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Einführung in soziologische Begriffe, Gesellschaft

Title: Einführung in soziologische Begriffe, Gesellschaft

Term Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: gut

Autor:in: Benjamin Behrens (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Der Begriff der Gesellschaft, und die Auseinandersetzung mit dieser, hat seinen
Ursprung in vorchristlicher Zeit bei den alten Griechen.
Seit dieser Zeit wurden verschiedene Definitionsansätze gegeben. Von Platon und
Aristoteles ausgehend bis zu dem Beginn der bürgerlichen Revolutionen, und darüber
hinaus, wurde über die Gesellschaft kontrovers diskutiert.
Daraus lässt sich erkennen, dass eine eindeutige Definition des Begriffes sehr schwer
möglich ist.
Dies liegt zum einen daran, dass sich eine Gesellschaft entwickelt und immer neue
Einflüsse auf sie einwirken. Nach Nietzsche „ist nur das definierbar, was keine
Geschichte hat“ (Nietzsche, 1910, S. 373). Das gemeinsame Zusammenleben der
Menschen erfordert die Beherrschung der „inneren und äußeren Natur“ (Adorno &
Horkheimer, 1956, S. 22). Mit „innerer Natur“ ist die Triebkontrolle zu verstehen, die
den Menschen zum Beispiel davon abhält, sich bei Hungergefühlen das nächstbeste Tier
zu fangen und zu erlegen. War dies in den Anfängen der Menschheit noch alltäglich, so
hat sich durch den Wandel von technischen Möglichkeiten und sozialer Verantwort eine
Struktur gebildet, die diesen Trieb unterbindet. Die „äußere Natur“ spiegelt die
allgemeine Umwelt wider. Die Menschen haben gelernt, die natürlichen Ressourcen zu
ihrem Vorteil zu verwenden. Anfangs noch einfacher Werkzeugbau, heutzutage
Energiegewinnung und Lebensmittelversorgung.
Auch die Sichtweise der Gesellschaftsmitglieder erfuhr, bedingt unter anderem durch
Wechsel in den Staatsformen, eine Entwicklung. Die Fragestellung nach der
Gesellschaft beinhaltet also auch immer die Rolle des Staates, der als Gegensatz zu der
Gesellschaft gesehen wird.
Dabei ist herauszustellen, dass der Staat eine von der Gesellschaft geschaffene
Organisationsform darstellt. Die staatliche Ordnung bietet, mit Hilfe von künstlich
geschaffenen Institutionen, die Befriedigung an gewissen Grundbedürfnissen. Dies kann
zum Beispiel die Versorgung mit Bildung sein. Die Verhinderung von Selbstjustiz
einhergehend mit der Gesetzgebung bietet den Gesellschaftsmitgliedern Sicherheit.
Jeder Einzelne gibt dabei einen Teil seiner individuellen Freiheit auf, um geordneter
und sicherer in der Gesellschaft zu leben. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff „Gesellschaft“

2.1 Die griechischen Philosophen

2.2 bürgerliche Revolutionen

2.3 Die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft

2.4 Ausblick

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Deutung und Diskussion des soziologischen Grundbegriffs „Gesellschaft“ auseinander. Dabei wird das Ziel verfolgt, die historische Genese sowie die komplexe Wechselbeziehung zwischen dem Individuum, dem Staat und der zunehmenden Vergesellschaftung zu analysieren, um das Verständnis dieses abstrakten Konstrukts zu schärfen.

  • Historische Herleitung des Gesellschaftsbegriffs von der Antike bis zur Neuzeit.
  • Die Dialektik von Staat und Gesellschaft und ihre gegenseitige Beeinflussung.
  • Die Rolle der „bürgerlichen Revolutionen“ für die moderne Gesellschaftsstruktur.
  • Prozesse der Vergesellschaftung, Integration und Differenzierung.
  • Die kritische Bewertung technologischer Fortschritte im Kontext sozialer Gerechtigkeit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die griechischen Philosophen

Die griechischen Philosophen sehen die Gesellschaft als eine organisierte Arbeitsteilung. Grundgedanke ist, dass jedes Individuum eine Tätigkeit besonders gut beherrscht, und dieses Talent in die Gemeinschaft einbringt, um die Lebensbedürfnisse jedes Einzelnen zu erfüllen (vgl. Adorno & Horkheimer, 1956, S. 23). Auch Riedel sieht in der Gesellschaft einen „auf Arbeit und Tausch beruhenden Handlungszusammenhang“ (Schmidt, 1995, S. 355). Ein Bauer pflanzt demnach nicht nur für sich das Getreide an, sondern auch für seine gesamte Familie. Im Gegenzug erhält er zum Beispiel Kleidung oder Werkzeuge.

Bei Platon werden Gesellschaft und Staat nicht getrennt, der Staat ist die Gesellschaft und umgekehrt. Der einfachste Staat kann aus wenigen Einzelwesen bestehen. Eine Entwicklung vollzieht sich, sobald die Ansprüche über die Befriedigung der Lebensbedürfnisse hinausgeht. „Die mit der Kultur wachsenden Ansprüche führen zu einer Ausdehnung des Staatswesens und dann zu kriegerischen Zusammenstößen mit benachbarten Staaten“ (Adorno & Horkheimer, 1956, S. 24). Auch das Bedürfnis nach einem besonderen Rohstoff, das von den Mitgliedern des Staates nicht erfüllt werden kann, ist eine Möglichkeit für Konflikte. Die Gemeinschaft versucht, mit kriegerischem Handeln an diesen Rohstoff zu gelangen. Dies wiederum führt zu einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis im Staat, um sich vor dem Gegner zu schützen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Ursprung des Gesellschaftsbegriffs und verdeutlicht die Schwierigkeit einer eindeutigen Definition aufgrund ständiger gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.

2. Der Begriff „Gesellschaft“: Dieses Hauptkapitel analysiert theoretische Ansätze zur Gesellschaft von der griechischen Antike bis zur bürgerlichen Entwicklung.

2.1 Die griechischen Philosophen: Es wird dargelegt, wie die antike Philosophie Gesellschaft primär als organisierte Arbeitsteilung und untrennbare Einheit von Staat und Individuum begriff.

2.2 bürgerliche Revolutionen: Dieses Kapitel beschreibt den Erstarkungsprozess des Bürgertums und dessen Einfluss auf die politische Macht, was letztlich zu weitreichenden gesellschaftlichen Umbrüchen führte.

2.3 Die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft: Hier wird der Prozess der Vergesellschaftung sowie die Dualität von Ordnung und Fortschritt anhand soziologischer Theorien wie denen von Comte und Spencer diskutiert.

2.4 Ausblick: Der Ausblick befasst sich mit der weiteren Entwicklung der Gesellschaft unter dem Einfluss technologischer Fortschritte und der Frage nach der Zukunft des Individuums in einer zunehmend globalen Struktur.

3. Fazit: Das Fazit fasst den dynamischen Wandel des Begriffs zusammen und betont die notwendige, wechselseitige Abhängigkeit zwischen Individuum, Staat und den Zwängen der modernen Vergesellschaftung.

Schlüsselwörter

Gesellschaft, Staat, Vergesellschaftung, Individuum, Arbeitsteilung, bürgerliche Revolution, Ordnung, Fortschritt, soziale Struktur, Integration, Differenzierung, Institution, Triebkontrolle, Weltgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition und dem Wandel des soziologischen Begriffs „Gesellschaft“ und seiner historischen Entwicklung von der Antike bis zur modernen Epoche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die historische Genese, das Spannungsfeld zwischen Staat und Individuum, die Bedeutung der Arbeitsteilung sowie die Prozesse der Vergesellschaftung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum eine eindeutige Definition von Gesellschaft kaum möglich ist und wie sich das Verhältnis zwischen gesellschaftlicher Organisation und individueller Freiheit im Laufe der Zeit verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen historisch-deskriptiven Ansatz, bei dem verschiedene Definitionen und soziologische Theorien, insbesondere unter Bezugnahme auf Adorno und Horkheimer, analysiert und in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker Vorstellungen, die Auswirkungen bürgerlicher Revolutionen, die theoretische Einordnung der Vergesellschaftung durch Philosophen und einen Ausblick auf die globalisierte Zukunft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Gesellschaft, Staat, Vergesellschaftung, Individuum und Fortschritt beschreiben.

Wie bewertet der Autor den technologischen Fortschritt im Kontext der Gesellschaft?

Der Autor konstatiert eine Diskrepanz: Während der technologische Fortschritt rasant voranschreitet, hinkt der soziale Fortschritt hinterher, was zu ethischen Konflikten und einer potenziellen Unterbewertung des Individuums führt.

Welche Rolle spielt der Staat in der hier diskutierten Gesellschaftsauffassung?

Der Staat wird als künstliches, durch Verträge geschaffenes Rechtsgebilde gesehen, das einerseits Sicherheit bietet, andererseits aber in einem ständigen, oft spannungsgeladenen Wechselverhältnis zur dynamischen Gesellschaft steht.

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Details

Title
Einführung in soziologische Begriffe, Gesellschaft
College
University of Hannover  (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie)
Grade
gut
Author
Benjamin Behrens (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V25274
ISBN (eBook)
9783638279499
ISBN (Book)
9783656449201
Language
German
Tags
Einführung Begriffe Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Behrens (Author), 2003, Einführung in soziologische Begriffe, Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25274
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