Bilderbücher. Ihre entwicklungspsychologische und pädagogische Funktion


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Bilderbucharten
1.1 Merkmale und Formen von Bilderbüchern

2. Bedeutung von Bilderbüchern aus pädagogischer Sicht
2.1 Pädagogisch-funktionale Bedeutung
2.1.1 Die Umweltzeigende und umweltklärende Funktion
2.1.2 Die Unterstützung der geistigen Entwicklung
2.1.3 Die erziehende Funktion
2.1.4 Die literaturpädagogische Funktion
2.1.5 Die Ausprägung des ästhetischen Empfindens
2.2 Entwicklungspsychologische Bedeutung
2.2.1 Die ersten Lebensjahre
2.2.2 Die Bilderfassung
2.2.3 Die Sprachentwicklung
2.2.4 Die Identitätsbildung
2.2.5 Beginn von Sachorientierung und Realismus

Schlußbemerkung

Literatur

Einleitung

In der vorliegenden Arbeit wird das Thema Bilderbücher im Hinblick auf seine pädagogische Funktion und Bedeutung umrissen.

Das Bilderbuch ist ein Gegenstand von vielen, der in der Literaturwissenschaft behandelt wird. Wenn man jedoch lediglich seine literaturpädagogische Bedeutung besonders in Bezug auf Erstleser betrachtet, wird ihm meiner Meinung nach nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Das Bilderbuch kann bereits im Kindergarten und in der Grundschule erste Weichen für späteres Leseverhalten und Lesemotivation stellen. Darüber hinaus verbirgt es auch ein nicht zu geringes Sachwissen. Es bietet Gesprächsstoff und Anlaß für Diskussionen. Gleichzeitig fördert es zahlreiche Aspekte der kindlichen Entwicklung.

Aufgrund der besonderen Bedeutung des Bilderbuchs für Kindergarten und Schule in Bezug auf seine unterschiedlichen Förderungsmöglichkeiten und seine besondere Kindgemäßheit habe ich mich dazu entschieden den Schwerpunkt der Arbeit auf die Herauskristallisierung der pädagogisch-funktionalen und der entwicklungspsychologisch relevanten Aspekte von Bilderbüchern zu legen.

Es folgt zunächst ein kurzer Abriß über Merkmale und Formen heutiger Bilderbücher. Darauf folgt der pädagogisch-funktionale Aspekt, wobei ich den Ertrag des Bilderbuchs bezogen auf die Punkte umweltzeigende und umweltklärende Funktion, Unterstützung der geistigen Entwicklung, erziehende Funktion, literaturpädagogische Funktion und schließlich Ausprägung des ästhetischen Empfindens herausarbeite. Zuletzt wird die Stellung des Bilderbuchs in der Entwicklung des Kindes beschrieben. Es soll dargestellt werden, wie Kinder in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen mit Büchern umgehen, welche Fähigkeiten sie bereits besitzen und wo spezielle Förderungsmöglichkeiten bestehen. Den Schwerpunkt in der überaus facettenreichen Entwicklung habe ich dabei auf die Kleinstkindentwicklung, auf die Bilderfassung, die Sprachentwicklung, die Identitätsbildung und die Zuwendung zum Realismus gelegt.

1. Bilderbucharten

1.1 Merkmale und Formen von Bilderbüchern

Das herausragendste Merkmal von Bilderbüchern ist, daß in der Regel das Bild und nicht das Wort dominiert. Bezogen auf diesen Aspekt können Bilderbücher grob in drei Kategorien unterteilt werden. Als erstes wäre das textfreie Bilderbuch zu nennen. Als zweites das Bilderbuch mit kleinen Textbeigaben. Und schließlich das Bilderbuch, in dem Abbildung und Text gleichbedeutend nebeneinander stehen.

Der Leserkreis besteht hauptsächlich aus Kindern im Alter von zwei bis acht Jahren. Diese sind häufig noch unsicher im Lesen oder gänzlich leseunkundig.

Um Bilderbücher typologisch zu ordnen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Unterscheidungsform wäre, die Bücher unter dem Gesichtspunkt der Form und des Themenkreises zu betrachten. Dadurch erhielte man folgende Bilderbuchtypen:

- das Elementarbilderbuch für den frühesten Bildbetrachter
- das Szenenbilderbuch als Übergang vom Elementarbilderbuch zu den Bilderbuchgeschichten
- das Märchenbilderbuch, welches sich altem Erzählgut und neuerer Stoffe und Kunstmärchen, sowie Fabeln, Legenden und Sagen bedient
- das wirklichkeitsnahe Bilderbuch, welches sich in der möglichen und sinnlich greifbaren Welt orientiert,
- das phantastische Bilderbuch
- das Sachbilderbuch zur Vermittlung von Wissen
- das Fotobilderbuch
- das Comic-Bilderbuch

Eine weitere Anordnungsmöglichkeit wäre die differentialdiagnos-

tische Methode, bei der der Aspekt Funktion besondere Beachtung erhält:

„1. optisches Training: Formen und Farben erkennen, unterscheiden; ein Sensorium für Form- und Farbqualitäten ausbilden;
2. optische Stimulierung des Betrachters und Ermutigung zur aktiven Umsetzung bzw. Selbstgestaltung;
3. Umsetzung innerer Erfahrungen und >innerer Farben<; Poetisierung der Welt;
4. Bestätigung und Erweiterung der erfahrbaren Welt in der realistischen Bilderreihe oder Biderzählung;
5. illustrierende Begleitung eines Textes;
6. (Bild-) Geschichten erzählen: a. realistische, b. phantastische;
7. Verfremdung und Karikierung der Wirklichkeit, in der Regel mit dem Ziel sie neu oder schärfer erkennen zu lassen;
8. Anregung von Denkprozessen und Erfahrungen.“

(aus: Künnemann 1984, S. 163)

Da in Bilderbüchern, wie oben bereits erwähnt, das Bild die dominierende Rolle spielt, finden sich hier auch die unterschiedlichsten Gestaltungsstile wieder. Zu nennen wäre an dieser Stelle der abstrakte Stil, der abstrahierte und stilisierte Realismus, der naive Realismus, der Neoprimitivismus, der poetische Realismus, der fotografische Realismus, der Surrealismus, der Impressionismus, der Expressionismus und die Karikatur.

Ebenso vielfältig wie die stilistischen Möglichkeiten sind die verwendeten Techniken. Zu erwähnen wäre hier das Aquarell, die Collage, die Farblithographie, das Foto, das Hologramm, der Holzschnitt, der Holzstich, die kolorierte Federzeichnung, die Kreidezeichnung, der Linolschnitt, die Radierung, die Spritztechnik und die Verwendung von Temperafarben.

Das Bilderbuch besitzt auch nicht unweigerlich die übliche Buchform, sondern erscheint heute bereits in den unterschiedlichsten äußeren Aufmachungen. Auf dem Markt sind Leporellos, Verwandlungsbilderbücher, Kulissenbilderbücher, Tastbücher, Minibilderbücher, Riesenbilderbücher, Bilderbücher als Gegenstandsform und Bildkarten zu finden (vgl. Oberhuemer, Müller, Engelbrechten 1988, S.46 ff).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Bilderbücher. Ihre entwicklungspsychologische und pädagogische Funktion
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Institut für Sprach- und Literaturwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V25305
ISBN (eBook)
9783638279758
ISBN (Buch)
9783638894333
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Funktion, Bilderbüchern
Arbeit zitieren
Sandra Kleine (Autor), 2003, Bilderbücher. Ihre entwicklungspsychologische und pädagogische Funktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25305

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