El lápiz del carpintero' ein Roman von Manuel Rivas mit besonderer Berücksichtigung der christlichen Symbolik in diesem Werk


Seminararbeit, 2004
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. El lápiz del carpintero
2.1. Zusammenfassung
2.2. Sprache / Erzähltechnik

3. Christliche Symbolik
3.1. El lápiz del carpintero
3.2. Die Figur des “ Roberto Nóvoa Santos“
3.3. El Pórtico de la Gloria
3.4. Daniel Da Barca vs. El Profeta Daniel

4. Der heilende Faden

5. Anhang
5.1. Literaturnachweis

1.Einleitung

Mit El lápiz del carpintero erzählt uns der galicische Autor Manuel Rivas einen Teil der Geschichte seiner Heimat. Ein Teil, der aufs engste verbunden ist mit der Geschichte Spaniens. Dieses Buch, das überwiegend in der spanischen Bürgerkriegszeit spielt und uns einen Einblick in diese turbulente Zeit gibt, handelt jedoch nicht nur von der Guerra Civil. Rivas bedient sich dieser dunklen Epoche Spaniens, um die Geschichten der Menschen zu erzählen, die sie gelebt haben. Menschen wie der Arzt Da Barca, der Gendarm Herbal, der Maler ohne Namen (pintor) oder Marisa Mallo.

Bei einem Interview wurde Manuel Rivas einmal gefragt, warum er denn wieder den Bürgerkrieg als Spielraum seines Romans ausgesucht habe. Seine Antwort darauf war: “... es la metáfora de todas las guerras. Quizá no seamos conscientes de ello pero se batieron enfurecidos todos los vientos de la Historia, las grandes cuestiones de este siglo y las anteriores, que se habían ido acumulando.”[1] In den Figuren von El lápiz del carpintero spiegeln sich die verschiedensten Konflikte, die von der Menschheit je ausgetragen wurden und werden. Hass vs. Liebe, Links vs. Rechts, Religion vs. Ungläubigkeit, Reich vs. Arm. Themen, die bis heute an Aktualität nichts verloren haben, uns aber trotzdem nicht immer bewusst sind. Für Rivas ist die Literatur ein Antivirus gegen das historische Vergessen, aber auch eine Möglichkeit, das Geschehene aus heutiger Sicht zu reflektieren. Schriftsteller sind für ihn curanderos de sombras[2], die mit ihrer Heilkunst Leiden nicht physischen Ursprungs heilen.

Die Rechfertigung des Putsches von 1936 begründeten die Falangisten zum größten Teil mit der Rettung des katholischen Spaniens vor den Ungläubigen. Nur dass diesmal nicht die Mauren die Bedrohung darstellten, sondern die republikanische Bewegung und ihre gewählte Regierung. „[…] revoluciones y disparatadas utopías sociales. Contra ese pecado de la historia sí que combate Dios.[...] Y Dios, para su victoria, elige sus instrumentos. Los elegidos de Dios.”[3] Der Galicier Rivas spielt gekonnt mit der Symbolik des Christentums und lässt sie uns aus der galicischen Perspektive betrachten. Nicht umsonst, denn Galicien, das schon früh christianisiert wurde und mit dem Wallfahrtsort Santiago de Compostela eine lange christliche Tradition aufweist, war nur wenige Wochen nach Putschausbruch unter franquistischer Kontrolle.

Diese Belegarbeit soll sich auf Teile der christlichen Symbolik des Romans konzentrieren und sie versuchen zu deuten. Sie behandelt nur einen Teil, da eine Betrachtung der ganzen christlichen Symbolik den Rahmen einer Belegarbeit schnell überschreiten würde.

2.“El lápiz del carpintero“

2.1. Zusammenfassung

Galicien in den neunziger Jahren. Ein gealterter Arzt namens Da Barca wird von einem Journalisten interviewt. Da Barca ist eine halbe Berühmtheit, man sagt ihm sogar nach, dass er Che Guevara persönlich in Mexiko kennen gelernt haben soll. Er ist von einer schweren Krankheit gekennzeichnet, der Tuberkulose. Zur Zeiten des Bürgerkrieges ist er, obwohl recht jung, ein medizinisches Talent, das an der Universität doziert und Beziehungen zum linken Lager unterhält. Mit seinen Reden versteht er es, die Menschen für die Werte der noch so jungen Republik zu begeistern. Und vor allem gewinnt er das Herz der wunderschönen Marisa Mallo, trotz des Widerstandes ihrer konservativen Familie.

Die Geschichte wird jedoch nicht von diesem charismatischen Pathologen erzählt, sondern zum großen Teil von einem ebenfalls betagten Bordellwirt Herbal, der ihn in der turbulenten Bürgerkriegszeit wie ein Jagdhund auf allen seinen Stationen verfolgte. Bevor das Freudenhaus öffnet, erzählt er einer seiner Prostituierten die Geschichte des Arztes Da Barca, denn heute hat er in der Zeitung seine Todesanzeige entdeckt.

Herbal hatte Da Barcas erfolgreichen Weg schon seit Anfang der dreißiger Jahre mit Hass und Neid verfolgt, damals meldete er sich freiwillig beim Unteroffizier Landesa, um ihn auszuspionieren und beim Ausbruch des Putsches mit Genugtuung zu verhaften. Der Organisation des Widerstandes gegen den „Gorioso Movimiento von 1936“ bezichtigt, wird er kurz nach seiner Verhaftung zum Tode verurteilt. Beide Versuche, ihn zu erschießen, scheitern, denn Herbal, der von der inneren Stimme eines todgeweihten Malers, den er mit einem Kopfschuss vor den paseadores den sadistischen Killerschwadronen bewahrt hat, getrieben wird, muss vom Henker zum Schutzengel Da Barcas wechseln. Dem Gendarm ist es zu verdanken, dass der Doktor nur schwer verletzt wird, als er das zweite Mal vor dem Peloton steht. Nach dieser langen Tortur wird sein Urteil endlich zu Lebenslänglich umgewandelt.

Während er sich im Gefängnis weiterhin als geheimer Organisator des Widerstandkampfes und als Arzt im Gefängniskrankenhaus behauptet, freundet Herbal sich mit der Stimme des ermordeten Malers an. Das Bindeglied zwischen dem Maler und dem Falangist ist der rote Bleistift eine Zimmermanns, mit dem der Künstler noch im Kerker seine Mitgefangenen portraitierte. Dem Arzt fällt es nicht schwer, mit seinem Charme Menschen in seiner Umgebung zu begeistern, und so bekommt er auch die Möglichkeit, Marisa Mallo aus der Haft heraus zu heiraten.

Jenes Glück währt aber nicht ewig, und so wird seine Widerstandszelle durch Herbal entlarvt und Da Barca auf die Gefängnisinsel San Simón deportiert. Doch bevor er für Jahre auf jener Insel, von der man sagt, dass keiner lebendig von ihr zurückkehrt, verschwindet, gönnt ihm sein ständiger Bewacher eine Hochzeitsnacht mit Marisa Mallo.

Nun sitzt der gealterte Herbal in seinem Bordell und zeichnet mit dem roten Bleistift des Zimmermanns traurig ein Kreuz auf die Todesanzeige des republikanischen Rivalen. „Ellos fueron lo mejor que la vida me ha dado.”[4]

2.2. Sprache / Erzähltechnik

Creo que nadie puede explicar hoy, teóricamente y de forma cabal, lo que es una novela, un relato, o lo que es un poema.”[5]

Diese Aussage von Manuel Rivas passt auch sehr gut zum Buch El lápiz del carpintero. Seine Sprache und Technik hat wohl von jedem Literaturgenre etwas, sei es Roman oder Lyrik. Die Grenzen werden von ihm bewusst überschritten oder besser gesagt, sie werden verwischt. Die bildhafte poetische Sprache nimmt den Leser auf eine Zeit-Reise durch das Spanien des Bürgerkrieges.

[...]


[1] http://www.guerracivil.org/Diaris/981014mundo.htm

[2] Volkstümliche galicische Heiler, die die Leiden von Menschen dadurch heilen, indem sie erkennen, dass nicht die Menschen selbst krank sind, sondern ihre Schatten.

[3] RIVAS(1998): S. 104 – 105. Ab hier wird der spanische Titel El lápiz del carpintero als lápiz agegeben, dies soll helfen die beiden Titel schnell auseinander zu halten.

[4] Lápiz: S. 185

[5] www.lateral-ed.es/revista/articulos/070mrivas_crubio.html.( Manuel Rivas en una entrevista, Octubre 2000)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
El lápiz del carpintero' ein Roman von Manuel Rivas mit besonderer Berücksichtigung der christlichen Symbolik in diesem Werk
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
PS La novela de la guerra civil espanola
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
14
Katalognummer
V24895
ISBN (eBook)
9783638276634
Dateigröße
701 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Roman, Manuel, Rivas, Berücksichtigung, Symbolik, Werk, Spanien, Bürgerkrieg, Literatur, Analyse
Arbeit zitieren
Johann Strese (Autor), 2004, El lápiz del carpintero' ein Roman von Manuel Rivas mit besonderer Berücksichtigung der christlichen Symbolik in diesem Werk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24895

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