Die didaktische Analyse als notwendiges Mittel der erfolgsversprechenden Unterrichtsvorbereitung


Hausarbeit, 2001

17 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Die didaktische Analyse
2.1. Allgemeine Definition und Merkmale
2.2. Planungsarbeit des Lehrers
2.2.1. Voraussetzungen und Bedingungen für das Erstellen einer didaktischen Analyse
2.2.2. Unterrichtsplanung als Prozess

3. Unterrichtsbeispiel „Kalifornischer Herbst“
3.1. Zusammenfassung des Unterrichtsvorschlags
3.2. Betrachtung der Voraussetzungen und Bedingungen für das Erstellen einer didaktischen Analyse im Unterrichtsbeispiel „Kalifornischer Herbst“
3.3. Betrachtung des Unterrichtsvorschlags in Hinblick auf Planung
3.4. Betrachtung des Unterrichtsvorschlags im Hinblick auf didaktische Analyse

4. Zusammenfassung

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit ist es Ziel die Planungsarbeit des Lehrers zur Unterrichts -vorbereitung für eine möglichst fruchtbare Vermittlung eines Unterrichtsgegenstandes zu beschreiben und anhand eines Beispiels zu analysieren. Anhand von Wolfgang Popps Darlegungen zur “Planung von Unterricht und didaktische Analyse“1 soll ein grundlegendes Schema zur Unterrichtsvorbereitung gezeigt werden. Da meiner Meinung nach Wolfgang Popps Ausführungen sehr allgemein und theoretisch gehalten sind, habe ich diese mit Wolfgang Klafkis3 Ausarbeitungen zur didaktischen Analyse ergänzt, um ein möglichst umfassendes und anschauliches Konzept darlegen zu können.

Außerdem wird anhand des dargelegten Planungskonzepts ein Unterrichtsbeispiel untersucht werden. Ich habe hierzu den Unterrichtsvorschlag von Klaus Tieke3 zu Bertolt Brechts Gedicht „Kalifornischer Herbst“ für die Orientierungsstufe (5.-7. Schuljahr) aus der Zeitschrift „Praxis Deutsch“ ausgewählt. Dieser soll mit dem Konzept verglichen werden, inwieweit einzelne Elemente enthalten sind oder nicht beschrieben werden.

2. Die didaktische Analyse

2.1. Allgemeine Definition und Merkmale

Die Unterrichtsplanung ist der grundlegende Baustein einer erfolgsversprechenden Vermittlung. Sie hat zur Aufgabe die „Wechselwirkung von Theorie und Praxis“ und „das Zusammenspiel von Erfahrungen und Besinnung“4 in Einklang zu bringen. Die Notwendigkeit einer möglichst komplexen Unterrichtsplanung liegt darin begründet, dass jede Unterrichtsstunde trotz exakter Vorbereitung „eine Fülle unvorhergesehener Möglichkeiten“ von „aufspringenden neuen Situationen, Impulsen und Schwierigkeiten“ in sich birgt. Somit ist die „Offenheit“ und Flexibilität des Lehrers gefordert.5

Die Planung eines Unterrichtsgegenstandes oder einer Unterrichtseinheit lässt sich grob in zwei Aspekte unterteilen. Zum einen in die didaktische Analyse des Gegenstandes der Bildung mit der Fragestellung „Was möchte ich Vermitteln?“ und zum anderen in die didaktische Analyse der Methodik, mit der Fragestellung „Wie vermittele ich dies am Besten?“.

Hier wird deutlich, dass die Methodik („Wie?“) auf der Analyse des Gegenstandes an sich („Was?“) aufbaut, und folglich als zwei von einander getrennte, aber aufeinander aufbauende Schritte der Unterrichtsplanung zu betrachten sind. Die didaktische Analyse als Mittel der Unterrichtsplanung umfasst diese zwei aufeinander folgende Aspekte als Arbeitsschritte. Da sich die didaktische Analyse nach den „spezifischen, aktuellen Möglichkeiten und Qualifikationen der jeweiligen Lerngruppe“6 im Hinblick auf deren bisherigen Bildungsstand richtet, ist sie als „nicht statisch“7 zu charakterisieren. Außerdem richtet sie sich nicht akzentuiert oder „punktuell“8 auf den zu behandelnden Gegenstand, da sich die Möglichkeiten eine erfolgreiche Vermittlung zu gewährleisten in diesem Falle reduzieren. Sie sollte sich nicht ausschließlich auf Aspekte des Inhalts, der Vermittlung oder der Beziehungen beziehen9, da auch die individuelle Rolle des Vermittlers zu dem jeweiligen Gegenstand, die schicht- und altersspezifischen Voraussetzungen der Schüler und ihre Wahrnehmungs- und Lernproblematiken10, sowie die Einflüsse der gegenwärtigen Umstände der Zeit, bei einer erfolgreichen Vermittlung eine Rolle spielen.

Betrachtet man diese Merkmale, wird schnell deutlich, dass die didaktische Analyse kein „für allemal feststehendes Ergebnis“11 birgt und von vielen sich verändernden Faktoren abhängt.

2.2. Planungsarbeit des Lehrers

2.2.1. Vorrausetzungen und Bedingungen für das Erstellen einer didaktischen Analyse

Wie bereits in den vorherigen Ausführungen deutlich wurde ist der erste Arbeitsschritt die Analyse des Unterrichtsgegenstandes. Da der Lehrer nicht freie Hand bei der Auswahl hat, sondern vom Lehrplan abhängig ist, gilt es diesen als erstes zu betrachten. Die Themenauswahl sind als Bildungsinhalte zu verstehen und müssen unter der Fragestellung: „Warum wurde dies in den Lehrplan aufgenommen?“, nachvollzogen werden.12

Bei der Planung eines konkreten Unterrichtsgegenstandes ist es wichtig, dass der Lehrer sich selbst befragt, unter welcher „individuellen Disposition“13 man an den Gegenstand heran gehen könnte. „Wo werden individuelle/familiäre Erfahrungen geweckt?“14 oder „Wo liegen eigene Interessen zu diesem Thema/Gegenstand vor?“15, könnten mögliche Fragen lauten, die der Lehrer sich stellen sollte.

Der Vermittler sollte sich selbst noch einmal in das (wahrscheinlich bereits bekannte) Thema hineindenken, denn der Erfolg einer Vermittlung hängt auch stark von der Position des Vermittlers zu dem Gegenstand/Thema ab.

Außerdem sollte er sich seine Erfahrungen sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf schulspezifischer Ebene zu diesem Thema ins Gedächtnis rufen16. Mit anderen Worten ist die Besinnung auf Erfahrungen und Wissen zu diesem Thema, Text oder Gedicht und auf Erfahrungen und Wissen zur Didaktik in diesem Themenkreis sowie auf bestehende didaktische Analysen zu diesem Thema ein grundlegender Arbeitsschritt. Ebenso grundlegend ist die Erinnerung auf bereits bestehende Erfahrungen zu diesem Thema bei der jeweiligen Altersklasse. Neben Überlegungen zu bisherigen Erfahrungen und Wissen ist noch zu prüfen, in wie weit die Voraussetzungen der Gruppe oder Klasse eine Rolle spielen. Die soziale Herkunft der Schüler oder eventuelle Rivalitäten in der Gruppe können hier eine entscheidende Rolle spielen.17 Es wird nun deutlich, dass der Vermittler in mehreren Perspektiven denken muss. Zum einen sollte er sich selbst dem Unterrichtsgegenstand nähern, um sich von diesem „neu verzaubern“18 zu lassen, zum anderen muss er sich in die Schüler der jeweiligen Altersklasse hineinversetzen, um möglichst vielen Reaktionsmöglichkeiten, Interessen, Sichtweisen, Fragen und Schwierigkeiten der Schüler entgegen kommen zu können.

[...]


1 Wolfgang Popp: „Planung von Unterricht und didaktische Analyse“, in Hermann Zabel (Hg.): Studienbuch: Einführung in die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, Paderborn, München, Wien, Zürich, 1981 Popp, S.223-232

2 Wolfgang Klafki: „Didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung“. In: Heinrich Roth, Alfred Blumenthal (Hg.): Auswahl- Grundlegende Aufsätze aus der Zeitschrift Die Deutsche Schule, Hannover 1964, Klafki, S.5-34

3 Klaus Tieke: „Ich kann in diesem Klima nicht atmen“ - Brechts Gedicht „Kalifornischer Herbst“, Praxis Deutsch 148 (1998) Tieke, S.35-40

4 Klafki, S.5

5 Vgl. ebd., S.5

6 Walter Popp, Kommunikative Didaktik- Soziale Dimensionen des didaktischen Feldes, Weinheim und Basel 1976, S.276

7 Popp, S.56

8 Popp, S.56

9 Walter Popp, Kommunikative Didaktik- Soziale Dimensionen des didaktischen Feldes, Weinheim und Basel 1976, S.278

10 Popp, S.57

11 Vgl. ebd., S.56

12 Klafki, S.7

13 Popp, S.59

14 Vgl. ebd., S.58

15 Vgl. ebd., S.58

16 Vgl. ebd., S.59

17 Popp, S.60

18 Klafki, S.9

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die didaktische Analyse als notwendiges Mittel der erfolgsversprechenden Unterrichtsvorbereitung
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Germanistik)
Veranstaltung
Grundlagen der Sprach- und Literaturvermittlung
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
17
Katalognummer
V24882
ISBN (eBook)
9783638276528
ISBN (Buch)
9783638901673
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Analyse eines Unterrichtsvorschlags im Blick auf die Zugrundelegenden didaktische Analyse
Schlagworte
Analyse, Mittel, Unterrichtsvorbereitung, Grundlagen, Sprach-, Literaturvermittlung
Arbeit zitieren
Daphne Bruland (Autor), 2001, Die didaktische Analyse als notwendiges Mittel der erfolgsversprechenden Unterrichtsvorbereitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24882

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