1 Die (ehemaligen) Instrumente der Deutschen Bundesbank (Die Geldpolitik auf marktwirtschaftlicher Grundlage)
Im Bundesbankgesetz sind alle Instrumente, welche der Notenbank zur Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung stehen, aufgelistet. Aufgrund der marktwirtschaftlichen Grundstruktur der deutschen Volkswirtschaft verzichtet das Gesetz dabei auf Instrumente, die der Bundesbank einen direkten Eingriff in das Geschäft der Banken erlauben würden. Somit ist die Bundesbank nicht in der Lage, die Kreditvergabe der Kreditinstitute direkt zu begrenzen. Auch kann sie keine Zinssätze am Geld -, Kredit - oder Kapitalmarkt unmittelbar festlegen. Man kann zwischen der geldpolitischen Regulierung des Kreditgeschäfts der Bankenaufsicht und den Vorschriften der Bankenaufsicht unterscheiden. Das Kreditwesengesetz regelt die Tätigkeit des Kreditgewerbes in Deutschland und seine Beaufsichtigung durch das Bundesaufsichtsamt. Dieses Kreditwesengesetz beschränkt den Kreditvergabespielraum auf ein bestimmtes Vielfaches ihrer haftenden Mittel. Diese Vorschrift dient nur der Sicherung der Einleger und hat nichts mit Geldpolitik zu tun. Die geldpolitischen Instrumente der Deutschen Bundesbank wirken indirekt und sie zielen darauf ab, das Kreditangebotsverhalten der Kreditinstitute und die Kreditnachfrage zu beeinflussen. Zusätzlich beeinflussen diese Instrumente das Anlegerverhalten der Nichtbanken über eine Veränderung der Liquidität des Banksystems und mit Hilfe des Zinsmechanismus. Die Geldpolitik in Deutschland soll die Versorgung des Bankensystems mit Zentralbankgeld sicherstellen. Dieses gelangt in das Bankensystem, entweder indem die Bundesbank den Banken dauerhaft Zentralbankgeld zur Verfügung stellt, oder indem sie den Banken Kredite gewährt.
Inhaltsverzeichnis
1 Die (ehemaligen) geldpolitischen Instrumente der Deutschen Bundesbank
1.1 Die Mindestreservepolitik
1.1.1 Der Ablauf der Mindestreservepolitik
1.1.2 Die Wirkungen der Mindestreservepolitik
1.2 Die Refinanzierungspolitik
1.2.1 Der Rediskontsatz
1.2.2 Die Diskontpolitik
1.2.3 Die Lombardpolitik
1.2.4 Die Wirkungen der Refinanzierungspolitik
1.3 Die Offenmarktpolitik
1.3.1 Die Schatzwechsel des Bundes
1.3.2 Die Wertpapierpensionsgeschäfte
2 Die geldpolitischen Instrumente der Europäischen Zentralbank (EZB)
2.1 Die Mindestreserven
2.2 Die Offenmarktgeschäfte
2.2.1 Hauptrefinazierungsinstrument
2.2.2 Langfristige Refinanzierungsgeschäfte
2.2.3 Feinsteuerungsoperationen
2.2.4 Strukturelle Operationen
2.3 Ständige Fazilitäten
2.3.1 Spitzenrefinazierungsfazilität
2.3.2 Einlagefazilität
3 Vergleich der geldpolitischen Instrumente zwischen der Deutschen Bundesbank und der EZB
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die geldpolitischen Instrumente der ehemaligen Deutschen Bundesbank denjenigen der Europäischen Zentralbank (EZB) gegenüberzustellen, um Kontinuitäten und Neuerungen bei der Steuerung von Geldmenge und Zinsen im Übergang zur europäischen Währungsintegration aufzuzeigen.
- Analyse der klassischen Instrumente der Deutschen Bundesbank (Mindestreserve-, Refinanzierungs- und Offenmarktpolitik).
- Darstellung des geldpolitischen Instrumentariums der EZB mit Fokus auf Offenmarktgeschäfte und ständige Fazilitäten.
- Untersuchung der Wirkungsweise von Leitzinsen und Liquiditätssteuerung in beiden Systemen.
- Vergleich der regulatorischen Rahmenbedingungen und der praktischen Anwendung zur Sicherung der Preisstabilität.
Auszug aus dem Buch
1.2.3 Die Lombardpolitik
Die Kreditinstitute konnten einen Kredit durch Verpfändung bestimmter Wertpapiere und Schuldbuchforderungen in Anspruch nehmen. Dieser Pfandkredit wird auch Lombardkredit bezeichnet. Verpfändungsfähige Wertpapiere waren Schatzwechsel, Schuldverschreibungen des Bundes und andere Schuldverschreibungen z.B. Pfandbriefe.
Der Lombardkredit wurde nur zur Überbrückung sehr kurzfristiger Liquiditätsbedürfnisse gewährt ( meist nur wenige Tage ).
Die Wirkung dieses Kredits war grundsätzlich die selbe wie die des Diskontkredits, wenn man einmal von der Laufzeit absieht.
Für den Lombardkredit verlangte die Bundesbank auch Zinsen. Dieser Zinssatz ist der Lombardsatz.
Auch wurde dieser Kredit nur ganz kurzfristig und eher in Ausnahmefällen in Anspruch genommen. Damit dies so war, lag der Lombardsatz meist über dem Diskontsatz. [vgl. Quelle (1) S. 103 -105]
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die (ehemaligen) geldpolitischen Instrumente der Deutschen Bundesbank: Dieses Kapitel erläutert die geldpolitische Steuerung durch die Deutsche Bundesbank vor der Euroeinführung anhand von Mindestreserve-, Refinanzierungs- und Offenmarktpolitik.
2 Die geldpolitischen Instrumente der Europäischen Zentralbank (EZB): Hier wird das Instrumentarium der EZB beschrieben, das sich primär in Offenmarktgeschäfte und ständige Fazilitäten zur Zins- und Liquiditätssteuerung unterteilt.
3 Vergleich der geldpolitischen Instrumente zwischen der Deutschen Bundesbank und der EZB: Dieses Kapitel stellt die Ähnlichkeiten und methodischen Unterschiede zwischen den beiden Notenbanksystemen gegenüber und hebt die Übernahme bewährter Mechanismen hervor.
Schlüsselwörter
Geldpolitik, Deutsche Bundesbank, Europäische Zentralbank, EZB, Mindestreserve, Refinanzierungspolitik, Offenmarktpolitik, Leitzins, Diskontsatz, Lombardsatz, Wertpapierpensionsgeschäfte, Liquiditätssteuerung, Preisstabilität, Euro-Raum, Zentralbankgeld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Vergleich der geldpolitischen Instrumente der ehemaligen Deutschen Bundesbank mit denen der Europäischen Zentralbank.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Mindestreservepolitik, die verschiedenen Formen der Refinanzierung sowie die unterschiedlichen Offenmarktgeschäfte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die EZB bei ihrer Gründung auf das bewährte Instrumentarium der Deutschen Bundesbank zurückgegriffen hat und welche Anpassungen im Zuge der Währungsintegration vorgenommen wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive vergleichende Analyse auf Basis von Fachliteratur und den gesetzlichen Regelungen der jeweiligen Notenbanken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Instrumente der Deutschen Bundesbank, die Vorstellung des EZB-Instrumentariums und eine anschließende Gegenüberstellung beider Systeme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Geldpolitik, Zinssteuerung, Liquidität, Mindestreserve, EZB, Deutsche Bundesbank und Leitzins.
Wie unterscheidet sich die Einlagefazilität der EZB von bisherigen Instrumenten?
Im Gegensatz zu den deutschen Banken, die diese Form der Zinsanlage über Nacht bei der EZB neu erfuhren, handelt es sich um eine reine Anlagemöglichkeit für überschüssige Liquidität.
Warum galt der Lombardsatz der Bundesbank als Obergrenze?
Der Lombardsatz bildete die teuerste Refinanzierungsmöglichkeit, weshalb er als „letzter Ausweg“ die Obergrenze für die Zinsentwicklung am Geldmarkt definierte.
- Quote paper
- Albrecht Steinmüller (Author), 2004, Vergleich der geldlichen und zinspolitischen Instrumente zwischen der Deutschen Bundesbank (bis zur Euroeinführung) und der Europäischen Zentralbank., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25153