Vor dem Hintergrund eines immer härter und dynamischer werdenden Wettbewerbs sind Unternehmen vielfach gezwungen, ihren Marktanteil durch Expansion zu erhöhen, um nicht vom Markt verdrängt bzw. übernommen zu werden. Für dieses Wachstum sind erhebliche finanzielle Mittel notwendig, die oftmals nicht aus dem operativen Geschäft heraus aufgebracht werden können. Selbst wenn über eine Fremdfinanzierung dieses Kapital zur Verfügung gestellt werden kann, so entstehen hierdurch doch erhebliche Kosten, die eine geplante Expansion einschränken oder ggf. sogar unmöglich machen könnten. Auch spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle: ein Unternehmen, dem die Notwendigkeit der eigenen Expansion zwar bewusst ist, diese jedoch „auf die lange Bank schiebt“, läuft Gefahr, gegenüber wachsenden Mitbewerbern Marktanteile zu verlieren.
In den folgenden Ausführungen sollen die Möglichkeiten und Grenzen einer Expansion durch den Aufbau eines Franchisesystems aufgezeigt
werden. Hierzu werden zunächst die theoretischen Hintergründe des
Franchisings, in erster Linie aus der Sicht des Franchisegebers, dargelegt
und Entscheidungskriterien für die Durchführung von Franchising erarbeitet. Der Praxisbezug wird anschließend dadurch hergestellt,
dass für ein Unternehmen des Einzelhandels ( Filialbetrieb ) eine Prüfung erfolgt, ob im konkreten Fall eine Expansion über den Aufbau
eines Franchisesystems als kaufmännisch sinnvoll angesehen werden
kann. Die Sichtweise des Franchisenehmers sowie Details der Vertragsgestaltung von Franchiseverträgen können hierbei nur ansatzweise betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das Problemgebiet
2 Erläuterungen zu Begriffen aus dem Franchise-Bereich
2.1 Definition von „Franchising“
2.2 Formen des Franchisings
2.2.1 Einzel- versus Masterfranchise
2.2.2 Subordinations- versus Partnerschafts-Franchising
2.3 Elemente des Franchisesystems
2.4 Vergleich mit anderen Vertriebsformen
3 Das Zusammenwirken von Franchisegeber und -nehmer
3.1 Partnerschaft als Erfolgsgrundlage
3.2 Gestaltung des Franchisevertrages
4 Die Entwicklung eines Franchisesystems
4.1 Voraussetzungen im Unternehmen
4.2 Gegenüberstellung der Kosten und erwarteten Einnahmen
4.3 Akquisition von Franchisenehmern
5 Anwendung der Theorie auf ein Praxisbeispiel
5.1 Beschreibung der Ausgangssituation im Unternehmen
5.2 Analyse der Ist-Situation
5.3 Anwendung der erarbeiteten Theorie
5.3.1 Prüfung der Voraussetzungen im Unternehmen
5.3.2 Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern
5.3.3 Erstellung eines Franchisenehmer-Profils
5.3.4 Hinweise zu einer beiderseitigen Kosten-Nutzen-Analyse
5.3.5 Darstellung der Fehlerquellen im Unternehmen
5.4 Ergebnis für das betrachtete Unternehmen
6 Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen einer Expansion durch den Aufbau eines Franchisesystems. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob für ein spezifisches Unternehmen des Einzelhandels die Expansion über ein Franchisesystem kaufmännisch sinnvoll ist.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmungen des Franchisings
- Analyse des Zusammenwirkens zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer
- Prozessschritte zur Entwicklung eines erfolgreichen Franchisesystems
- Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf ein praktisches Einzelhandelsbeispiel
- Kosten-Nutzen-Betrachtung und Identifikation potenzieller Fehlerquellen
Auszug aus dem Buch
3.2 Gestaltung des Franchisevertrages
Als Basis eines jeden Franchisesystems kann der Franchisevertrag gesehen werden, der die Rechte und Pflichten der Vertragspartner regelt und die Ziele der Kooperation konkretisiert. Ein spezielles „Franchise-Recht“ liegt nicht vor, sodass ein derartiger Vertrag aufgrund der Einflüsse aus den verschiedensten Rechtsgebieten ( z. B. Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Schuldrecht sowie Wettbewerbs- und Kartellrecht ) als „Typenkombinationsvertrag“ bezeichnet wird. Er enthält gesetzlich geregelte Elemente aus Kaufvertrag, Dienstvertrag und Werkvertrag.
Kennzeichnend für einen Franchisevertrag sind folgende Merkmale:
• Der Vertrag ist ein Dauerschuldverhältnis zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer über den Vertrieb von Waren und / oder Dienstleistungen ( üblich ist eine Vertragsdauer zwischen 5 und 10 Jahre ).
• Der Franchisegeber gewährt dem Franchisenehmer Nutzungsrechte und Kow-how , betriebliche Unterstützung sowie laufende Betreuung.
• Als Gegenleistung entrichtet der Franchisenehmer ein Entgelt.
• Der Franchisenehmer wird zur Nutzung der Franchise entsprechend dem Systemkonzept verpflichtet.
• Einheitliches Auftreten der Franchisenehmer nach außen durch Verwendung einer einheitlichen Geschäftsbezeichnung, eines einheitlichen Markenzeichens sowie einer standardisierten Aufmachung und Ausstattung ( DEUTSCHER FRANCHISE-VERBAND E.V. 2003, 19 ).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in das Problemgebiet: Es wird die Notwendigkeit einer Expansion im dynamischen Wettbewerb erläutert und die Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung von Franchising-Optionen dargelegt.
2 Erläuterungen zu Begriffen aus dem Franchise-Bereich: Dieses Kapitel liefert eine Definition des Franchisings sowie eine Übersicht über verschiedene Formen und Elemente von Franchisesystemen.
3 Das Zusammenwirken von Franchisegeber und -nehmer: Fokus auf die Bedeutung partnerschaftlicher Zusammenarbeit und die rechtlich-konzeptionellen Anforderungen an den Franchisevertrag.
4 Die Entwicklung eines Franchisesystems: Es werden zehn grundlegende Schritte zur Etablierung eines Systems aufgezeigt, von der Geschäftsidee bis zum Kooperationstest.
5 Anwendung der Theorie auf ein Praxisbeispiel: Transfer der theoretischen Modelle auf ein konkretes Einzelhandelsunternehmen unter Berücksichtigung von Kosten, Nutzen und Risikofaktoren.
6 Ausblick: Diskussion über zukünftige Trends im Franchising wie den Wandel zum Partnerschafts-Franchising und die Bedeutung von Qualitätsmanagement.
Schlüsselwörter
Franchising, Franchisegeber, Franchisenehmer, Franchisevertrag, Expansion, Einzelhandel, Geschäftssystem, Partnerschaft, Vertriebsform, Kosten-Nutzen-Analyse, Systemaufbau, Unternehmensführung, Marktauftritt, Franchisehandbuch, Expansionstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie ein Unternehmen durch den Aufbau eines Franchisesystems wachsen kann und welche theoretischen Voraussetzungen dafür notwendig sind.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Franchising, die Gestaltung der Vertragsbeziehungen, die Prozessschritte beim Aufbau eines Systems und die praktische Anwendung im Einzelhandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Expansion über Franchising für ein spezifisches, seit Jahrzehnten am Markt etabliertes Einzelhandelsunternehmen kaufmännisch sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine deduktive Herangehensweise genutzt, bei der theoretische Grundlagen aus der Franchising-Literatur erarbeitet und anschließend in einer Fallstudie auf ein Praxisunternehmen angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Franchise-Aufbaus und die detaillierte Analyse der Ist-Situation des Praxisunternehmens inklusive einer Machbarkeitsprüfung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Franchising, Systemaufbau, Franchisevertrag, Expansion und Kosten-Nutzen-Analyse.
Wie unterscheidet sich die Expansion per Franchising von einem klassischen Filialsystem?
Im Gegensatz zur Filialisierung bietet Franchising eine höhere Motivation durch selbstständige Partner und einen kapitalschonenderen Marktzugang für den Franchisegeber, erfordert jedoch ein strafferes Systemmanagement.
Warum ist das Franchisenehmer-Profil für das untersuchte Unternehmen so wichtig?
Das Profil hilft, zielgerichtet geeignete Partner zu gewinnen, die über die notwendige fachliche Kompetenz und psychologische Eignung verfügen, um den Unternehmenserfolg zu sichern und Fehlbesetzungen zu vermeiden.
- Quote paper
- Mario Fromm (Author), 2004, Möglichkeiten und Grenzen des Franchising als Wegbereiter einer Expansion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24951