Die Lagerlogistik erfordert heutzutage flexible und anpassungsfähige Lagersysteme, damit komplexe und effektive Lagerung möglich ist. Das Lager wird dabei in verschiedene Lagerbereiche unterteilt, so dass eine größtmögliche Anpassung an die individuellen Bedürfnisse gewährleistet werden kann. Jeder Bereich hat wegen unterschiedlicher Vor- und Nachteile eine spezielle Funktion in einem Lager.
Einer der Lagerbereiche ist das Blocklager, das durch seine flexiblen Eigenschaften häufig Verwendung findet, jedoch meist wegen mangelnder Größe nicht als ein eigenständiges Lager angesehen und verwaltet wird. Aus diesem Grund fehlt diese Lagerart in der standardisierten Software viad@t der Firma viastore systems GmbH. Es wurden zwar schon für einzelne Projekte Blocklager softwaretechnisch implementiert, jedoch nicht als eigenständige Funktionalität in den Softwarestandard aufgenommen.
Da bei der weiteren Entwicklung der Lagerverwaltungssoftware viad@t geplant ist, die Funktionalität des Blocklagers zu implementieren, soll eine Grundlage geschaffen werden, auf der die Entwicklung umgesetzt wird. Durch die Analyse der einzelnen Geschäftsprozesse sowie deren Ablauf bildet diese Arbeit das grundlegende Grobkonzept dazu. Sie verdeutlicht, wie die Prozesse in den einzelnen Schritten transparent ablaufen. Wegen der vorhandenen Bedienungslogik von viad@t muss darauf geachtet werden, die verschiedenen Arbeitsgänge darin einzubetten.
Im ersten Teil der Arbeit wird die Theorie der Blocklagerung beschrieben. Unter diesem Abschnitt wird das Blocklager näher definiert und die Anforderungen allgemein zusammengefasst. Weiterhin wird auf mögliche Betriebsarten und markante Schnittstellen beispielsweise zu anderen Lagerbereichen näher eingegangen. Am Ende des Kapitels werden die wichtigsten Probleme erläutert, die in einem Blocklager auftreten können.
Darauf aufbauend wird im zweiten Teil der Studienarbeit das Grobkonzept behandelt. Dabei werden die verschiedenartigen Bedienungsmöglichkeiten eines Blocklagers dargestellt und ihre Bedeutung für das Lager herausgearbeitet. Anschließend werden alle relevanten Geschäftsprozesse, wie Warenzugang oder Inventur, nacheinander detailliert analysiert. Abgerundet wird dieses Kapitel mit dem Aufzeigen verschiedener Strategien, die in einem Blocklager in Frage kommen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Theorie der Blocklagerung
2.1. Definition und Funktion eines Blocklagers
2.2. Anforderungen an ein Blocklager
2.3. Betriebsarten
2.4. Schnittstellen zum Blocklager
2.5. Probleme bei Blocklagern
3. Grobkonzept eines Blocklagers
3.1. Bedienungsmöglichkeiten
3.1.1. Belegsystem
3.1.2. Beleglose Bedienung
3.1.3. Staplerleitsystem
3.2. Analyse der Geschäftsprozesse in einem Blocklager
3.2.1. Warenzufluss
3.2.2. Umlagerung
3.2.3. Warenabgang
3.2.4. Inventur
3.3. Lagerstrategien
4. Resümee
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Grobkonzept für die Integration der Blocklager-Funktionalität in die Lagerverwaltungssoftware "viad@t" zu entwickeln. Dabei steht die systematische Analyse der Geschäftsprozesse unter Berücksichtigung verschiedener Bedienungsmöglichkeiten und Lagerstrategien im Fokus.
- Theoretische Grundlagen und Anforderungen an moderne Blocklagersysteme
- Vergleich zwischen manueller beleggebundener und belegloser Bedienung
- Detaillierte Prozessanalyse von Warenzufluss, Umlagerung, Warenabgang und Inventur
- Identifikation softwaretechnischer Schnittstellenanforderungen
- Analyse relevanter Lagerstrategien zur Effizienzsteigerung
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Beleglose Bedienung
Die beleglose Bedienung erfordert eine Funk-Verbindung, über deren Schnittstelle die Informationen vom Lagerverwaltungssystem übertragen werden. Das Display zeigt dabei alle wichtigen Details über den zu erledigenden Auftrag an. Jeder Schritt wird genauestens vorgegeben, um möglichst viele Fehler bei den Transaktionen zu vermeiden. Durch Einscannen von Barcodes am Lagerfach und an der Ware kann ein Lagerarbeiter schnell und einfach Rückmeldung über den Fortschritt seiner Arbeit geben. Mit diesen Daten ist er im ständigen Dialog über das Funk-Terminal mit dem Lagerverwaltungssystem. Damit wird sichergestellt, dass ein Auftrag beziehungsweise ein Arbeitschritt vollständig abgearbeitet wird. Über die Tastatur kann er auch jederzeit weitere Informationen vom System anfordern oder Fehler melden, so dass unmittelbar und flexibel reagiert werden kann. Es werden durch den Einsatz der beleglosen Bedienung keine ausgedruckten Listen mehr benötigt. Besonders vorteilhaft dabei ist der Zeitgewinn, weil die Wegstrecken zu einem zentralen Computer wegfallen. Je nach Größe des Lagers sind die Funk-Terminals entweder direkt oder über ein Staplerleitsystem an das Lagerverwaltungssystem gekoppelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Bedarf an flexiblen Blocklagern innerhalb der Lagerlogistik und definiert das Ziel, eine Grundlage für die Implementierung in die Software "viad@t" zu schaffen.
2. Die Theorie der Blocklagerung: Dieses Kapitel definiert die Charakteristika eines Blocklagers, beleuchtet Anforderungen, Betriebsarten, Schnittstellen und typische Problemstellungen bei dieser Lagerform.
3. Grobkonzept eines Blocklagers: Hier werden Bedienungsmöglichkeiten wie das Belegsystem und beleglose Systeme verglichen, Geschäftsprozesse detailliert analysiert und verschiedene Lagerstrategien vorgestellt.
4. Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen prozessualen Modellierung für die softwaretechnische Umsetzung.
Schlüsselwörter
Blocklager, Lagerverwaltung, viad@t, Geschäftsprozesse, Warenzufluss, Warenabgang, Umlagerung, Inventur, Lagerstrategien, Belegsystem, beleglose Bedienung, Staplerleitsystem, Lagerlogistik, Ladeeinheiten, Prozessoptimierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung eines Grobkonzepts für die Integration von Blocklager-Geschäftsprozessen in die Lagerverwaltungssoftware "viad@t" der Firma viastore systems GmbH.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Blocklagerung, die verschiedenen Bedienungsmöglichkeiten (beleggebunden vs. beleglos), die Analyse der operativen Geschäftsprozesse sowie verschiedene Lagerstrategien ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, eine solide Grundlage für die Softwareentwicklungsabteilung zu schaffen, um Blocklager als eigenständige Funktionalität in den Softwarestandard von "viad@t" aufzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der Blocklagerung, einer detaillierten prozessualen Untersuchung der Abläufe unter Einbeziehung von Expertenwissen aus der betrieblichen Praxis sowie der Erstellung von Prozesskonzepten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Blocklagertechnik, einen Vergleich zwischen manuellen und funkgesteuerten Bedienungskonzepten sowie eine detaillierte Analyse der Kernprozesse (Warenzufluss, Umlagerung, Warenabgang, Inventur).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Blocklager, viad@t, Lagerverwaltungssoftware, Geschäftsprozessanalyse, Bestandsmanagement und Lagerstrategien.
Worin besteht der Hauptunterschied zwischen beleglosem und beleggebundenem Arbeiten im Blocklager?
Beim Belegsystem arbeitet der Lagerarbeiter mit ausgedruckten Listen und stationären Terminals, während bei der beleglosen Bedienung Funk-Terminals einen permanenten Datenaustausch mit dem Lagerverwaltungssystem ermöglichen, was die Fehleranfälligkeit reduziert und den Zeitaufwand minimiert.
Welche Rolle spielen "Staplerleitsysteme" in diesem Konzept?
Staplerleitsysteme dienen in funkgesteuerten Blocklagern dazu, die Fahrten der Stapler effizient zu steuern, indem sie in Echtzeit die kürzesten Wege berechnen und Aufträge optimal auf die Mitarbeiter verteilen.
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- Michael Mordhorst (Author), 2003, Grobkonzept der Geschäftsprozesse in einem Blocklager, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25198