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Die Intelligente Organisation als Transformationsstrategie?

Title: Die Intelligente Organisation als Transformationsstrategie?

Seminar Paper , 2002 , 48 Pages , Grade: 1

Autor:in: Gerald Forstner (Author), Christina Buczko (Author), Markus Lurger (Author), Katrin Uhlik (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Betrachtet man den gegenwärtigen Markt der Unternehmensberatung so fällt auf, dass systemische oder systemtheoretische, zumindest jedoch ,,ganzheitliche" Ansätze den Weg in eine erfolgreiche Organisationszukunft verheißen. Zur Konjunktur des ,,Systemischen" im Allgemeinen und der Thematik des Lernens im Besonderen hat sicher das Werk ,,The fifth discipline" von Peter Senge zu Beginn der 90er Jahre einen Diskussionsimpuls im Rahmen des hier behandelten Themas geleistet. Im deutschsprachigen Raum beschäftigt sich u.a. Helmut Willke aus systemtheoretischer Perspektive mit Fragen des Wissens und des organisationalen Lernens und hebt die Bedeutung intelligenter Organisationen auf dem Weg in die Wissensgesellschaft hervor.

Die vorliegende Arbeit baut ebenfalls auf dem theoretischen Hintergrund der neueren Systemtheorie auf. In einem Praxiskontext erweist sich die Theorie autopoietischer Systeme jedoch manchmal als schweres Gepäck, was angesichts seiner weiten Verbreitung in der Beraterpraxis überraschen mag. Sehr bald stellt sich nämlich die Problematik der Steuerbarkeit oder besser Unsteuerbarkeit sozialer Systeme ein. Die Theorie ist in diesem Sinne nicht primär auf eine praktisch-empirische Anwendbarkeit hin ausgerichtet, sondern zielt auf eine umfassende Analyse sozialer Phänomene ab. Wir sind jedoch davon überzeugt, mit der komplexen Theoriearchitektur und deren Abkehr von kausal-linearen Rationalitätslogiken gegenüber einfacheren und vorderhand praktikableren Konzepten im Vorteil zu sein. Bei derartigen Ansätzen bleiben zu viele Aspekte innerhalb und außerhalb der Organisation ausgeklammert. Der Komplexität und Kompliziertheit organisationaler Problemstellungen kann u.E. nur mit einer ausreichend komplexen Theorie begegnet werden, auch wenn die Kompliziertheit derselbigen uns immer wieder herausfordert. Im Organisationsalltag ist man jedoch auf Konzepte der Steuerung und nicht auf eine ,,illusion of control" angewiesen. ,,In [der Organisationswelt, d.V.] gehen Personen davon aus, dass sie ,Menschen′ seien und wenn ich Ihnen erzähle, dass ihr psychisches System strukturelle Kopplungen mit autopoietisch operierenden sozialen Kommunikationssystemen aufweist und sich ansonsten munter die eigene Realität errechnet, schicken sie mich nach Hause."1
Romhardt zeigt hier sehr plakativ das Spannungsverhältnis auf, das zwischen einer hochabstrakten Theorie einerseits und dem praxisorientierten Anwendungsfeld systemischer Beratung andererseits vorherrscht.

Excerpt


Inhalt

1 Einleitung

2 Ein Konzept zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

3 Die Transformation der Organisation

3.1 Die Funktion von Plänen für Transformationsprozesse

3.2 Irritation als Form der Intervention

3.3 Intelligente Organisation als Transformationsstrategie?

4 Dimensionen des Wissens

4.1 Von Daten zu Wissen

4.2 Explizites und Implizites Wissen

4.3 Formen des Wissens in Organisationen

4.4 Kann Wissen gewusst werden? Probleme wissensbasierter Kommunikation

5 Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

5.1 Zuschreibungen zwischen Person und Organisation

5.2 Systemische Intelligenz als emergentes Phänomen

6 Die Intelligente Organisation im gesellschaftlichen Kontext

6.1 Wie hältst Du’s mit der Gesellschaft?

6.2 Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft

7 Wissensmanagement als Transformationsstrategie

7.1 Transformationsprozesse des Wissens

7.2 Wissensmanagement als Geschäftsprozess

8 Zusammenfassende Überlegungen zur Intelligenten Organisation

9 Vergleich der Transformationsstrategien

10 Literatur

11 Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der „Intelligenten Organisation“ kritisch aus organisationssoziologischer und systemtheoretischer Perspektive, um zu klären, ob es sich dabei um eine valide Transformationsstrategie für Unternehmen handelt oder eher um ein abstraktes Leitbild.

  • Systemtheoretische Grundlagen und Grenzen der planbaren Intervention in Organisationen.
  • Unterscheidung zwischen individuellem Wissen und organisationalem Wissensgedächtnis.
  • Die Rolle von Wissensmanagement als Geschäftsprozess und notwendige Transformationsinstrumente.
  • Der gesellschaftliche Kontext und die Transformation zur Wissensgesellschaft.
  • Vergleichende Analyse verschiedener Transformationsstrategien unter systemtheoretischen Gesichtspunkten.

Auszug aus dem Buch

3.2 Irritation als Form der Intervention

Wir haben bereits zu Beginn dieses Abschnittes die Luhmannsche Skepsis hinsichtlich der Steuerbarkeit sozialer Systeme expliziert und wollen diesen Gedanken an dieser Stelle wieder aufgreifen. Autopoietische Systeme sind operativ geschlossene und in genau diesem Sinne autonome Systeme. „Der Begriff der operativen Schließung lässt keine ‚Gradualisierung’ zu; er lässt es, anders gesagt nicht zu, dass das System auch in seiner Umwelt oder die Umwelt auch im System operiert.“ Das wohl wichtigste Grundpostulat der Systemtheorie ist die System/Umwelt-Differenzierung. Mit Luhmann können wir also davon ausgehen, dass zielgenaue Intervention im Sinne einer Steuerung des Systems gemäß den Intentionen des/der BeraterIn (bzw. der Umwelt) nicht umsetzbar und demnach auch nicht planbar ist.

Man kann nicht in soziale Systeme „hineinsteuern“ und wie Luhmann meint: „Systeme reagieren überhaupt nur auf Unterschiede, die sie selbst unterscheiden, die also nicht ‚draußen’ vorhanden sind, sondern ‚drinnen’ konstituiert werden müssen.“ Das macht die Sache für PlanerInnen, BeraterInnen und ihr Geschäft nicht einfacher. Insofern können BeraterInnen Organisationen nicht „intelligenter“ machen im Sinne der Computermetapher, indem man bei einem Rechner den Speicherchip auswechselt und dadurch die Informationsverarbeitungskapazität erhöht. Organisationen sind nicht-triviale Maschinen und wehren sich gegen Fremdeingriffe, wie Heinz von Foerster betont.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt den theoretischen Hintergrund der Systemtheorie und die Relevanz des Themas der intelligenten Organisation in einer modernen Wissensgesellschaft.

2 Ein Konzept zwischen Wissenschaft und Wirtschaft: Dieses Kapitel hinterfragt die wissenschaftliche Verortung von Beratungskonzepten und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Praxis und systemtheoretischer Analyse.

3 Die Transformation der Organisation: Hier werden theoretische Grundlagen zu Planung und Intervention erörtert, wobei die systemtheoretische Skepsis gegenüber Steuerbarkeit sozialer Systeme im Fokus steht.

4 Dimensionen des Wissens: Es erfolgt eine detaillierte Differenzierung von Daten, Informationen und Wissen sowie eine Kategorisierung verschiedener Wissensformen innerhalb von Organisationen.

5 Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer: Anhand des Vergleichs zwischen Universitäten und Parlamenten wird die organisationale Intelligenz als emergentes Phänomen erläutert, das sich von individuellen Qualifikationen abgrenzt.

6 Die Intelligente Organisation im gesellschaftlichen Kontext: Dieses Kapitel bettet Organisationen in den Kontext der Wissensgesellschaft ein und diskutiert den Strukturwandel von Arbeit und Wirtschaft.

7 Wissensmanagement als Transformationsstrategie: Hier werden konkrete Instrumente wie die „Wissensspirale“ und der „Mikroartikel“ vorgestellt, die Wissensmanagement als strategischen Geschäftsprozess operationalisieren sollen.

8 Zusammenfassende Überlegungen zur Intelligenten Organisation: Die Autoren resümieren, dass die intelligente Organisation nicht über singuläre Projekte, sondern nur durch eine geänderte Selbstbeschreibung des Systems erreicht werden kann.

9 Vergleich der Transformationsstrategien: Ein abschließender Vergleich ordnet die verschiedenen Ansätze (IO, LO, OE, etc.) anhand ihrer Steuerungsansprüche und Interventionsformen systemtheoretisch ein.

Schlüsselwörter

Intelligente Organisation, Systemtheorie, Wissensmanagement, autopoietische Systeme, Wissensgesellschaft, Transformation, Intervention, operative Schließung, organisationales Lernen, Wissensarbeit, Wissensspirale, Mikroartikel, Entscheidungsprämissen, systemische Beratung, Emergenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der „Intelligenten Organisation“ und analysiert kritisch, ob und wie diese als Transformationsstrategie für moderne Unternehmen eingesetzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Systemtheorie, dem Wissensmanagement, der Differenz zwischen organisationalem und individuellem Wissen sowie der Transformation von Organisationen in der Wissensgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aus einer systemtheoretischen Perspektive zu beurteilen, ob Organisationen überhaupt zielgerichtet transformiert werden können und welchen Status die „Intelligente Organisation“ dabei einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systemtheoretische Analyse angewandt, die sich stark auf Niklas Luhmann und Helmut Willke stützt, um Organisationen als autopoietische soziale Systeme zu begreifen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Grundlegung der Transformation, den Dimensionen des Wissens, der Rolle der Wissensgesellschaft und der Evaluierung von Wissensmanagement-Tools.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Systemtheorie, Wissensmanagement, Transformation, Wissensgesellschaft und operative Schließung.

Warum bezeichnet der Autor Universitäten als „dumme Organisationen“?

Nach Helmut Willke (auf den sich die Arbeit bezieht) mangelt es der klassischen Universität an institutionellen Regelsystemen, die aus einer Vielzahl von Einzelforschern eine kollektiv lernende Einheit machen könnten.

Was ist der „Mikroartikel“ als Instrument des Wissensmanagements?

Es ist ein maximal einseitiger Artikel, der eine spezifische Lernerfahrung oder Einsicht festhält, um implizites Wissen explizierbar und für andere Organisationsteile nutzbar zu machen.

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Details

Title
Die Intelligente Organisation als Transformationsstrategie?
College
University of Vienna  (Institut für Soziologie)
Course
Angewandte Organisationssoziologie
Grade
1
Authors
Gerald Forstner (Author), Christina Buczko (Author), Markus Lurger (Author), Katrin Uhlik (Author)
Publication Year
2002
Pages
48
Catalog Number
V2538
ISBN (eBook)
9783638115414
Language
German
Tags
Intelligente Organisation Systemtheorie Unternehmensberatung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerald Forstner (Author), Christina Buczko (Author), Markus Lurger (Author), Katrin Uhlik (Author), 2002, Die Intelligente Organisation als Transformationsstrategie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2538
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