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DDR-Deutsch in der Presse: Vergleichende Untersuchung am Beispiel der Berichterstattung zur Kuba-Krise

Title: DDR-Deutsch in der Presse: Vergleichende Untersuchung am Beispiel der Berichterstattung zur Kuba-Krise

Seminar Paper , 2001 , 15 Pages , Grade: gut

Autor:in: Marc Strucken (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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Summary Excerpt Details

Die Zeitungssprache ist also in hohem Maße ideologisch durchsetzt. Wie noch ausführlicher zu sehen sein wird, belegt auch das Mediensystem in Ost-Deutschland diese Behauptung. Als Beispiele für diese Untersuchung sollen die Zeitungen ,Neues Deutschland′ (DDR-Presse) und ,Die Welt′ (westdeutsche Presse) herangezogen werden. ,Neues Deutschland′ (ND) untersteht als Zentralorgan der SED der direkten Aufsicht des Partei-Zentralkomitees. ,Die Welt′ soll als große westdeutsche Zeitung aus dem Springer-Verlag einen eher konservativen Gegenpol bilden.

Am besten lassen sich zwei so verschiedene Zeitungen vergleichen, wenn beide über das gleiche Thema berichten. Um möglichst konträre Aussagen in der Presse zu finden, soll die sogenannte Kuba-Krise als Aufhänger dienen. An diesem Fall, der sozusagen über den Köpfen der Deutschen ausgetragen wurde, lässt sich vielleicht verdeutlichen, wie ideologisch die Berichterstattung genutzt wurde. Der untersuchte Zeitraum umfasst die Tage vom 24. bis zum 30. Oktober 1962; die letzten Tage vor der Einigung der USA mit der UdSSR. Im Verlauf finden die Artikel Erwähnung, die im Hinblick auf eine linguistische Untersuchung besonders anschaulich sind. Die Inhalte der Berichte können und sollen nicht näher untersucht werden, sofern dies nicht im Rahmen der Untersuchung notwendig ist. Zugrunde liegt deshalb ein Korpus von 15 Artikeln, wovon sieben der Zeitung ,Die Welt′ und acht der ,Neues Deutschland′ entnommen sind.

Doch bevor diese Arbeit sich mit den sprachlichen Beispielen aus der Presse beschäftigt, soll die Presselandschaft der DDR beleuchtet werden. Es ist recht wichtig die organisatorischen Verhältnisse der Presse zu kennen, um zu verstehen, wie das System von Berichterstattung und Manipulation funktioniert. Vor diesem Hintergrund erhellen sich auch manche Zusammenhänge, die beispielsweise die Journalisten der DDR in einem falschen Licht erscheinen ließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Presselandschaft im Osten

2.1 Zahlen im Vergleich

2.2 Zensur ohne Zensor

3. Der Fall Kuba in der Berichterstattung

3.1 Die Kuba-Krise – eine kurze chronologische Einordnung

3.2. Das „Kuba-Problem“ – die „Kriegshysterie“

4. Zusammenfassung – Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen Unterschiede zwischen DDR-Deutsch und BRD-Deutsch anhand einer vergleichenden Analyse der Berichterstattung über die Kuba-Krise von 1962 in der Tagespresse. Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Mediensystem der DDR als Instrument der ideologischen Lenkung und Propaganda fungierte und wie sich politische Vorgaben in der Zeitungssprache manifestierten.

  • Strukturelle Analyse der Presselandschaft und des Mediensystems der DDR
  • Einfluss der staatlichen Zensur und des ADN auf die journalistische Wortwahl
  • Vergleichende Untersuchung der sprachlichen Darstellung der Kuba-Krise
  • Analyse von politisch-ideologischen Hochwertwörtern, Neologismen und Stilmitteln

Auszug aus dem Buch

II. Substantive

Im Folgenden soll nach Wortarten vorgegangen werden, da eine chronologische Abarbeitung der Beispiele sehr unstrukturiert würde. Dennoch sollen die dann verwendeten Zitate der zeitlichen Folge der Geschehnisse folgen, da es oft Bezüge untereinander gibt. Wie schon bei den vorangegangenen Zitaten erkennbar war, legt die Presse wert auf die Betonung von „Hier“ und „Drüben“. Das geschieht in den Artikeln, stärker noch als in der Überschrift, durch „politisch-ideologische Hochwertwörter“. Diese von Schlosser gewählte Bezeichnung umfasst nicht nur die Substantive, doch soll schon an dieser Stelle der Begriff eingeführt werden. Die Hochwertwörter werden in Texten wiederholt und oft in ganzen Phrasen eingesetzt. Nicht nur in der Kuba-Krise soll die Phrase „zur Wahrung und Festigung des Friedens“ (ND, 24.10.62, S. 2) die pazifistische Einstellung des Sozialismus ausdrücken. Generell haben die Zeitungen die Tendenz zur Nominalisierung, wie es in der Amtssprache der Fall ist. Die UdSSR strebt eine „Förderung der Verteidigungsfähigkeit Kubas“ (ND, 24.10.62, S.2) an oder ruft sein Volk zur „Festigung der wirtschaftlichen Macht“ (ebd.) auf. Auch ‚Die Welt’ schreibt etwas Ähnliches, doch zitiert sie Verteidigungsminister Strauß ausdrücklich: „noch nicht näher bestimmte Maßnahmen zur Erhöhung der Verteidigungsbereitschaft“ (Welt, 30.10.62, S. 1). Diese am Amtsdeutsch angelehnte Sprache bringt noch etwas mit sich: eine gehäufte Nennung von genauen Zahlen und nicht erläuterte Abkürzungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die politische und sprachliche Spaltung Deutschlands ein und definiert das Forschungsziel, die sprachlichen Unterschiede zwischen DDR- und BRD-Presse zu untersuchen.

2. Die Presselandschaft im Osten: Dieses Kapitel erläutert die organisatorischen Rahmenbedingungen der DDR-Medien, die durch staatliche Lenkung, Zensur und das Monopol des ADN geprägt waren.

3. Der Fall Kuba in der Berichterstattung: Das Hauptkapitel analysiert anhand eines Korpus von Zeitungsartikeln zur Kuba-Krise die spezifische Wortwahl und propagandistische Ausrichtung der DDR-Berichterstattung im Vergleich zur westdeutschen Presse.

4. Zusammenfassung – Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die DDR-Presse gezielte Desinformation betrieb, um ein ideologisch gefärbtes Weltbild zu vermitteln.

Schlüsselwörter

DDR-Deutsch, Kuba-Krise, Mediensystem, Pressefreiheit, Propaganda, Sprachwissenschaft, SED, Neues Deutschland, Die Welt, politische Sprache, Ideologie, Zensur, Berichterstattung, Wortwahl, Journalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der sprachlichen Differenzierung zwischen Ost- und Westdeutschland während der DDR-Zeit unter Berücksichtigung der unterschiedlichen politischen Mediensysteme.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die medienpolitischen Strukturen der DDR, die Mechanismen der journalistischen Lenkung und die semantische sowie lexikalische Analyse von Presseberichten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie durchgreifend die ideologische Beeinflussung auf die deutsche Sprache in den DDR-Medien war und wie diese als Propagandainstrument genutzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin verwendet eine vergleichende Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln (Korpusanalyse), wobei sie nach Wortarten (Substantive, Verben, Adjektive, Adverbien) strukturiert vorgeht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkret die Berichterstattung über die Kuba-Krise (1962), wobei Überschriften und Texte der Zeitungen „Neues Deutschland“ und „Die Welt“ gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind DDR-Deutsch, Propaganda, ideologische Lenkung, Kuba-Krise und Presseanalyse.

Welche Rolle spielte der ADN bei der Berichterstattung in der DDR?

Der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN) fungierte als zentrales Sprachrohr der SED und erzwang durch verbindliche Meldungsvorgaben einen gleichgeschalteten, oft eintönigen Stil in den Redaktionen.

Wie unterscheidet sich laut der Arbeit der Sprachgebrauch in „Neues Deutschland“ von „Die Welt“?

Während „Neues Deutschland“ ideologisch aufgeladene Begriffe, Nominalstil und ein ausgeprägtes Feindbild pflegt, zeigt „Die Welt“ einen weniger agitatorischen Stil und differenziertere Bezeichnungen.

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Details

Title
DDR-Deutsch in der Presse: Vergleichende Untersuchung am Beispiel der Berichterstattung zur Kuba-Krise
College
University of Münster  (Inst. f. Dt. Philologie I)
Course
Hauptseminar: DDR-Deutsch und Deutsch in der DDR
Grade
gut
Author
Marc Strucken (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V2491
ISBN (eBook)
9783638115216
Language
German
Tags
DDR DDR-Deutsch Kuba-Krise Presse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Strucken (Author), 2001, DDR-Deutsch in der Presse: Vergleichende Untersuchung am Beispiel der Berichterstattung zur Kuba-Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2491
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