Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Politisches System Deutschlands

Agenda Setting Prozesse

Titel: Agenda Setting Prozesse

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 17 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Dipl. Verwaltungswissenschaftler Moritz von Münchhausen (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dem Seminar „Analyse der Bundestagswahl 2002“ im Wintersemester ´02/´03 unter der Leitung von Dr. Wolfgang G. Gibowski wurde auf Grundlage von Wahlforschungstheorien das Wählerverhalten der letzten Bundestagswahl untersucht. Besonders von Interesse war die Frage, wie die politischen Parteien ihre Inhalte und Ziele umsetzen konnten und welche Strategien dabei zum Einsatz kamen.
Gründe für das unterschiedliche Wählerverhalten bei dieser spektakulären Wahl, bei der sich vorzeitig der Kanzlerkandidat der CDU/CSU Edmund Stoiber schon als Sieger glaubte, waren neben dem Elbehochwasser, dem möglichen Irak-Krieg (zu dieser Zeit begannen massive Truppenverlegungen der USA in die Nah-Ost-Region die Debatte zu schüren) und den drei Kanzlerduellen im Fernsehen auch die Berichterstattung der Medien, die eine zentrale Rolle bei der Wahrnehmung von Ereignissen und Meinungsbildung der Öffentlichkeit einnehmen. Um diese Prozesse zwischen Medien, Öffentlichkeit und politischer Elite genauer zu betrachten, ist es notwendig, den Agenda–Setting–Ansatz zu erklären und an Beispielen zu verdeutlichen. Bei diesem Ansatz wird angenommen, dass die Medien durch ihre Berichterstattung einen Einfluss darauf ausüben, welche Themen die Rezipienten als wichtig wahrnehmen und welche als weniger wichtig einstufen.
Diese Hausarbeit soll verdeutlichen, was Agenda–Setting-Forschung ist, welches die historischen und theoretischen Hintergründe sind, welche Komponenten zu diesem Prozess gehören und wie es sich in den Begriff der Medienwirkungsforschung eingliedern lässt. Trotzdem kausale Beziehungen schwer aufzudecken sind, hat das Verständnis von Agenda–Building-Prozessen eine wichtige Bedeutung, nicht zuletzt um zu verstehen, wie Akteure (ob auf politischer, wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Ebene) ihre Programme öffentlichkeitswirksam durchsetzen.
Die Leitthese, die in dieser Arbeit vertreten wird, soll jedoch belegen, dass der gesamte Agenda-Setting-Ansatz bisher noch zu keiner vollständigen Theorie entwickelt wurde und die vorhandenen Ansätze noch unvollständig sind. Es gibt eine große Vielzahl an Ansätzen und Modellen, allerdings mangelt es noch immer an einer umfassenden und schlüssigen Theoriebildung. Des weiteren soll auch auf Mängel der Ansätze hingewiesen werden und auch, wie diese Mängel beseitigt werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Grundlagen und Komponenten

III. Historischer Hintergrund der Agenda-Setting-Forschung

IV. Wirkungsmodelle und Theoriebildung

IVa. Die Wirkungsmodelle

IVb. Spezifikation: Intervenierende Variablen und Rezipientenfaktoren

IVc. Priming

V. Kritik

VI. Exkurs

VIa. Gatekeeper-Funktion

VIb. Die Schweigespirale

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und Wirkungsmechanismen des Agenda-Setting-Ansatzes im Kontext der Medienwirkungsforschung, um zu beleuchten, wie Medien die öffentliche Wahrnehmung von Themen steuern. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit bisherige Ansätze eine vollständige Theorie bilden können und welche intervenierenden Variablen den Prozess beeinflussen.

  • Grundbegriffe und Kernkonzepte des Agenda-Setting
  • Historische Entwicklung der Agenda-Setting-Forschung
  • Wirkungsmodelle und die Rolle intervenierender Variablen
  • Kritische Analyse des theoretischen Status quo
  • Relevanz von Gatekeeper-Funktion und Schweigespirale

Auszug aus dem Buch

II. Grundlagen und Komponenten

Der Begriff des Agenda-Setting bedeutet frei übersetzt Thematisierung bzw. Themensetzung. Welche Agenda ein bestimmtes Medium setzt, beeinflusst seine Rezipienten, so Kübler: „Den Medien gelingt es nicht immer, den Leuten zu vermitteln, was sie denken (bzw. denken sollen), wohl aber haben die Medien mehr und mehr Einfluss darauf, worüber sie denken bzw. zu denken haben.”

Es wird angenommen, dass die Medien für eine bestimmte Zeit bestimmte Themen in ihre Agenda aufnehmen und andere Themen so vernachlässigen oder nur am Rande behandeln. Diese Annahme führt zu der Folgerung, dass die von den Medien vorgenommene Thematisierung Voraussetzung für Meinungs- und Einstellungsveränderungen bei den Rezipienten ist. Die Medien erwecken und steuern die Aufmerksamkeit und die Problemwahrnehmung bei den Empfängern, eine damit folgende Wertevermittlung bleibt nicht aus.

Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass hier das Hauptproblem liegt, denn wenn die Empfänger (z.B. die Bevölkerung) allein von den Medien Informationen beziehen, konsumieren sie also schon ausgewählte und bearbeitete Berichte, sind aber nicht mehr in der Lage, die Realität unmittelbar zu erfahren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Agenda-Setting-Forschung ein und formuliert die Leitthese, dass der Ansatz bislang keine vollständige Theorie darstellt.

II. Grundlagen und Komponenten: Hier werden der Begriff des Agenda-Setting definiert und die zentralen Annahmen über den Einfluss der Medien auf die Themenwahrnehmung der Rezipienten erläutert.

III. Historischer Hintergrund der Agenda-Setting-Forschung: Dieses Kapitel widmet sich der wegweisenden Chapel-Hill-Studie von McCombs und Shaw und ihrer Bedeutung als Initialstudie für die Forschung.

IV. Wirkungsmodelle und Theoriebildung: Es werden verschiedene kognitive Modelle und die Bedeutung intervenierender Faktoren für die Medienwirkung systematisch dargestellt.

IVa. Die Wirkungsmodelle: Vorstellung der klassischen Modelle wie Awareness-, Salience- und Prioritätenmodell sowie weiterführender Ansätze wie dem Kumulationsmodell.

IVb. Spezifikation: Intervenierende Variablen und Rezipientenfaktoren: Analyse soziologischer und psychologischer Variablen, die den Agenda-Setting-Prozess auf Publikumsseite beeinflussen.

IVc. Priming: Untersuchung der gezielten Beeinflussung durch Aktualisierung von Informationen, um die Bewertung von Akteuren oder Themen zu steuern.

V. Kritik: Eine kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Schwäche und dem aktuellen Status der Theoriebildung in der Agenda-Setting-Forschung.

VI. Exkurs: Dieses Kapitel erweitert das Spektrum um ergänzende Theorien wie die Gatekeeper-Funktion und die Schweigespirale.

VIa. Gatekeeper-Funktion: Analyse der Rolle des Journalisten bei der Selektion von Themen für die Agenda eines Mediums.

VIb. Die Schweigespirale: Darstellung der Theorie von Noelle-Neumann zur Isolationsfurcht und deren Einfluss auf das öffentliche Meinungsbild.

Schlüsselwörter

Agenda-Setting, Medienwirkungsforschung, Themensetzung, Rezipienten, Wirkungsmodelle, Priming, Gatekeeper, Schweigespirale, Medienagenda, Publikumsagenda, politische Kommunikation, Themenwahrnehmung, Theoriebildung, Massenmedien, Meinungsbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Prozessen des Agenda-Setting und untersucht, wie Medien die Wahrnehmung von Themen in der Öffentlichkeit steuern und welche theoretischen Modelle diesen Einfluss erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die historischen Grundlagen der Forschung, die verschiedenen Wirkungsmodelle, die Rolle intervenierender Variablen sowie die Einordnung ergänzender Konzepte wie die Gatekeeper-Funktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Agenda-Setting-Ansatz zu verdeutlichen, seine theoretische Unvollständigkeit aufzuzeigen und den Bedarf für eine umfassendere Theoriebildung zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse bestehender wissenschaftlicher Literatur und Studien aus der Medienwirkungsforschung, insbesondere basierend auf dem Initialmodell von McCombs und Shaw.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Grundlagen, die Vorstellung spezifischer Wirkungsmodelle, die Analyse intervenierender Variablen sowie eine kritische Würdigung des aktuellen Forschungsstandes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Agenda-Setting, Medienwirkungsforschung, Themenwahrnehmung, Wirkungsmodelle und öffentliche Meinungsbildung beschreiben.

Welche Rolle spielen intervenierende Variablen in der Agenda-Setting-Forschung?

Intervenierende Variablen wie Parteipräferenz oder Mediennutzungsgewohnheiten sind entscheidend, um zu erklären, warum Medienberichterstattung bei verschiedenen Individuen unterschiedliche Wirkungen entfaltet.

Was versteht man in diesem Kontext unter dem Priming-Effekt?

Priming beschreibt die gezielte Beeinflussung von Empfängern durch das Hervorheben bestimmter Aspekte eines Themas in den Medien, um deren Bewertungsgrundlage zu steuern, ohne die Grundeinstellungen fundamental zu ändern.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Agenda Setting Prozesse
Hochschule
Universität Potsdam  (Lehrstuhl politisches System der BRD)
Veranstaltung
Analyse der Bundestagswahl 2002
Note
1,5
Autor
Dipl. Verwaltungswissenschaftler Moritz von Münchhausen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V25001
ISBN (eBook)
9783638277426
ISBN (Buch)
9783640129423
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Agenda Setting Prozesse Analyse Bundestagswahl
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Verwaltungswissenschaftler Moritz von Münchhausen (Autor:in), 2003, Agenda Setting Prozesse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25001
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum