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Guatemala - Land der verbrannten Erde. Eine Analyse der Beziehungen zwischen Guatemala und den Vereinigte Staaten am Beispiel der Intervention im Jahre 1954

Title: Guatemala - Land der verbrannten Erde. Eine Analyse der Beziehungen zwischen Guatemala und den Vereinigte Staaten am Beispiel der Intervention im Jahre 1954

Seminar Paper , 2003 , 33 Pages , Grade: 1

Autor:in: Romana Leichtfried (Author), Julia Hülshorst (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen des Seminars „USA und Lateinamerika“ galt es, sich dem Thema „Beziehungen – alte und neue Abhängigkeitsformen“ von verschiedenen Seiten her anzunähern. Durch Impulsreferate, die die Beziehungen verschiedener lateinamerikanischer Länder zu den USA zum Inhalt hatten, sollten Unterschiede und Gemeinsamkeiten bezüglich vorhandener Beziehungsmuster herausgearbeitet werden. Wir entschieden uns für Guatemala, zum einen, da eine von uns bereits über Vorwissen zum Themenbereich verfügte, zum anderen, da es konkrete Phantasien gab, dass dieses Thema besonders interessant sein könnte, vor allem im Vergleich zu den aktuellen Geschehnissen um den Irakkrieg.

Ziel unserer Arbeit war es vor allem die Beziehungen zwischen Guatemala und den USA anhand der verwendeten Literatur darzustellen.
Dabei kamen wir schon in der Diskussion im Vorfeld zu dem Schluss, dass dabei eine Darstellung des geschichtlichen Abrisses Guatemalas unumgänglich ist. Wichtig erscheint uns dabei vor allem Phasen in denen gravierende Probleme Guatemalas Grund gelegt und bis heute nicht gelöst werden konnten, anhand markanter geschichtlicher Eckdaten kurz und griffig darzustellen.
Näher eingehen werden wir vor allem auf die Dekade des „10 jährigen Frühlings“, der insgesamt als die einzige Phase konstruktiver Reformenversuche in der Geschichte Guatemalas gesehen werden kann. Diese Dekade wurde aprubt mit der Intervention um 1954 beendet. Ganz konkret möchten wir die Geschehnisse um die so genannte „indirekte Intervention“ von Seiten der USA, die die Beziehungen zwischen den beiden Ländern einschneidend prägen sollte, darstellen.
Um in weiterer Folge Auswirkungen der US-Intervention auf Guatemala ausmachen zu können, bedarf es aus unserer Sicht auch einer Analyse der Gegenwart sowie einer Analyse der Zeit nach der Intervention, die geprägt ist durch den Beginn des 35 jährigen Bürgerkrieges sowie die Entwicklung des Friedensprozesses mit seinen verschiedenen Phasen.
Abschließend werden wir versuchen Parallelen beziehungsweise Unterschiede bezüglich der Handlungsweisen von Seiten der USA zum Irakkrieg herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. ZUM THEMA

1.2. ÜBERBLICK ÜBER DIE VORLIEGENDE ARBEIT

2. ZEITLICHE EINORDNUNG UND HINTERGRUND DER „INDIREKTEN INTERVENTION“ IN GUATEMALA IM JAHRE 1954

3. WURZELN DER GEGENWÄRTIGEN GESELLSCHAFTSSTRUKTUREN – DIKTATORISCHE REGIME UND DEREN POLITISCHE MAßNAHMEN SEIT DER UNABHÄNGIGKEIT

3.1. DIE LANDREFORM

3.2. DIE LOHNARBEIT

4. DER 10JÄHRIGE FRIEDEN IN GUATEMALA

4.1. DIE REFORMPOLITIK

4.2. AUSWIRKUNGEN DER REFORMPOLITIK AUF DIE US-AMERIKANISCHEN BEZIEHUNGEN

5. DIE INTERVENTION 1954

5.1. DIE GESCHEHNISSE

6. DIE ZEIT DANACH

6.1. DIE DEMONTAGE DER REVOLUTION: ROLLE DER USA

6.2. ENTWICKLUNGEN OHNE (RE)FORM

6.3. DER PROZESS DES FRIEDENS IN GUATEMALA – EIN LANGER WEG

6.3.1. Die Guerillabewegungen

6.2.2. Phasen des Friedens

6.2.3. Die Rolle der USA im Friedensprozess

7. GRAPHISCHE DARSTELLUNG DER BEZIEHUNGEN GUATEMALAS UND USA ZUR ZEIT DES KALTEN KRIEGES

8. PARALLELEN/UNTERSCHIEDE ZUM IRAKKRIEG

9. SCHLUSSWORT

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und politischen Beziehungen zwischen Guatemala und den Vereinigten Staaten, wobei der Fokus auf der US-Intervention im Jahr 1954 liegt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie US-amerikanische Wirtschafts- und Hegemonialinteressen den politischen Kurs Guatemalas prägten, Reformversuche unterbanden und den Weg in einen langjährigen Bürgerkrieg sowie eine schwierige Friedensphase ebneten.

  • Die Auswirkungen der US-Interventionspolitik während des Kalten Krieges.
  • Die Rolle der Reformpolitik in der Dekade des „10-jährigen Frühlings“ (1944–1954).
  • Der Einfluss von Großkonzernen, insbesondere der United Fruit Company (UFC), auf die US-Außenpolitik.
  • Die strukturellen Folgen für die guatemaltekische Gesellschaft nach der Intervention.
  • Ein Vergleich zwischen den historischen Vorgehensweisen in Guatemala und dem Irakkrieg.

Auszug aus dem Buch

Die Intervention 1954

War es der UFC in den Jahren zwischen 1949/50 und 1954 zunehmend gelungen, sowohl die Medien, als auch den zentralen politischen Apparat der USA massiv zu beeinflussen und in gewissem Maße zu manipulieren, so wurde in diesem Verlauf ein Guatemala-Bild der „Aggression einer äußeren Macht“ geschaffen – nämlich im Vergleich mit dem US-Amerikanischen Traditions-Feindbild der Sowjetunion – indem die insgesamt noch relativ bescheidenden und keinesfalls über den kapitalistischen Rahmen hinausgehenden Sozialreformen Arbenz` zu einer „kommunistischen Taktik“ erklärt wurden.

US-Außenminister John F. Dulles formulierte beispielsweise 1954 dahingehend: „Der internationale Kommunismus hat seit mehreren Jahren hier und dort in Amerika nach Nistplätzen gesucht. Er hat schließlich Guatemala als einen Punkt ausgesucht, den er in eine offizielle Basis verwandeln konnte, von der aus er Subversion in die anderen amerikanischen Republiken verbreiten würde. Diese Eindringung des sowjetischen Despotismus war natürlich eine direkte Herausforderung unserer Monroe-Doktrin, des ersten und grundlegenden Grundsatzes unserer Außenpolitik.“

Dulles` Ziel war es, deutlich zu demonstrieren, dass die USA den Kommunismus „zurückrollen“ und „marxistisch-leninistische Machtergreifungen“ überall auf der Erde rückgängig machen konnten. Wurde von Seiten der US-Amerikanischen Regierung sowie von Seiten der Wirtschaft nach Gründen und Anhaltspunkten für ein direktes Eingreifen in die neue politische Wirklichkeit Guatemalas lange Zeit nur gesucht, so lieferten schließlich zwei Ereignisse den USA die erstrebten Vorwände, direkt gegen Guatemala vorzugehen: Die im Zuge der Landreform allmähliche Enteignung des UFC-Landes sowie das Widersetzen Guatemalas gegenüber des von den USA praktizierten Waffenembargos.

Kapitelzusammenfassungen

1. EINLEITUNG: Die Autoren begründen die Wahl des Themas Guatemala im Kontext der US-Beziehungen und legen die historische Analyse der "indirekten Intervention" als Kernfokus der Arbeit fest.

2. ZEITLICHE EINORDNUNG UND HINTERGRUND DER „INDIREKTEN INTERVENTION“ IN GUATEMALA IM JAHRE 1954: Dieses Kapitel verortet die Intervention innerhalb der Monroe-Doktrin und des Kalten Krieges und erläutert den Wandel von direkten zu indirekten Interventionsmethoden.

3. WURZELN DER GEGENWÄRTIGEN GESELLSCHAFTSSTRUKTUREN – DIKTATORISCHE REGIME UND DEREN POLITISCHE MAßNAHMEN SEIT DER UNABHÄNGIGKEIT: Es werden die historischen Grundlagen der sozialen Ungleichheit, insbesondere durch Landenteignungen und Zwangsarbeit, aufgezeigt.

4. DER 10JÄHRIGE FRIEDEN IN GUATEMALA: Das Kapitel behandelt die Ära der demokratischen Reformen unter Arévalo und Arbenz und die daraus resultierenden Spannungen mit den USA.

5. DIE INTERVENTION 1954: Hier wird der Prozess beschrieben, wie die USA und die United Fruit Company mittels Propaganda und geheimer Operationen den Sturz von Präsident Arbenz herbeiführten.

6. DIE ZEIT DANACH: Die Autoren analysieren die Folgen der Intervention, den Zusammenbruch des Reformkurses und den Beginn des langen Bürgerkriegs sowie den späteren Friedensprozess.

7. GRAPHISCHE DARSTELLUNG DER BEZIEHUNGEN GUATEMALAS UND USA ZUR ZEIT DES KALTEN KRIEGES: Ein theoretisches Modell von Gerhard Drekonja wird genutzt, um das Verhalten lateinamerikanischer Staaten gegenüber den USA zu typisieren.

8. PARALLELEN/UNTERSCHIEDE ZUM IRAKKRIEG: Ein vergleichender Blick auf die US-Interventionsmotive im historischen Guatemala und im Irak der Gegenwart.

9. SCHLUSSWORT: Die Autoren fassen ihre Thesen zusammen und bewerten den Friedensvertrag von 1996 kritisch vor dem Hintergrund der anhaltenden sozialen Problematik.

Schlüsselwörter

Guatemala, Vereinigte Staaten, Intervention, Kalter Krieg, United Fruit Company, Arbenz, Landreform, Antikommunismus, Außenpolitik, Bürgerkrieg, Friedensprozess, Zentralamerika, Hegemonie, Abhängigkeit, Counter Insurgency.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Guatemala und den Vereinigten Staaten, mit besonderem Augenmerk auf die US-Intervention im Jahr 1954.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die US-Außenpolitik, die Rolle von US-Konzernen wie der United Fruit Company in Lateinamerika, die Auswirkungen des Kalten Krieges und die soziale sowie politische Geschichte Guatemalas.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die US-Interventionspolitik maßgeblich in die nationale Souveränität Guatemalas eingriff, Reformbestrebungen zunichtemachte und eine langfristige Destabilisierung verursachte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die geschichtliche Abläufe durch die Anwendung politikwissenschaftlicher Konzepte, wie die Typologie von Gerhard Drekonja, historisch einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Diktaturgeschichte vor 1944, die demokratische "Dekade des Frühlings", den Sturz von Präsident Arbenz durch die CIA und die langfristigen Folgen für die guatemaltekische Gesellschaft, einschließlich des Bürgerkrieges.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören US-Intervention, Antikommunismus, United Fruit Company, Landreform, Abhängigkeit und Friedensprozess.

Welche Rolle spielte die United Fruit Company beim Sturz von Präsident Arbenz?

Die UFC fungierte als treibende Kraft, die durch gezielte Lobbyarbeit und eine großangelegte Propagandakampagne die US-Regierung davon überzeugte, dass die Landreform von Arbenz eine kommunistische Bedrohung sei, die gestoppt werden müsse.

Wie unterscheidet der Autor die Intervention in Guatemala vom Irakkrieg?

Der Autor unterscheidet zwischen den historischen Kontexten (Kalter Krieg vs. Post-11. September) und den Interventionsarten (indirekt vs. direkt), betont jedoch, dass die hegemonialen und wirtschaftlichen Interessen der USA das konstante Motiv hinter beiden Ereignissen bilden.

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Details

Title
Guatemala - Land der verbrannten Erde. Eine Analyse der Beziehungen zwischen Guatemala und den Vereinigte Staaten am Beispiel der Intervention im Jahre 1954
College
University of Vienna  (Politikwissenschaften)
Course
Lateinamerika und die Vereinigten Staaten
Grade
1
Authors
Romana Leichtfried (Author), Julia Hülshorst (Author)
Publication Year
2003
Pages
33
Catalog Number
V25410
ISBN (eBook)
9783638280426
Language
German
Tags
Guatemala Land Erde Eine Analyse Beziehungen Guatemala Vereinigte Staaten Beispiel Intervention Jahre Lateinamerika Vereinigten Staaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Romana Leichtfried (Author), Julia Hülshorst (Author), 2003, Guatemala - Land der verbrannten Erde. Eine Analyse der Beziehungen zwischen Guatemala und den Vereinigte Staaten am Beispiel der Intervention im Jahre 1954, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25410
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