Schindlers Liste, Hitlerjunge Salomon und Rosenstraße all diese Filme haben das gleiche Thema, den 2. Weltkrieg und die Judenverfolgung. All diese Filme haben noch mehr gemeinsam, sie behandeln dieses Thema mit der Ernsthaftigkeit, die dieses traurige und grausame Kapitel der deutschen Geschichte verlangt. Doch bei dem Film „Das Leben ist schön“, der dreimal mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, ist das etwas anders. Hier darf und soll gelacht werden. Roberto Benigni inszenierte einen märchenhaften Film, der die Geschichte einer Lebenslüge erzählt und in der der Hauptdarsteller bis zum Ende seine Hoffnung nicht verliert und seinen Sohn beschützt. Lachen und weinen, beides ist in diesem Film erlaubt, ohne dass es unangenehm wird und man sich fragen muss: „War es wirklich so?“
„Vor allem wollte ich keine Theorie über das Schicksal liefern oder die ewige Frage nach den Gründen stellen. Wenn man aus einer authentischen Geschichte einen schlechten Film macht, nützt es nichts, dass sie vom Holocaust handelt. Wenn ein Film schön ist, dann wird seine Geschichte wahr werden.“1 Auch Benigni selbst gibt zu, dass der Film die Realität nicht genau wiederspiegelt und, dass ihm die Ästhetik am wichtigsten ist, denn „manchmal kann nur ein Clown die Wahrheit sagen.“2 Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema „Komödie oder Melodram“, und wie man den Film einordnen kann. Nach einer kurzen Inhaltsangabe befasst sich der nächste Punkt mit der inhaltlichen Gesamtgestaltung des Film. Danach folgt eine Analyse von zwei Szenen und im letzen Teil gebe ich einige Ansätze, wie man den Film in der Schule einsetzen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Inhalt des Films
3. Melodram oder Komödie?- Zur inhaltlichen Gesamtgestaltung des Films
3.1 Szenenanalyse
4. Beispiele zur Einsetzung in der Schule
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Spielfilm „Das Leben ist schön“ hinsichtlich seiner Gattungszuordnung zwischen Komödie und Melodram sowie dessen didaktische Einsatzmöglichkeiten im schulischen Kontext.
- Analyse der inhaltlichen und formalen Gestaltung des Films
- Vergleichende Szenenanalyse zur Herausarbeitung der Genre-Unterschiede
- Einsatz von Filmanalyse im Deutschunterricht
- Didaktische Konzepte zur Vermittlung schwieriger historischer Themen
Auszug aus dem Buch
1.Szene:
Guido arbeitet in Arezzo in dem Hotel seines Onkels. Zu Gast ist Dr. Lessing, der als Tourist in der Toskana ist. Der Doktor ist sehr auf Rätsel fixiert und bittet Guido um Hilfe, damit er die Lösung herausfindet. Als Guido das Rätsel löst, stellt er dem Doktor eine Aufgabe und kümmert sich dann um einen neuen Gast.
Ich habe die Szenen nach den Vorgaben aus „Film- und Fernsehanalyse, Hickethier 2001“ analysiert. Die Szene ist ein klassisches Beispiel der Montage mit dem unsichtbaren Schnitt. Die Übergänge der einzelnen Einstellungen sind fließend und fallen gar nicht auf. Eröffnet wird die Szene mir einer Totalen auf Guido, der zum Tisch geht, an dem Dr. Lessing sitzt. Die Kamera steht fest und folgt Guido in der Normalsicht mit einem Schwenk. Durch diese Einstellung wird die Distanz zwischen Dr. Lessing und Guido ganz langsam kleiner, bis Guido in der Halbnahe vor dem Tisch steht.
Der große Saal des Hotels ist ganz in weiß gehalten. Weiße Wände, Decken, Stühle und Tische erhellen den Raum sehr und machen ihn sehr groß. Unterstützt wird dies noch durch die Decken und Stehlampen, die ebenfalls weiß sind und helles Licht erzeugen. Das folgende Gespräch von Guido und Dr. Lessing findet im Schuss- Gegenschuss- Verfahren statt, wobei Guido vor dem Tisch stehen bleibt und in der Untersicht mit Dr. Lessing redet. Im Gegensatz zu Guido bleibt Dr. Lessing hinter seinem Tisch sitzen und blickt den Kellner von unten an. Durch die Perspektive ist Guido Lessing im Gespräch immer übergeordnet, Guido nutzt diese Position aber nicht aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Holocaust-Darstellung im Film und Vorstellung des Untersuchungsgegenstands.
2. Der Inhalt des Films: Zusammenfassung der Filmhandlung von der Ankunft in Arezzo bis zum Kriegsende im Konzentrationslager.
3. Melodram oder Komödie?- Zur inhaltlichen Gesamtgestaltung des Films: Analyse der ästhetischen Mittel und des Genremixes zwischen burlesker Komik und ernstem Melodram.
3.1 Szenenanalyse: Detaillierte Untersuchung zweier Schlüsselszenen zur Verdeutlichung der stilistischen Unterschiede zwischen den beiden Filmteilen.
4. Beispiele zur Einsetzung in der Schule: Darstellung didaktischer Methoden zur Filmanalyse und zum fächerübergreifenden Unterricht.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Genreeinordnung und Reflexion der didaktischen Ergebnisse.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Das Leben ist schön, Roberto Benigni, Holocaust, Filmgenre, Komödie, Melodram, Szenenanalyse, Didaktik, Filmanalyse, Deutschunterricht, Zweiter Weltkrieg, Körpersprache, Schuss-Gegenschuss-Verfahren, Montage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie sich der Film „Das Leben ist schön“ erzählerisch und ästhetisch zwischen den Genres Komödie und Melodram bewegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die inhaltliche Gesamtgestaltung des Films, der Wandel der filmischen Mittel sowie die Analyse spezifischer Szenen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob der Film eindeutig einem Genre zugeordnet werden kann und wie er didaktisch sinnvoll im Schulunterricht eingesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Autorin nutzt die Film- und Fernsehanalyse nach Hickethier, um formale Aspekte wie Schnitt, Kameraführung und Perspektive zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Zusammenfassung, eine Analyse der narrativen Gesamtgestaltung sowie eine detaillierte Szenenanalyse zweier Schlüsselszenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Holocaust-Film, Genre-Mix, didaktische Filmanalyse und filmästhetische Analyse.
Wie unterscheidet sich die Kameraführung in den zwei analysierten Szenen?
Während in der ersten Szene (Hotel) durch Bildmitte und Kontinuität Ruhe vermittelt wird, unterstreicht die Kameraführung in der zweiten Szene (Konzentrationslager) die Unsicherheit und die räumliche Trennung durch wechselnde Einstellungen.
Welche Rolle spielt die Figur des Dr. Lessing in den beiden Szenen?
Dr. Lessing fungiert im ersten Teil als lebensfroher Gast und Rätselfreund, im zweiten Teil hingegen als gebrochener, von der Realität entfremdeter Lagerarzt.
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- Alexandra Strathmann (Author), 2004, "Das Leben ist schön" - Kömodie oder Melodram - eine fachdidaktische Filmanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25038