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Der St. Galler Klosterplan. Entwurf des idealen Benediktinerklosters

Title: Der St. Galler Klosterplan. Entwurf des idealen Benediktinerklosters

Term Paper (Advanced seminar) , 1991 , 19 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Kathrin Ellwardt (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Der St. Galler Klosterplan zeigt den Grundriss der Gesamtanlage eines karolingischen Benediktinerklosters. Er wurde kurz vor 830 auf der Reichenau für den St. Galler Abt Gozbert angefertigt, welcher den Neubau seiner Abtei plante. Der Plan, der noch heute in der Stiftsbibliothek St. Gallen aufbewahrt wird, ist auf einem Kalbspergament vor 112 cm x 77,5 cm, das aus fünf kleineren Blättern zusammengenäht ist, in mennigroter Tinte gezeichnet und in braunschwarzer Tinte beschriftet. Die Anlage umfasst mehr als 40 Gebäude, deren Funktionen durch Tituli und Sinnbilder bestimmt werden.
Allerdings handelt es sich nicht um einen spezifisch auf das St. Galler Projekt abgestimmten Ausführungsplan, sondern um einen Idealentwurf, der den für ein monastisches Leben gemäß der Regula Benedicti notwendigen architektonischen Rahmen vorgibt. Dennoch wäre der Entwurf, begreift man ihn als Schnurplan, durchaus baulich umsetzbar.
Die Benediktsregel behandelt in erster Linie die Lebensweise der Mönche, nicht die architektonische Gestalt ihres Wohnortes. Die Vorschriften der Regel bedingen jedoch direkt oder indirekt das Vorhandensein diverser Baulichkeiten. Die Entstehung dieses Idealplanes steht in Zusammenhang mit der Klosterreform Benedikts von Aniane und der Aachener Reformsynoden von 816/17. Ziel der Reform, die sich nahtlos in die Politik Ludwigs des Frommen einfügte, war die Einführung der Ordensregel Benedikts von Nursia als alleingültige Regel für sämtliche Klöster des Frankenreiches. Dass den Äbten als Anleitung für den Bau einer adäquaten Klosteranlage ein derartiger Musterplan, von dem vermutlich weitere Exemplare in Umlauf waren, an die Hand gegeben wurde, erscheint plausibel. Die Frage, inwieweit der St. Galler Klosterplan die Anweisungen der Regula Benedicti und der Aachener Synoden umsetzt, ist Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Klostergebäude und ihre Benutzer: Funktionale Gliederung der Gesamtanlage

2.1 Die Klosterkirche

2.2 Das Klaustrum

2.3 Der Abt

2.4 Kranke und Novizen

2.5 Der Wirtschaftsbereich

2.6 Gäste

2.7 Die Oblaten

3 Idealplan oder Bauplan?

4 Die Entstehung des Plans

5 Die Anianische Klosterreform

5.1 Das Wirken Benedikts von Aniane

5.2 Die Beschlüsse der Aachener Reformsynoden und der Klosterplan

5.3 Der Ursprung des Entwurfs

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den St. Galler Klosterplan als ein architektonisches Idealmodell, das zur Umsetzung der benediktinischen Ordensregel im karolingischen Frankenreich konzipiert wurde. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit das Raumprogramm des Plans die funktionalen Anforderungen einer Klostergemeinschaft sowie die reformatorischen Beschlüsse der Aachener Synoden architektonisch widerspiegelt.

  • Analyse der funktionalen Gliederung der Klosteranlage
  • Untersuchung der architektonischen Umsetzung der Benediktsregel
  • Bewertung des Einflusses der Anianischen Klosterreform
  • Diskussion über die Rolle des Plans als Ideal- versus Ausführungsmodell
  • Herkunft und historischer Kontext des Planentwurfs

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Klaustrum

Das Klaustrum bildet den eigentlichen Lebensraum der Mönche: „As the monastery came structurally to resemble a large manorial estate, monastic integrity demanded the creation of an inner enclosure that would isolate the brothers from the serfs and the laymen and, at the same time, make it possibile for the latter to live as close to the brothers as their tasks required. Creating a cloister answered this problem. It established a monastery within the monastery. (...) Except for the times when he worked in the fields or helped to reap the harvest, or those rare occasions when he was away on journeys, the entire life of the monk was spent in this enclosure.“

Der quadratische Kreuzgang ist an drei Seiten von zweigeschossigen Gebäuden umgeben; die Nordseite schließt unmittelbar an das Langhaus der Kirche an. Der Plan zeigt jeweils den Grundriß eines Geschosses und benennt das andere durch Beischriften; Treppen werden nirgends angegeben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die physische Beschaffenheit des St. Galler Klosterplans und dessen historische Bedeutung als idealisiertes Architekturkonzept für karolingische Abteien.

2 Die Klostergebäude und ihre Benutzer: Funktionale Gliederung der Gesamtanlage: Dieser Abschnitt analysiert detailliert, wie die verschiedenen Bereiche des Klosters, von der Kirche bis hin zu den Wirtschaftsgebäuden, auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Bewohnergruppen zugeschnitten sind.

3 Idealplan oder Bauplan?: Das Kapitel diskutiert die konzeptionelle Natur des Plans und stellt die Frage, ob es sich um ein utopisches Entwurfswerk oder eine praktisch umsetzbare architektonische Anleitung handelt.

4 Die Entstehung des Plans: Hier wird der historische Hintergrund der Entstehung des Plans beleuchtet, einschließlich seiner paläographischen Einordnung und der Identifizierung des Absenders.

5 Die Anianische Klosterreform: Diese Analyse setzt den Klosterplan in den Kontext der klösterlichen Reformbewegungen unter Benedikt von Aniane und der Aachener Synoden.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Plan als wegweisendes Vorbild für die Reform der Klöster diente, auch wenn er nicht als unmittelbares Produkt der Synodalbeschlüsse gelten kann.

Schlüsselwörter

St. Galler Klosterplan, Regula Benedicti, Anianische Klosterreform, Karolingische Architektur, Abtei, Idealplan, Benedikt von Aniane, Aachener Synoden, Klaustrum, monastisches Leben, Klosterbau, Mittelalterliche Architektur, Klostergeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den St. Galler Klosterplan als ein fundamentales Dokument der karolingischen Architektur, das ein idealtypisches Benediktinerkloster entwirft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der funktionalen Raumaufteilung, dem Bezug zur Benediktsregel, der historischen Einordnung durch die Klosterreformen und der Frage nach der intendierten Anwendung des Plans.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, inwieweit der Plan die Anforderungen der Regula Benedicti und der Aachener Synoden architektonisch umsetzt und als Modell für das klösterliche Leben fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer kunsthistorischen und historischen Analyse des Plans sowie einem Vergleich mit zeitgenössischen schriftlichen Quellen und den Beschlüssen der Reformsynoden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die funktionale Analyse der Gebäudebereiche (Kirche, Klaustrum, Abtspfalz, Wirtschaftsräume) und die historische Kontextualisierung durch die Anianische Reform.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie St. Galler Klosterplan, Regula Benedicti, Anianische Klosterreform und monastische Architektur beschreiben.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Abtes als Bauherrn?

Die Autorin betont die Notwendigkeit, dass ein Abt im monastischen Leben erfahren sein musste, um ein solches ideales Raumprogramm effektiv als Lenkungsinstrument für den Bau seines Klosters nutzen zu können.

Welche Bedeutung wird dem Raumprogramm für die autarke Lebensweise beigemessen?

Das Raumprogramm spiegelt das Ideal der wirtschaftlichen Autarkie wider, indem es Werkstätten und landwirtschaftliche Einrichtungen innerhalb der Klostermauern integriert, um den Kontakt zur Außenwelt auf das Nötigste zu beschränken.

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Details

Title
Der St. Galler Klosterplan. Entwurf des idealen Benediktinerklosters
College
University of Marburg  (Kunstgeschichtliches Institut)
Grade
sehr gut
Author
Kathrin Ellwardt (Author)
Publication Year
1991
Pages
19
Catalog Number
V24919
ISBN (eBook)
9783638276818
ISBN (Book)
9783638760072
Language
German
Tags
Galler Klosterplan Entwurf Benediktinerklosters
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Ellwardt (Author), 1991, Der St. Galler Klosterplan. Entwurf des idealen Benediktinerklosters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24919
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