„Er ist ein Meister, er bleibt.”
(Thomas Mann)
Theodor Storm - ein berühmter deutscher Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, dessen Arbeiten heute noch aktuell sind.
Seine Werke sind nicht nur in Deutschland bekannt, die sind auch in viele Sprachen übersetzt. Er schrieb nicht nur Gedichte, sondern auch Novellen. Seine letzte Novelle ist „Der Schimmelreiter” ( 1888 ), die zu seinen besten Novellen gehört und auch als Meisternovelle genannt wird.
In der Novelle ist die Rede von Hauke, dem Sohn eines armen Marschbauern. Von früh an interessiert er sich für Literatur, Mathematik und den Deichbau.
Später verliebt sich Hauke in Elke, die Tochter des Deichgrafen. Als der Deichgraf stirbt, heiraten sich Elke und Hauke. Als er seinen Traum fast verwirklicht hatte, kam ein Unglück. Es kam zur Katastrophe, die Haukes Schicksal als eines Schimmelreiters für immer besiegelte.
Als Storm diese Novelle zu schreiben anfing, war er im hohen Alter und von tödlicher Krankheit betroffen. Er las viele historische Texte, besuchte Deiche. Schon in der Kindheit hat er die Sage vom Schimmelreiter kennengelernt und um sich rumgetragen, bis er den passenden Moment gefunden hat, um diesen Stoff aufs Papier zu bringen.
Das Ziel dieser Arbeit ist, die Entstehungsgeschichte der Novelle „Der Schimmelreiter” von Theodor Storm zu verfolgen. Die Literaturforscher sind nicht einer Meinung, wie eigentlich die Novelle entstanden ist. Immer wieder tauchen neue Dokumente auf, die Theorien der Wissenschaftler bestreiten.
Um das Ziel zu erreichen, werden in der Arbeit konkrete Aufgaben gestellt. Die wichtigste Aufgabe von allen war die wichtigen Stoffquellen, die Storm für sein Werk selbst benutzt hat, zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Novellenbegriff Storms
2. Storms Einstellung zum Christentum und zu der Kirche im Kontext der Novelle „Der Schimmelreiter”
3. Biographischer Hintergrund zum Schreiben der Novelle „Der Schimmelreiter”
4. Der Arbeitsprozess an der Novelle
4.1 Theodors Storms Briefwechsel
4.2 Quellen zum Stoff der Novelle „Der Schimmelreiter”
4.3 Sagen aus Schleswig-Holstein
4.4 Die Deichsage
4.5 Die historischen Persönlichkeiten in der Novelle
4.6 Historische Ereignisse
4.7 Historische Orte
5. Die Arbeit am Novellenschluss
5.1 Der ursprüngliche Schluss
5.2 Der heutige Novellenschluss
6. Die Rezeption der Novelle
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bakkalaureusarbeit verfolgt das primäre Ziel, die komplexe Entstehungsgeschichte von Theodor Storms letzter Novelle „Der Schimmelreiter” zu analysieren, wobei insbesondere die verschiedenen Stoffquellen und der biografische Kontext während der letzten Lebensjahre des Autors im Vordergrund stehen.
- Analyse des Novellenbegriffs von Theodor Storm.
- Untersuchung des biographischen und gesundheitlichen Kontextes während des Schreibprozesses.
- Kritische Auswertung historischer Quellen, Sagen und Korrespondenzen.
- Vergleichende Untersuchung der unterschiedlichen Schlussvarianten der Novelle.
- Diskussion der wissenschaftlichen Rezeption und der Bedeutung der Hauptfigur Hauke Haien.
Auszug aus dem Buch
4.1 Theodors Storms Briefwechsel
Im diesen Kapitel werde ich die Gedanken des Dichters und Vorarbeiten zur Novelle „Der Schimmelreiter”, die ein halbes Jahr dauerten, mit Hilfe des Briefwechsels von Theodor Storm und seiner Freunde wiedergeben.
Eine große Bedeutung spielte im Leben von Storm die umfangreiche Korrespondenz, die Storm geführt hat. Sie diente, wie Laage in seinem Buch schreibt, als „die Horizonterweiterung, die Verbindung mit der literarischen Welt im übrigen Deutschland.” (Laage 1999, 79)
Am umfangreichsten ist der Briefwechsel mit Paul Heyse. Er war einer von den besten Freunden und Storm hat mit ihm am ausführlichsten und rückhaltlosesten ausgesprochen, er hat auch über persönliche Probleme und Sorgen, sowie über fremde Dichtung gesprochen.
Ein weiterer Briefwechsel hat Storm mit Gottfried Keller geführt. Dieser Briefwechsel wird auch als Dichter – Briefwechsel genannt; Storm hat auch seinem Freund Wilhelm Petersen den Anstoß gegeben, Briefe zu schreiben. Viele Literaturforscher zählen diesen Briefwechsel zu den schönsten und aufschlusreichsten Dichterkorespondenzen des 19. Jahrhunderts. Zu einem besonders intensiven Gedankenaustausch entwickelte sich der Briefwechsel mit Erich Schmidt, der in dieser Zeit Dozent für deutsche Sprache und Literatur an der Wiener Universität geworden war.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Einführung in die Person Theodor Storms sowie Definition der Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Entstehungsgeschichte seiner letzten Novelle.
1. Novellenbegriff Storms: Erörterung von Storms künstlerischem Selbstverständnis und seiner spezifischen Auffassung der Gattung Novelle.
2. Storms Einstellung zum Christentum und zu der Kirche im Kontext der Novelle „Der Schimmelreiter”: Analyse religiöser Motive und des Verhältnisses von Rationalität und Aberglaube im Werk.
3. Biographischer Hintergrund zum Schreiben der Novelle „Der Schimmelreiter”: Darstellung der privaten Lebensumstände Storms, insbesondere seiner Krankheit während der Entstehung des Werkes.
4. Der Arbeitsprozess an der Novelle: Detaillierte Untersuchung der Briefe, Quellen und historischen Hintergründe, die zur Konzeption des Textes beitrugen.
5. Die Arbeit am Novellenschluss: Analyse der zwei existierenden Varianten des Novellenendes und der Beweggründe für deren Überarbeitung.
6. Die Rezeption der Novelle: Zusammenfassung der literaturwissenschaftlichen Diskussion über die Ursachen des Scheiterns der Hauptfigur Hauke Haien.
7. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der gewonnenen Erkenntnisse über die Entstehung und den inhaltlichen Kern der Novelle.
Schlüsselwörter
Theodor Storm, Der Schimmelreiter, Novelle, Entstehungsgeschichte, Hauke Haien, Deichbau, Literaturgeschichte, Quellenforschung, Briefwechsel, Aberglaube, Realismus, Nordfriesland, Sturmflut, Biografik, Rezeption.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte von Theodor Storms letzter Novelle „Der Schimmelreiter” unter besonderer Berücksichtigung der biographischen und historischen Hintergründe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören der Novellenbegriff Storms, der Einfluss seiner persönlichen Lebenssituation auf das Schreiben, die Nutzung historischer Quellen und Sagen sowie die Rezeption der Novelle durch die Wissenschaft.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, die Entstehungsgeschichte der Novelle nachzuverfolgen und die kontroversen Ansichten der Literaturforscher zur Entstehung des Werkes anhand konkreter Quellen zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin stützt sich primär auf eine textanalytische Untersuchung von Briefwechseln, historischen Chroniken, zeitgenössischen Sagen und wissenschaftlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Storms Korrespondenz, die Untersuchung der Stoffquellen (wie die Deichsage), die Betrachtung historischer Vorbilder für die Charaktere und die Orte sowie einen Vergleich der unterschiedlichen Schlussfassungen der Novelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Storm, Schimmelreiter, Novelle, Entstehungsgeschichte, Deichbau, Quellenforschung und Biografik charakterisiert.
Warum änderte Storm den Schluss seiner Novelle?
Die Arbeit legt nahe, dass gesundheitliche Probleme, persönliche Schicksalsschläge und eine künstlerische Unzufriedenheit des Autors mit der ursprünglichen Fassung dazu führten, dass er den Schluss maßgeblich umschrieb.
Inwiefern beeinflusste die Krankheit des Autors das Werk?
Die fortgeschrittene Krebserkrankung Storms während der Arbeit an der Novelle erhöhte den Zeitdruck und beeinflusste seine psychische Verfassung sowie die thematische Auseinandersetzung mit Leben, Tod und Vergänglichkeit in der Novelle.
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- Evita Diedrika (Author), 2004, Person und Werk: zu entstehungsgeschichtlichen Tatsachen der Novelle von Theodor Storm 'Der Schimmelreiter', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25432