Aus einer Reihe von Veränderungen im Finanzsektor über die letzten Jahrzehnte
(Finanzmarktliberalisierung, Fusionen, Finanzinnovationen, neuen Finanztheorien usw.) konnten
wertvolle Erkenntnisse über das Verhalten von Banken gewonnen werden. Trotz weitreichender
Reformen im Finanzsektor war es in der Vergangenheit nicht möglich die Auswirkungen von
Finanzkrisen (Anhäufung von Risikofaktoren und Auftreten von spekulativen Blasen) auf Banken
(Folgen von Schocks sind zumeist Konkurse oder Übernahmen) zu vermeiden. Aus naheliegenden
Gründen finden Reformen bei den Banken derzeit in der Fachliteratur besondere Beachtung. Ein
ehrgeiziges Reformprojekt für den österreichischen Bankensektor wurde jedoch in der Fachliteratur
bisher kaum beachtet. Diese Arbeit möchte wertvolle Anregungen für die österreichische
Bankenpraxis liefern, da erfolgreiche Bankenstrategien und Bankenstrukturen selten sind.
Inhaltsverzeichnis
A. EINLEITUNG
I. Problemstellung
1. Literaturüberblick: Finanzintermediation
2. Strukturwandel im Bankensystem und Strukturveränderungen im Anlegerverhalten
3. Aktuelle Strategische Wahlmöglichkeiten für Banken in Europa
3.2 INVESTMENTBANK - SPEZIALBANK
3.2 MULTI PRODUKT BANKING - UNIVERSALBANK
3.3 ALLFINANZDIENSTLEISTER - ALLFINANZKONGLOMERAT
3.4 RESUMÉ
II. Aufbau der Arbeit
B. THEORETISCHER HINTERGRUND: DEFINITIONEN
4. Begriffsdefinitionen
4.1 KLASSIFIKATION VON BANKEN
4.1.1 INVESTMENTBANKEN (SPEZIALBANKEN)
4.1.1.1 CORPORATE FINANCE/FIRMENKUNDENGESCHÄFT
4.1.1.2 EQUITY / DEBT CAPITAL MARKETS
4.1.1.3 SALES / TRADING / BROKERAGE DES ANLEIHEN- UND AKTIENHANDELS
4.1.1.4 PRIVATE INVESTMENTS – VC / PRIVATE EQUITY
4.1.1.5 ASSET MANAGEMENT / RESEARCH
4.1.1.6 DERIVATIVE/ RISKMANAGEMENT
4.1.1.7 CORPORATE BUY SIDE: UNTERNEHMEN
4.1.1.8 SELL SIDE: ZINS- UND WÄHRUNGSMANAGEMENT
4.1.1.9 BESONDERHEITEN DES ZINSMANAGEMENT
4.1.1.10 FOWARD RATE AGREEMENTS
4.1.1.11 CROSS CURRENCY INTEREST RATE SWAP
4.1.1.12 ZINSFUTURES
4.1.1.13 BESONDERHEITEN DES WÄHRUNGSMANAGEMENT
4.1.1.14 DEVISENTERMINGESCHÄFTE
4.1.1.15 DEVISENSWAPS
4.1.1.16 WÄHRUNGSFUTURES
4.1.1.17 WÄHRUNGSOPTIONEN
4.1.2 COMMERCIALBANKS (UNIVERSALBANKEN)
4.1.3 UNIVERSALBANKENSYSTEM VERSUS TRENNBANKENSYSTEM
4.3.1 ECONOMIES OF SCOPE – ECONOMIES OF SCALE
4.2 EFFIZIENZ IN DER BWL
4.2.1 OPERATIVE EFFIZIENZ
4.3 EFFIZIENZ IN DER VWL
C. THEORETISCHER HINTERGRUND: EFFIZIENZANALYSE IM BANKENWESEN
5. Operative Effizienzanalyse
5.1 KENNZAHLENVERGLEICHE
5.2 ERTRAGSWERTMETHODEN
6. Effizienzmessungen in Banken anhand der Data Envelopment Analysis
6.1 DATEN DER EFFIZIENZMESSUNG: INPUTS UND OUTPUTS
6.2 IMPLIKATIONEN VON GSTAACH - DEA
6.3 IMPLIKATIONEN VON HAUNER - DEA
D. THEORETISCHER HINTERGRUND: MAKROÖKONOMISCHE ROLLE DER FINANZINTERMEDIATION
7. Theoretische Erklärungsansätze zur Rolle von Finanzintermediären
7.1 BEGRÜNDUNG VON INTERMEDIATION
7.2 URSPRÜNGLICHE FUNKTIONEN VON INTERMEDIÄREN
7.3 ANSÄTZE ZUR ERKLÄRUNG DER INTERMEDIATION
7.4 FINANZINTERMEDIATION UND NEUE WACHSTUMSTHEORIEN
7.4.1 ENDOGENES WACHSTUM DURCH TECHNISCHEN FORTSCHRITT
7.4.2 ENDOGENES WACHSTUM DURCH KAPITALAKKUMULATION
7.5 POSITIVE AUSWIRKUNGEN – FINANZINTERMEDIATION UND STABILITÄT
7.6 NEGATIVE AUSWIRKUNGEN - SPEKULATION
7.7 FINANZINTERMEDIATION IM ENGEREN SINNE: FUNKTIONEN
7.7.1 BANKEN - INSTITUTIONELLE BETRACHTUNGSWEISE
7.7.2 BANKEN - NEOKLASSISCHE BETRACHTUNGSWEISE
7.7.3 BANKEN - NEOINSTITUTIONELLE BETRACHTUNGSWEISE
7.8 NEUERE ERKLÄRUNGSTHEORETISCHE ANSÄTZE ZUR FUNKTION VON FINANZINTERMEDIÄREN
E. ZIELSTRUKTUR FÜR ÖSTERREICHISCHE BANKEN IN EUROPA
8. Marktumfeld
8.1 MARKTSTRUKTUR: „UNIVERSALBANKENSYSTEM“ UND „SEKTORTRADITION“
8.2 MARKTERGEBNIS: „GROßE LÄNDER GROßE BANKEN, KLEINE LÄNDE KLEINE BANKEN“
8.3 ZIELKONFLIKT: NATIONALER STREUBESITZ- INTERNATIONALE KERNAKTIONÄRE
9. Kernaussagen der neuen Zielstruktur
9.1 ARBEITSHYPOTHESEN
9.1.1 WERTFALLE – EINMAL DRINNEN, NIE MEHR RAUS
9.1.2 WERTKRITISCHE AUFWAND-ERTRAGS-RELATIONEN
9.1.3 WERTTREPPE – ZIEL FÜR BANKEN IST DAS WACHSTUM
9.2 NEUES BANKENSTRUKTURMODELL : – EIN SÄULEN PRINZIP
9.3 NEUES BANKENSTRUKTURMODELL : FUSIONEN IM INLAND SCHAFFT EFFIZIENZ
9.4 NEUES BANKENSTRUKTURMODELL : OFFENSIVE POSITIONIERUNG
9.5 NEUE BANKENSTRATEGIE: RATIONALISIERUNG
9.6 NEUE BANKENSTRATEGIE: RENTABILITÄTSORIENTIERTE RE-SPEZIALISIERUNG
10. Probleme und Risiken bei der Umsetzung einer neuen Zielstruktur
10.1 GLOBALISIERUNGSDRUCK AUF EUROPA
10.2 ÖIAG UND WIENER BÖRSE
10.3 KEINE KLASSENÜBERTRITTE UND KEIN FINANZAKZELERATOREFFEKT
10.4 KEINE DIVERSIFIKATION: GROSSBANKEN SETZEN INVESTITIONSSTRATEGIE AUF ZENTRAL- UND OSTEUROPA (CEE)
10.5 HAUSBANKENPRINZIP
10.6 NOTWENDIGKEIT EINER NEUEN CORPORATE GOVERNANCE FÜR BANKEN
11. Chancen und Vorteile bei der Umsetzung einer neuen Zielstruktur
11.1 KUNDENNUTZEN
11.2 KEINE ÄHNLICHE ENTWICKLUNG WIE IN JAPAN ZU BEFÜRCHTEN
11.3 BANK BASED MODELL SCHAFFT FINANZMARKTSTABILITÄT
11.4 NATIONALE BEREINIGUNGEN SCHAFFEN EFFIZIENZGEWINNE
11.5 NEUE REGULIERUNG UND FINANZMARKTAUFSICHT IN EUROPA UND ÖSTERREICH
11.6 OUTSOURCING, STANDARDISIERUNG UND AUTOMATISIERUNG STATT PERSONALABBAU
11.7 NEUE GESAMTBANKSTEUERUNG – NEUES RISKMANAGEMENT
11.8 DIVERSIFIKATION
11.9 ÖSTERREICH AM WEG ZU DEN BIG 5
F. CONCLCUSIO
12. Zusammenfassung der Arbeit
13. Ertragslage der Österreichischen Banken per 3.Q 2002
14. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Transformation des Finanzsektors, um eine neue, zukunftsorientierte Zielstruktur für österreichische Banken im europäischen Wettbewerb zu entwickeln. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Banken durch Spezialisierung, verbesserte Produktivität und aktives Risikomanagement ihre Ertrags- und Strukturkrisen bewältigen können.
- Strukturwandel und Konsolidierung im europäischen Bankensystem
- Methoden der Effizienzanalyse (Kennzahlenanalyse vs. DEA)
- Die makroökonomische Rolle der Finanzintermediation
- Strategische Neupositionierung für österreichische Kreditinstitute
- Risikomanagement und Digitalisierung als Wettbewerbsfaktoren
Auszug aus dem Buch
Die Transformation des Finanzsektors – eine neue Zielstruktur für österreichische Banken im europäischen Wettbewerb
Es kann zweifelsfrei behauptet werden, dass Bankenreformen in der heutigen Finanzwelt dringender gebraucht werden, als noch vor einigen Jahren. Aus diesem Grund wird die Arbeit zunächst eine Analyse für die Gründe der Transformation des Finanzsektors vornehmen: Auf Grund des in den vergangenen Jahrzehnten immer schneller voranschreitenden Strukturwandels im europäischen Bankensektor, sei es in Form von Finanzmarktliberalisierungen, Fusionen, bis hin zu neuen Finanzinnovationen in Verbindung mit einem sich ständig ändernden Anlegerverhaltens, kam es zu Reformen in überschaubaren Stufen, um eine Anhäufung von Risikofaktoren zu verhindern bzw. auftretende Probleme schrittweise zu lösen.
Österreich hat der Reform des Finanzsektors ein antizyklisches Timing verpasst. In Zeiten rückläufiger Nachfrage wurden Liberalisierungsschritte gesetzt, während in Zeiten konjunktureller Erholung die Aufsicht verschärft wurde. Nicht zuletzt scheint das österreichische Bankensystem intern stabiler geworden zu sein als andere. Ein solches Bankensystem tendiert dazu konjunkturbedingte Schwankungen zu glätten. Damit verringert sich die Notwendigkeit seitens der Behörden korrigierend einzugreifen. Banken, die eine kurzfristige Maximierung der Gewinne anstreben, weisen eher ein prozyklisches Verhalten auf. Sie neigen dazu, die Schwankungen der Konjunktur zu verstärken. In dieser Arbeit wird auf die negativen stabilitätsdämpfenden Auswirkungen durch Bankencrashs nicht näher eingegangen werden, sondern auf die Wachstumschancen durch Banken mit Hilfe von langfristiger Effizienz.
Europäische Institute stehen derzeit vor dem Problem, bestmögliche Produkte im zunehmend globalen Wettbewerb zu finden. Produktivität und Effizienz sind in diesem Zusammenhang die beiden wichtigsten Erfolgsfaktoren. Der Autor ist der Ansicht, dass Banken in Zukunft durch veränderte Technologien und Deregulierungen auf den Märkten insgesamt unverzichtbar werden, um Systemkrisen zu bewältigen und eventuelle ökonomische Krisen zu stabilisieren. Dies lässt sich insofern begründen, als zwar Wertpapiermärkte die Banken ersetzen können, aber die „anhaltende Präsenz“ von Banken in einer hoch entwickelten Volkswirtschaft darauf hinweist, dass sie bestimmte Aufgaben erfüllen, die Märkte nicht bieten können.
Zusammenfassung der Kapitel
A. EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung und Motivation für die Analyse der Transformation des Finanzsektors im europäischen Kontext.
B. THEORETISCHER HINTERGRUND: DEFINITIONEN: Erläutert die Klassifikation von Banken, deren Geschäftsfelder sowie Effizienzbegriffe in Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.
C. THEORETISCHER HINTERGRUND: EFFIZIENZANALYSE IM BANKENWESEN: Analysiert operative Kennzahlenvergleiche und fortgeschrittene Messmethoden wie die Data Envelopment Analysis.
D. THEORETISCHER HINTERGRUND: MAKROÖKONOMISCHE ROLLE DER FINANZINTERMEDIATION: Untersucht theoretische Erklärungsansätze zur Rolle von Finanzintermediären im Hinblick auf Wirtschaftswachstum und Stabilität.
E. ZIELSTRUKTUR FÜR ÖSTERREICHISCHE BANKEN IN EUROPA: Entwickelt konkrete Strategien und neue Bankenstrukturmodelle, um die Zukunftsfähigkeit österreichischer Banken zu sichern.
F. CONCLCUSIO: Fasst die Kernergebnisse zusammen und zieht Schlussfolgerungen für die Praxis der Bankenführung.
Schlüsselwörter
Banken, Finanzintermediation, Strukturwandel, Effizienzanalyse, Data Envelopment Analysis, Investmentbanking, Risikomanagement, Europäischer Bankenmarkt, Zielstruktur, Diversifikation, Wettbewerbsfähigkeit, Kapitalmarkteffizienz, Bankenregulierung, Fusionen, Unternehmenskontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die notwendige Transformation des Finanzsektors und entwickelt eine neue Zielstruktur für österreichische Banken im europäischen Wettbewerb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Der Fokus liegt auf Finanzintermediationstheorie, Effizienzmessung bei Banken, den Auswirkungen von Fusionen und der Notwendigkeit einer strategischen Neupositionierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Anpassungsmöglichkeiten an veränderte Rahmenbedingungen festzustellen und ein neues Konzept für österreichische Banken zur Krisenbewältigung zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zur modernen Finanztheorie mit einer kritischen Diskussion aktueller Effizienzstudien und ökonometrischer Ansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Es werden sowohl theoretische Definitionen als auch eine Analyse des Marktumfeldes, Risikomanagement-Strategien und konkrete Strukturvorschläge für österreichische Banken diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Bankenstrategie, Effizienz, Finanzintermediation, Risikomanagement und Strukturwandel.
Wie bewertet der Autor die Rolle von Fusionen im Bankensektor?
Der Autor zeigt sich skeptisch gegenüber blindem Wachstum durch Fusionen, da diese oft keine echte Effizienzsteigerung bringen und Integrationsrisiken bergen.
Welche Bedeutung kommt dem Risikomanagement laut Autor zu?
Das Risikomanagement wird als zentraler "Value Driver" in Krisenzeiten identifiziert, insbesondere durch den Einsatz moderner Instrumente wie Kreditderivate.
- Arbeit zitieren
- Dr. Johann Sebastian Kann (Autor:in), 2002, Die Transformation des Finanzsektors, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24970