwendeten Begrifflichkeiten zu geben. Insbesondere die zwei Hauptbegriffe des Titels, Normen und Eignungsdiagnostik sollen hier so dargestellt werden, dass die Nachverfolgung des praktischen Bestandteils der Arbeit ohne größeren Aufwand erfolgen kann. Teilweise wurden hier umfassendere Informationen zu Grunde gelegt, als es für die verwendeten Bestandteile der Norm in dieser Arbeit notwendig gewesen wäre.

Ebenso soll die DIN 33430 als Norm vorgestellt werden und die Hintergründe für ihre Einführung, die weiterführenden Gedanken der Mitglieder des handelten Normenausschusses und die zukünftige Bedeutung der Norm erläutert werden.

An dieser Stelle darf vorweggenommen werden, dass eine vollständige Erfassung der Theorie, welcher dieser Arbeit zugrunde liegt, nicht erfolgen kann, da dies den Rahmen sprengen würde. Es sollen aber zumindest die Grundkenntnisse und das Grundverständnis erlangt werden um den Praxisbezug im Einzelfall auch über den Kernbereich der vorliegenden Untersuchung hinaus verstehen und einordnen zu können. Insbesondere die von der behandelten Norm betroffenen Personengruppen sollen einen tieferen Einblick über die umfangreichen Vor- und Nachteile dieser Norm erhalten.

3 Die berufsbezogene Eignungsdiagnostik

In diesem Kapitel soll die Bedeutung der berufsbezogenen Eignungsdiagnostik näher gebracht werden. Da die Materie der Eignungsdiagnostik bereits heutzutage viele Bücher füllt, kann diese nicht im Detail wiedergegeben werden.

Vielmehr sollen ausgewählte Fragmente und Begriffsdefinitionen einen Einblick verschaffen und somit dazu befähigen, Gesamtzusammenhänge in dieser Arbeit verständlicher zu machen.

3.1 Der Begriff der Eignungsdiagnostik

In der Literatur sind verschieden Versuche unternommen worden, den Begriff der Eignungsdiagnostik möglichst prägnant zu definieren. Häufig wurde hierzu jedoch der Umweg über umständliche Erklärungsversuche gewählt.2

Aus diesem Grund soll zur Vereinfachung für den Leser an dieser Stelle stellvertretend die Definitionen von Schuler (1996) verwendet werden. Demnach handelt es sich bei Eignungsdiagnostik um die „Lehre von der sachgemäßen Durchführung der Eignungsdiagnose in der Berufspsychologie.“3 Hierbei versteht er unter der Eignungsdiagnose eine „systematische Untersuchung der Erfolgswahrscheinlichkeit (z.B. für einen Beruf) durch Vergleich der Anforderungen mit individuellen Merkmalsausprägungen.“4 Eine weitere Definition der gleichen Quelle stellt die Eignungsdiagnostik dar als die „Theorie des Zusammenhangs zwischen menschlichen Merkmalen und Kriterien beruflichen Erfolgs.“5

Dass es für diese Arbeit von Vorteil ist, an dieser Version der Definition festzuhalten, da kompliziertere Definitionen oftmals verwirrend wirken können, zeigt das folgende Beispiel:

„ Eignungsdiagnostik ist eine Prognose der auf Optimierungskriterien bezogenen Interaktionseffekte nach Selektions-(Zuordnungs-)Interventionen und Ausarbeitung optimaler Entscheidungsregeln aufgrund dieser Prognose.

Diese kommt Zustande durch Auswertung aktueller, differentiellpsychologischer und Ökopsychologischer Informationen über gegebene und einander zuzuordnende Personen und Bedingungen auf der Basis empirisch gesicherten Wissens über gesetzmäßige Wirkzusammenhänge zwischen Personen und Bedingungen“6

Sicher wird man beim erstmaligen Lesen dieser Definition kaum deren Sinn erfassen können. Ihre Existenzberechtigung wird jedoch dadurch gerechtfertigt, dass auch namhafte Vertreter der Diagnostik dieser Ansicht sind. Wenn man parallel die Ausführungen von Sarges (1995) näher betrachtet, stößt man hier auf deutliche Parallelen. Auch er ersetzt die genannten Selektionsstrategien durch den Begriff der Zuordnungsstrategien in seiner Auslegung von Eignungsdiagnostik.78

Das Verständnis, um was es sich bei berufsbezogener Eignungsdiagnostik handelt, ist für den Leser wichtig, damit die grundsätzlichen Zusammenhänge nachvollzogen werden können.

Die DIN 33430, welche den Schwerpunkt dieser Arbeit darstellt, regelt die Verwendung von Eignungsbeurteilungsverfahren, welche in der berufsbezogenen Eignungsdiagnostik Anwendung finden.

Somit ist eine gewisse Grundverständnis nicht nur von Vorteil, sondern dringend notwendig.

Um dieses Grundverständnis weiter zu fördern, soll im nächsten Kapitel die Eignungsdiagnostik in einem historischen Überblick näher betrachtet werden.9

3.2 Entwicklungsgeschichte der Eignungsdiagnostik im Abriss

Bereits vor mehr als 3000 Jahren wurden beispielsweise im alten China Verfahren zur Personalauswahl durchgeführt, die den Charakter der Eignungsdiagnostik, wie man sie heute sieht, erfüllen.

Weitere Quellen weisen auf die alten Griechen hin, welche ebenfalls bereits vor sehr vielen Jahren Methoden und Techniken im Sinne der Diagnostik anwandten.

Allerdings wird der Beginn der wissenschaftlich-psychologischen Eignungsdiagnostik erst auf den Anfang des 20. Jahrhunderts datiert. Als bekanntestes Beispiel sei hier auf den berühmten Intelligenztest „Army Alpha“ verwiesen, welcher zwar bereits schon im Jahre 1918 stattfand, aber vom Grundmuster her den heute verwendeten Tests bereits sehr ähnlich war. Die Abbildung zeigt die erste Seite dieses bekannten Tests, welcher zur damaligen Zeit für die Selektion amerikanischer Rekruten verwendet wurde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Der Intelligenztest Army Alpha (Auszug), aus: Schuler, 1996, S. 16.

In die Zeit um 1920 fallen auch die ersten konkreten Erwähnungen von Verfahren, welche heute feste Bestandteile der modernen Eignungsdiagnostik sind. So wurden hier bereits durch Arbeitsproben die Eignungen festgestellt und Versuche gestartet, diese Ergebnisse zu messen und auszuwerten.

Auch das komplexe Verfahren des Assessmentcenters10 wurde in seinen Grundzügen bereits in dieser Zeit begründet. Dieses Verfahren fand im Jahre 1926/27 bei der Auswahl von Offizieren in der Weimarer Republik Anwendung.11

Natürlich sind die heute existenten Verfahren der Eignungsdiagnostik im Laufe der Zeit weiterentwickelt und verfeinert worden. Ebenso wurden Sie dem jeweiligen Zeitgeist angeglichen, doch die Wurzeln hierzu wurden bereits in dieser Zeit geschaffen.

Auch heute werden verschieden Verfahren zur Auffindung des richtigen Personals in der Praxis eingesetzt. Diese sollen im Folgenden mit Hilfe einer kurzen Darstellung einiger Beispiele genannt und erklärt werden.

3.3 Angewandte Verfahren in der Eignungsdiagnostik

In diesem Abschnitt der Arbeit sollen einige Verfahren in ihren Grundzügen vorgestellt werden, welche später auch in der Betrachtung der praktischen Untersuchung zum Einsatz kamen. Um eine schnellen Überblick zu verschaffen, werden die wichtigsten Verfahren und eine kurze Erläuterung zunächst in Form einer Tabelle dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Verfahren der Eignungsdiagnostik und ihre Bedeutung. (eigene Darstellung)12 13 14 15 16

Man ist sich in der Fachwelt dahingehend einig, dass die hier genannten

Verfahren im Allgemeinen mit die am häufigsten eingesetzten Methoden in der Eignungsdiagnostik sind. Auch die DIN 33430 nennt einige diese Verfahren namentlich. Für die theoretische Betrachtung von Eignungsbeurteilungsverfahren sollen die Erwähnten deshalb stellvertretend für andere existierende Verfahren genügen.

Vielmehr sollen zur Vervollständigung des theoretischen Blocks der Eignungsdiagnostik noch einige Begriffe eingeführt werden, welche im weiteren Verlauf der Arbeit eine wichtige Rolle spielen.

3.4 wichtige Begriffe der Eignungsdiagnostik

Die Eignungsdiagnostik bedient sich vieler fachspezifischer Begriffe, welche in Ihrer Bedeutung oftmals nicht klar verständlich sind. Da sich auch die DIN 33430 zum großen Teil dieser Begrifflichkeiten bedient, wird hiermit der Grundstock für die später folgenden Kapitel gelegt. Insbesondere die drei Hauptgüterkriterien der Eignungsdiagnostik, Validität, Reliabilität und Objektivität sollen hier erklärt werden, da sie sowohl in den Texten der DIN 33430 immer wieder zu Einsatz kommen als auch in der empirischen Analyse dieser Arbeit als Grundlage dienten.

3.4.1 Validität

Unter der Validität eines Diagnoseinstrumentes versteht man im allgemeinen dessen wahre Aussagekraft über einen Prüfungsgegenstand oder eine Person. Nach Schuler handelt es sich dabei um die „Angemessenheit und Sinnhaftigkeit der Schlüsse, die aus diagnostischen Werten gezogen werden können“17. Aus diesem Grund wird die Validität auch als das „zentrale Gütekriterium für die Qualität einer Messung“ bezeichnet.18 Aus der gleichen Quelle resultiert die Ansicht, dass die Validität in ihrer Eigenschaft als Gütekriterium nicht unmittelbar messbar ist, sondern lediglich durch verschiedene Verfahren annäherungsweise bestimmt wird.

Diese Eigenschaft macht es schwierig, eine klare Beschreibung von Validität wiederzugeben, da die Stellungnahme hierzu immer in Verbindung mit dem eingesetzten Instrument steht.

Für diese Arbeit soll unter der Validität eines Verfahrens dessen Gültigkeit und somit die Genauigkeit, mit dem ein Verfahren tatsächlich das misst, was es messen soll. Dies entspricht der Definition der DIN 33430 und wird zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal von Bedeutung sein.

3.4.2 Objektivität

Durch eine objektive Bewertung von Ergebnissen einer Analyse erhält man eine nachvollziehbare Auswertung der Fakten, ohne eigene Meinungen und Empfindungen. In der klassischen Testtheorie wird die Objektivität einer Messung dann als gegeben angesehen, wenn das Messergebnis nur von dem zu messenden Merkmal und nicht von der Person, welche die Messung durchführt, abhängt.19

In der Literatur werden hauptsächlich drei Arten von Objektivität unterschieden:20

- Durchführungsobjektivität
- Auswertungsobjektivität
- Interpretationsobjektivität

Wenn beispielsweise in einem Analyseverfahren nicht gewährleistet werden kann, dass alle Testpersonen den gleichen Bedingungen und Situation ausgesetzt sind, sprich man von einer Gefährdung der Durchführungsobjektivität.

Hinsichtlich der Auswertungsobjektivität kann es z.B. bei der Umsetzung von verbalen Aussagen einer Person in Zahlenwerte zu Beeinträchtigungen kommen. Dem gegenüber spielt die Interpretationsobjektivität immer dann eine Rolle, wenn es gilt, freie Beantwortungen von Befragten Personen zu beurteilen. In diesem Fall würde man von einer hohen Interpretationsobjektivität sprechen, wenn verschiedene Personen bei einer Auswertung zu den gleichen Schlüssen kommen würden.

3.4.3 Reliabilität

Das Dritte zu erwähnende Hauptgütekriterium der Eignungsdiagnostik stellt die Reliabilität dar. Hierunter versteht man nach Krapp/Weidenmann die Genauigkeit, mit welcher ein eingesetztes Verfahren z.B. ein bestimmtes Persönlichkeits- oder Verhaltensmerkmal einer Person misst.21 Hierbei kommt es nicht darauf an, dass das Verfahren dies beansprucht zu messen. Da es bei dieser Definition leicht zu Verwechslungen mit dem Begriff der Validität kommen könnte, soll auch hier die Definition der DIN 33430 als Unterscheidungskriterium herangezogen werden. Demnach handelt es sich bei der Reliabilität eines Verfahrens um dessen Zuverlässigkeit hinsichtlich der Messfehlerfreiheit.22 Die Reliabilität spiegelt somit den Grad der Genauigkeit eines Verfahrens wieder.

Die beiden Grundformen der Reliabilität sind die Stabilität des Messwertes, die durch Messwiederholung ermittelt wird und die Äquivalenz der Aufgaben und Testformen, welche beispielsweise durch Anwendung paralleler Formen überprüft wird.23

3.4.4 Zusammenhang in der Arbeit

Die DIN 33430 ist eine Norm, die erstmals Regelungen im Bereich der Qualitätssicherung im Umgang und der Handhabung von Personal sichern soll.24 Hierzu werden Bestandteile der Eignungsdiagnostik herangezogen. Insbesondere statische Begriffe der Eignungsdiagnostik werden bezüglich ihrer Anwendung im Personalauswahlverfahren exakt definiert. Somit stellt die Eignungsdiagnostik und speziell die nach Ihr angestrebten Einsatzmöglichkeiten von Testverfahren einen der Grundbestandteile dieser Arbeit dar.

Die empirische Studie, welche im Rahmen dieser Arbeit stattfand, wurde in ihrem Aufbau daran angelehnt. Die verwendeten Fragen der neu erstellten Fragebögen sind z.B. so formuliert, das einerseits direkt, andererseits indirekt die erläuterten Begriffe der Eignungsdiagnostik hinterfragt werden.25

Um die Erklärungen und Interpretationen der Studie verfolgen zu können wurde aus diesem Grund diese grundsätzliche Einführung in die Eignungsdiagnostik vorangestellt.

4 Grundlagen von Normen

Normen spielen im Leben eines jeden Menschen eine große Rolle. Diese Aussage ist zum momentanen Zeitpunkt vielleicht nur schwierig nachzuvollziehen, da sich der Einzelne gar nicht bewusst ist, wie oft er täglich mit den Auswirkungen von Normen konfrontiert ist.

Viele Dinge, die einem das Leben erleichtern, werden von den Menschen gar nicht mehr bewusst wahrgenommen. Man hat sich an gewisse Standards gewöhnt und verschwendet keinen Gedanken mehr daran, wie es eigentlich dazu kam.

Ein Mensch verschickt heutzutage z.B. einen Brief ohne sich Gedanken machen zu müssen, dass das Blatt Papier auch in den Briefumschlag passt. Man weiß ja schließlich, das die Größen der Formulare aufeinander abgestimmt ist. Dass hinter diesem einfachen Beispiel jedoch ein extrem hoher Aufwand in der Entwicklung einer Norm steckt, wird allenfalls noch durch die Bezeichnung wie z.B. DIN A4 - Format wahrgenommen.

Aus diesem Grund sollen zum besseren Verständnis des Untersuchungsgegenstandes „Norm“ an dieser Stelle wichtige Hintergrundinformationen gegeben werden. Diese sollen es ermöglichen, die Komplexität dieses scheinbar unbedeutenden Wortes besser zu verstehen und einzuordnen.

4.1 Was sind Normen?

Diese Frage setzt eine ausgiebige Betrachtung des gesamten Gebietes der Normung voraus. Grundsätzlich dann man sagen, dass es sich bei Normen um Regelungen handelt. Diese Ansicht wird auch in der Literatur vertreten.26 Schusser hat hierzu eine Definition gefunden, welche die Komplexität von Normen sehr gut zum Ausdruck bringt.

„Normen sind „Vorschriften“, Regelungen, „Eingrenzungen“ gegenüber dem breiten Strom aller möglichen Verhaltensweisen, die Menschen jeweils in bestimmten Lebenslagen, Situationen und zu bestimmten Anlässen, sowie in Verfolgung bestimmter Absichten, Aufträgen und (selbstgestellten) Aufgaben zeigen könnten, aber aus vielerlei Gründen nicht sinnvoll ausschöpfen dürfen.“27

Dieser Ansatz bedient sich eher der psychologischen Hintergründe von Normen in Bezug auf den Menschen.

Einen weitaus neutraleren Ansatz findet man, wenn man sich mit den existierenden Normenregelungsstellen28 auseinander setzt. So hat das Europäische Komitee für Normung CEN29 die Frage, um was es sich bei Normen handelt, die folgende Formulierung gewählt. Demnach ist eine Norm „ein Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Institution angenommen wurde und das für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien oder Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt, wobei ein optimaler Ordnungsgrad ein einem gegebenen Zusammenhang angestrebt wird.“30

Ironischerweise stammt diese Definition selbst aus einer Norm. Die DIN EN 45020 „Normung und damit zusammenhängende Tätigkeiten“ wurde extra geschaffen, um sich dieser Problematik anzunehmen. Es gibt wohl keinen besseren Beweis für die Schwierigkeit der Materie.

Vielleicht ist es aus diesem Grund angebracht, das Wort „Norm“ auf dessen Herkunft zu prüfen. „Norm“ leitet sich ab von „Normal“31. Unter „Normal“ versteht man im Allgemeinen das, was uns in unserem täglichen Leben wiederkehrend begegnet. Hieraus schließend kann man deshalb sagen, das es sich bei Dingen, die entsprechend einer Norm gehandhabt werden können, um Bestandteile handeln muss, die nicht nur einmalig vorkommen, sondern oftmals und in vielen verschiedenen Situationen das Leben betreffen. Dies darf natürlich nicht nur auf das einzelne Individuum reduziert werden, sondern muss grundsätzlich eine größere Masse eines gewissen Interessengebietes betreffen.

Ein weiterer Ansatz zur Klärung dieser schwierigen Frage wird wiederum durch die DIN EN 45020 ermöglicht. Sie definiert die Normung bzw. die Normungsarbeit als „Tätigkeit zur Erstellung von Festlegungen für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung, die auf aktuelle oder absehbare Probleme Bezug haben und die Erzielung eines optimalen Ordnungsgrades in einem gegebenen Zusammenhang anstreben“32 und nennt als konkrete Ziele der Normung beispielsweise die „gebrauchstaugliche Gestaltung eines Produktes, eines Prozesses oder einer Dienstleistung.“33 Somit schafft die Normung auch einheitliche Standards für die Austauschbarkeit und Vergleichbarkeit.

In der Summe kann man zu der Frage, um was es sich bei Normen eigentlich handelt, also folgende Punkte festhalten:

- Normen sind Regelungen.
- Normen werden durch befugte, anerkannte Institutionen geschaffen und ausgegeben.
- Normen dienen den Menschen und sollen das gemeinschaftliche Leben erleichtern.
- Normen ermöglichen: Standardisierung, Vergleichbarkeit, Austauschbarkeit und vieles darüber hinaus.
- Wer sich nach Normen richtet, verhält sich stets ordnungsgemäß.

Dies ist letztendlich keine optimale Beantwortung dieser Frage aber sie soll im Zusammenhang mit dieser Arbeit genügen. Eine weitere Zerlegung würde hier kaum Sinn machen und weit über das Ziel hinausgehen. Allerdings stellen sich weitere Fragen, welche in der Thematik der Normen geklärt werden sollten, wie beispielsweise deren Entstehung.34

4.2 Wie entstehen Normen?

Auch an dieser Stelle muss vorab erwähnt werden, dass die Beantwortung dieser Frage eine ausgiebige Betrachtung erfordert. Es wurde bislang festgestellt, das Normen allgemeingültige Regelungen enthalten, welche Probleme durch die Möglichkeit des Vergleichs lösen sollen. Es kann jedoch bereits bei der Planung von neuen Normen zu Schwierigkeiten kommen, da man die Notwendigkeit und Nützlichkeit nicht immer voraussehen kann.

So erklärte der Stellvertretende Leiter des Frauenhoferinstitutes in einer Rede, dass es zum Ausmaß künftigen Normungsbedarfs kaum einschlägige Ergebnisse gibt und die ohnehin schon dürftigen empirischen Belege von Zusammenhang zwischen Innovation und Normung vollständig entfallen, weil Basisinformationen zu langfristigen Entwicklungen von Wissenschaft und Technik sehr umstritten sind.35 Diese Aussage wurde bei einer außerordentlichen Sitzung des DIN-Präsidiums unter dem Titel „Normung in Europa und das DIN - Ziele für das Jahr 2005“ am 23. April 1996 getroffen, an der über 200 der bedeutendsten Vertreter der Normung teilnahmen, u.a. beispielsweise die Vorsitzenden der Normenausschüsse der DIN36 und die Präsidenten der ISO und des CEN.37

Bereits bei den Grundüberlegungen zu neuen Normen wird demnach deren Effizienz und Bedeutung für die Zukunft in Frage gestellt.

Grundsätzlich kann jedes Thema, welches als wichtig erachtet wird, zur Normung vorgeschlagen werden. Nach der Stellung eines sogenannten Normungsantrags38 durch eine beliebige Person nimmt ein Normenausschuss3940 nach dessen Annahme die Arbeit auf. In verschiedenen Arbeitsschritten, in denen auch zahlreiche Gasthörer eingeladen werden können, wird der Inhalt des Anliegens in Form eines sog. Normen-Entwurfes der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorgelegt. Wenn hinsichtlich der Inhalte einheitliche Meinung herrscht, werden die Normen-Entwürfe durch den Normenausschuss verabschiedet und als Norm beschlossen und freigegeben.41

Oftmals ist die Entstehung einer Norm eine sehr langwierige Sache, da die Konsensfindung sich als sehr schwierig herausstellt. Unter einem Konsens wird hierbei eine „allgemeine Zustimmung, die durch das Fehlen aufrechterhaltenen Widerspruchs gegen wesentliche Inhalte seitens irgendeines wichtigen Anteils der betroffenen Interessen und durch das Verfahren gekennzeichnet ist, das versucht, die Gesichtspunkte aller betroffenen Parteien zu berücksichtigen und alle Gegenargumente auszuräumen.“4243

4.3 Heutige Normenregelungsstellen

Normen werden heutzutage durch spezielle, autorisierte Institutionen ausgegeben. Dabei spielt die räumliche Verantwortlichkeit das größte Unterscheidungskriterium.

Bei Gesetzen, deren Wirkung sich von einer einzelnen Dienststelle bzw. einzelnen Unternehmen oder Personengruppen bis hin zu weltweiten Gültigkeit, wie z.B. das Völkerrechtsgesetz ist diese Unterscheidung bekannt.

Ähnlich verhält es sich mit Normen. Oftmals ist eine Regelung nur im Interessen einer bestimmten Gruppe zu treffen, wohin gegen es an anderer Stelle als Vorteil erweist, global zu agieren. Im Zuge dieser Arbeit sollen die drei wichtigsten und bekanntesten Regelungsstellen näher betrachtet werden. Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, würde man auf die zahlreichen Liste der Normstellen im Einzelnen eingehen.44

4.4 Normung auf Internationaler Ebene

4.4.1 ISO

Unter der Abkürzung ISO steht die „International Organisation for Standardization“. Dieses Kürzel leitet sich von dem griechischen Wort „isos „ ab, welches „Gleichgestellt“ bedeutet.45

Die grundsätzliche Aufgabe dieses Institutes ist es, Regelungen in Form von Normen heraus zu bringen, welche im Interesse verschiedener Nationen liegen und somit in Ihrer Wirkung weltweite Gültigkeit besitzen sollen. Die Institution besteht aus den einzelnen Normenregelungsstellen der Mitgliedsländer, welche durch ein zentrales Sekretariat in Genf (Schweiz) koordiniert werden. Derzeit handelt es sich dabei um 147 Länder, die auf diese Weise Ihre gemeinsamen Interessen durch ein ausgewähltes nationales Institut vertreten lassen. Für die Bundesrepublik Deutschland nimmt diese Aufgabe z.B. das Deutsche Institut für Normung e.V. war.46 Gegründet wurde das ISO aufgrund eines Beschlusses von 25 Länderdelegierten im Jahre 1946 in London. Am 23. Februar 1947 nahm es mit dem damalig formulierten Ziel, die „ internationale Koordination und die Vereinheitlichung von Industriestandards zu erleichtern“, die Arbeit auf.47

Die Vorgänger und damit auch die Basis für das ISO waren das IEC48 und das ISA49, welche bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Bereich der Normierung tätig waren.

Heutzutage ist der Zweck der ISO ist die Förderung der Normung in der Welt, um den Austausch von Gütern und Dienstleistungen zu unterstützen und die gegenseitige Zusammenarbeit in verschiedenen technischen Bereichen zu entwickeln.

4.4.2 ISO-Normen

Bei ISO-Normen handelt es sich um international geltende Standards und Richtlinien, die von der Internationen Organisation für Standardisierung (ISO) herausgegeben werden. Es handelt sich somit um die höchste Regelungsart, welche durch Normen erfolgen kann.

Ziel dieser Normen ist die Schaffung von international geltenden Standards und die Wahrung der Qualität von Produkten, Prozessen, Materialien und Dienstleistungen.

4.5 Normung auf europäischer Ebene

4.5.1 CEN

Das Europäische Komitee für Normung CEN und das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung CEN ELEC bilden die gemeinsame Europäische Normenorganisation CEN / CEN ELEC mit dem Sitz in Brüssel.

Die Abkürzung CEN steht hierbei für eine Abkürzung aus dem Französischen und bedeutet im Original „Comité Européen de Normalisation“. Diese wurde nahezu gleichzeitig mit der EG (Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft) im Jahre 1961 gegründet. Momentan handelt es sich bei den Mitgliedern des CEN um die vertretenden Organisationen aus 22 Ländern. Für die Bundesrepublik Deutschland ist dieser Vertreter wiederum das DIN.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Liste der Mitgliedsstaaten des CEN. (eigene Darstellung)50

Zu den vordringlichsten Zielen der EU gehört die Vollendung des europäischen Binnenmarktes. Hierbei spielt auch die Vereinheitlichung der national bestehenden Standards eine wichtige Rolle. Das Ziel von CEN ist die technische Harmonisierung und Normung in der EU.

Durch die Erstellung europäischer Normen soll die Harmonisierung der bestehenden nationalen Normen forciert werden.

Hierbei werden soweit wie möglich die internationalen Normen ISO und IEC51 zugrunde gelegt, um nicht an den Grenzen der EU neue technische Handelshemmnisse gegenüber Drittländern entstehen zu lassen. Wird bei Produkt-Normen eine ISO-Norm als EN-Norm übernommen, so entsteht die EN-Nr. aus der ISO-Nr. durch Addieren der Zahl 20 000. Die ISOBezeichnung des Produktes bleibt aber unverändert.

Die Normungsarbeit wird im CEN und CEN ELEC jeweils durch das Technische Büro gesteuert. Die Normungsarbeit wird in Technischen Komitees geleistet, wobei jedes Mitglied das Recht hat, durch eine Delegation mitzuarbeiten. Die Delegationen sollen alle Interessen eines Mitgliedslandes vertreten. Das jeweilige Sekretariat eines Technischen Komitees wird einem Mitglied übertragen.

[...]


1 vgl. hierzu Kapitel 5 in dieser Arbeit.

2 vgl. Sarges, 1995, S. 887 f.

3 aus Schuler, 1996, S. 228.

4 aus Schuler, 1996, S. 228.

5 aus Schuler, 1996, S. 228.

6 aus Einführung in die Eignungsdiagnostik, (2003), S. 1 unter: www.uni-saarland.de.

7 Vgl. Sarges, 1995, S. 51.

8 Anmerkung: Es wird vermutet, dass der Autor der zuvor genannten Quelle die

Ausführungen von Sarges zur Begründung dieser Definition herangezogen hat. Hierauf weist insbesondere der Austausch des Begriffes der Selektionsstrategie durch den der Zuordnungsstrategie hin.

9 dieses Kapitel ist stark angelehnt an die Ausführungen von Schuler, 1996, S. 14 - 19.

10 Der Begriff des Assessmentcenters wird im folgenden Kapitel näher erklärt.

11 vgl. Schuler, 1996, S. 18 f.

12 Definition nach dem Glossar von Schuler, 1996, S. 227.

13 Definition nach dem Glossar von Schuler, 1996, S. 229.

14 vgl. hierzu Kapitel 3.4.1 in dieser Arbeit.

15 Definition nach dem Glossar von Schuler, 1996, S. 227.

16 Definition nach dem Glossar von Schuler, 1996, S. 229.

17 aus Schuler, 1996, S. 233.

18 aus Krapp/Weidenmann, 2001. S. 525.

19 sinngemäß nach Krapp/Weidenmann, 2001. S. 524.

20 vgl.Krapp/Weidenmann, 2001. S. 524.

21 vgl. Krapp/Weidenmann, 2001, S.524.

22 vgl. hierzu: Originaltext DIN 33430, 2002, S.24.

23 vgl. Schuler, 1996, S. 50.

24 näheres unter Kapitel 5 in dieser Arbeit.

25 vgl. hierzu Kapitel 6 f in dieser Arbeit.

26 vgl. z.B. Schusser, 1996; Wölker, 1992.

27 Schusser, 2002, S.1.

28 siehe hierzu Kapitel 4.3 f in dieser Arbeit.

29 nähere Informationen zu CEN in Kapitel 4.5.1 in dieser Arbeit.

30 siehe: www.service-standarts.com , 2001, S.1.

31 vgl. hierzu: www.wissen.de , Schlagwort „Norm“.

32 aus DIN EN 45020, 1998, S.7.

33 aus DIN EN 45020, 1998, S.11.

34 Der Einfachheit halber wird im folgenden ausschließlich die Enstehung von Normen

anhand von DIN-Normen erläutert. Ergänzend hierzu wird auf Kapitel 4.6.3 hingewiesen, welches diesen Vorgang detailliert erläutert.

35 sinngemäß nach Deutsches Institut für Normung, 1996, S. 63.

36 vgl. hierzu Kapitel 4.6.1 in dieser Arbeit.

37 Zu ISO und CEN vergleiche Kapitel 4.4.1 bzw. 4.5.1 in dieser Arbeit.

38 Der Normungsantrag sollte wenn möglich bereits einen konkreten Vorschlag über die beabsichtigte Normung enthalten.

39 Der Normenausschuss ist die zuständige Stelle für die Bearbeitung. Er wird durch das zuständige Normungsinstitut gebildet.

40 Vgl. hierzu auch Kapitel 4.6.3 in dieser Arbeit.

41 Vgl. hierzu ergänzend Kapitel 4.6.3 in dieser Arbeit.

42 DIN EN 45020, 1998, S.9 Definition von Konsens.

43 Anmerkung des Verfassers: Nachdem diese Arbeit sich mit einer Norm des Deutschen Instituts für Normung beschäftigt, wurde die Reihenfolge der Vorstellung entgegen der eigentlichen Bedeutungsreichweite der Normen gewählt.

44 siehe Anhang 1: Liste der Normenregelungsstellen.

45 Anmerkung des Verfassers: Da die Abkürzung in jeder Sprache anders lauten würde, einigten sich die Beteiligten Länder auf diese einheitliche Bezeichnung. Somit wird das Kürzel ISO in jedem Land, unabhängig von der Landessprache als Bezeichnung dieser Institution verwendet.

46 Vgl. hierzu Kapitel 4.6.1 in dieser Arbeit.

47 für eine nähere Betrachtung der historischen Hintergründe sei der interessierte Leser auf die Homepage des ISO verwiesen, erreichbar unter: www.iso.ch.

48 „International electronic comission“ (IEC), gegründet 1906.

49 „International Federation of the National Standardizing Associations” (ISA), gegründet 1926, seit 1942 nicht mehr existent.

50 Entnommen von der Homepage des CEN, unter: www.cenorm.be und in die deutsche Sprache übersetzt.

51 IEC = International Electrical Commission.

Ende der Leseprobe aus 109 Seiten

Details

Titel
Analyse einer DIN-Norm zur berufsbezogenen Eignungsdiagnostik: Theorie und Praxis
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Fachbereich der Betriebswirtschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
109
Katalognummer
V24838
ISBN (eBook)
9783638276146
Dateigröße
1199 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, DIN-Norm, Eignungsdiagnostik, Theorie, Praxis
Arbeit zitieren
Dietmar Glas (Autor), 2003, Analyse einer DIN-Norm zur berufsbezogenen Eignungsdiagnostik: Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24838

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