Konzeption und prototypische Realisierung eines Webportals über Internetauftritte renommierter zeitgenössischer Künstler


Diplomarbeit, 2001
122 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

2 WEBPORTALE UND VERZEICHNISSE - GRUNDLAGEN
2.1 DEFINITION UND ENTWICKLUNGSGESCHICHTE
2.2 KLASSIFIZIERUNGEN

3 ZUM STAND DEUTSCHER KÜNSTLERVERZEICHNISSE UND PORTALE - DIE KONKURRENZANALYSE
3.1 KONZEPTION UND ERSTELLUNG
3.2 AUSWERTUNG
3.3 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT

4 ERSTELLUNG DES KÜNSTLERPORTALS - INHALTLICHER TEIL
4.1 PLANUNGSSCHRITTE UND ZEITPLAN
4.2 KONZEPTION
4.2.1 Grundfunktionalitäten des Künstlerportals
4.2.2 Methoden für die Künstlerbewertung - der Kriterienkatalog
4.2.3 Strukturierte Auswahlmöglichkeiten
4.3 RECHERCHE
4.3.1 Recherche der Künstler
4.3.2 Recherche der Webseiten

5 ERSTELLUNG DES KÜNSTLERPORTALS - TECHNISCHER TEIL
5.1 DATENBANK DES KÜNSTLERPORTALS
5.1.1 Konzeption der Datenbank
5.1.2 Erstellung der Datenbank für die Datenerfassung
5.1.3 Import in die Datenbank MySQL
5.2 PROGRAMMIERUNG DES KÜNSTLERPORTALS
5.2.1 Webseiten-Konzeption und Erstellung des statischen HTML-Codes
5.2.2 Datenbankanbindung
5.3 INTEGRATION IN DAS PORTAL VON T-ONLINE
5.3.1 Das T-Online Portal
5.3.2 Interface Design des Künstlerportals

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

7 ANHANG
I. QUELLENVERZEICHNIS
II. ABBILDUNGSVERZEICHNIS
III. TABELLENVERZEICHNIS
IV. KONKURRENZANALYSE: DEUTSCHE WEBPORTALE IM BEREICH KUNST/KÜNSTLER
V. QUELLCODE
VI. INTERNETADRESSE DES KÜNSTLERPORTALS
VII. KÜNSTLERLISTE

1 Einführung

Das Internet findet eine immer größere Verbreitung in unserer Gesellschaft. Einer aktuellen Online-Studie zufolge nutzen inzwischen fast 25 Millionen Deutsche das Internet. Dies sind fast 40 Prozent im Alter ab 14 Jahren - im Vergleich zum Vorjahr ein beachtlicher Zuwachs von 36 Prozent.1

Es ist anzunehmen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen, die das Internet nutzen, sich auch für Kultur und Kunst interessieren. Selbst bei vorsichtigen Schätzungen stellt dies ein gewaltiges Potenzial dar.

Mit der wachsenden Zahl an Webseiten2 ist davon auszugehen, dass auch immer mehr Kunstschaffende eine eigene Präsenz im Internet besitzen. Schließlich sind Künstler3 auf die Präsentation ihrer Werke angewiesen, was vermuten lässt, dass Vertreter dieser Berufsgruppe bestrebt sind, einen Webauftritt zu besitzen. Die Einsatzmöglichkeiten im Internet bieten im Vergleich zu einer ortsabhängigen Ausstellungsmöglichkeit folgende Vorteile:

ƒ- Der Künstler kann sich selbst und seine Werke potentiellen Kunden weltweit vorstellen (virtueller Katalog).
ƒ- Laufende reale Ausstellungen können einem größeren Publikum präsentiert werden (virtuelle Galerie).
ƒ- Die Funktionen des Internet ermöglichen eine zusätzliche internationale Verkaufsplattform.

Geht man davon aus, dass bereits zahlreiche Kunstschaffende diese Vorteile für sich nutzen, stellt sich die Frage, wie der kunstinteressierte Nutzer diese Künstler-Seiten im Internet findet: Muss er für jede einzelne mühsam im „Informations-Heuhaufen“ Internet „herumstochern“? Oder gibt es Webseiten, welche die Suche erleichtern oder gar einen Zugang zu Künstlerseiten bieten - so genannte Portalseiten für den Bereich Kunst und Künstler? Wenn ja, welche Funktionalitäten und Inhalte bieten diese Seiten? Besitzen sie aktuelle Informationen und vor allem - gibt es Möglichkeiten gezielt nach bestimmten Kriterien zu suchen? Welche und wie viele Künstler werden vorgestellt?

Da mich der Themenkomplex Kunst im Internet schon seit langem interessiert, wurde ich hellhörig, als sich mehrere kunstinteressierte Bekannte unabhängig voneinander beklagten, dass es noch keine zufriedenstellenden Webseiten im Internet gäbe, um Künstlerseiten aus dem Bereich der bildenden Künste zu finden4.

Und tatsächlich: Eine eigene Stichproben gab ihnen Recht. Die Suchmaschinen lieferten alle recht dürftige und oft ungenügende Ergebnisse zu dieser Thematik. Zusätzlich stellte ich fest, dass es noch schwieriger ist, Internetseiten zu finden, die Informationen zu den bekannten „Kunstgrößen“ Deutschlands liefern, wie beispielsweise Gerhard Richter oder Joseph Beuys.

Sollte es möglich sein, dass die seit einigen Jahren stark expandierende InternetWirtschaft, die thematisch bereits nahezu alle Bereiche des Lebens im Web abdeckt, dieses Themengebiet übersehen hat? Wäre es dann nicht angebracht ein eigenes Webprodukt zu konzipieren und umzusetzen, um die Bedürfnisse des kunstinteressierten Nutzers zu befriedigen? Ein Portal für Künstlerseiten im Web, das sich zur Aufgabe macht, alle Internetseiten der bekannteren zeitgenössischen Künstler Deutschlands zu erfassen und sie strukturiert anzubieten.

Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit dieser Problematik und hat die Entwicklung eines solchen Portals zum Thema. Sie wurde bei der T-Online International AG in Darmstadt verfasst. Das entwickelte Webportal über Internetauftritte zeitgenössischer Künstler (nachfolgend „Künstlerportal“ genannt) soll in das Kulturportal von T-Online integriert werden.

Struktur der Arbeit

Da es dem Begriff des Internetportals noch immer an einer eindeutigen Definition mangelt, werden im folgenden Kapitel zunächst die unterschiedlichen Portalarten differenziert und deren geschichtliche Entwicklung aufgezeigt.

Um festzustellen, ob es bereits vergleichbare Produkte im Internet gibt, wurden anschließend alle vorhandenen Portale zum Thema Kunst im Rahmen einer umfangreichen Analyse erfasst, kategorisiert und evaluiert (Kapitel 3). Diese Untersuchung zeigte auf, welche Funktionalitäten bei den vorhandenen Produkten fehlen und welche - auf Grund dieser Ergebnisse - noch in das eigene Webprodukt integriert werden sollen.

Die eigentliche Erstellung des Künstlerportals wird in Kapitel 4 und 5 beschrieben. In Kapitel 4.1 und 4.2 werden zunächst die einzelnen Planungsschritte vorgestellt und ein Konzept für Inhalt und Funktionalität der geplanten Webseite erarbeitet. In Kapitel 4.3 wird näher auf die Recherchephase eingegangen. Nach Abschluss der konzeptionellen und inhaltlichen Arbeit wird in Kapitel 5 die technische Umsetzung des Künstlerportals erläutert. Es wird die Programmierung des Portals, der Aufbau der Datenbank für die Erfassung der Künstlerinformationen sowie deren Anbindung an das Künstlerportal beschrieben.

Abschließend wird in Kapitel 5.3 die Integration des Künstlerportals in die Website von T-Online vorgestellt. Im Rahmen dieser Einbindung wird auf die Seiten- navigation, die Benutzerführung sowie die grafische Gestaltung des Künstlerportals eingegangen.

2 Webportale und Verzeichnisse - Grundlagen

2.1 Definition und Entwicklungsgeschichte

Der „Brockhaus“ definiert den Begriff Portal als „ monumental gestalteter Eingang eines Gebäudes5. Von dieser Bedeutung leitet sich der Begriff des „Webportals“ ab. So erklärt das „Computerlexikon“ des Markt&Technik-Verlages, dass dies eine Internetseite sei, die „ [ ... ] zum einen für viele Surfer als Eintrittspunkt in das Internet dient, zum anderen einen gebündelten Ausgangspunkt zu anderen Sites bietet.“6

Eines der ältesten und bekanntesten Portale ist Yahoo! (siehe Abbildung 1). Es wurde im Frühjahr 1994 von amerikanischen Studenten als ursprünglich privates Projekt entwickelt. Sie strukturierten ihre zu groß und unübersichtlich gewordene LinkSammlung mit Hilfe von thematischen Kategorien und stellten diese auf einer Webseite ins Internet, um ortsunabhängig darauf zugreifen zu können.

Der klare und leicht verständliche Aufbau der Yahoo! -Seite - verbunden mit ihrem großen Erfolg - fand viele Nachahmer. Suchmaschinen (z.B. Altavista), Browser- Hersteller (z.B. Netscape), Online-Dienste (z.B. AOL) und andere Unternehmen erkannten das Potenzial und integrierten ähnliche Link-Verzeichnisse in ihre Webseiten.

Der Begriff „Webportal“ kam jedoch erst als Marketingschöpfung mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Internets im Jahr 1998 auf. Je mehr Zugriffe eine Seite verzeichnete, desto attraktiver wurde diese als Werbeplattform. Dies führte dazu, dass immer mehr Unternehmen zusätzliche Dienste und Funktionalitäten auf ihren Webseiten anboten um den Nutzer dazu zu bringen, sie als Einstiegsseite zu verwenden - als so genanntes Portal zum Internet.

Neben dem Link-Kategoriensystem flossen in viele Webportale die Konzepte der einfach zu bedienenden Oberflächen von Online-Diensten ein (z.B. Compuserve oder AOL) sowie die Möglichkeit der „Personalisierung“. Diese Technologie ermöglicht dem Seiten-Besucher bestimmte Inhalte und Funktionen nach seinen Präferenzen auszuwählen, so dass diese nach einmaligem Einstellen stets angezeigt werden - er somit ein auf ihn persönlich zugeschnittenes Portal besitzt.

Des Weiteren gingen immer mehr Webportale dazu über, eigene Inhalte zu erstellen. Sie konkurrieren durch ein eigenes Nachrichtenangebot mit den etablierten OnlineNachrichtenseiten (wie z.B. Spiegel.de oder Focus.de). Aktuelle Beispiele sind die Portale von T-Online, Yahoo! und Web.de.

Zusammengefasst versteht man unter Portalseiten heute folgendes:

ƒ- Internet-Einstiegsseiten
ƒ- Multifunktionale Nachrichtenseiten ƒ Geordnete Linkverzeichnisse
ƒ- Seiten, die ein spezifisches Themengebiet möglichst umfassend abdecken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Yahoo! - eines derältesten und bekanntesten Portale

2.2 Klassifizierungen

So schwer es ist, den Begriff eindeutig zu definieren, ist es jedoch möglich, Webportale zu klassifizieren.

In der Fachliteratur7 differenziert man nach Inhalten und Zielgruppen:

Nach Inhalten:

ƒ - Horizontale Portale

Horizontale Portale, zu denen der Großteil der Portale zählt, wollen „in die Breite gehen“. Sie versuchen, möglichst viele Bereiche abzudecken, sowohl thematisch - mit einem umfangreichen Link-Katalog und/oder Nachrichtenangebot - als auch durch ihre Funktionalitäten (wie z.B. E-Mail, Chat, Foren etc.). Ziel dieser Portale ist es, möglichst viele Seitenbesucher für sich zu gewinnen. Dies ist die Grundlage, um sich über Werbegelder finanzieren zu können. Beispiele hierfür sind die deutschen Webportale von T-Online, Web.de, Lycos, Dino-online oder Yahoo!.

ƒ - Vertikale Portale

Vertikale Portale sind Internetseiten, die „in die Tiefe gehen“. Sie befassen sich mit einem spezifischen Themenbereich, den sie mit Links und/oder Nachrichten möglichst vollständig abdecken. Beispiele hierfür sind Branchenportale (z.B. www.vdma.de) und regionale Portale (z.B. www.hamburg.de).

Nach Zielgruppe:

ƒ - Consumer Portale

Consumer Portale sind auf den Konsumenten ausgerichtet und besitzen in den meisten Fällen E-Commerce-Funktionalitäten (z.B. einen Shopping-Bereich). Abgesehen von einigen Ausnahmen (z.B. Regionen- und Stadt-Portalseiten), lässt sich die Mehrheit der Consumer Portale wegen ihrer Funktionsvielfalt auch als horizontales Portal klassifizieren (z.B. Amazon, Ebay, Shop@Netscape).

ƒ - Enterprise Portale 8

Enterprise Portale werden auch als Firmenportale oder Corporate-Portals bezeichnet. Man versteht darunter hauptsächlich Webportale im firmeneigenen Intranet, die unternehmensspezifische Nachrichten und Links anbieten. Der Begriff „Enterprise-Information-Portal“ (EIP) kam Anfang 1999 auf und steht für erweiterte Funktionalitäten wie z.B. Dokumenten- und Wissensmanagement- Funktionen oder die direkte Integration von Unternehmensapplikationen in das Portal. Abbildung 2 zeigt einen Ausschnitt aus der Demo-Version des Enterprise- Information-Portals von SAP mit integrierten Warenwirtschaftsfunktionalitäten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Enterprise-Information-Portallösung von SAP mit integrierten Warenwirtschaftsfunktionalitäten (E-Procurement)

Ausgehend von den genannten Klassifizierungen handelt es sich bei dem in dieser Arbeit vorgestellten Produkt um ein vertikales Portal. Es spezialisiert sich auf thematisch gegliederte Links zu Webseiten renommierter, zeitgenössischer Künstler aus dem deutschsprachigen Raum. Die Bezeichnung „Künstlerportal“ wurde gewählt, da dieser Bereich vollständig abgedeckt wird.

3 Zum Stand deutscher Künstlerverzeichnisse und Portale - die Konkurrenzanalyse

Neben den großen horizontalen Portalen, die einen möglichst breiten Themenkomplex abdecken wollen, entstanden in den letzten Jahren immer mehr kleinere vertikale Portalseiten, die für spezifische Ziel- und Interessengruppen konzipiert wurden.

Die folgende Analyse wurde erstellt, um zu erörtern, wie viele vertikale Portale zum Thema Kunst und Künstler im deutschsprachigen Raum existieren - und welche Stärken und Schwächen diese beinhalten. Die Erkenntnisse, die aus der Analyse resultierten, dienten als Grundlage für das in dieser Arbeit entwickelte Künstlerportal.

3.1 Konzeption und Erstellung

Für die Evaluierung der Internetseiten mussten zunächst Kriterien definiert werden. Ziel der Analyse war es, festzustellen, ob bereits Webangebote vorhanden waren, die ähnliche Funktionalitäten und Inhalte boten wie das eigene Künstlerportal. Aus diesem Grund wurden nur solche Kriterien gewählt, die diese Eigenschaften überprüften. So sollten im eigenen Künstlerportal z.B. mehrere Kategorien bei der Künstlersuche zur Auswahl stehen9. Deshalb wurde kontrolliert, ob die vergleichbaren Angebote diese Option ebenfalls bieten.

Tabelle 1 zeigt die Felder mit den Informationen, die bei der Analyse der Webseiten abgefragt wurden.

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Tabelle 1: Felder für die Datenerfassung der Konkurrenzanalyse und ihren Eingabemöglichkeit

Die Felder „ Name “ (Name des jeweiligen Kunstportals) und „ URL “ (Internetadresse des Portals) dienten der Erfassung der Webseiten. Die Felder 3 bis 9 beinhalten die Untersuchungsmerkmale für die Analyse. Folgende waren hierbei am wichtigsten, da sie sich auf die Funktionalitäten des eigenen Künstlerportals10 bezogen.

ƒ- Es wurde festgestellt, ob die Anbieter ihre Künstlerlinks kategorisieren, und wenn ja, welche Art der Kategorisierung vorliegt (z.B. alphabetisch, nach Kunstrichtung, etc.).
ƒ- Es wurde geprüft, ob die Künstlerlinks von den Seitenbesuchern selbst angemeldet werden können. Damit wurde ermittelt, ob die Künstler ausgewählt werden oder ob es jedem ermöglicht wird, sich in das Portal einzutragen.
ƒ- Es wurde die Anzahl der Künstlerlinks erfasst. Denn selbst eine Website mit umfangreichen Funktionalitäten ist als Künstlerportal für den Nutzer von geringem Wert, wenn diese nur sehr wenige Links zu Internetseiten der Künstler besitzt.

Entsprechend der Aufgabenstellung wurde untersucht, ob die Portale Links zu zeitgenössischen Künstlern enthalten (d.h. lebende oder vor kurzem verstorbene), die im deutschsprachigen Raum leben oder arbeiten. Die Felder 7 und 8 beziehen sich auf diese Kriterien.

Um die Auswertung zu erleichtern, wurden die Ergebnisse auf drei Eingabemöglichkeiten standardisiert. Diese geben den prozentualen Anteil der Künstler an, die dem jeweiligen Kriterium entsprechen. „ Hoch “ steht z.B. für einen Anteil von über zwei Drittel an Künstlern des jeweiligen Portals, welche die Anforderungen erfüllen. Für das Kriterium „ Anteil deutscher Künstler “ (Feld 8) würde dies bedeuten, dass bei der entsprechenden Seite mehr als 66% der Künstlerlinks von deutschen Künstlern stammen. Analog gilt dies für die Optionen „ Niedrig “ (0-33%) und „ Mittel “ (33-66%).

Die Analyse schließt mit einer Bewertung jedes einzelnen Webangebotes ab: Die Funktionalitäten und positiven Aspekte der Kunstportale sowie deren Nachteile werden in den Feldern 10 und 11 festgehalten. Tabelle 2 zeigt einen exemplarischen Ausschnitt aus der Konkurrenzanalyse. Die vollständige Tabelle ist im Anhang zu finden.

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Tabelle 2: Exemplarischer Ausschnitt aus der Konkurrenzanalyse

Für die Erstellung der Analyse wurde zur Datenerfassung die Tabellenkalkulation Microsoft Excel 97 (MS Excel) verwendet (siehe Abbildung 3). Da die Datenmengen aller Voraussicht nach keinen allzu großen Umfang annehmen würden, wählte man für die Datenerfassung eine Tabellenkalkulation aus (statt z.B. einem Datenbanksystem). Die Funktionen einer Tabellenkalkulation vereinfachen außerdem die Auswertung der Daten, so z.B. das Errechnen der prozentualen Anteile und die Erstellung von Diagrammen.

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Abbildung 3: Screenshot der Konkurrenzanalyse aus MS Excel

Die Internet-Recherche für die Analyse fand über einen Zeitraum von zwei Wochen im September 2001 statt. Spezifische Suchmaschinen für Künstlerportale wurden nicht gefunden. Deshalb führte man die Recherche mit den Suchmaschinen Google und Metager sowie den Webkatalogen von Google und den Portalen Web.de und Yahoo! durch. Die Nutzung diverser Suchsysteme garantierte eine möglichst vollständige Erfassung aller portalähnlichen Internetseiten zum Thema Kunst und Künstler sowie eine Verifizierung der Ergebnisse. Auf die Beschreibung der einzelnen Suchsysteme und Suchstrategien soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden, da dies im Rahmen der Künstlerseiten-Recherche in Kapitel 4.3.2 erläutert wird.

Da das eigene Künstlerportal sich auf Künstler aus dem deutschsprachigen Raum konzentriert, hat man bei der Recherche ausschließlich Webseiten berücksichtigt die diesem Kriterium entsprechen. Des Weiteren wurden Seiten, die das Thema Kunst/Künstler behandeln, jedoch keine Künstlerlinks aufweisen, von der Analyse ausgeschlossen, da sie kein vergleichbares Webangebot darstellen.

3.2 Auswertung

Es fanden sich lediglich 20 annähernd vergleichbare Angebote im Internet. Davon ließen sich neun (45%) als vertikale Portalseiten einordnen (Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Klassifikation der vergleichbaren Produkte nach Seitenart

Bei 17 Portalen (85%) war eine Selbstanmeldung von Künstlerwebseiten möglich (siehe Abbildung 5). Dies bedeutet, dass entweder keine Kontrolle über die auf- zunehmenden Künstler stattfand, oder dass allenfalls die korrekte thematische Zuordnung geprüft wurde, nicht jedoch die Relevanz der Inhalte (z.B. ob es sich um hauptberufliche Künstler oder nur um so genannte Hobbymaler handelt). Bei nur drei Portalen (15%) fand eine redaktionelle Vorauswahl der Künstlerlinks statt: ArtInfoNet, ErlangerListe und Kuenstlernetz.de 11.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Herkunft der Künstlerlinks

Die folgenden fünf Anbieter hatten ihre Künstlerlinks mit mehr als einer Kategorie strukturiert (z.B. nach Kunstart oder Region): Die horizontalen Portale Web.de und Yahoo.de sowie die vertikalen Portale Mercant Arts, Artissage, Künstlersuche und Kunstbasar. Weitere fünf Angebote boten lediglich eine alphabetische Sortierung ihrer Links und ebenso viele enthielten überhaupt keine Kategorien.

Wie in Abbildung 6 und Tabelle 3 zu sehen ist, boten 8 (40%) der analysierten Kunstportale weniger als jeweils hundert Links zu Künstlerseiten an. Davon besaßen drei (15%) Websites weniger als 20 Links.

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Abbildung 6: Konkurrenzanalyse - Anzahl der Links zu Künstlerseiten

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Tabelle 3: Konkurrenzanalyse - Anzahl der Links auf Künstlerseiten

Von den 20 untersuchten Künstlerportalen werden nun sechs Produkte anhand der aus der Analyse hervorgehenden Bewertung exemplarisch vorgestellt. Die vollständige Analyse und deren Auswertung ist im Anhang dieser Arbeit zu finden.

Künstlersuche 12

Dieses Portal (siehe Abbildung 7) verzeichnete mit ca. 2600 vertretenen Künstlern die höchste Anzahl an Einträgen aller analysierten Seiten. Jedoch wies ein Großteil dieser Einträge keine Links zu Webseiten auf sondern beschränkte sich auf die Angabe der (Post-)Adressen der jeweiligen Personen. Der Begriff „Künstler“ wurde im weitesten Sinne interpretiert. So war die Website nach Kunstsparten unterteilt, die nur entfernt mit der Bezeichnung Künstler in Verbindung gebracht werden konnten - vertreten waren unter anderem auch Visagisten, Puppenspieler, Tänzer, Zauberkünstler, Bauchredner und Karikaturisten. Des Weiteren waren die Kunstsparten thematisch völlig unstrukturiert. So stand z.B. „ Bildhauer “ gleichberechtigt neben „ Kubismus “. Eine weitere Begebenheit gestaltete die Suche für den Nutzer schwierig: Beispielsweise konnte unter der Rubrik „ Bildender Künstler “ nur ein einziger Eintrag ermittelt werden, wohingegen die Sparte „ Bildhauer “ 86 Einträge verzeichnete. Diese irrtümlicherweise angewandte Differenzierung führt zu Verwirrung, da auch die Bildhauer zu den bildenden Künstlern gezählt werden. Zu bemerken sei auch, dass der Kubismus eine Stilrichtung ist, die man der Malerei unterordnen müsste.

Da die Einträge von den Künstlern selbst vorgenommen wurden, konnte keine qualitative Kontrolle stattfinden. Das Webangebot Künstlersuche besitzt viele Einträge, jedoch waren nur sehr wenige bekannte bildende Künstler auf der Seite zu finden.

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Abbildung 7: Das Portal „Künstlersuche“

Art-in.de 13

Hier handelte es sich um ein typisches Kunstportal, das Links zu allen Bereichen der bildenden Kunst verzeichnet, z.B. Museen, Kunstmessen, Kunst-Institutionen und Künstlern (siehe Abbildung 8). Allerdings war das Verzeichnis nur alphabetisch sortiert. Die insgesamt 193 Künstlerlinks der Website wurden weder nach Kunststilrichtung noch Kunstgattung eingegrenzt. So war man darauf angewiesen, dass hierzu etwas in der Kurzbeschreibung der Links erwähnt wurde - was nicht immer der Fall war. Eine Selbstanmeldung der Künstlerseiten war auch hier möglich. Davon abgesehen bot Art-in.de fünf Links zu „ausgewählten Künstlern“ an. Doch nach welchen Kriterien die Auswahl stattfand, blieb unersichtlich.

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Abbildung 8: Das Portal „ Art-in.de “

Erlanger Liste 14

Diese Website (siehe Abbildung 9) ist ein Projekt der Universität Erlangen und eines der wenigen Künstlerportale, welches sich auf Links zu Webseiten über bekannte Künstler konzentriert. Die Künstlerlinks wurden von den Verfassern der Seite ausgewählt und kommentiert. Allerdings hat sich das Portal auf Seiten über historische Künstler spezialisiert (Dali, Dürer, Botticelli, etc.) und verzeichnete deshalb nur wenige Verweise zu Internetseiten zeitgenössischer Künstler. Weiterhin bot die Erlanger Liste nur eine alphabetische Sortierung der Künstler an.

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Abbildung 9: Die „ Erlanger Liste “

Künstlerdatenbank 15

Dieses Portal (siehe Abbildung 10) ist eine umfangreiche Datenbank für bildende Künstler und Architekten. Es enthielt jedoch hauptsächlich Kurzbiografien - Verweise zu Webseiten der Künstler waren kaum vorhanden. Weiterhin konnte man auf der spartanischen Oberfläche nur nach Namen oder biografischen Angaben recherchieren. Möglichkeiten, die Suche nach bestimmten Kriterien einzuschränken, bestanden nicht.

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Abbildung 10: Die „ Künstlerdatenbank “

Art-What else? 16

Diese Webseite besitzt eine Linksammlung zu zahlreichen Bereichen der Kunst, beispielsweise Galerien, Museen, Messen und Künstlern (siehe Abbildung 11). Die Künstlerlinks wurden nach Kunstgattungen sortiert. Die Anzahl der Links war jedoch zum Zeitpunkt der Analyse sehr gering. So konnten z.B. nur vier Künstler im Bereich „ Fotografie “ und zehn unter „ Plastik “ ermittelt werden. Des Weiteren wurden die Links auf Art-What else? nicht kommentiert.

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Abbildung 11: Das Portal „ Art- What else? ”

Mercant Arts 17

Diese Portalseite zum Thema bildende Kunst bot dem Nutzer zahlreiche Funktionalitäten wie z.B. Jobbörse, Anzeigenmarkt, Diskussionsforum und Nachrichten sowie mehrere Rubriken für die Künstlerauswahl (siehe Abbildung 12). Auch hier wurde die Eintragung eines Links durch den Künstler selbst ermöglicht. Unter den Links befanden sich kaum Webseiten renommierter Künstler. Neben diesem Manko ist es als umfangreichstes und am besten strukturiertes Portal aus der Analyse hervorgegangen.

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Abbildung 12: Das Portal „ Mercant Arts “

3.3 Zusammenfassung und Fazit

Für die Analyse wurden insgesamt 20 Portale zum Thema Kunst ermittelt. Die Untersuchung ergab, dass lediglich drei Websites Künstlerlinks enthielten, deren Qualität und Relevanz geprüft wurde. Die Anzahl der geprüften Links war jedoch in allen drei Fällen zu gering, als dass man die jeweilige Seite als umfassendes Künstlerverzeichnis oder Künstlerportal bezeichnen könnte.

Bei einem Großteil der Seiten waren die Links außerdem ungenügend strukturiert. Oftmals bestand keine Möglichkeit, die Suche nach Aspekten einzuschränken. Des Weiteren fanden sich häufig Künstlerlinks vermischt mit thematisch fremden Links, die sich nur entfernt mit Kunst befassten.

Keine Seite verzeichnete sowohl inhaltlich relevante Künstlerlinks, als auch eine gute Strukturierung derselbigen.

Die Konkurrenzanalyse zeigte, dass es bisher kein gut strukturiertes, vollständiges und qualitativ geprüftes Künstlerportal zeitgenössischer deutschsprachiger Künstler gibt.

Die Ergebnisse der Untersuchung dienten als Grundlage und Motivation, um das eigene Künstlerportal zu realisieren. Mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse wurde es so konzipiert, dass die oben erwähnten Nachteile der bestehenden Portalseiten nicht enthalten sein würden. Durch einen ausgewählten Bestand an Künstlerlinks und deren strukturierte Auswahlmöglichkeit sollte ein Produkt entstehen, welches diese Marktlücke im Portalbereich erfolgreich schließt.

4 Erstellung des Künstlerportals - Inhaltlicher Teil

4.1 Planungsschritte und Zeitplan

Für die Erstellung dieser Diplomarbeit war ein Zeitraum von drei Monaten vorgegeben. Um neben der schriftlichen Abfassung der Arbeit das geplante Künstlerportal verwirklichen zu können, war es nötig, Planungsschritte zu definieren und einen Zeitplan aufzustellen. Da die letzten beiden Wochen für die schriftliche Arbeit freigehalten werden sollten, wurde der Zeitrahmen für die Erstellung des Künstlerportals von Anfang September bis Ende November 2001 festgelegt.

Auf die Beschreibung der einzelnen Planungsschritte (Tabelle 4) wird in den nächsten Kapiteln näher eingegangen. Die zeitliche Einteilung jeder dieser Schritte in Wochenabschnitten wird im Zeitplan veranschaulicht (Abbildung 13).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 13: Zeitplan für die Erstellung des Künstlerportals

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Tabelle 4: Planungsschritte für die Erstellung des Künstlerportals

4.2 Konzeption

4.2.1 Grundfunktionalitäten des Künstlerportals

Wie bereits in Kapitel 1 erwähnt, wurden schon zu Beginn der Planungsphase dieser Arbeit die Grundfunktionalitäten des Künstlerportals definiert. So sollte ein Webportal entstehen, welches dem kunstinteressierten Internet-Nutzer einen strukturierten und übersichtlichen Einstieg bietet, um die Internetangebote bekannter und professioneller Künstler leichter zu finden.

ƒ- Für dieses Portal wird unter dem Begriff Kunst die Bildende Kunst verstanden. Dazu zählen hauptsächlich die Gattungen Malerei, Zeichnung, Plastik und Fotografie18.
ƒ- Das Künstlerportal will möglichst viele persönliche Internetauftritte (Homepages) der Künstler erfassen. Deshalb konzentriert es sich auf zeitgenössische Künstler (lebende und erst vor kurzem verstorbene) bzw. auf Kunstrichtungen seit ca.1950. Dieser Zeitraum wird in der Fachliteratur allgemein als Postmoderne bezeichnet.
ƒ- Weiterhin beschränkt sich das Portal zunächst auf Künstler aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich). Es kann optional zu einem späteren Zeitpunkt auf den europäischen bzw. weltweiten Kunstmarkt ausgeweitet werden.

Wie die Konkurrenzanalyse in Kapitel 3 zeigte, gibt es verhältnismäßig wenige klar gegliederte, wirklich informative und vollständige Portale über Internetauftritte zeitgenössischer Künstler. Weiterhin erfüllte keines dieser Webangebote den Anspruch, Künstlerlinks zu beinhalten, die auf die Befähigung des Künstlers geprüft wurden, als diese auch in einer strukturierten Auswahlmöglichkeit anzubieten.

Diesem Anspruch wurde das im Rahmen dieser Arbeit erstellte Produkt gerecht. Man hat das vermieden, was in der Konkurrenzanalyse bei zahlreichen anderen Künstler- portalen als Mangel festgestellt wurde: Die fehlende Differenzierung nach einzelnen Rubriken. Sie führte zu Link-Listen, die alles beinhalteten, was auch nur entfernt mit Kunst oder Künstlern assoziiert werden kann, und schufen dadurch mehr Unübersichtlichkeit als strukturierte Informationsvermittlung - eigentlich genau das, was ein Portal vermeiden sollte.

Des Weiteren enthielten die analysierten Portale in ihren Link-Listen häufig eine Fülle von Hobbymalern aber kaum professionelle Künstler. Bei dem erstellten Künstlerportal wird dem Nutzer dagegen ein hohes Qualitätsniveau geboten. So wurden nur Webseiten bekannter, professioneller Künstler erfasst. Die Auswahlkriterien werden in den folgenden Kapiteln erläutert.

4.2.2 Methoden für die Künstlerbewertung - der Kriterienkatalog

Jeder Mensch ist ein Künstler “ (Joseph Beuys)

All is pretty “ (Andy Warhol)

Kitsch ist Kunst” (Jeff Koons)

Heute gibt es keine verbindlichen Kriterien mehr, was Kunst ist und was nicht - man denke hierbei nur an die oben genannten Positionen dreier wichtiger Vertreter der modernen Kunst: Beuys, Warhol und Koons.

Dennoch oder gerade deswegen soll vermieden werden, dass das eigene Portal - wie die meisten Internet-Künstlerportale - zu einem Schaufenster von Freizeitkünstlern wird. Eine Ernsthaftigkeit im Bemühen um einen eigenen künstlerischen Ausdruck muss vorausgesetzt werden.

Doch was zeichnet einen professionellen Künstler aus? Wie lässt sich die Grenze ziehen zwischen qualitativ guter, ernst gemeinter Kunst einerseits, und „Laien- oder Hobbykunst“ andererseits? Ein objektives Urteil zum „Können“ des Künstlers anhand der Qualität einzelner Werke abzugeben, fällt gerade im Bereich der bildenden Kunst sehr schwer. Es bleibt eben sehr oft dem Geschmack des Einzelnen überlassen. Doch wie lässt sich sonst bei den Kunstschaffenden die „Spreu vom Weizen“ trennen?

Um dieses Problem zu lösen wurden Kriterien aufgestellt, die ein Künstler erfüllen musste, um in das Portal aufgenommen zu werden. Mit diesem Kriterienkatalog ist es auch einem an Kunst interessierten Laien möglich beurteilen zu können, ob es sich bei der betreffenden Person um einen professionellen bzw. renommierten Künstler handelt oder nicht.

Die wichtigsten Kriterien waren in der Biografie des Künstlers zu finden:

ƒ- Der Künstler sollte über eine fundierte Ausbildung verfügen. Diese ist z.B. nicht nach einigen Stunden Unterricht an einer Volkshochschule gegeben, ist aber - fernab jeglicher subjektiver Jurierung - hinreichend belegt, durch Aufnahme in eine staatliche Kunstakademie und vor allem durch ein abgeschlossenes Kunststudium.
ƒ- Weiterhin sollte der Künstler eine Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Kunstgeschehen durch eigene Ausstellungstätigkeit vorweisen können. Hier kann auf Qualität bzw. Bekanntheit geschlossen werden, wenn der Künstler seine Werke bereits in überregional bekannten Galerien (städtisch, staatlich o.ä.), Kunstvereinen oder Museen der Öffentlichkeit präsentiert hatte. Ein Kriterium für das Renommee einer Galerie ist z.B. die Teilnahme an den wichtigsten europäischen Kunstmessen Art Köln, Art Basel und Art Frankfurt 19. Wenn die Ausstellungstätigkeit des Künstlers über mehrere Jahre nachweisbar war, konnte das vorher genannte Kriterium der Ausbildung auch vernachlässigt werden (z.B. bei Autodidakten oder Seiteneinsteigern).

Neben diesen biografischen Quellen stellten Publikationen, die über den Künstler verfasst wurden, ein weiteres Kriterium dar. Wie in der Wissenschaft üblich, wurde auch hier das Renommee eines Künstlers anhand der über ihn geschriebenen Artikel mit beurteilt. Es wurden sowohl Artikel als auch Ausstellungskritiken über den Künstler berücksichtigt, die in der Fachpresse und in den etablierten Printmedien publiziert wurden. Als Fachpresse im Bereich Kunst wurden die Zeitschriften Art, Kunstforum und Kunstzeitung herangezogen, bei den Printmedien waren es die großen deutschen Zeitungen FAZ, Die Zeit, Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Rundschau sowie das Magazin Der Spiegel.

Ein Künstler wurde in das Künstlerportal aufgenommen, wenn eines der genannten Kriterien erfüllt war. Recherche und Auswahl der Künstler für dieses Portal werden in Kapitel 4.3.1 noch ausführlich beschrieben.

4.2.3 Strukturierte Auswahlmöglichkeiten

Neben dem Anspruch des Künstlerportals, die Webseiten der bekannten und professionellen Künstler anzubieten, stellte die strukturierte Auswahlmöglichkeit ein weiteres Hauptmerkmal dar. Im Gegensatz zur Mehrheit der vergleichbaren Seiten20 wird so dem kunstinteressierten Nutzer die Möglichkeit gegeben, nach unterschiedlichen Gesichtspunkten zu suchen.

Welche Auswahlmöglichkeiten angeboten werden sollten, wurde schon sehr früh in der Konzeptionsphase des Künstlerportals festgelegt. So sollte der Nutzer suchen können nach:

ƒ- Kunstgattung/Kunstart des Künstlers ƒ Kunststilrichtung des Künstlers ƒ Schaffensgebiet des Künstlers Die ersten beiden Punkte sind wichtige Kriterien, nach denen auch Künstler in der Literatur klassifiziert werden. Deshalb stellte dies auch eine wichtige Auswahlmöglichkeit für den kunstinteressierten Anwender dar. Mit dem Punkt Schaffensgebiet sollte dem Nutzer ein zusätzliches Suchkriterium geliefert werden, um die Künstlersuche nach geographischen Gesichtspunkten einzuschränken. Weitere Auswahlkriterien (wie z.B. Suche nach Geschlecht oder Einschränkung anhand der Bilderpreise) wurden nicht in Betracht gezogen. Dies geschah entweder, weil ihr Nutzen fraglich war oder die Erfassung dieser Informationen einen zu hohen Aufwand darstellte.

Für die Erfassung der relevanten Informationen mussten die genannten Bereiche jedoch noch genauer definiert werden. So musste z.B. festgelegt werden, welche Kunstarten und Stilrichtungen das Portal zur Auswahl stellen sollte. Dies wird im folgenden erläutert.

Kunstgattungen und Kunststilrichtungen

Während sich die Stilrichtungen der Kunst bis zu Beginn des 20.Jahrhunderts klar voneinander abgrenzen ließen und sich zumeist in chronologischer Folge ablösten21, ist dies in der modernen Kunst nicht mehr der Fall. Die Literatur22 über die moderne Kunst im allgemeinen (Kunst des 20. Jahrhunderts) und der Postmodernen im speziellen (seit 1945) enthält eine unüberschaubare Anzahl an verschiedenen Stilrichtungen, die teilweise parallel existieren. Auch bei den Kunstgattungen hat sich gerade in den letzten Jahrzehnten viel geändert. Während der Bereich der bildenden Kunst früher fast ausschließlich aus Malerei, Zeichnung und Plastik bestand, gibt es heutzutage zahlreiche neue Kunstformen wie Installation, Performance und Happening.

Künstler nach Kunstgattung suchen zu können - dies ist eines der wichtigsten Merkmale des Künstlerportals. Doch stellte sich hier die Frage, wie detailliert man die Auswahlmöglichkeiten gestalten sollte. Es bestand die Option, die Systematik der modernen Kunst ausführlich zu erfassen und dem Nutzer über die Suchmaske möglichst alle Kunststile und Kunstgattungen zur Verfügung zu stellen. Dies wurde jedoch aus drei Gründen abgelehnt:

ƒ- Viele Künstler lassen sich nur schwer einordnen, da sie oft mehrere Stilrichtungen in ihrer Karriere durchlaufen und/oder ihre Werke keiner Stilrichtung eindeutig zugeordnet werden können.
ƒ- Die Einordnung von Künstlern in Stilrichtungen ist bei einer detaillierten Systematik sehr zeitaufwendig und erfordert umfangreiche Kenntnisse bzw. Nachforschungen über die Werke und das Leben des jeweiligen Künstlers.
ƒ- Nur Kunstexperten würden mit allen Kunstgattungen und Stilrichtungen etwas anfangen können. Da es bei manchen Stilrichtungen nur wenige bekannte Vertreter gibt, würde das Künstlerportal durch diese Spezialisierung mit großer Wahrscheinlichkeit viele Stilrubriken besitzen, in denen lediglich ein oder zwei Künstlerlinks zu finden wären. Dem angepeilten Zielpublikum - die kunstinteressierten Internet-Nutzer - ist eine weniger komplexe, dafür übersichtlichere Strukturierung dienlicher.

Aus diesen Gründen wurde der kleinste gemeinsame Nenner gewählt. Vier Rubriken für Kunstgattungen stellt das Künstlerportal zur Auswahl:

- Malerei und Zeichnung
- Plastik
- Fotografie, Video und Computerkunst
- Sonstiges

Bei den Stilrichtungen wurde zwischen den beiden allgemein verständlichen künstlerischen Grundrichtungen Abstrakt und Gegenständlich unterschieden. Sie beziehen sich dabei ausschließlich auf die Kunstarten Malerei/Zeichnung und Plastik, da die Differenzierung in der Kunstliteratur nur bei diesen Kunstgattungen Verwendung findet.

Die Kunstgattungen Fotografie, Video und Computerkunst wurden zu einer Rubrik zusammengefasst, da es gerade in diesem Bereich viele Überschneidungen und künstlerische Mischformen gibt. Zu Sonstiges wurden folgende Kunstgattungen gezählt: Installationen, Performance, Happening, Enviroment, Land-Art, Concept Art, Spurensicherung, Individuelle Mythologien und alle anderen hier nicht erwähnten Kunstarten. Beschreibungen und Definitionen zu diesen Kunstgattungen und Stilrichtungen sind in vielen Werken über die Kunst des 20. Jahrhunderts zu finden23.

Schaffensgebiet

Der Nutzer hat die Möglichkeit, seine Künstlersuche auch nach geografischen Gesichtspunkten einzuschränken. Schaffensgebiet deshalb, da es sinnvoller ist statt des Geburtslandes des Künstlers seine Wirkungsstätte zu erfassen. So wurden auch Künstler mit in das Portal aufgenommen, die im Ausland geboren sind, jedoch in Deutschland bekannt wurden und somit zur deutschen Kunstszene gezählt werden. Es wurden Auswahlmöglichkeiten für die drei deutschsprachigen Länder Österreich, Schweiz und Deutschland definiert. Weiterhin wurde für Deutschland wegen seiner Größe noch eine regionale Untergliederung geschaffen. Wie in Tabelle 5 zu sehen, orientierten sich diese an den Postleitzahlgebieten, da die Erfassung hiermit wesentlich leichter fällt als z.B. die aufwendige Zuordnung der Adresse zum jeweiligen Bundesland (ein Blick auf die Postleitzahl der Künstlerkontaktadresse genügt). Um die Orientierung für den Nutzer zu erhöhen, wurden den PLZ-Angaben noch die drei wichtigsten Städte dieser Region beigefügt24.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Auswahloptionen für das Schaffensgebiet der Künstler

[...]


1 ARD/ZDF-Online-Studie 2001, siehe auch: [o. V. 2001c]

2 [Denic 2001]

3 Wenn in dieser Arbeit von einem Künstler gesprochen wird, impliziert dies immer auch eine Künstlerin.

4 Zu den bildenden Künsten zählt außer der Malerei, Zeichnung und Plastik ebenso die Fotografie, Installation, Performance und weitere moderne Kunstgattungen.

5 [Brockhaus 2000] S. 254

6 [Winkler 2000] S. 104

7 [Becker 2001] S.13, [Berlecon 2000], [Schmidt 1999] S.3, Studien über Portals/ISPs von: Nua Internet Surveys (http://www.nua.ie/surveys/index.cgi)

8 Enterprise (engl.): Unternehmen

9 siehe Kapitel 4.2.3

10 siehe Kapitel 4.2.1

11 Die URLs dieser Portale sind der vollständigen Analyse im Anhang zu entnehmen

12 http://www.kuenstlersuche.de

13 http://www.art-in.de

14 http://www.phil.uni-erlangen.de/~p2gerlw/ressourc/mallist.html

15 http://www.kunst-und-kultur.de/Kuenstler/bin/index/

16 http://www.art-whatelse.de

17 http://www.mercant-arts.com

18 Zur Bildenden Kunst werden des Weiteren moderne Kunstgattungen wie Installation, Performance, Happening etc. gezählt, siehe Kapitel 4.2.3

19 [Kunstmesse 1990] [El-Hariri 1998] [Codoni 1977]

20 siehe Kapitel 3

21 [Janowitz 1980]

22 [Kaifenheim 1979] [Honnef 1988] [Glozer 1981]

23 z.B. [Janowitz 1980] [Kaifenheim 1979] [Ruhrberg 2000]

24 Quelle: http://www.dino-regional.de/start.htm

Ende der Leseprobe aus 122 Seiten

Details

Titel
Konzeption und prototypische Realisierung eines Webportals über Internetauftritte renommierter zeitgenössischer Künstler
Hochschule
Hochschule Darmstadt  (FB Informations- und Wissensmanagement)
Note
1,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
122
Katalognummer
V25458
ISBN (eBook)
9783638280754
Dateigröße
2715 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzeption, Realisierung, Webportals, Internetauftritte, Künstler
Arbeit zitieren
Björn Jürgens (Autor), 2001, Konzeption und prototypische Realisierung eines Webportals über Internetauftritte renommierter zeitgenössischer Künstler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25458

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