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Hypertext - Eine textlinguistische Untersuchung

Title: Hypertext - Eine textlinguistische Untersuchung

Thesis (M.A.) , 1998 , 124 Pages , Grade: 1.5

Autor:in: Oliver Huber (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Einleitung

1.1 Motivation und Problemstellung „1990 entwickelten Robert Cailliau und Tim Bernes-Lee im europäischen Kernforschungszentrum
bei Genf (CERN) das World Wide Web (WWW), ein auf der Sprache Hypertext basierendes Informations- und Quellensystem mit einer grafischen Benutzeroberfläche.“(1)
Seit dem globalen Siegeszug des Internets(2) sind Begriffe wie Multimedia, Hypermedia, und Hypertext in aller Munde.(3) Das obenstehende Zitat ist ein Beispiel von vielen für die Verbreitung falscher Vorstellungen und Definitionen von Hypertext: Es handelt sich bei dem Untersuchungsgegenstand weder um eine Sprache natürlicher oder formaler Art, noch um ein Software- bzw. Hardwareprodukt. Der Wortbestandteil {text} legt vielmehr die Vermutung nahe, daß es sich bei Hypertext in irgendeiner Art und Weise um ein textuelles Gebilde handle. Dem Nachgehen dieser Vermutung ist der Hauptteil der vorliegenden Arbeit gewidmet.(4) Dabei stellen sich aber teilweise gravierende Probleme:
[...]
______
1 Aus dem Artikel Die Geschichte des Internets der Süddeutschen Zeitung vom 24.11.1997 (S. 9).
2 Wenn in den Medien vom globalen Siegeszug des Internets gesprochen wird, so ist der Begriff in den meisten Fällen mit dem World Wide Web (WWW) gleichzusetzen. Dabei handelt es sich bei besagtem WWW nur um einen Teil des Internets, nämlich um den multimedial-orientierten, der ein Hypertext-Informationssystem auf Client/Server-Architektur darstellt. Die in der Sprache HTML (Hypertext Markup
Language) verfaßten Dokumente können Texte, Bilder, Animationen oder Klänge enthalten (Einen aktuellen Einstieg in die Programmiersprache HTML bieten Tolksdorf 1997 und Lemay 1997). Die Dokumentenbeschreibungssprache HTML sowie das Protokoll HTTP (Hyper Text Transfer Protokoll), [...]
3 Eine umfassende Einführung in die Bereiche Multimedia und Hypermedia sowie eine Prognose über die Perspektiven multimedialer Kommunikation geben Glowalla und Schoop in einem von ihnen herausgegebenen Sammelband (Glowalla u. Schoop 1996).
4 Somit befindet sich die gesamte Untersuchung freilich in einer prekären Situation: Sie ist textlinguistisch ausgerichtet, beschäftigt sich also lediglich mit textuellen Gebilden. Sollte der Nachweis erbracht werden, daß Hypertexte keine Texte sind, macht sich die Arbeit selbst überflüssig. Vorausgreifend kann aber schon hier angedeutet werden, daß sich lediglich bestimmte hypertextuelle Besonderheiten einer textlinguistischen Analyse entziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 MOTIVATION UND PROBLEMSTELLUNG

1.2 ANGABEN ZUM KORPUS, METHODISCHE UND TECHNISCHE EINSCHRÄNKUNG DER UNTERSUCHUNG

1.3 ZUR LITERATURLAGE

1.3.1 Hypertext

1.3.2 Textlinguistik

1.3.3 (Text-)Linguistik und Hypertext

2 HYPERTEXT: GRUNDSÄTZLICHES ZUR ENTWICKLUNG UND STRUKTUR

2.1 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND

2.1.1 Herkunft des Terminus’ Hypertext

2.1.2 Bedeutung von {hyper}

2.1.3 Bedeutung von {text}

2.1.4 Definition der Sekundärliteratur

2.1.5 Intension und Extension

2.2 KOMPONENTEN EINES HYPERTEXTES

2.2.1 Knoten

2.2.1.1 Struktur

2.2.1.2 Inhalt und Größe

2.2.1.3 Darstellungsform der Knoten

2.2.1.4 Knotenarten

2.2.2 Verweise

2.2.2.1 Allgemeine Eigenschaften

2.2.2.2 Formal: Beziehungsverhältnisse zwischen Ausgangs- und Zielpunkt

2.2.2.3 Inhaltlich: Organisatorische Verweise vs. Referentielle Verweise

2.2.2.3.1 Unterscheidung der beiden Verweisklassen

2.2.2.3.2 Referentielle Verweise

2.2.2.3.3 Organisatorische Verweise

2.2.2.4 Kritik der Verweistypologie

2.2.3 Navigations- und Orientierungskomponenten

2.2.3.1 Textsequenzierung, Navigation und Browsing

2.2.3.2 Orientierungsprobleme und kognitive Mehrbelastung

2.2.3.3 Traditionelle Orientierungshilfen

2.2.3.3.1 Verzeichnisse

2.2.3.3.2 Metainformationen

2.2.3.3.3 Typographische Auszeichnungen

2.2.3.4 Hypertextspezifische Orientierungs- und Navigationshilfen

2.2.3.4.1 Browsersoftware

2.2.3.4.2 Backtracking, Historie, Lesezeichen, Verweismarkierung

2.2.3.4.3 Grafische Übersichten: Browser und Fish-Eye-Views

2.2.3.4.4 Anfrage- bzw. Suchmechanismen: Information Retrieval

2.2.3.4.5 Guided Tours

2.3 ZUSAMMENFASSUNG: DER BEGRIFF HYPERTEXT UND DIE EIGENSCHAFTEN EXISTIERENDER HYPERTEXTE

3 TEXTLINGUISTIK: GRUNDSÄTZLICHES ZUR METHODIK

3.1 UNTERSUCHUNGSGEBIETE DER TEXTLINGUISTIK, EIN ALLGEMEINER TEXTBEGRIFF

3.2 UNTERSUCHUNGSKRITERIEN

3.2.1 Kriterien der Textualität

3.2.2 Textthema: Makrostrukturanalyse

3.2.3 Textstruktur, Textfunktion und Textsorten

3.2.3.1 Textstruktur

3.2.3.2 Textfunktion

3.2.3.3 Textsorten

3.2.3.4 Exkurs: Textsorten als Prototypen für die Texterkennung

3.2.4 Referenzbeziehungen in Texten

3.3 ZUSAMMENFASSUNG: ANALYSESTRATEGIE

4 HYPERTEXT: EINE LINGUISTISCHE ANALYSE

4.1 KRITERIEN DER TEXTUALITÄT

4.1.1 Intertextualität: Text, Hypertext und Textgrenzen

4.1.2 Lokale Kohäsion/Kohärenz vs. Kontext

4.1.3 Intentionalität, Informativität, Situationalität und Aktzeptabilität

4.2 MAKROSTRUKTURANALYSE

4.3 TEXTFUNKTION UND TEXTSTRUKTUR

4.3.1 Kontextanalyse

4.3.2 Analyse der Textfunktion

4.3.3 Analyse der thematischen Textstruktur

4.4 REFERENZSTRUKTUREN IN HYPERTEXTEN

4.4.1 Modell der referentiellen Bewegung

4.4.2 Referentielle Bewegung in Hypertexten

4.4.3 Bedeutung der Quaestio für Kohärenzphänomene zwischen einzelnen Knoten

4.5 HYPERTEXT ALS TEXTSORTE?

5 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE

6 TABELLE DER EINZELERGEBNISSE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen Hypertext aus textlinguistischer Perspektive, um zu klären, ob es sich bei Hypertexten um "Texte" im linguistischen Sinne handelt und welche Besonderheiten die Textstruktur sowie die Kohärenz in einem nicht-linearen, modularen Medium aufweisen.

  • Analyse der Definition und Struktur von Hypertexten
  • Untersuchung der Texthaftigkeit mittels textlinguistischer Kriterien (insb. Kohärenz und Kohäsion)
  • Untersuchung der thematischen Struktur und Referenzbeziehungen in Hypertexten
  • Diskussion von Hypertext als Textsorte

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Herkunft des Terminus’ Hypertext

In dem Artikel Professor Nelson Talk Analyzes P.R.I.D.E. der Zeitung Vassar College Miscellany News vom 3. Februar 1965, wird geschrieben, Nelson habe in einem Vortrag das Wort hyper-text verwendet. Die Autorin, Laurie Wedeles, berichtet:

„[...] he [Nelson] reminded the audience of the problems of organizing material into a coherent piece of writing. As a new organization method Mr. Nelson has invented the PRIDE (Personalized Retrieval Indexing and Documentary Evolution) system.“ (Wedeles 1965)

Nelson wies auf mögliche Probleme hin, die sich bei der Linearisierung von Informationsmaterial zu einem einzigen „coherent piece of writing“ ergeben. Sein System PRIDE versucht, diese Probleme zu lösen:

„ In this system passages of material would be translated into machine language and filed in the machine in any sequence. With the proper instructions the machine would print out any sequence the writer wished to try, freeing him from the necessity of keeping the ideas in his head.“ (Wedeles 1965)

Nelson glaubte, diese Form der Informationsrepräsentation entspräche eher der menschlichen Form des Denkens als eine rein lineare Variante:

„Mr. Nelson pointed out that we often do not think in linear sequences but rather in "swirls" and in footnotes. He introduced the concept of the hyper-text, which would be a more flexible, more generalized, non-linear presentation of material on a particular subject.“ (Wedeles 1965)

Der Schöpfer des Wortes hyper-text nahm also an, menschliches Denken verlaufe nicht in linearen Sequenzen, sondern sei vielmehr mit „Wirbeln“ oder „Fußnoten“ zu vergleichen. Hypertext ist für Nelson eine nicht-lineare, verallgemeinerte und flexiblere Weise, Wissen über ein bestimmtes Thema zu repräsentieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung motiviert das Thema Hypertext, grenzt den Untersuchungsgegenstand ein und erläutert die methodische sowie technische Vorgehensweise.

2 HYPERTEXT: GRUNDSÄTZLICHES ZUR ENTWICKLUNG UND STRUKTUR: Dieses Kapitel befasst sich mit der Etymologie, Begriffsbestimmung und den technischen Kernkomponenten eines Hypertextes, wie Knoten und Verweisen.

3 TEXTLINGUISTIK: GRUNDSÄTZLICHES ZUR METHODIK: Hier werden die linguistischen Grundlagen dargelegt, insbesondere der Textbegriff und die Kriterien der Textualität, die zur Analyse herangezogen werden.

4 HYPERTEXT: EINE LINGUISTISCHE ANALYSE: Im Hauptteil findet die eigentliche Untersuchung statt, in der Intertextualität, Kohäsion, Kohärenz sowie die thematische Struktur in Hypertexten analysiert werden.

5 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE: Dieses Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Frage, ob Hypertexte als eigenständige Textsorte oder als medialer Rahmen zu verstehen sind.

6 TABELLE DER EINZELERGEBNISSE: Hier werden die zentralen Analyseergebnisse tabellarisch zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Hypertext, Textlinguistik, Kohärenz, Kohäsion, WWW, Knoten, Verweise, Navigation, Browsing, Intertextualität, Textstruktur, Textfunktion, Information Retrieval, Referenzstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Magisterarbeit untersucht das Phänomen Hypertext aus einer textlinguistischen Perspektive, um zu klären, ob es sich dabei um Textgebilde handelt und wie diese strukturiert sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von Hypertext, die Identifikation seiner Komponenten (Knoten, Verweise), die Analyse der Kohärenz in nicht-linearen Strukturen sowie die Einordnung von Hypertext in bestehende Textsorten-Konzepte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, ein textlinguistisches Verständnis für das "neue Medium" Hypertext zu entwickeln und zu prüfen, inwieweit etablierte Begriffe der Textlinguistik auf hypertextuelle Strukturen anwendbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Textualitätskriterien (Kohäsion, Kohärenz, etc.) sowie Methoden der Makrostrukturanalyse und der Modellierung referentieller Bewegung, um elektronische Fachtexte zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten linguistischen Analyse, insbesondere dem Problem der Textgrenzen, der Intertextualität und der Art und Weise, wie Leser durch Navigation ihren eigenen "Lesepfad" generieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Hypertext, Textlinguistik, Kohärenz, Knoten, Verweise (Links), Navigation und Textsorte.

Wie löst der Hypertext-Leser das Problem des "Verlaufens" im Netz?

Der Leser nutzt dafür Navigations- und Orientierungsinstrumente, wie beispielsweise "Backtracking"-Funktionen, Inhaltsverzeichnisse oder visuelle Browser-Hilfen, die den zurückgelegten Lesepfad strukturieren.

Inwiefern unterscheidet sich die Kohärenzbildung im Hypertext von der im gedruckten Buch?

Im Hypertext ist die Lese-Reihenfolge nicht zwingend linear vorgegeben, was die Kohärenzbildung erschwert, da der Autor beim Schreiben nicht voraussetzen kann, welche Informationen der Leser bereits in vorherigen "Knoten" aufgenommen hat.

Excerpt out of 124 pages  - scroll top

Details

Title
Hypertext - Eine textlinguistische Untersuchung
College
LMU Munich  (Germanistik)
Grade
1.5
Author
Oliver Huber (Author)
Publication Year
1998
Pages
124
Catalog Number
V24
ISBN (eBook)
9783638100113
Language
German
Tags
Hypertext HTML Internet Linguistik Hypertextautor Webredakteur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Huber (Author), 1998, Hypertext - Eine textlinguistische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24
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