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Therapeutische Metaphern nach David Gordon

Title: Therapeutische Metaphern nach David Gordon

Term Paper , 2001 , 17 Pages , Grade: 1

Autor:in: Christoph Herrmann (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Das Ziel jeder therapeutischen Intervention besteht darin, die Handlungsmöglichkeiten des Klienten zu erweitern, damit er selbstständig seine Probleme lösen kann. Inwieweit dieses hohe Ziel erreicht wird hängt unmittelbar davon ab, ob der Therapeut das »Weltmodell« des Klienten, also seine Perspektive erfassen kann.

Hier ergibt sich die Schwierigkeit, dass es absolut unmöglich ist eine andere Person in ihrer Kommunikation vollständig zu verstehen, denn dazu müsste man selber die Person sein, mit der man kommuniziert. Das heißt der Therapeut und sein Klient können das gleiche Wort verwenden, ohne zu berücksichtigen, dass sie nicht dieselbe Erfahrung mit diesem Wort repräsentieren.

Um das einzigartige und einmalige Weltmodell seines Gegenübers begreifen zu können, muss der Therapeut deshalb auf die vom Klienten verwendeten Wörter achten. Denn vor allem die Art und Weise, wie Menschen Wörter zur Beschreibung ihrer Erfahrungen verwenden, gibt Aufschluss darüber, wie sie ihre phänomenale Welt repräsentieren.
David Gordon, auf dessen Beitrag ich mich in der vorliegenden Arbeit ausnahmslos beziehe, führt an dieser Stelle das Konzept der Destillation ein. Damit ist der aktive Vergleichsprozess gemeint, in dem der Therapeut sein Modell mit dem des Klienten abstimmt.

Hat der Therapeut erst einmal Zugang zu dessen Bezugssystem, kann er in »der Sprache des Klienten« sprechen, wodurch sich dieser besser verstanden fühlt. Zum anderen ist der Therapeut nun in der Lage, sich in der Auswahl des geeigneten therapeutischen Werkzeuges am individuellen Modell des Klienten zu orientieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Merkmale und Arten von Metaphern

2.1 Ableitungssuche – transderivational search

2.2 Natürliche Metaphern

2.3 Formale Metaphern

2.4 Wirksame Metaphern

3 Bildung therapeutischer Metaphern

3.1 Wohlgeformtheit

3.2 Isomorphismus

3.3 Verbindende Strategie

3.3.1 Kalibrierung

3.3.2 Rekalibrierung

3.4 Refraiming

4 Repräsentationssysteme

4.1 Menschliche Repräsentationssysteme

4.2 Einschränkungen

4.3 Primäres Repräsentationssystem

4.4 Repräsentationssysteme in der Therapie

5 Erzählen von Metaphern -»Die Syntax von Metaphern«

5.1 Anwendung der Ableitungssuche

5.2 Der fehlende Bezugsindex

5.3 Unbestimmte Verben

5.4 Nominalisierungen

5.5 Eingebettete Kommandos und Markierungen

6 Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Wirkungsweise therapeutischer Metaphern nach David Gordon zu erläutern und aufzuzeigen, wie Therapeuten diese als effektives Werkzeug einsetzen können, um Klienten bei der Problemlösung zu unterstützen.

  • Grundlagen der Ableitungssuche und der Bedeutung von Weltmodellen
  • Differenzierung zwischen verschiedenen Arten therapeutischer Metaphern
  • Methodik zur strukturierten Bildung isomorpher Metaphern
  • Bedeutung der Repräsentationssysteme für die Kommunikation in der Therapie
  • Syntax der Metaphern: Techniken zur sprachlichen Gestaltung und Präsentation

Auszug aus dem Buch

2.1 Ableitungssuche – transderivational search

Zentrales Thema therapeutischer Metaphern ist die Frage, wie der Klient seinen individuellen Erfahrungen Sinn verleiht.

Alle neuen Informationen werden vom Menschen am jeweiligen Modell abgeglichen. Jene, die zum Modell passen sind sinn-voll. Völlig neue oder widersprüchliche Informationen ergeben keinen Sinn. Die Ableitungssuche bezeichnet den Prozess, bei dem die neue Information mit dem individuellen Erfahrungsschatz (dem Modell) korreliert wird. Sofern die Information in das vorhandene Modell passt, kann sie als sinn-volles Element integriert werden. Zur Veranschaulichung ein Beispiel:

Satz 1: „Die Ampel da vorne ist rot!“

Satz 2: „Die Ampel da vorne ist grau!“

Während der erste Satz spontan als sinnvolle Aussage interpretiert wird, leitet der zweite beim Leser eine Ableitungssuche ein. Die »unpassende« Information erhält erst dann Sinn, wenn »Ampel« und »grau« dem bestehenden Erfahrungsschatz gegenübergestellt werden und infolgedessen das »grau« beispielsweise als Eigenschaft des Ampelmastes interpretiert wird. Dieser Prozess, der bewusst oder unbewusst abläuft ist Grundlage für die Wirksamkeit der therapeutischen Metapher. So lässt sich in der Therapeut-Klient-Beziehung planvoll eine Ableitungssuche durch Metaphern initiieren, da der Klient in der erzählten Geschichte nach Sinn suchen wird. Unter bestimmten Voraussetzungen wird er sich mit dem Protagonisten der Metapher identifizieren und die Geschichte auf seine Problemsituation übertragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt die Schwierigkeit der therapeutischen Arbeit, das Weltmodell des Klienten zu erfassen, und führt Metaphern als Brücke zwischen verschiedenen Bedeutungswelten ein.

2 Merkmale und Arten von Metaphern: Erläutert die Ableitungssuche als kognitiven Prozess und differenziert zwischen natürlichen, formalen und wirksamen Metaphern.

3 Bildung therapeutischer Metaphern: Behandelt die Kriterien Wohlgeformtheit, Isomorphismus, verbindende Strategien sowie Refraiming zur Konstruktion wirksamer Metaphern.

4 Repräsentationssysteme: Analysiert, wie Menschen Informationen über visuelle, auditive und kinästhetische Kanäle verarbeiten und wie Therapeuten dies nutzen können.

5 Erzählen von Metaphern -»Die Syntax von Metaphern«: Stellt sprachliche Techniken wie den Verzicht auf spezifische Bezugsindizes oder den Einsatz unbestimmter Verben vor, um die Wirkung beim Klienten zu optimieren.

6 Schlussbetrachtungen: Fasst zusammen, dass jede verbale Kommunikation eine unvollständige Repräsentation darstellt und betont den Nutzen von Metaphern für die psychologische Praxis.

Schlüsselwörter

Therapeutische Metaphern, David Gordon, Ableitungssuche, transderivational search, Weltmodell, Isomorphismus, Repräsentationssysteme, Refraiming, Kalibrierung, Kommunikation, Psychologie, Syntax von Metaphern, therapeutische Intervention, Sinnstiftung, Bewältigungsstrategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Theorie und Praxis therapeutischer Metaphern nach David Gordon als Mittel, um Klienten bei der Erweiterung ihrer Handlungsmöglichkeiten zu unterstützen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Art und Weise, wie Menschen Sinn in ihre Erfahrungen integrieren, sowie die methodische Konstruktion und sprachliche Vermittlung therapeutischer Geschichten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Nutzen von Metaphern als Brücke zwischen den Weltmodellen von Therapeut und Klient aufzuzeigen und die syntaktischen Regeln für ihre therapeutische Anwendung darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und theoretischen Aufbereitung der Konzepte von David Gordon im Kontext der Kommunikationspsychologie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Merkmale von Metaphern, deren formale Bildungsprozesse (wie Isomorphie und Refraiming), die Bedeutung der Repräsentationssysteme sowie spezifische sprachliche Techniken für das Erzählen solcher Geschichten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Therapeutische Metaphern, Ableitungssuche, Isomorphismus, Weltmodell, Refraiming und Repräsentationssysteme.

Wie unterscheidet Gordon zwischen einem "fehlgeformten" und einem "wohlgeformten" Ziel?

Ein wohlgeformtes Ziel liegt innerhalb des direkten Kontrollbereichs des Klienten, während ein fehlgeformtes Ziel von externen Faktoren (wie dem Verhalten anderer Personen) abhängig ist, auf die der Klient keinen Einfluss hat.

Warum sollte ein Therapeut beim Erzählen einer Metapher möglichst "undeutlich" bleiben?

Durch bewusst vage Formulierungen wird die Phantasie des Klienten angeregt, die Lücken mit eigenen Inhalten zu füllen, wodurch die Geschichte persönlicher und anschlussfähiger für den eigenen Problemlösungsprozess wird.

Was bedeutet der Begriff "Isomorphismus" in diesem Kontext?

Isomorphismus bezeichnet die strukturelle Übereinstimmung zwischen der Problemlage des Klienten und der erzählten Metapher, sodass der Klient die Lösungsstrategien aus der Geschichte auf seine Situation übertragen kann.

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Details

Title
Therapeutische Metaphern nach David Gordon
College
Neisse University Görlitz  (Kommunikationspsychologie)
Course
Grundlagen der Sprach- und Denkpsychologie
Grade
1
Author
Christoph Herrmann (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V25431
ISBN (eBook)
9783638280624
ISBN (Book)
9783656535058
Language
German
Tags
Therapeutische Metaphern David Gordon Grundlagen Sprach- Denkpsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Herrmann (Author), 2001, Therapeutische Metaphern nach David Gordon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25431
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