Der Umgang mit Behinderten im Nationalsozialismus


Seminararbeit, 2001

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Geschichtlicher Hintergrund vor
1.1 Das Rassedenken
1.2 Der Darwinismus

2. Zeit des Nationalsozialismus

Schlussbetrachtung

Literatur

Einleitung

In der vorliegenden Arbeit soll auf einen Zeitpunkt der Geschichte eingegangen werden zu dem der Umgang mit behinderten Menschen ein extremes Ausmaß angenommen hat. Gemeint ist die nationalsozialistische Herrschaft zwischen 1933 und 1945. Diese zeichnet sich wie kaum ein Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte durch massenhafte Sterilisationen und Ermordungen Behinderter aus. Dabei kamen weit mehr als 100 000 Menschen ums Leben.

Hier soll in erster Linie der Frage nachgegangen werden, wie es möglich war in kürzester Zeit diese extreme Form des Umgangs mit Behinderten zu etablieren und zahlreiche Menschen zu finden, die sich widerstandslos und oftmals bereitwillig an der Praxis des Mordens beteiligt haben.

Dazu ist es notwendig zunächst den ideologischen und gesellschaftshistorischen Hintergrund bis hinein ins Ende des 19. Jahrhunderts genau zu beleuchten, um von dort auf allgemein verbreitete Sichtweisen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zu schließen. Nach der Klärung der Hintergründe sollen dann Entwicklungen während der nationalsozialistischen Herrschaft beschrieben werden.

1. Geschichtlicher Hintergrund vor 1933

Im folgenden möchte ich den Hintergrund beleuchten auf dem ein äußerst extremer Umgang mit behinderten Menschen bis hin zum Mord entstehen konnte. Entscheidend sind dabei ideologische Gedankenströmungen und der konkrete geschichtliche Hintergrund.

Auf ideologischer Seite sind zwei Strömungen und deren Zusammenspiel von größter Bedeutung. Gemeint sind hierbei die Entwicklung des Rassedenkens und das Aufkommende starke Interesse an darwinistischen Gedanken und deren Übertragung auf das menschliche Leben.

1.1 Das Rassedenken

Das Rassedenken fand insbesondere im 19. Jahrhundert großen Anklang. Als Grund dafür kann die französische Revolution angenommen werden, im Zuge derer der Adel entmachtet und seiner Privilegien beraubt wurde, so dass man versuchte mit Hilfe der Wissenschaft genetisch begründete Unterschiede zwischen den Menschen herauszustellen und ihnen dadurch einen bestimmten Wert beizumessen.

Im Zeitalter von Aufklärung und Romantik versuchte man Rassen zu beschreiben und zu unterscheiden. Dies stand im Vordergrund. Als Gründe für die Unterschiedlichkeit nahm man sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse an.

1853 bis 1855 nimmt sich Gobineau des Rassebegriffes an und erweitert diesen. Er verlässt die rein deskriptive Sichtweise und betrachtet das Problem der Rassen in der Kulturgeschichte und in der Gegenwart. Vergleichend betrachtet er dabei kulturgeschichtliche, ethnologische, religions- und sprachgeschichtliche Elemente und kommt zu der Feststellung, dass die verschiedenen Rassen von Natur aus bestimmte, unveränderbare Eigenschaften besitzen. Dies führt dazu, dass bestimmten Volksgruppen ein gewisser Wert zugesprochen bzw. abgesprochen wird. Das rassische Ideal bilden für ihn die sogenannten Arier im Gegensatz zu farbigen Menschen, die für ihn grundsätzlich eine niedrige Kategorie des Menschentyps darstellen.

Entscheidend für diese Arbeit ist jedoch Gobineaus These vom Niedergang der Völker in Form einer Entartung, welche in der Gesellschaft großes Gehör fand. Nach Gobineau gehen alle menschlichen Gesellschaften dem Untergang entgegen. Sie unterliegen einer sogenannten Degeneration. Diese wird dadurch produziert, dass sich die Gene bzw. das Blut eines Volkes durch Vermischungen immer weiter von dem ihrer Gründerväter entfernt. Diese Denkweise fand großen Anklang, so dass Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Arbeiten zu diesem Thema verfasst wurden. Schließlich gelangte man zu dem Schluss, dass der gesellschaftliche Verfall, der bis dahin durch Phänomene wie Sittenlosigkeit, Aberglaube, Luxus etc. erklärt worden war, nun mit Mitteln des Naturprozesses entgegengewirkt werden muss. Das bedeutet das dort wo der Naturprozess nicht im Normbereich funktioniert, dieser wieder hergestellt werden muss.

Hier ist also eine Rassenhygiene entstanden, die sich in den Köpfen der Menschen immer weiter ausbreitete und die man schließlich auch umzusetzen versuchte. Mittel der Wahl war dabei die Selektion. Das bedeutet, dass neben dem rassenhygienischen Denken nun darwinistische Theorien eine große Rolle spielten.

1.2 Der Darwinismus

Der englische Biologe Charles Darwin (1809-1882) stellte 1859 in seinem Werk „Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampf ums Dasein“ seine Evolutionstheorie vor. Die Entstehung der Arten erklärte er sich durch die natürliche Auslese bzw. Selektion. Das bedeutet, dass die Nachkommen, die ihrer Umwelt am besten angepasst sind, überleben und durch die

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der Umgang mit Behinderten im Nationalsozialismus
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Sondererziehung und Rehabilitation bei Behinderungen)
Veranstaltung
Über den Umgang mit behinderten Menschen in verschiedenen Epochen
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
15
Katalognummer
V25291
ISBN (eBook)
9783638279642
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit fällt sowohl unter das Fachgebiet Geschichte, als auch in den Bereich der Behinderten-, bzw. Sonderpädagogik.
Schlagworte
Umgang, Behinderten, Nationalsozialismus, Menschen, Epochen
Arbeit zitieren
Sandra Kleine (Autor), 2001, Der Umgang mit Behinderten im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25291

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