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Folgen und Effektivität des Strafvollzugs - Maßnahmen der Diversion, Bewährungshilfe

Title: Folgen und Effektivität des Strafvollzugs - Maßnahmen der Diversion, Bewährungshilfe

Diploma Thesis , 2004 , 109 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl. Soz. Päd. (FH) Stefan Senkel (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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1.0 Einleitung

Kriminalität und die Folgen von Kriminalität stellen in Deutschland eine wachsende Problematik dar, mit der sich nicht nur die Justiz, sondern auch die Politik und die Gesellschaft auseinander zu setzen hat. Die Zahlen einiger Delikte, hier im Besonderen die Eigentums-, Vermögens- und Gewaltdelikte, sowie die Häufigkeit von beschaffungs-kriminellem Verhalten bei Suchtmittelabhängigen wachsen stetig an. (vgl. Periodischer Sicherheitsbericht PSB 2001, S. 2) Die überfüllten Justizvollzugsanstalten sowie die große Zahl der rückfällig werdenden Haftentlassenen von 87,6 % (s. Maelicke, B., 1988) lassen an der Effektivität des Strafvollzugs, wie er derzeit durchgeführt wird, zweifeln.
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die gängige Praxis des Strafvollzugs in Deutschland bezüglich seiner Eignung zur Resozialisierung von Straftätern darzustellen. Unter Berücksichtigung verschiedener Theorien über die Entstehung von Kriminalität und unter Zuhilfenahme statistischer Daten sollen zudem Rückschlüsse auf Veränderungsnotwendigkeiten in Bereichen der Strafvollzugspraxis und Prävention von Kriminalität beleuchtet werden. Hierbei wird der Delikt Diebstahl beispielhaft herausgegriffen und bearbeitet, da bei Berücksichtigung aller Deliktarten der Rahmen dieser Diplomarbeit nicht ausreicht, um der Bedeutung und dem Umfang aller Aspekte gerecht zu werden. Die Darstellung und der Vergleich von alternativen und möglicherweise effektiveren Möglichkeiten zum Strafvollzug, den Diversions-maßnahmen und der Bewährungshilfe, bildet den Schlusspunkt dieser Diplomarbeit, der die Praxis dieser Maßnahmen, deren Möglichkeiten sowie Effektivität aufzeigen soll. Die nachstehende Grafik 1.0 a stellt eine Übersicht des Inhalts dar:
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Kriminalität

2.1 Statistische Daten

2.1.1 Möglichkeiten und Grenzen

2.1.2 Kriminalstatistik

2.2 Entstehung von Kriminalität

2.2.1 Am Beispiel: Diebstahl

2.2.1.1 Statistische Ergänzungen

2.2.1.2 Kriminalitätstheorien

2.2.1.2.1 Anomie Theorie

2.2.1.2.2 Theorie der differen- tiellen Assoziation

2.2.1.2.3 Diebstahl durch Beschaffungskriminalität

2.2.1.2.4 Bandendelinquenz

2.3 Konsequenzen:

2.3.1 für den Umgang mit Kriminalität

2.3.2 für Prävention und Intervention

2.4 Zusammenfassung Kriminalität

3.0 Strafvollzug in Deutschland

3.1 Intention des Strafvollzugs

3.1.1 Staatliche Intention

3.1.2 Erzieherische Intention

3.2 Praxis des Strafvollzugs

3.3 Population

3.3.1 Geschlecht, Altersstruktur, Herkunft

3.3.2 Deliktart

3.3.3 Integration dieser Aspekte im Vollzug

3.4 Folgen des Strafvollzugs

3.5 Effektivität des Strafvollzugs

3.6 Reformstau und Reformbedarf

3.7 Zusammenfassung Strafvollzug

4.0 Diversionsmaßnahmen

4.1 Betreuungsweisungen

4.1.1 Zuweisungskriterien d. Betreuungsweis.

4.1.2 Rechtliche Grundlage

4.1.3 Ziel und Inhalt

4.1.4 Ablauf einer Betreuungsweisung

4.2 Täter-Opfer Ausgleich (TOA)

4.2.1 Zuweisungskriterien

4.2.2 Rahmenbedingungen

4.2.3 Rechtliche Grundlage

4.2.4 Verfahrensablauf des TOA

4.2.5 Stadien des TOA

4.2.6 Erfolgskriterien

4.2.7 Effektivität des TOA

4.2.8 TOA aus Sicht der Täter und Opfer

4.3 Soziale Trainingskurse (STK)

4.3.1 Zuweisungskriterien

4.3.2 Rechtliche Grundlage

4.3.3 Ziel und Inhalt von STK

4.3.4 Rahmenbedingungen

4.3.5 Ablauf eines STK

4.4 Zusammenfassung Diversionsmaßnahmen

5.0 Bewährungshilfe (BewH)

5.1 Rechtliche Grundlage

5.2 Intention und Auftrag der Bewährungshilfe

5.2.1 Hilfe zur Lebensbewältigung

5.2.2 Kontrolle

5.2.3 Widerspruch des Doppelmandats Hilfe und Kontrolle

5.3 Bewährungshilfe in Zahlen

5.4 Soziodemografische Zusammensetzung der Probanden

5.5 Effektivität der Bewährungshilfe

5.6 Zusammenfassung Bewährungshilfe

6.0 Resümee

7.0 Literaturliste

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Effektivität des aktuellen Strafvollzugs in Deutschland im Hinblick auf die Resozialisierung von Straftätern. Unter Heranziehung kriminologischer Theorien und statistischer Daten wird die gängige Praxis kritisch hinterfragt und mit alternativen, ambulanten Ansätzen verglichen, um den Bedarf an strukturellen Reformen aufzuzeigen.

  • Analyse der Entstehung von Kriminalität am Beispiel des Delikts Diebstahl
  • Kritische Beleuchtung der Praxis und Effektivität des deutschen Strafvollzugs
  • Darstellung und Bewertung von Diversionsmaßnahmen zur Vermeidung von Stigmatisierung
  • Untersuchung der Bewährungshilfe als ambulante Alternative zur Freiheitsstrafe
  • Vergleich der sozialen und ökonomischen Auswirkungen verschiedener Sanktionsformen

Auszug aus dem Buch

2.2.1.2.1 Anomie-Theorie von Merton (1938/68)

Merton hat in seiner Theorie untersucht, in welcher Weise die soziale und kulturelle Struktur auf Personen in unterschiedlichen Situationen innerhalb dieser Struktur einen Druck ausübt, sich sozialabweichend/kriminell zu verhalten (vgl. Merton 1968, S. 284 in Kerscher, I., 1981, S. 38).

Merton unterscheidet zwischen „kultureller“ und „gesellschaftlicher“ Struktur. Unter der kulturellen Struktur werden die kulturell definierten Ziele, Absichten und Motivationen (z.B. Familie, Bildung, Besitz, Statussymbole, Karriere, Geld, Arbeit usw.) und die zur Erreichung dieser Ziele notwendigen Mittel (z.B. Ausbildungsmöglichkeiten, Geld, Sozialsystem, Produkte usw.) verstanden. Mit dem Begriff der gesellschaftlichen Struktur ist die reale Chancenstruktur zur Erreichung dieser Ziele gemeint, z.B. die schichtbedingte beschränkte Verwirklichungschance (s. Kerscher, I., 1981, S. 38).

Solange die Gesellschaft in der Lage ist, jeder Person die adäquaten Mittel zur Verfügung zu stellen, die zur Verwirklichung der angestrebten Ziele notwendig sind, gibt es laut Merton keine Probleme oder Anlass zu kriminellem Verhalten. Dies ist allerdings in kaum einer Gesellschaft der Fall, die Mittel sind mitunter ungerecht verteilt, so dass viele Menschen nicht in der Lage sind, ihre Ziele zu erreichen. Man spricht dann von einer Ziel-Mittel-Divergenz. Die Wahrscheinlichkeit, in solch einer Situation kriminelles Verhalten zu zeigen, steigt. Der Betroffene entwickelt aufgrund der fehlenden, von der Gesellschaft anerkannten Mittel eigene Wege um seine Ziele zu erreichen. Deshalb bezeichnet Merton Kriminalität erstmals als Innovation, als eine Art Anpassungsform.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die wachsende Problematik der Kriminalität in Deutschland und hinterfragt die Effektivität des aktuellen Strafvollzugs hinsichtlich der Resozialisierung.

2.0 Kriminalität: Dieses Kapitel definiert Kriminalität und analysiert Ursachen sowie statistische Daten, wobei der Diebstahl als beispielhaftes Delikt für verschiedene Kriminalitätstheorien dient.

3.0 Strafvollzug in Deutschland: Es wird die Intention des Vollzugs, die aktuelle Praxis sowie die negativen Folgen und die Problematik von Reformstau innerhalb der JVA analysiert.

4.0 Diversionsmaßnahmen: Dieser Abschnitt erläutert alternative, ambulante Maßnahmen wie Betreuungsweisungen, Täter-Opfer-Ausgleich und soziale Trainingskurse zur Vermeidung von Stigmatisierung.

5.0 Bewährungshilfe (BewH): Die Bewährungshilfe wird als ambulante Hilfe zur Lebensbewältigung vorgestellt, deren Effektivität und Arbeitsweise in den Fokus rücken.

6.0 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, dass ambulante Ansätze bei der Resozialisierung effizienter sein können als der klassische Freiheitsentzug.

Schlüsselwörter

Strafvollzug, Resozialisierung, Kriminalität, Diebstahl, Diversionsmaßnahmen, Bewährungshilfe, Anomie-Theorie, Täter-Opfer-Ausgleich, Soziale Trainingskurse, Kriminalitätsprävention, Stigmatisierung, Strafrecht, Rückfallprävention, Soziale Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Eignung der aktuellen deutschen Strafvollzugspraxis zur Resozialisierung von Straftätern und vergleicht diese mit alternativen, ambulanten Interventionsmöglichkeiten.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen Kriminalitätstheorien, die Praxis des Strafvollzugs in Justizvollzugsanstalten, diverse Diversionsmaßnahmen sowie die Rolle der Bewährungshilfe.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kriminelles Verhalten entsteht und inwiefern der aktuelle Strafvollzug oder alternative Maßnahmen effektiver zur Resozialisierung und Prävention beitragen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse der Kriminalitätsentstehung, statistische Datenanalysen aus Sicherheitsberichten sowie die Auswertung von Praxisbeispielen aus dem Haftalltag.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kriminalitätsursachen, eine kritische Betrachtung des Strafvollzugs, die Vorstellung von Diversionsprogrammen und eine detaillierte Prüfung der Bewährungshilfe.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Strafvollzug, Resozialisierung, Diversion, Bewährungshilfe und Kriminologie definieren.

Warum wird ausgerechnet der Diebstahl als Beispiel herangezogen?

Da der Diebstahl mit fast 50 % das in Deutschland am häufigsten vorkommende Delikt ist, dient er als repräsentatives Fallbeispiel für eine fundierte kriminologische Analyse.

Welche Rolle spielt die "totale Institution" in der Argumentation des Autors?

Der Begriff dient dazu, die künstliche Isolierung und die negativen sozialen Folgen des Gefängnisalltags zu verdeutlichen, die eine erfolgreiche Wiedereingliederung oft behindern.

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Details

Title
Folgen und Effektivität des Strafvollzugs - Maßnahmen der Diversion, Bewährungshilfe
College
University of Applied Sciences Regensburg
Grade
1,0
Author
Dipl. Soz. Päd. (FH) Stefan Senkel (Author)
Publication Year
2004
Pages
109
Catalog Number
V25435
ISBN (eBook)
9783638280662
ISBN (Book)
9783640862146
Language
German
Tags
Folgen Effektivität Strafvollzugs Maßnahmen Diversion Bewährungshilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Soz. Päd. (FH) Stefan Senkel (Author), 2004, Folgen und Effektivität des Strafvollzugs - Maßnahmen der Diversion, Bewährungshilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25435
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