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Depressionen im Kindes- und Jugendalter (Vulnerabilität, Risikofaktoren und ätiologische Ansätze)

Title: Depressionen im Kindes- und Jugendalter (Vulnerabilität, Risikofaktoren und ätiologische Ansätze)

Term Paper , 2003 , 24 Pages

Autor:in: Ute Nowotka (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Summary Excerpt Details

„Bis vor drei Jahrzehnten war man davon überzeugt, dass Depression bei Kindern und
Jugendlichen nicht existiert oder nur sehr selten auftritt. Wenn sie überhaupt nicht existiert,
nahm man an, dass es sich dabei um vorübergehende Erfahrungen handelt, die mit dem
normalen Entwicklungsprozess zusammen hängen.“ (Essau, 2002, S.11)
In den späten siebziger und frühen achtziger Jahren trat mit den ersten ernst zu nehmenden
Studien über Depressionen bei Kindern und Jugendlichen eine Wende ein, die die zähe
Vorherrschaft des Dogmatismus, dass nicht ist, was nicht sein darf, beendete. Vor allem nach
psychodynamischen Modellvorstellungen war die Existenz von Depressionen bei Kindern
indiskutabel, da das Über-Ich, das bei Kindern erst in der Entwicklung begriffen ist, eine
zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Depression spiele. Depressive Störungen im Kindesund
Jugendalter wurden generell als Entwicklungsschwierigkeiten eingestuft. Kinder und
Jugendliche weisen jedoch in den meisten Fällen eine ähnliche, wenn nicht vergleichbare
Psychopathologie wie Erwachsene auf, so dass man kaum – wie einst – von „larvierten“
Depressionen sprechen kann. Da mag es auch nicht verwundern, dass die Aufmerksamkeit
gegenüber depressiven Symptomen im frühen Lebensabschnitt während der letzten Jahre
enorm zugenommen hat und auch vermehrt literarische Zeugnisse über depressive
Erscheinungsbilder bei Kindern und Jugendlichen, sogar aus der Antike, zutage treten.
Mit dem DSM-III (1980) stieg die Zahl der diesbezüglichen Untersuchungen aufgrund des
wachsenden Interesses an diesem neu aufgeschlossenen Themenbereich rapide an. Allgemeine
und bis heute bestätigte Befunde sprechen dafür, dass depressive Störungen Erwachsener in
den meisten Fällen in der Jugend bzw. Kindheit wurzeln, dass also frühe depressive Episoden
die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Depression erhöhen. Wie Nissen schreibt, ist die
Depression, „ganz gleich, ob psychopathologische, lerntheoretische, humangenetische oder
metabolische Entstehungshypothesen herangezogen werden, eine Krankheit, die schon im
Kindesalter latent, als ‚Keim’, als ‚Vorform’ oder als ‚Struktur’ vorhanden ist.“ (Nissen, 2002,
S.198)
Häufig wird die Depression als die „gewöhnliche Grippe der Psychopathologie“ bezeichnet.
Und nach Ansicht vieler Autoren befinden wir uns momentan im „Zeitalter der Melancholie“. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Überblick

2. Allgemeines zum klinischen Störungsbild der Depression

2.1. Begriffsklärung und Symptomatik

2.2. Diagnostik

2.3. Epidemiologie

2.4. Komorbidität

3. Theoretische Modelle

3.1. Psychodynamisch

3.2. Kognitiv

3.3. Lerntheoretisch

3.4. Multifaktoriell

3.5. Biologisch

4. Ätiologische Aspekte und Risikofaktoren

4.1. Biologische Faktoren

4.1.1. Genetik

4.1.2. Neurobiologische Dysfunktionen

4.2. Psychosoziale/umweltbedingte Faktoren

4.2.1. Kritische Lebensereignisse und chronische Belastungen

4.2.2. Familiäre Einflüsse – psychische Störung der Eltern

4.2.3. Soziale Beziehungen

4.3. Merkmale des Betroffenen/Persönlichkeitsfaktoren

4.3.1. Temperament

4.3.2. Geschlecht

4.3.3. Alter

4.3.4. Bewältigungsstrategien

4.4. Kognitive Faktoren

5. Protektive Faktoren

6. Ausblick

Zielsetzung und Themenbereiche

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein tiefgreifendes Verständnis für die Ätiologie und die Risikofaktoren von Depressionen im Kindes- und Jugendalter zu entwickeln. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche komplexen Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychosozialen und kognitiven Faktoren zur Entstehung und Aufrechterhaltung dieser Störungen beitragen.

  • Phänomenologie und klinische Einordnung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen.
  • Analyse verschiedener theoretischer Modelle zur Ätiologie depressiver Störungen.
  • Untersuchung biologischer und psychosozialer Risikofaktoren sowie Persönlichkeitsmerkmalen.
  • Diskussion protektiver Faktoren und deren Bedeutung für die Resilienz junger Betroffener.

Auszug aus dem Buch

3.1 Psychodynamisch

Der wohl bekannteste und vielleicht auch hartnäckigste Ansatz stammt von Sigmund Freud („Trauer und Melancholie“, 1917) und führt die Depressionsgenese auf die Erfahrung eines Verlustes zurück, sei es ein tatsächlicher Verlust z.B. durch Tod einer geliebten nahen Person oder ein eher symbolischer Verlust wie ein Mangel emotionaler Zuwendung o.ä. Die Depression erkläre sich nun durch die Entstehung von Wut bzw. Feindseligkeit gegenüber dem verlorenen Objekt, die aber in Form von Selbstkritik und Schuldgefühlen nach innen gewendet wird, wenn sich das Über-Ich als moralische und Gewissens-Instanz einschaltet. Denn dieses Über-Ich lässt keine Koexistenz von Liebe und Feindseligkeit zu.

Weiterentwickelt und modifiziert wurde das psychodynamische Konzept u.a. von Bowlby (1980), der eine unsichere Mutter-Kind-Bindung als wichtigen Prädiktor betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Überblick: Einführung in die Thematik der Depression im Kindes- und Jugendalter unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und der steigenden wissenschaftlichen Relevanz.

2. Allgemeines zum klinischen Störungsbild der Depression: Definition des Störungsbildes, Darstellung der Symptomatik sowie Überblick über diagnostische Verfahren, epidemiologische Daten und komorbide Störungen.

3. Theoretische Modelle: Gegenüberstellung verschiedener wissenschaftlicher Erklärungsansätze, insbesondere psychodynamischer, kognitiver, lerntheoretischer, multifaktorieller und biologischer Modelle.

4. Ätiologische Aspekte und Risikofaktoren: Detaillierte Untersuchung der Ursachen und Risikofaktoren, unterteilt in biologische, psychosoziale, persönlichkeitsbezogene und kognitive Dimensionen.

5. Protektive Faktoren: Beleuchtung von Ressourcen und unterstützenden Faktoren, die eine schützende Wirkung gegen depressive Verstimmungen entfalten können.

6. Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Forschungssituation und Notwendigkeit zukünftiger, insbesondere prospektiver Untersuchungen zur besseren Prävention und Intervention.

Schlüsselwörter

Depression, Kindesalter, Jugendalter, Ätiologie, Risikofaktoren, Vulnerabilität, Protektive Faktoren, Psychopathologie, Diagnostik, Epidemiologie, Kognitive Modelle, Psychodynamik, Multifaktorielles Modell, Neurobiologie, Resilienz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Einflussfaktoren von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen, wobei ein besonderer Fokus auf die Vielfalt der Entstehungsmodelle gelegt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Phänomenologie des Störungsbildes, theoretische Erklärungsmodelle, ätiologische Risikofaktoren sowie protektive Mechanismen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, warum Kinder und Jugendliche anfällig für Depressionen sind und welche Rolle das komplexe Zusammenspiel verschiedener Einflussgrößen dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende wissenschaftliche Befunde und Modelle (z.B. nach Essau, Nissen) synthetisiert und kritisch diskutiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Darstellung theoretischer Modelle und die Analyse spezifischer biologischer, psychosozialer und kognitiver Risikofaktoren.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter der Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Vulnerabilität, Ätiologie, komorbide Störungen, multifaktorielles Modell und protektive Faktoren aus.

Wie unterscheiden sich jüngere Kinder in der depressiven Symptomatik von Jugendlichen?

Jüngere Kinder zeigen häufiger unspezifische, somatische Beschwerden (wie Bauch- oder Kopfschmerzen), während bei Jugendlichen die Symptomatik der von Erwachsenen ähnelt, etwa durch Grübeln oder ausgeprägte Schuldgefühle.

Welche Bedeutung kommt dem integrativen Modell der Übertragung von Risiken zu?

Dieses Modell visualisiert, wie die Depression der Mutter über verschiedene Mechanismen, wie genetische Vulnerabilität oder Modelllernen, das Risiko für die Entwicklung einer Depression beim Kind beeinflussen kann.

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Details

Title
Depressionen im Kindes- und Jugendalter (Vulnerabilität, Risikofaktoren und ätiologische Ansätze)
College
Free University of Berlin  (Psychologie)
Author
Ute Nowotka (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V25032
ISBN (eBook)
9783638277679
Language
German
Tags
Depressionen Kindes- Jugendalter Risikofaktoren Ansätze)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ute Nowotka (Author), 2003, Depressionen im Kindes- und Jugendalter (Vulnerabilität, Risikofaktoren und ätiologische Ansätze), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25032
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