[...] Kurz noch zum Aufbau der Arbeit. Sie umfaßt drei Teile. Der erste skizziert
zunächst die historischen Umstände, unter denen sich die neokonservative
Politikvariante herausgebildet hat, wobei auch zu den ideologischen
Grundlagen etwas gesagt werden soll, welche den Neokonservatismus im hier
verstandenen Begriff ausmachen. Außerdem wird in einer Art Parforceritt das
Verhältnis der Neokonservativen zur Außenpolitik der jeweiligen Regierungen
der U.S.A. bis 1989 dargestellt werden.
Der zweite Teil behandelt die Zeit seit 1989 bis heute. Diese Aufteilung
erscheint sinnvoll, da um das Jahr 1989 sich zeitgeschichtlich ein kritischer
Umbruch vollzogen hat und dieser sich auch in den Debatten und Äußerungen
der Neokonservativen wiederfindet. Seine bisherige Zuspitzung erfuhr dieser
Umbruch in der Administration von George W. Bush, während der dann ja
auch die Rede von und über die Neokonservativen eine beinahe inflationäre
geworden ist.
In einem Schlußteil soll dann in einer Art kommentierenden Zusammenfassung
ein pointierter Blick auf die Neokonservativen geworfen werden, bei dem dann
einige zunächst überraschende Parallelen zu den Vertretern der sogenannten
Frankfurter Schule um Theodor W. Adorno und vor allem - in diesem
Zusammenhang – Max Horkheimer deutlich werden. Doch soll diese
Parallelisierung nicht zu weit getrieben werden, stattdessen werden – um das
Bild der Neokonservativen noch mehr zu schärfen – auch die Unterschiede zu
den ‚kritischen Theoretikern‘ kurz benannt werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Der Kalte Krieg
II.1 Ideologischer und geschichtlicher Hintergrund der Neokonservativen
II.2 Die Neokonservativen und die U.S.-amerikanische Außenpolitik bis 1989
III. Die neue Welt(un)ordnung
III.1 Die Neokonservativen in den 90ern
III.2 Die Neokonservativen unter George W. Bush
IV. Never satisfied: Die Neokonservativen als Verfechter des Liberalismus in nach-liberalen Zeiten
V. Beziehungen zur Kritischen Theorie
Nachbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Neokonservatismus in der US-amerikanischen Außenpolitik. Dabei wird das Ziel verfolgt, den Begriff des Neokonservatismus präziser zu fassen und seine ideologische Entwicklung sowie sein Verhältnis zur liberalen Ordnung der Welt zu analysieren, wobei auch überraschende Parallelen zur Kritischen Theorie aufgezeigt werden.
- Historische Genese und ideologische Grundlagen des Neokonservatismus
- Entwicklung der neokonservativen Außenpolitik von 1945 bis zur Ära George W. Bush
- Die Rolle der Neokonservativen als Verfechter eines liberalen Internationalismus
- Vergleichende Analyse der Krisendiagnostik von Neokonservatismus und Kritischer Theorie
- Das Verhältnis zur Demokratisierung und zur liberalen Gesellschaftsordnung
Auszug aus dem Buch
Die Neokonservativen und die U.S.-amerikanische Außenpolitik bis 1989
In diesem Abschnitt soll keine detaillierte Chronologie der U.S.-amerikanischen Außenpolitik der Jahre 1945 bis 1989 geleistet werden. Stattdessen wird der Versuch unternommen, anhand von einigen zentralen Ereignissen außenpolitische Grundzüge der verschiedenen Administrationen in diesen Jahren aufzuzeigen und das Verhältnis der Neokonservativen zu ihnen zu verdeutlichen. Dabei wird vom Vietnam-Krieg zu sprechen sein, von Israel und den arabischen Staaten und natürlich von der Sowjetunion.
Wie oben schon angedeutet, war das einigende Moment in der amerikanischen Politik nach dem zweiten Weltkrieg der gegen die Sowjetunion gerichtete Antikommunismus; was die Neokonservativen betrifft wird hier jedoch der Begriff Antitotalitarismus für geeigneter gehalten, da die Neokonservativen sehr wohl auch in einer postkommunistischen (Staaten-)Welt noch ähnliche Gegner und Gefahren sehen, die sich auch im Realsozialismus schon ausgemacht haben wollten. Bei den späteren Neokonservativen ließen sich dabei von der Unterstützung der Containment-Politik bis hin zur Forderung eines rollback, eines Zurückdrängens des sowjetischen Einflusses, unterschiedliche Positionen finden, die aber doch gemeinsam hatten, daß das sowjetische Imperium der Gegner der U.S.A. war und auf lange Sicht beseitigt werden sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die begriffliche Unschärfe des Neokonservatismus ein und umreißt die phänomenologische Herangehensweise der Arbeit an die Außenpolitik der USA.
II. Der Kalte Krieg: Dieses Kapitel skizziert die ideologischen Ursprünge und das Verhältnis der Neokonservativen zur Außenpolitik der verschiedenen US-Regierungen im Kontext des Kalten Krieges.
III. Die neue Welt(un)ordnung: Es wird die Entwicklung der neokonservativen Haltung in den 1990er Jahren sowie ihre politische Positionierung unter der Regierung von George W. Bush analysiert.
IV. Never satisfied: Die Neokonservativen als Verfechter des Liberalismus in nach-liberalen Zeiten: Dieses Kapitel fasst das neokonservative Weltbild zusammen und ordnet ihr Streben nach einer offensiven globalen Verbreitung des Liberalismus ein.
V. Beziehungen zur Kritischen Theorie: Hier werden die Parallelen in der Krisendiagnostik zwischen den Neokonservativen und der Frankfurter Schule herausgearbeitet.
Nachbemerkung: Die Nachbemerkung reflektiert die Arbeit als erste Annäherung und weist auf weiterführende Forschungsmöglichkeiten hin.
Schlüsselwörter
Neokonservatismus, US-Außenpolitik, Liberalismus, Antitotalitarismus, Kalter Krieg, Frankfurter Schule, Kritische Theorie, George W. Bush, Internationale Politik, Weltordnung, Demokratisierung, Totalitarismus, Ideologie, Außenpolitik, Realsozialismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Neokonservatismus in den USA und untersucht, wie sich diese politische Strömung historisch entwickelt hat und welche Rolle sie für die amerikanische Außenpolitik spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die historische Entstehung der Bewegung, ihre Außenpolitik von 1945 bis heute, ihr Verhältnis zum Liberalismus sowie eine vergleichende Betrachtung mit der Kritischen Theorie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, den oft vage gebrauchten Begriff des Neokonservatismus präziser zu definieren und aufzuzeigen, wie neokonservative Akteure den Liberalismus in einer sich wandelnden Weltordnung verstehen und verteidigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor wählt einen phänomenologischen Ansatz, der sich weitgehend auf die Analyse von außenpolitischen Ereignissen und Texten konzentriert, anstatt den tiefgreifenden philosophischen Hintergrund exzessiv zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird die Entwicklung der Neokonservativen vom Kalten Krieg über die 1990er Jahre bis hin zur Ära Bush analysiert, inklusive ihrer spezifischen Wahrnehmung von Weltordnung und Bedrohungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Neokonservatismus, US-Außenpolitik, Antitotalitarismus, Liberalismus und Kritische Theorie charakterisiert.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Neokonservativen auf die Regierung Bush?
Der Autor stellt fest, dass man nicht davon ausgehen darf, die Bush-Administration werde vollständig von Neokonservativen gesteuert; die Außenpolitik sei vielmehr ein komplexes und teils widersprüchliches Konstrukt.
Welche Verbindung sieht der Autor zur Frankfurter Schule?
Der Autor identifiziert überraschende Parallelen in der Krisendiagnostik beider Strömungen, da beide von einer permanenten Bedrohung der Welt durch antiliberale Kräfte ausgehen und den Liberalismus bzw. die bürgerliche Ordnung als schützenswert erachten.
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- Bernd Volkert (Author), 2004, Kontinuität im Wandel. Der Liberalismus der amerikanischen Neokonservativen in einer nachliberalen Welt und ihre Gemeinsamkeiten mit der Kritischen Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24954