Die Institution Krankenversicherung existiert bereits seit über 120 Jahren, genauer gesagt, seit dem Jahre 1883. Die damals von Otto von Bismarck eingerichtete Form der Krankenversicherung
deckte die Bedürfnisse der Menschen nur notdürftig ab und ist nicht mit dem aktuellen Standard unserer Krankenversicherung vergleichbar (vgl. Schewe, Schenke, Meurer, Hermsen 1977, S.180).
Aus Bismarcks Grundidee heraus entwickelte sich über die Jahre hinweg ein sozial ausgeprägteres Konzept, das den Menschen tatsächliche Sicherheit in vielerlei Hinsicht bieten sollte. Zu
den heutigen Aufgaben einer Krankenversicherung gehört der Schutz vor Krankheit bzw. die Früherkennung von Krankheiten durch Vorsorge, die zur Genesung führende Behandlung von
Krankheiten, die Rehabilitation nach Krankheiten und der Schutz vor finanziellen Problemen durch Lohnausfall (vgl. Schewe,Schenke,Meurer,Hermsen 1977, S.181 – 182).
Die Institution Krankenversicherung besteht heute aus zwei Systemen. Zum einen aus dem der Gesetzlichen Krankenversicherung, das sich direkt aus dem Bismarckschen Konzept heraus entwickelt hat, und zum anderen aus dem der Privaten Krankenversicherung, das im Jahre 1901 offiziell als selbstständiger Zweig der Krankenversicherung auftrat (vgl.
http://www.agentur-alberts.de/grund.htm, gefunden am 27.02.2004).
Die Absicherung, gewappnet zu sein, falls der Krankheitsfall und die dazu gehörigen Folgen eintreten, ist ein Thema, mit dem sich, gerade in Zeiten von vielen Neuregelungen, jedermann
beschäftigt. Oft jedoch ist es schwer, bei all den Unterschieden zwischen den Krankenversicherungstypen herauszufinden, welches das geeignete System für die einzelne Person ist.
Deshalb soll mit dieser Hausarbeit zunächst einmal ein Überblick über die beiden Arten der Krankenversicherung gegeben werden. Insbesondere der direkte Vergleich der Leistungen beider Systeme ist wichtig und wird aus diesem Grund speziell hervorgehoben. Schlussendlich werden im Fazit noch einmal die besonders relevanten Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Gesetzlichen und der Privaten Krankenkasse und ihre Vor- und Nachteile zusammengefasst, so dass klar werden soll, welcher Versicherungstyp für welche Gruppe von Menschen am besten geeignet ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das System der Gesetzlichen Krankenversicherung
2.1. Die Organisation
2.2 Der geschützte Personenkreis
2.3 Die Finanzierung
3. Das System der Privaten Krankenversicherung
3.1 Die Organisation
3.2 Der geschützte Personenkreis
3.3 Die Finanzierung
4. Die Leistungen beider Systeme im Vergleich
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen fundierten Überblick über die beiden in Deutschland existierenden Krankenversicherungssysteme zu geben, ihre Unterschiede herauszuarbeiten und die Eignung der jeweiligen Versicherungstypen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zu beleuchten.
- Historische Entwicklung der Krankenversicherung
- Struktur, Organisation und Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
- Struktur, Organisation und Finanzierung der Privaten Krankenversicherung (PKV)
- Direkter Vergleich der Leistungsangebote beider Systeme
- Bewertung von Vor- und Nachteilen für Versicherte
Auszug aus dem Buch
Die Organisation
Die Organisationsstruktur der Gesetzlichen Krankenversicherung, kurz GKV, fällt durch ihre Trägervielfalt auf. Als Träger werden alle Krankenkassen bezeichnet, die es gibt; 1999 waren es in Deutschland insgesamt 454 Kassen. Diese Vielzahl an Krankenkassen lässt sich wiederum in verschiedene Arten unterteilen. Es gibt regionale Ortskrankenkassen, Ersatzkrankenkassen, Betriebskrankenkassen, Innungs- oder Angestelltenkassen, Seekassen, Landwirtschaftskassen und die Bundesknappschaft. Die Orts- und Ersatzkrankenkassen teilen den Gesamtmitgliederbestand zu ca. 80 % untereinander auf, während die restlichen 20 % auf die übrigen Kassentypen fallen (vgl. Bäcker,Bispinck,Hofemann,Naegele 2000, S.52-53).
Bekannte GKV–Unternehmen sind zum Beispiel die AOK, die Barmer Ersatzkasse und die Techniker Krankenkasse.
Bis zum Jahre 1996 war es den Versicherungsnehmern nur eingeschränkt gestattet, selbst zu wählen, welcher Krankenkasse sie beitreten möchten. Seither jedoch ist die freie Wahl der Kasse möglich, es sei denn, es handelt sich um spezielle Personengruppen, die der Bundesknappschaft, der Seekasse oder der Landwirtschaftskasse zugeordnet werden müssen (vgl. Bäcker,Bispinck,Hofemann,Naegele 2000, S.52).
Der Versicherungsschutz für ein jedes Mitglied besteht sofort nach Beginn der Mitgliedschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen geschichtlichen Abriss über die Entstehung der Krankenversicherung seit 1883 und führt in die zwei heute existierenden Systeme der GKV und PKV ein.
2. Das System der Gesetzlichen Krankenversicherung: Dieses Kapitel erläutert die organisationsrechtlichen Grundlagen, die verschiedenen Trägerstrukturen, den Versichertenkreis sowie das Finanzierungsmodell nach dem Solidaritätsprinzip.
3. Das System der Privaten Krankenversicherung: Hier wird das privatrechtliche Verhältnis zwischen Versicherer und Versicherten, die Rechtsformen der Unternehmen, die Voraussetzungen für den Beitritt sowie das Äquivalenzprinzip der Finanzierung behandelt.
4. Die Leistungen beider Systeme im Vergleich: Dieses Kapitel stellt die Unterschiede in der Leistungsabwicklung, wie das Sachleistungsprinzip der GKV gegenüber dem Kostenerstattungsprinzip der PKV, anhand konkreter Beispiele gegenüber.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Vor- und Nachteile der Systeme zusammen und bietet eine Orientierungshilfe für die Wahl des geeigneten Krankenversicherungsschutzes unter Berücksichtigung individueller Lebensumstände.
Schlüsselwörter
Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung, Solidaritätsprinzip, Äquivalenzprinzip, Sozialpolitik, Krankenkassen, Versicherungspflicht, Gesundheitswesen, Leistungsvergleich, Beitragsbemessung, Sachleistungsprinzip, Kostenerstattung, Altersrückstellungen, Familienversicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht das System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit dem der Privaten Krankenversicherung (PKV) in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Organisation, den versicherten Personenkreis, die Finanzierungsmodelle und das Leistungsangebot beider Versicherungssysteme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser die Unterschiede der beiden Systeme aufzuzeigen, um eine Entscheidungshilfe für den passenden Versicherungsschutz zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und vergleichende Analyse auf Basis von Fachliteratur und sozialpolitischen Grundlagen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Organisationsformen, die verschiedenen Finanzierungsprinzipien und vergleicht direkt die Leistungen in Bereichen wie Arztwahl, Krankenhausaufenthalt und Arzneimittelkosten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Solidaritätsprinzip, Äquivalenzprinzip, Sachleistungsprinzip und Versicherungspflichtgrenze charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Familienversicherung bei der Wahl des Systems?
Die Familienversicherung ist ein zentraler Vorteil der GKV, da unterhaltsberechtigte Angehörige kostenfrei mitversichert werden, während in der PKV für jede Person eigenständige Beiträge anfallen.
Warum ist ein Wechsel von der PKV zurück in die GKV schwierig?
Ein Wechsel ist in der Regel nur möglich, wenn das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt, da der Eintritt in die PKV meist den dauerhaften Ausschluss aus der gesetzlichen Versicherung bedeutet.
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- Jasmin Kollé (Author), 2004, Die Gesetzliche und die Private Krankenversicherung im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24896