Wie gehen Kinder mit dem Thema Tod um? Tabuisieren Sie es oder sind sie interessiert? Woran glauben sie. An ein "Danach"?
In einer interessanten Studie mit Grundschülern offenbarten diese ganz individuelle Vorstellungen, die zum Teil dem buddhistischen "Totenbuch der Tibeter" sehr ähneln.
Inhaltsverzeichnis
1.Der Tod als Tabuthema: Eine Institutionalisierung zugunsten des Kindes?
2. „Der Tod in unserer Gesellschaft“ – Eine Umfrage unter Menschen
2.1 Grundlegende Informationen über die Studie
2.1.1 Soziokulturelle und personale Bedingungen der Befragten
2.1.2 Spezielle Organisations- und Rahmenbedingungen der Befragung
2.2 Der Fragenkatalog
2.3 Darstellung und Interpretation der gegebenen Antworten
2.3.1 Was verbindet das Kind mit dem Tod?
2.3.2 Der Tod- ein angstauslösender Gedanke?
2.3.2.1 ‚Wenn ja, wovor fürchtest du dich genau?’
2.3.2.2 ‚ Wenn nein, warum fürchtest du dich nicht?’
2.3.3 Der Tod als Gesprächsthema- Integraler Bestandteil oder gar Mangelware unseres sozialen Gefüges?
2.3.4 Religiös oder laizistisch geprägt? Die Frage nach dem ‚Danach’?
2.4 Das Kind und der Tod – kein Antagonismus
3. Der andere Umgang mit dem Tod: ‚Das Totenbuch der Tibeter’
3.1 Der Begriff ‚Bardo’
3.2 Der Bardo des Lebens
3.3 Der Bardo des Todes
3.4 Zusammenfassung: Praktische Konsequenzen für die Alltagswelt
4. Schlussbetrachtung: Der kindliche Umgang mit dem Tod
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht den soziologischen Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft, wobei der Fokus auf der Wahrnehmung und Kommunikation von Kindern liegt. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob Kinder das Thema Tod als Tabu wahrnehmen oder offen darüber kommunizieren möchten, und inwieweit pädagogische Institutionen diesem Bedürfnis gerecht werden können.
- Analyse der kindlichen Wahrnehmung und Ängste in Bezug auf den Tod.
- Untersuchung der Rolle von Kommunikation und Dialogbereitschaft in Bildungseinrichtungen und Familie.
- Kontrastierung westlicher Tabuisierung mit buddhistischen Sterbevorstellungen.
- Erkenntnisgewinn durch eine empirische Befragung von Kindern im Alter von 6 bis 15 Jahren.
- Ableitung praktischer Konsequenzen für einen offeneren Umgang mit existentiellen Themen.
Auszug aus dem Buch
2.3.2.1 ‚Wenn ja, wovor fürchtest du dich genau?’
Alle Kinder , die die vorherige Frage bejaht hatten, wurden nun nach den konkreten Gründen für ihre Furcht gefragt. Dies hatte intensive Gefühlsreaktionen und Reflexionsprozesse zur Folge. Das gezeigte Verhalten ähnelte sich zumeist stark:
Nachdem die Kinder die Fragen gelesen hatten, wurden sie sehr still und schienen geradezu in eine eigene Welt zu tauchen. Aus darauf folgenden Gesprächen wurde deutlich, dass sie sich in diesen Augenblicken häufig Situationen des Sterbens bildlich vorgestellt hatten. Oft sprudelte es dann förmlich aus den Kindern heraus und sie sprachen frei über ihre Ängste und Vorstellungen.
Auch die formulierten Befürchtungen selbst glichen sich häufig sehr, auch wenn sie auf individuelle Weise formuliert wurden. Somit war es möglich, die Antworten bestimmten Gruppen mit übergeordneten Begriffen zuzuordnen.
Für die meisten der befragten Kinder (26%) ist die mögliche leidvolle Art und Weise, wie man sterben kann, der entscheidende Faktor, der ihnen Angst bereitet. Sie äußerten, Angst vor starken Schmerzen zu haben oder davor, gar ermordet zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Der Tod als Tabuthema: Eine Institutionalisierung zugunsten des Kindes?: Das Kapitel führt in die Problematik ein, dass der Tod in der modernen Gesellschaft funktionalistisch institutionalisiert und tabuisiert wird, wobei der Mensch den Dialog darüber häufig vermeidet.
2. „Der Tod in unserer Gesellschaft“ – Eine Umfrage unter Menschen: Hier werden die methodischen Grundlagen sowie die Ergebnisse einer empirischen Studie mit 61 Kindern dargestellt, die deren Ängste, Vorstellungen und Gesprächsbedürfnisse beleuchtet.
3. Der andere Umgang mit dem Tod: ‚Das Totenbuch der Tibeter’: Der Abschnitt kontrastiert das westliche Tabu mit der buddhistischen Sichtweise auf den Tod als natürlichen Prozess und betont die Bedeutung rationaler Auseinandersetzung mit dem Sein.
4. Schlussbetrachtung: Der kindliche Umgang mit dem Tod: Die Autorin resümiert, dass Kinder durchaus fähig zu ernsten Gesprächen sind und ein offener, objektiver Dialog essenziell ist, um innere Blockaden und Tabuisierungen zu überwinden.
Schlüsselwörter
Tod, Tabu, Kind, Sozialisation, Kommunikation, Wahrnehmung, Sterben, Buddhismus, Bardo, Angst, Erziehung, Gesellschaft, empirische Studie, Dialog, Lebensweltorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Hausarbeit thematisiert den Umgang mit dem Tod in der heutigen Gesellschaft, insbesondere aus der Perspektive von Kindern, und reflektiert gesellschaftliche Tabuisierungstendenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft soziologische Theorien zu Kommunikation und Institutionen mit den konkreten Lebenswelten von Kindern sowie einer buddhistischen Perspektive auf das Sterben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kinder das Thema Tod wahrnehmen und ob der Wunsch besteht, darüber zu kommunizieren, um den gesellschaftlichen Umgang damit zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine empirische Befragung von 61 Kindern und Jugendlichen durchgeführt, die durch Literaturanalysen zur Soziologie und zum Buddhismus ergänzt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Befragungsergebnisse, die den kindlichen Umgang mit dem Tod offenlegen, und eine vergleichende Analyse mit dem buddhistischen Konzept des Bardo.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Tabuisierung, kindliche Wahrnehmung, Kommunikation, Sozialisation und der buddhistische Begriff des Bardo.
Wie reagieren Kinder auf das Thema Tod in der Studie?
Die Studie zeigt, dass Kinder zwar Ängste und negative Gefühle mit dem Tod verbinden, jedoch ein starkes Bedürfnis nach Aufklärung und Dialog haben.
Welche Rolle spielt der Buddhismus in der Analyse?
Der Buddhismus dient als Kontrastfolie, um zu verdeutlichen, dass eine rationale und offene Auseinandersetzung mit dem Tod Ängste mindern und das eigene Leben bewusster machen kann.
- Quote paper
- Berit Schmaul (Author), 2004, Der Tod als Tabuthema: Eine Institutionalisierung zugunsten des Kindes?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25411