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Die Täufer zu Münster - Untersuchung der politischen, religiösen, wirtschaftlichen und sozialen Komponenten auf dem Weg zur 'Täuferstadt'

Title: Die Täufer zu Münster - Untersuchung der politischen, religiösen, wirtschaftlichen und  sozialen Komponenten auf dem Weg zur 'Täuferstadt'

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 24 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Andre Zysk (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Diese Arbeit steht unter dem Oberthema „Die Täufer zu Münster“ und wird sich mit einem Teilaspekt dieser umfangreichen Thematik beschäftigen. Gegenstand der Untersuchung wird sein, welche politischen, religiösen und sozialen Komponenten den Weg Münsters zur Täuferstadt begünstigten Bei der Darstellung der Untersuchung hielt ich folgendes Procedere für geeignet:

Im ersten Teil der Arbeit wird untersucht welche Grundlagen und Verhältnisse in Münster herrschten, bevor es zur Täuferstadt wurde. Zuerst soll ein kurzer Einblick auf die Entstehungsgeschichte Münsters einen ersten Eindruck vermitteln, wie die Stadt konstitutionell schon in ihrer frühen Entwicklungsphase geprägt wurde. Sodann wird eine Einordnung vorgenommen, in welcher politischen Landschaft Münster liegt und welche Rolle es darin einnimmt. Im nächsten Schritt nähern wir uns der Stadt über ihre Verfassung und können in der Folge einen Eindruck über Münsters soziale Schichten und die Regelung interner Angelegenheiten gewinnen. Der nächste Punkt wird die Stadtuntersuchung um die wirtschaftlichen Verhältnisse, die dort am Anfang des 16. Jahrhunderts vorherrschten, ergänzen. Der letzte Punkt im ersten Teil der Arbeit wird die Stellung des Klerus in Münster untersuchen und soll das Konfliktpotential der Stadt mit diesem Stand verdeutlichen.

Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, wie die im ersten Teil erläuterten Grundlagen und Voraussetzungen der Stadt sich in die Entwicklung zur Täuferstadt Münster eingliedern und diese begünstigen. Der zweite Teil wird sich so weit möglich und dieses nötig ist, an einer chronologischen Abfolge der an der Entwicklung zur Täuferstadt entscheidenden Ereignisse orientieren. Dabei soll zuerst der Weg Münsters zur reformierten Stadt erfolgen. Der letzte Teil der Arbeit wird verdeutlichen, wie Münster auf den Ergebnissen der Reformation aufbauend sich zur Täuferstadt entwickelt. Täuferstadt wird dabei definiert als eine Stadt, dessen Hauptteil der Führung und der Stadtbewohner sich zu täuferischem Gedankengut bekennen. Bei der von mir verwandten Literatur zum Thema, verdienen die Werke Wilfried Ehbrechts, Ernst Laubachs, Richard von Dülmens sowie Alois Schröders besonderer Bemerkung. So boten Ehbrecht und Schröder eine gute Übersicht über die Voraussetzungen und Konstitution der Stadt Münster. Laubachs und von Dülmens Werke lieferten eine sehr detaillierte Studie über die Entwicklung Münsters bis zur Täuferherrschaft.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Ursprünge und Grundlagen der mittelalterlichen Stadt Münster

III. Landesverfassung

IV. Die Verfassung der Stadt Münster

V. Die wirtschaftlichen Verhältnisse Münsters

VI. Die Stellung des Klerus in Münster

VII. Die Reformation in Münster

VIII. Münster auf dem Weg zur Täuferstadt

IX. Schluß

X. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen politischen, religiösen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, welche die Entwicklung der Stadt Münster im frühen 16. Jahrhundert hin zur sogenannten „Täuferstadt“ maßgeblich begünstigt haben.

  • Historische Grundlagen und konstitutionelle Entwicklung Münsters
  • Strukturen der Landes- und Stadtverfassung
  • Wirtschaftliche Krisen und die Rolle des Klerus
  • Die Einführung der Reformation und die Wirksamkeit Bernhard Rothmanns
  • Einfluss der Gilden und politische Radikalisierung

Auszug aus dem Buch

Die Reformation in Münster

Der Weg Münsters zur evangelischen Stadt war so stark mit der Person Bernhard Rothmanns verknüpft, daß es unumgänglich ist auf seine Biographie kurz einzugehen. Um 1495 in Stadtlohn geboren, besuchte er die Domschule zu Münster. Nach kurzer Lehrtätigkeit in Warendorf erwarb er die Magisterwürde in Mainz. Im Jahre 1525 erhielt er eine Stelle als Kaplan an der Stiftskirche St. Mauritz, vor den Mauern der Stadt Münster gelegen. Auf einer 1531 unternommenen Reise, die ihn nach Marburg, Wittenberg und Straßburg führte, gewann er Einblick in reformatorisches und täuferisches Gedankengut. Nach seiner Rückkehr dauerte es nicht lange, bis er mit seinen Vorgesetzten in Konflikt geriet. In seinen Predigten kam es immer wieder zu Äußerungen, die mit der katholischen Lehre nicht übereinstimmten, von einer wachsenden Zuhörerschaft jedoch begeistert aufgenommen wurden.

Das Domkapitel legte daraufhin Beschwerde beim Bischof ein, der auch gleich ein Predigtverbot gegen Rothmann erließ. Rothmann ignorierte diesen Tatbestand jedoch nicht nur, er forderte Rat und Gesamtgilde der Stadt auf einzuschreiten und ein offenes Streitgespräch zwischen ihm und seinen Anklägern zu organisieren, in welchem er seine Rechtfertigungslehre auf der sola scriptura -Basis verteidigen könne. Unter diesen Konditionen war jedoch keiner seiner katholischen Gegner zu einer theologischen Disputation bereit. So konnte Rothmann nicht nur behaupten seine Lehre wäre nicht widerlegt worden sondern sie wäre im Gegensatz zu den katholischen Lehren von höherem Wahrheitsgehalt. Zudem hatte er es auch mit dem Argument, jede christliche Obrigkeit habe die Aufgabe das Böse zu strafen und das Gute zu schützen, wozu auch die Bekämpfung falscher Lehren zähle, geschafft ,den Rat und die Gesamtgilde in die Problematik der religiösen Erneuerung der Stadt mit einzubinden, womit das seit 1525 sowieso schon gespannte Verhältnis zwischen Bischof und Stadt erneut aktiviert wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und Erläuterung des gewählten methodischen Vorgehens für die Untersuchung.

II. Ursprünge und Grundlagen der mittelalterlichen Stadt Münster: Analyse der städtebaulichen Entwicklung vom Missionskloster bis zur verfassungsrechtlich gefestigten Stadt.

III. Landesverfassung: Erörterung der Machtverhältnisse im Hochstift Münster und der Rolle des Fürstbischofs sowie der Landstände.

IV. Die Verfassung der Stadt Münster: Detaillierte Untersuchung der städtischen Bewohnerkategorien, der Ratsstruktur und der Rolle der Gilden.

V. Die wirtschaftlichen Verhältnisse Münsters: Beschreibung der ökonomischen Krise zu Beginn des 16. Jahrhunderts und deren soziale Auswirkungen.

VI. Die Stellung des Klerus in Münster: Untersuchung des Konfliktpotenzials zwischen der privilegierten Geistlichkeit und der unzufriedenen Stadtbevölkerung.

VII. Die Reformation in Münster: Schilderung des Wirkens von Bernhard Rothmann und der stadtpolitischen Durchsetzung der evangelischen Lehre.

VIII. Münster auf dem Weg zur Täuferstadt: Analyse der Radikalisierungsprozesse, der Rolle der Missionare und der Machtübernahme durch täuferische Kreise.

IX. Schluß: Zusammenfassende Betrachtung der wechselseitigen Faktoren, die den Weg Münsters in die Täuferherrschaft ebneten.

X. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Untersuchung herangezogenen wissenschaftlichen Werke und Quellen.

Schlüsselwörter

Münster, Täuferstadt, Reformation, Bernhard Rothmann, Fürstbischof, Gilden, Stadtverfassung, Hochstift, Glaubensstaufe, Antiklerikalismus, Stadtherrschaft, Täufer, Politik, Sozialgeschichte, Religionsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen, sozialen und politischen Prozesse, die Münster im 16. Jahrhundert dazu brachten, sich von einer katholisch geprägten Bischofsstadt zu einer Täuferstadt zu transformieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Stadtverfassung, die Machtansprüche der Kirche, der wirtschaftliche Niedergang der Hanse und die Wirksamkeit der radikalen Reformation in der Stadtgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die komplexen Ursachen und die chronologische Abfolge der Ereignisse zu identifizieren, die den Erfolg der täuferischen Bewegung in Münster begünstigt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt eine historisch-analytische Methode, bei der die politische, religiöse und wirtschaftliche Lage chronologisch aufgearbeitet wird, um die monokausale Erklärbarkeit der Ereignisse zu widerlegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der mittelalterlichen städtischen Grundlagen, die Verfassungsstruktur, den Konflikt mit dem Klerus sowie die detaillierte Darstellung der reformatorischen Entwicklungen bis hin zum Sieg der Täufer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Täuferherrschaft, Reformation, Städtische Autonomie, Gildenwesen und den spezifischen sozio-religiösen Wandel in Münster geprägt.

Welche Rolle spielten die Gilden bei der Radikalisierung?

Die Gilden fungierten als Sprachrohr der Gemeinheit, die durch ihr Mitspracherecht beim Rat und ihren Schutz für reformatorische Prediger wie Rothmann massiven politischen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt nahmen.

Warum war die Macht der Bischöfe in Münster so geschwächt?

Durch die schrittweise Übertragung von Regalien an die Stadt, den Einfluss der Landstände und die wiederholte Sedisvakanz verloren die Bischöfe zunehmend ihre unmittelbare Kontrolle über die stadtinternen Angelegenheiten.

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Details

Title
Die Täufer zu Münster - Untersuchung der politischen, religiösen, wirtschaftlichen und sozialen Komponenten auf dem Weg zur 'Täuferstadt'
College
Ruhr-University of Bochum
Course
HS Geschichte
Grade
1,6
Author
Andre Zysk (Author)
Publication Year
2001
Pages
24
Catalog Number
V25048
ISBN (eBook)
9783638277822
ISBN (Book)
9783638648578
Language
German
Tags
Täufer Münster Untersuchung Komponenten Täuferstadt Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andre Zysk (Author), 2001, Die Täufer zu Münster - Untersuchung der politischen, religiösen, wirtschaftlichen und sozialen Komponenten auf dem Weg zur 'Täuferstadt', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25048
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