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Behandlungsalternativen von Krankheiten in Uaxactún, Petén, Guatemala

Entscheidungen bei Malaria, Atemwegserkrankungen und Enteroparasiten im Licht soziokultureller Faktoren

Title: Behandlungsalternativen von Krankheiten in Uaxactún, Petén, Guatemala

Thesis (M.A.) , 2004 , 144 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Claudio Priesnitz (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Ergebnisse einer intensiven mehrmonatigen Feldforschung in einer 600-Seelen-Gemeinde inmitten des Tieflandjungles des Nord-Petén, Maya-Biosphären-Reservat, Guatemala zu den häufigsten Krankheitsformen Malaria, Enteroparasiten und Grippeerkrankungen in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsposten, den Dorfbewohnern, Heilern und Hebammen.

Präsentation individueller Entscheidungsfindungsprozesse unter den Dorfbewohnern (Q´iché-Mayas und Ladinos), die zu Nutzung oder Ablehnung von synthetisch produzierten Pharmaka der westl. Medizin vs. Heilpflanzen aus der direkten Umgebung des Dorfes und remedios caseros führen. Welche Krankheiten werden wie behandelt? Inwiefern spielen Faktoren wie ethnische Zugehörigkeit, Religion, Alter, Geschlecht, ökologische und ökonomische Einflüsse, das Statussymbol westliche Medizin, Tradierung, Mund-zu-Mund-Propaganda und/oder andere Faktoren eine Rolle?

Die durch semi-strukturierte Interviews und teilnehmende Beobachtung gewonnenen Ergebnisse werden quantitativ (mit Signifikanzen) und qualitativ (deskriptive Fallstudien) präsentiert und mit einem Ausblick auf die potentielle zukünftige Entwicklung vor Ort abgerundet.

Die Arbeit bewegt sich im Rahmen der Fachgebiete kognitive Anthropologie:Gesundheitssystemforschung und Ethnobotanik:Liste lokaler Heilpflanzen m. Anwendungsgebieten sowie lokalem u. wissenschaftl. Namen. Herbarium auf Anfrage.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Struktur der Arbeit

1.2. Medizinische Versorgung in Guatemala

1.3. Ethnomedizin in Mesoamerika

1.3.1. Der Nutzen traditioneller Heilpflanzen

1.3.1.1. Ethnopharmakologie und kulturelle Rechte

1.3.1.2. Psychosomatik und alternative Heilmethoden

2. DIE FRAGESTELLUNGEN

2.1. Hypothesen

2.2. Warum Uaxactún?

2.2.1. Nachteile

2.2.2. Vorteile

3. THEORIEBILDUNG UND UNTERSUCHUNGSMETHODEN

3.1. Die Grundlagen der kognitiven Anthropologie

3.2. Das Entscheidungsmodell

3.3. Das Beschreibungsmodell und seine Weiterentwicklung: EM und EMIC

3.4. Die Modellanwendung auf Uaxactún

3.5. Die Befragung der Bevölkerung

3.5.1. Die Methodik der Feldforschung und der Interviews

3.5.2. Technik

3.5.3. Interviewthemen

3.5.4. Die Interviewpartner

3.5.4.1. Probleme und Überlegungen bei der Informationsgewinnung

3.5.4.2. Die Rolle des Puesto de Salud und des enfermero

4. DEFINITIONEN

4.1. Medizinsysteme

4.1.1. Das westliche Medizinsystem

4.1.1.1. Biomedizin

4.1.2. Traditionelle Medizinsysteme Guatemalas

4.1.3. Populärmedizin

4.2. Gesundheit und Krankheit

4.3. Emische Definitionen in Uaxactún

4.3.1. Krankheitsbezeichnungen

4.3.2. Gesundheit

4.3.3. Remedios caseros

4.3.4. Vertrauen: die Rolle des fe in Gesundheitsfragen

5. DAS DORF

5.1. Geschichtlicher Hintergrund: die wirtschaftliche Bedeutung des Petén

5.1.1. Chicle und Uaxactún

5.2. Geografie: die Lage Uaxactúns im Maya Biosphären Reservat

5.3. Dorfpolitik

5.4. Ethnien, Sprache und Familienstrukturen

5.5. Religion und Glaubensvorstellungen

5.6. Wasserversorgung

5.7. Soziale Verhältnisse: Dorfleben und Infrastruktur

5.8. Weitere ethnografische Daten

5.9. Lebensunterhalt

5.9.1. Feldbau

5.9.2. Waldarbeit

5.9.2.1. Chicle, Xate, Pimienta

5.9.2.2. Spezifische gesundheitliche Risiken bei der Waldarbeit

5.9.3. Weitere Einkunftsmöglichkeiten

6. DIE GESUNDHEITSVERSORGUNG

6.1. Schulmedizinisch orientierte Gesundheitszentren

6.2. H´men, Kräuterkundige, Heiler/-innen, Hebammen

6.3. Apotheken

6.4. „Offizielle“ Heilung in Uaxactún

6.4.1. Comadronas

6.4.2. Der Gesundheitsposten

7. DIE KRANKHEITEN UND IHRE BEHANDLUNG

7.1. Prä- und postkoloniale Krankheitserreger im mesoamerikanischen Raum unter besonderer Berücksichtigung von Influenza-Viren und Protozoen

7.2. Krankheiten und Heilungsalternativen in Uaxactún

7.2.1. Malaria

7.2.1.1. Heilungsmethoden und -dauer bei Malaria

7.2.1.1.1. Pharmaka

7.2.1.1.2. Heilpflanzen

7.2.2. Durchfallerkrankungen/ Enteroparasiten

7.2.2.1. Heilungsmethoden für Enteroparasiten und Diarrhö

7.2.2.1.1. Pharmaka

7.2.2.1.2. Heilpflanzen

7.2.3. Schwere Atemwegserkrankungen

7.2.3.1. Heilungsmethoden schwere Atemwegserkrankungen

7.2.3.1.1. Pharmaka

7.2.3.1.2. Heilpflanzen

7.2.4. Andere Symptome und Krankheiten

8. ENTSCHEIDUNGEN IM KRANKHEITSFALL

8.1. Heilung und Entscheidungsfindung: deskriptive Auswertung anhand von Fallbeispielen

8.1.1. Einleitung

8.1.2. Malaria

8.1.3. Grippe/Atemwegserkrankungen

8.1.4. Darmparasiten und empacho

8.1.5. Verbrennung

8.1.6. Schlangenbisse der Bothrops asper

8.1.7. Hautleishmaniose

8.2. Heilung und Entscheidungsfindung: Statistische Auswertung

8.2.1. Die Wahl der Heilmethoden und Entscheidungsfindung

8.2.3. Gründe der Entscheidungen

8.2.1. Informationsquellen des Heilwissens

8.3. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziokulturellen Faktoren, welche die Entscheidungsfindung der Bewohner von Uaxactún bei der Wahl der Behandlungsmethode im Krankheitsfall beeinflussen. Ziel ist es, das komplexe medizinpluralistische System zu verstehen, in dem sowohl westliche Medizin als auch traditionelle Heilpraktiken wie der Gebrauch von Heilpflanzen eine Rolle spielen, und die Gründe für die jeweiligen Präferenzen unter Berücksichtigung von Lebensumständen, Glauben und Verfügbarkeit zu analysieren.

  • Untersuchung des medizinischen Pluralismus in Uaxactún
  • Klassifizierung von Krankheiten und Heilmethoden aus emischer und etischer Sicht
  • Analyse der Rolle von Heilpflanzen im Vergleich zur westlichen Schulmedizin
  • Evaluation des Entscheidungsfindungsprozesses bei verschiedenen Krankheitsbildern
  • Rolle des örtlichen Gesundheitspostens (Puesto de Salud) innerhalb der Gemeinschaft

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Grundlagen der kognitiven Anthropologie

Die kognitive Anthropologie entwickelte sich zu einem großen Teil aus der Sprachwissenschaft heraus, und zwar aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten strukturellen System der Kommunikationsanalyse, die vom Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure theoretisiert und vom Prager linguistischen Zirkel in den 1920er Jahren weitergesponnen wurde (vgl. PELZ 1998:57ff, D´ANDRADE 1995:17). Aus dem komplexen de Saussure´schen sprachwissenschaftlichen Strukturalismus möchte ich die Kernidee herausgreifen, welche auf die Ethnografie übertragen besagt, dass erst die Funktion und die Beziehungen der einzelnen sozialen Elemente zueinander ein strukturelles Gesamtbild zu schaffen vermögen (ibid.:17ff, PELZ 1998:62): Für sich allein genommen, fehlt einem einzelnen (sozialen) Element jegliche Bedeutung, da die Vergleichsmöglichkeit mit anderen (sozialen) Elementen fehlt. Man muss es eingebettet in seine Umgebung betrachten und auch diachrone bzw. historische Elemente berücksichtigen, denn die Bedeutung eines (sozialen) Elementes kann selten losgelöst von seiner zeitlichen Einordnung verstanden werden und daher verfälscht erscheinen. Auf die vorliegende Arbeit übertragen bedeutet dies die Notwendigkeit der Berücksichtigung möglichst vieler soziokulturellen Umgebungsvariablen, welche die Entscheidungen im Krankheitsfall beeinflussen. Dazu gehören u.a. die persönlichen Krankengeschichten der Befragten, die Heilwissensvermittlung innerhalb der Dorgemeinschaft, die äußeren Umstände des Untersuchungsraumes etc. (vgl. II).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Bietet eine allgemeine Einführung in die Thematik und erläutert die ethnologische Relevanz sowie den strukturellen Aufbau der Untersuchung.

2. DIE FRAGESTELLUNGEN: Definiert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit, die sich auf die Wahl von Behandlungsalternativen und die Wissensvermittlung konzentrieren.

3. THEORIEBILDUNG UND UNTERSUCHUNGSMETHODEN: Erläutert die theoretischen Grundlagen der kognitiven Anthropologie und beschreibt die zur Feldforschung angewandten Entscheidungs- und Beschreibungsmodelle.

4. DEFINITIONEN: Liefert die theoretischen Grundlagen für Medizinsysteme, Gesundheit und Krankheit im spezifischen Kontext der Studie.

5. DAS DORF: Präsentiert eine ethnografische Darstellung der örtlichen Gegebenheiten, der Geschichte und des sozialen Gefüges in Uaxactún.

6. DIE GESUNDHEITSVERSORGUNG: Analysiert die infrastrukturellen Angebote der Gesundheitsversorgung vor Ort, insbesondere den Gesundheitsposten und traditionelle Heiler.

7. DIE KRANKHEITEN UND IHRE BEHANDLUNG: Behandelt die spezifischen Krankheitsbilder wie Malaria, Atemwegserkrankungen und Enteroparasiten sowie deren Behandlung mittels Pharmaka und Heilpflanzen.

8. ENTSCHEIDUNGEN IM KRANKHEITSFALL: Evaluierte die Entscheidungsfindungsprozesse der Dorfbewohner anhand von Fallbeispielen und statistischer Auswertung.

Schlüsselwörter

Uaxactún, Petén, Guatemala, Ethnomedizin, Medizinanthropologie, Medizinsysteme, Heilpflanzen, Krankheitsentscheidungen, Kognitive Anthropologie, Westliche Medizin, Ethnografie, Gesundheitsversorgung, Entscheidungsmodell, EMIC.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Menschen in Uaxactún (Guatemala) entscheiden, ob sie bei Krankheiten wie Malaria oder Atemwegsinfektionen traditionelle Heilpflanzen oder die westliche Schulmedizin des Gesundheitspostens wählen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Themenfelder umfassen den medizinischen Pluralismus, ethnobotanisches Wissen, soziokulturelle Einflussfaktoren bei Krankheitsentscheidungen und die Rolle des Gesundheitswesens in ländlichen Regionen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die individuellen und gemeinschaftlichen Entscheidungsfindungsprozesse im Krankheitsfall zu verstehen, um eine Brücke zwischen nationalen Gesundheitsprogrammen und den Praktiken der indigenen Bevölkerung zu schlagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Studie basiert auf einer ethnologisch orientierten Feldforschung unter Nutzung von qualitativen Interviews, teilnehmender Beobachtung sowie der Anwendung von beschreibenden Entscheidungsmodellen (EMIC).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die soziale und geografische Struktur des Dorfes, die verschiedenen Medizinsysteme, die spezifische Behandlung häufiger Krankheiten sowie eine detaillierte Auswertung von Fallbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medizinsysteme, Heilpflanzen, Ethnomedizin, Entscheidungsfindung, kognitive Anthropologie und der medizinische Pluralismus im ländlichen Guatemala.

Welche Rolle spielen „remedios caseros“ in Uaxactún?

Sie bezeichnen Hausmittel, die im häuslich-privaten Bereich angewendet werden und oft eine Kombination aus modernen Pharmaka und traditionellem Wissen darstellen, wobei sie die häufigste Form der Krankheitsbewältigung darstellen.

Warum ist der Begriff „Fe“ für das Verständnis der Arbeit so wichtig?

„Fe“ steht für eine Mischung aus Glaube, Vertrauen und einer spirituellen Lebenseinstellung. Die Bewohner betrachten dies als eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Heilung, die über die rein physische Anwendung von Medizin hinausgeht.

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Details

Title
Behandlungsalternativen von Krankheiten in Uaxactún, Petén, Guatemala
Subtitle
Entscheidungen bei Malaria, Atemwegserkrankungen und Enteroparasiten im Licht soziokultureller Faktoren
College
University of Bonn  (IAE (Institut für Altamerikanistik und Ethnologie))
Grade
1,1
Author
Claudio Priesnitz (Author)
Publication Year
2004
Pages
144
Catalog Number
V25470
ISBN (eBook)
9783638280839
ISBN (Book)
9783638700917
Language
German
Tags
Behandlungsalternativen Krankheiten Uaxactún Petén Guatemala
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudio Priesnitz (Author), 2004, Behandlungsalternativen von Krankheiten in Uaxactún, Petén, Guatemala, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25470
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